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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.07.1911
- Strukturtyp
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- 1911-07-01
- Erscheinungsdatum
- 01.07.1911
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- Deutsch
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150. 1. Juli 1911. Nichtamtlicher Teil. LörlEatt s. >-. LHch«. LvchhErL 7815 Pflichttreue taten das ihrige, und das Geschäft vergrößerte sich seitdem in ständigem Aufbau; zumal nachdem es im Jahre 1896 neue Räume in lebhaftester Verkehrslage (Gesandtenstraße) be zogen hatte. Im Jahre 1893 nahm W. seinen Sohn Herrn Hermann Wilhelm Wunderling als Teilhaber auf, um ihm im Jahre 1901 das Geschäft zum Alleinbesitz zu übergeben. Schon das Jahr 1902 bettete den Seniorchef des Hauses nach einem mühe- und arbeitsreichen Leben unter die Erde. Sein Sohn und Nachfolger ist seitdem bestrebt gewesen, fort bauend auf der Grundlage seines Vaters, die Sortiments firma in durchaus modernem Sinne auszugestalten und an Umfang wesentlich zu vermehren. Er gliederte ihr einen zumeist belletristischen Verlag an, der sich inzwischen gleich der schon länger bestehenden Sortiments-Abteilung im deutschen Buchhandel wie beim deutschen Lesepublikum eine geachtete Stellung er- worben hat. Zu den ersten Autoren der Firma Wunderling, deren jetziger Inhaber inzwischen durch Verleihung des herzoglich württem- bergischen Hoftitels ausgezeichnet wurde, zählt die Königin Elisabeth von Rumänien, die unter dem Schriftsteller namen Carmen Sylva weltbekannte Dichterin, die ihren Verleger vielfach mit hoher Gunst ausgezeichnet hat. Außerdem sind im Verlag von W. Wunderling noch eine größere Anzahl moderner Romane und andrer Werke hervorragender Autoren, wie Karl Zettel, Franz von Thurn, August Nie- mann, Maximilian Schmidt (Waldschmidt), Bucura Dumbrava, Th. v. Paschwitz, Otto v. Düngern, er schienen. Auch Felix Dahn, Karl Tanera, Martin Greif und andre traten durch Beiträge zu einem Sammelwerk mit der Firma in autorrechtliche und briefliche Beziehungen. — Noch eines großen Werkes sei gedacht, das vor wenigen Jahren im Verlag der Firma Wunderling erschien. Es ist der vom ver storbenen Erzherzog Joseph von Oesterreich verfaßte große »Atlas der Heilpflanzen«, dessen bildliche Darstellung (230 farbige Tafeln) in mustergültiger Weise des Erzherzogs Tochter, Ihre Kaiserliche uud Königliche Hoheit Frau Fürstin Margarethe von Thurn und Taxis, künstlerisch schuf. (Die Herstellung dieses Werkes, die mit Unterstützung des Fürsten hauses Taxis erfolgte, kostete allein ca. 60 000 So hat sich die Firma aus kleinen Anfängen innerhalb eines halben Jahr hunderts in gesunder Weise zu ausgedehntem Umfang weiter entwickelt, und nicht bloß den Verlag, sondern auch das Sorti ment in seinem Wirkungskreis ganz bedeutend vergrößert. Fehrle L Sippel, Soldan'sche Buch-, Kunst- und Musikalien-Handlung in Nürnberg. — Die Firma wurde am 1. Juli 1861 von Sigmund Soldan als Buch- und Kunst handlung gegründet. Seine Familie stammt aus Hanau, be ziehungsweise Marburg, und der Begründer des Hauses war der erste Soldan, der sich in Nürnberg niederließ. Noch in den sechziger Jahren folgten ihm seine übrigen Brüder, die als Großkaufleute heute eine hervorragende Rolle im Leben Nürnbergs spielen. Sigmund Soldan hatte seine Lehrzeit in der Frommann'schen Hofbuchhandlung in Jena absolviert. Im Jahre 1864 kaufte Soldan die Riegel L Wiesner'sche Musikalienhandlung nebst Leihanstalt und gliederte sie seiner Firma an. Ein Jahr später (1. Oktober 1866) verlegte er das Geschäft in das Haus der Gesellschaft Museum, Königstraße 1, wo es sich heute noch be findet. Neben seinem Sortimentsgeschäft betrieb Soldan auch einen Kunstverlag, in dem die ersten billigen Reproduktionen nach Stichen und Zeichnungen von Dürer, Holbein und anderen alten Meistern erschienen, die jahrzehntelang konkurrenzlos blieben und sich insbesondere auch im Ausland eines regen Absatzes erfreuten. Im Laufe seiner Tätigkeit wurde Soldan zum königl. preußischen und herzoglich coburg-gothaischen Hofbuchhändler ernannt. Am 1. April 1890 verkaufte er das Geschäft an die Herren August Zemsch, der noch heute Inhaber der Soldanschen Verlagsbuchhandlung ist, und Hugo Lincke, jetzt Prokurist der Firma F. Volckmar. 1891 trat Lincke aus der Firma aus, worauf diese in den Alleinbesitz von August Zemsch überging. 1893 ist Sigmund Soldan gestorben. Am 1. April 1900 wurde die Musikalienhandlung einschließlich der Leihanstalt von dem bisherigen Mitarbeiter der Firma Herrn Fritz Bardel übernommen, verblieb aber im alten Geschäftslokal. Drei Jahre später gingen auch die Buch- und die Kunsthandlung an ihn über, so daß er sich nun im Besitz des Gesamtgeschäftes ohne Verlag befand. Er firmierte Fritz Bardel, vorm. S. Soldan- sche Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung. Von ihm kam das Geschäft am 1. Juni 1907 an Herrn Robert Fehrle, mit dem sich am 1. Oktober des gleichen Jahres Herr Otto F. Sippel, der Besitzer der am 16. Oktober 1902 gegründeten Buch- und Kunsthandlung gleichen Namens vereinigte. Von diesem Zeitpunkte an betreiben die beiden Inhaber das Sortiment unter dem Namen: Fehrle L Sippel, Soldan'sche Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung. Im Dezember 1910 erfuhr das Geschäft eine durchgreifende Veränderung und Erweiterung, indem die bisher für das Sortiment benutzten Räumlichkeiten im Hause der Gesellschaft Museum speziell für die Buch- und Musikalienhandlung ein gerichtet wurden, während die Kunsthandlung in neue Räume in dem direkt nebenanliegenden Anwesen Königstraße 3 übersiedelte, wo jetzt monatlich wechselnde Sonderausstellungen von Originalen moderner Meister gegen Eintrittsgeld (Einzel-, Jahres- und Fa milienkarten) veranstaltet werden. Das Buchsortiment Pflegt alle Gebiete, besonders die schöngeistige Literatur, wobei es wieder einzelne Verleger bevorzugt. Es wäre undankbar, diese Mitteilung zu schließen, ohne einer Persönlichkeit Erwähnung zu tun, der das Geschäft und be sonders auch die jetzigen Inhaber viel verdanken. Herr Hans Geiger, Inhaber des Verlags Conrad Geiger, trat bei der Be gründung der Firma im Jahre 1861 als Lehrling bei Sigmund Soldan ein und blieb dem Hause bis zur Stunde treu, wenn er auch zu Zeiten des Herrn Bardel seine Stelle formell aufgab, um besser seiner Muße leben zu können. Auch heute noch stellt er aus Anhänglichkeit der Firma einen großen Teil seiner Zeit in selbstloser Weise zur Verfügung, stets bereit zu gutem Rat und guter Tat. Gustave Soupert (L. Schamburgers Nachf.)in Luxem burg. — Es ist dem Gründer dieser Firma, Herrn L. Scham burger, leider nicht vergönnt gewesen, das 60jährige Jubiläum seiner Geschäftsgründung zu feiern: im Oktober vorigen Jahres ist er nach einem arbeitsreichen Leben zur Ruhe eingegangen. Herr Schamburger erlernte den Buchhandel bei Franz Rehm in Luxemburg, bekleidete Gehilfenstellungen bei Gebr. Benziger in Einsiedeln, Georg Lercher in Laibach und V. Bück in Luxemburg, unternahm größere Reisen nach Italien und Slavonien und war der erste Buchhändler Luxemburgs, der dort den Buchhandel nach deutschem Muster einrichtete. Ein Mann zähester Arbeit, ging er ganz in seinem Berufe auf und hat durch seine Tätigkeit viel dazu beigetragen, das Ansehen des deutschen Namens im Auslande zu Ehren zu bringen. Seit 1. Juli 1905 ist sein Schwiegersohn, Herr Gustave Soupert. Inhaber der Firma, der dem reinen Buch handel noch Buchdruckerei und Bureaubedarfsartikel angliederte. Julius Hunger in Königsee (Thür.). — Die Firma wurde 1851 von Julius Hunger als Schreibmaterialienhand lung, Buchbinderei und konzessionierte Leihbibliothek gegründet, während der Buchhandel erst am 1. Juli 1861 ausgenommen wurde, jedoch bald in den Vordergrund trat. 1886 trat der einzige Sohn als Mitarbeiter in das väterliche Geschäft ein und veranlaßte den Verkehr mit Leipzig. Nach gedeihlicher gemein samer Arbeit starb 1891 der Gründer, und das Geschäft ging in den Alleinbesitz des Sohnes Herrn Oskar Hunger über, der be strebt gewesen ist, ihm durch Angliederung verwandter Berufs zweige weitere Ausdehnung zu geben. Jubiläum der Manzgesellschaft iu München-RegenS- bürg. — Am 30. Juni vollendeten sich fünfundzwanzig Jahre, daß die am 1. Juli 1830 von Georg Joseph Manz durch Übernahme des Sortiments und Verlags von PH. Krüll in Landshut a. I. gegründete Firma Manz in die Hände der jetzt bestehenden Ver lagsgesellschaft vorm. G. I. Manz überging. Schon der Gründer des Geschäfts hatte gesucht seinen Verlag durch Kauf der Firma Montag L Weiß in Regensburg, wohin er seinen Sitz verlegte, zu erweitern, und ihn durch Angliederung einer Druckerei von fremden Druckfirmen unabhängig zu machen. Bei der Übernahme durch die Gesellschaft 1886 umfaßte das Geschäft 7699 verschiedene Verlagsartikel, deren Zahl gegenwärtig auf 10 868 Werke gestiegen ist, nicht in letzter Linie durch Zukauf des Literarischen Instituts vr. M. Huttler, München, und eines großen 1016*
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