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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 06.02.1893
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1893-02-06
- Erscheinungsdatum
- 06.02.1893
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- Deutsch
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8a, 8. Februar 1898. Nichtamtlicher Teil. 791 deren Dienste beanspruchten. Da sei cs ganz selbstverständlich, daß die Kommissionäre den bei weitem größten Teil der Kosten zu tragen hätten. Gerade sic hätten daher auch an der allgemeinen Verminderung der Beiträge das allergrößte Interesse. Wenn man nun aber den zumeist aus ihren Beiträgen sich ergebenden Ucberschuß für allgemeine Vereinszwecke verwende, so heiße das die Kommissionäre auch für Zwecke besteuern — und zwar in erheblich höherem Grade als andere — an denen sie weniger oder gar kein Interesse hätten. Aus diesem Wege komme man zu falsche» Ergebnissen und hierin liege die Ungerechtigkeit. Die bedeutendsten Verlagsfirme» seien beispielsweise viel geringer zur Bcstellanstalt eingeschätzt als minder bedeutende Kommissionäre. Sollte» nun die Ueberschüsse der Bcstellanstalt der Allgemeinheit zu gute kommen, so müßten doch auch diese großen Verlagsfirmen ganz anders zur Beitragsleistung herangezogen werden, als bisher geschehen sei. Die Kommissionäre nähmen gewiß ein reges In teresse am Gesamtwohle des Leipziger Vereins; aber sie seien doch nicht die Allgemeinheit. Schatzmeister Herr Kommerzienrat Franz Wagner: Er wolle nur Herrn Staackmann berichtigen, daß es nicht entfernt die Absicht des Vorstandes sei, die Bestellanstalt zu einer Finanz- quelle für den Verein zu machen. Herr Staackmann habe sich ausgerechnet, daß die Vereinskasse jederzeit über hinreichende Mittel verfüge, um dem Defizit der Lehranstalt und allen an- deren Anforderungen genügen zu können. Das sei nicht der Fall. Im vergangenen Rechnungsjahre freilich habe der unge wöhnlich starke Ucberschuß aus der Bestellanstalt von beinahe 5400 ausnahmsweise bessere Kasscnverhältnisse geschaffen; im jetzt beginnenden Rechnungsjahre werde man zur Deckung der notwendigen Ausgaben 2000 aus dem Stammvermögen nehmen müssen, wenn man den Bestellanstaltsllberschuß nicht der Bereinskasse zuweise. Herr Staackmann habe auch von der mög lichen Auslösung des Vereins und einer allgemeinen Vermögens- tcilung gesprochen. Zum Glück sei da ein Riegel vorgeschoben; die Vermögensteilung werde sich doch nicht so leicht bewerkstelligen lassen, wie Herr Staackmann annehme; denn auch das Ministerium werde ein Wort dabei mitzurcden haben. Herr vr. Kirchhofs: Er habe mit keinem Worte ange deutet, daß bei Annahme des Staackmannschen Antrages eine Korrektur des Beitrages pro rata der Firma eintreten solle. Er habe nur hervorheben wollen, daß bei dieser Abschätzung die kleinen und mittleren Firmen, deren Benutzung der Bestell anstalt gering sei, im Verhältnis höher herangczogen würden als die großen mit ihrem täglichen Maffenverkehr aus der Be stellanstalt. Es komme hier doch nur in Betracht, was das Geschäft ausliescre, nicht was es empfange und was es im übrigen für eine Bedeutung habe und seinem Inhaber bringe. Da sei cs natürlich, daß die Kommissionäre mit ihren 2—300 Kommittenten auch am meisten an den Kosten der Bcstellanstalt beteiligt sein müßten. Schatzmeister Herr Kommerzienrat Franz Wagner: Er bitte die Hauptversammlung nochmals, nicht kleinlich zu sein, sondern mit einigem Vorausblick in guten Zeiten für spätere Möglichkeiten zu rechnen und zu sammeln. Man möge es bei dem bewenden lasse», was der Vorstand in Vorschlag gebracht habe; er dürfe hervorheben, daß er mit dieser Bitte nicht bloß die eigene Anschauung vertrete, sondern auch diejenige des Vorstandes. Vorsitzender Herr vr. Eduard Brockhaus: Er könne be stätigen, daß sich der Vorstand mit dieser Sache beschäftigt habe, daß der Gesamtvorstand sich der Meinung des Herrn Schatz meisters angcschlossen habe und auch seinerseits die Hauptver sammlung bitte, die Buchung des Postens so bestehen zu lassen, wie sie erfolgt sei. Eine Reduktion der Beiträge werde natürlich vorgenommen werden; auch sür das vorige Jahr sei bereits eine Reduktion erfolgt. Herr Staackmann: Er schließe sich vollkommen der Ansicht des Herrn Schatzmeisters an, daß ein guter Haushalter sür kommende Zeiten sorge; aber auch das müsse seine Grenzen haben. Die Grenze liege da, wo der Beitrag eine für den Einzelne» unerträgliche Höhe erreiche. Wenn diese übermäßig Besteuerten nun sähen, daß mit ihrem Gelde Kapital angesammelt werde, über dessen Zweckbestimmung sie völlig im unklaren blieben, so sei es natürlich, daß sie sagten: Wir wollen keinen Erwerb, wir brauchen kein Kapital. Dieses Kapital sei jedenfalls besser angelegt in der Tasche des Einzelnen. Es handle sich nicht um geringe Beträge. Wenn man diese 3000 ./H bei der neu auszubringenden Beitragssumme in Anrechnung bringe, so ergebe sich eine Erleichte rung um etwa 25"/j>. Derjenige also, der bisher 1200 ^ Bei trag gezahlt habe, werde im neuen Jahre nur 900 ^ zu zahlen haben, also 300 ^ ersparen, die er in seinem eigenen Geschäfte wahrscheinlich besser werde anlcgen können, als in der Vercins- kassc. (Lebhafter Beifall.) Es selber wolle sür wirklich not wendige Ausgaben sich gerne besteuern lasten, aber nicht ge zwungen sein, sür unbekannte Zwecke hohe Mehrbeträge zu leisten. Schatzmeister Herr Kommerzienrat Franz Wagner: Er beklage aufrichtig den Feuereifer, durch den sich sein lieber Freund Herr Staackmann habe sortreißcn lassen. Die im Ver hältnis geringen Mehrbeträge würden den Einzelnen nicht rui nieren. Würde cs sich darum handeln, daß solche Beträge im eigenen Geschäfte empfindlich vermißt würden, so wäre das sehr bedauerlich. Er wiederhole, man möge die Vereinskasse stärken; es könnten Zeiten kommen, wo man ihre Bestände werde brauchen können. In der Abstimmung wurde der Antrag des Herrn Staack mann mit Mehrheit angenommen. Herr vr. Kirchhosf: Nach der Annahme des Staack mannschen Antrages möchte er die Schätzungskommission ersuchen, die Erleichterung nicht aus die großen Firmen zu beschränken, sondern auch bei den kleinen eintreten zu lassen. Er selber habe sür seine Firma nichts verlangt und sich auch nicht beklagt; aber nachdem der Antrag angenommen sei, müsse er bitten, volle Gerechtigkeit zu üben Der Haushaltplan sür die Vereinskasse wurde hieraus mit der im Antrag Staackmann begründeten Aenderung genehmigt. Es folgte der Haushaltplan der Bcstellanstalt. Herr Streller: Er bitte, die zur Bestellanstalt zuge lassenen Firmen, deren Inhaber keine Vereinsmitglieder seien, künftig höher cinzuschätzen. Eine große Anzahl Firmen nähmen sür sehr geringe Gegenleistung an allen Vorteilen der Bestell anstalt teil. Man dürfte deren Beiträge um 40 oder 50"/„ er höhen. Es befänden sich ganz bedeutende Firmen darunter, die diese Erhöhung sehr wohl tragen könnten. Man gewähre dasür den kleinen Firmen, die Vereinsmitglieder seien, einen Nachlaß. Vorsitzender Herr vr. Eduard Brockhaus: Der Vorstand werde diesen ihm ausgedrückten Wunsch gern in Erwägung ziehen. Der Haushaltplan der Bcstellanstalt fand hieraus mit der dem Antrag Staackmann entsprechenden Aenderung (Bortrag des vorjährigen Ueberschusses von 3009 ^ 9 H und Ermäßigung der auszubringenden Gesamtbeitragssumme um diesen Betrag) Genehmigung. Es folgte die Beratung des Haushaltplanes der Lehranstalt. Herr Heitmann bat um Aufklärung über den Erfolg der im vorigen Jahre in der Hauptversammlung angeregten Schritte bei der Handelskammer zur Beitragsleistung an die Lehranstalt. Vorsitzender Herr vr. Eduard Brockhaus verlas nochmals die betreffende Stelle aus dem Geschäftsbericht. Herr Heitmann: Dann wolle er eine andere Anregung geben, aus die ihn eine bezügliche Erörterung im Leipziger Buch, druckervein führe. Dieser sei von der Erwägung ausgegangen,
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