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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 19.05.1920
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1920-05-19
- Erscheinungsdatum
- 19.05.1920
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- Deutsch
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Wirkungskreis zu verlassen. Wahl war bis 1916 der erste Direktor der Deutschen Bücherei in Leipzig. konnte. 1863 kehrte er nach Hamburg zurück und übergab alsbald das Hauptgeschäft in Valparaiso seinem jüngeren Bruder Carl F. Nie meyer, der es noch heute innehat und durch seinen Sohn Carlos Nie meyer führen läßt, während die Filialen in andere Hände über gingen; auch sie existieren noch jetzt, wenn auch unter anderen Firmen. Eduard Niemeyer lebte seitdem hauptsächlich seinen Liebhabereien: dem Gartenbau, der Musik und edelster Geselligkeit. Aber auch der literarischen Entwicklung in Deutschland hat er bis in sein hohes Alter stets das lebhafteste Interesse entgegengebracht. Köstlich war es, ihn aus seinen jugendlichen Buchhändler-Erlebnissen erzählen zu hören. Wie er mit dem alten Campe zur Leipziger Messe fuhr: von Hamburg mit dem Schiff die Elbe hinauf bis Magdeburg, von dort mit der Postkutsche weiter; und wie der alte Campe mährend bn ganzen, langen, mühsamen Reise all die mitfahrenden alten Hamburger Buchhändler mit seinem unerschöpflichen Humor zu vergnügen wußte. Wie man beim großen Brand in Hamburg das väterliche Lager vor dem Feuer in eine Schute retten mutzte und die schönsten Stahlstiche des Bibliographischen Instituts in das Fleet fielen, so zwar den Flammen entgingen, aber im Wasser auch nicht zum besten verwahrt lagen. Wie die Zollbeamten in den nach Chile exportierten Klavie ren die nichtdeklarierten Geigensaiten nicht mehr anerkennen wollten — und was dergleichen lustige und ernste Berufsereignisse mehr sind. Mit dem 94 Jahre alt gewordenen Manne ist ein deutscher Buchhänd ler gestorben, der ein Muster war an Tüchtigkeit und Unternehmungs geist und ein Lebenskünstler von edelster Art: eine Zierde seines Standes! Ludwig Kuhlenbcck f. — Der vormalige ordentliche Professor siir das deutsche Recht an der Universität Lausanne, Justizrat und Rechtsanwalt am Oberlandesgericht Naumburg vr. Ludwig Kuhlen- beck ist in Jena im Alter von 63 Jahren gestorben. Die eigentüm lichen Umstände, unter denen der Dahingeschiedene wegen allzu schrof fer Betonung seines Deutschtums vor zwölf Jahren aus seinem Lehr amt an Ser Schweizer Universität ausscheiden mußte, haben "seinerzeit Aufsehen erregt. Von seinen juristischen Werken sind zu nennen: »Tie Rechtsprechung des Reichsgerichts in bezug auf die wichtigsten Begrisse und Institute des Zivilrechts« (1895) und sein Handkommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch. Hieran schloß sich eine Reihe weiterer Werke über bürgerliches Recht und über die allgemeinen Grundlagen der Rechtswissenschaft. Der Verstorbene hat auch Werke veröffentlicht, die sich nicht mit seinem Fachgebiet beschäftigen, u. a. über Geschichte der Philosophie, über das Gebiet der Mystik, ferner eine Übersetzung und Erläuterung der Werke Giordano Brunos. Ein eigener philosophischer Versuch Kuhlenbecks war das Buch »Im Hochland der Gedanken welt«. Gestorben: am 27. April in Hamburg Herr Eduard Niemeyer, Grün der der Buchhandlung C. F. Niemeyer in Valparaiso (Chile). Eduard Niemeyer wurde 1826 in Hamburg als Sohn des Grün ders der Buch- und Musikalienhandlung G. W. Niemeyer Nachf. gc- Schwierigkeiten scheinen sich in den Buchdruckereien dadurch vor zubereiten, daß der Deutsche Buchdrucker-Verein auf seiner außer ordentlichen Hauptversammlung (8. und 9. Mai) die Anerkennung des Reichst« riss für das deutsche Buchbindergewerbe vorläufig ablehnte. An verschiedenen Orten haben die betreffen den Arbeiter die Tarifanerkennung verlangt und drohen andernfalls mit dem Streik. Der Deutsche Buchdrucker-Verein begründet seine Haltung damit, daß das Buchbinderpersonal in den Buchdruckereien meist mit einfachen Arbeiten beschäftigt ist, und daß eigentliche Buch binderarbeiten, wie Binden von Büchern usw., nur ganz vereinzelt in Frage kommen. Auch bei der Festsetzung der L o k a l z u s ch l ä g e seien die Verhältnisse im Buchdruckgewerbe nicht genügend berücksich tigt morden. mehr zu ertragen sei; namhafte Zeitungen ständen deshalb vor der Schließung ihrer Betriebe. Die Berichte aus allen Zeitungsbetriebcn lauteten gleich trostlos. Die wirtschaftliche Lage der Zeitungen sei zurzeit so, daß man nur erwägen könne: wie rettet man sich? Berücksichtigt man nun, daß trotz dieser traurigen Zustände die Arbeitgeber sich zu dieser gewiß nicht geringen abermaligen Er höhung der Teuerungszulagen bereit erklärten, so kann man ermes sen, wie schädigend die hierdurch bedingte erneute Erhöhung der Druck preise auf die Auftragserteilung einwirken muß. Nicht ohne Inter esse waren auch die Ausführungen eines Arbeitgebervertreters, daß bei den Buchdruckereibcsitzern und Zeitungsvcrlegern bestimmte Mitteilun gen darüber vorliegen, daß seitens der Arbeitnehmer die Absicht be stände, während der Wahlzeit die Presse lahmzu legen. Diese tatsächlich an einzelnen Orten ausgesprochene Drohung müsse auf die Arbeitgeber ohne jeden Einfluß bleiben, aber sie hielten sich auch verpflichtet, dieser für das deutsche Vaterland geradezu ver hängnisvollen Stellungnahme seitens radikaler Kreise der Arbeitneh merschaft besonders Erwähnung zu tun. Bei Besprechung des Antrages auf Schaffung eines Ein- heitstarifsfür das gesamte graphische Gewerbe erklärten sich die Vertreter beider Parteien damit einverstanden, daß zu gegebener Zeit die notwendigen Maßnahmen getroffen werden sol len. Die Arbeitnehmervertreter ersuchten in einer Aussprache über die Entschädigung der Generalstreiktage im März d. I-, daß diese so ausfallen müßte, wie es die Richtlinien der Reichsar beitsgemeinschaft für das Papierfach besagen. Die Arbeitgebervcr- tretcr erwiderten hierauf, daß der Hauptvorstand des Deutschen Buch drucker-Vereins die Bezahlung der Streiktage einstimmig ab ge lehnt habe. Diese Erklärung wurde natürlich von den Arbeitneh mern sehr bedauert. Es wurde das Verlangen nach einer Revision dieses Beschlusses gestellt und den Arbeitgebern empfohlen, sich in Zukunft nach dem zu richten, was in anderen Gewerben Geltung habe. Verantwort!. Red. t. V.: R t ch - r d Älbertt. — Verlag: D e r B ö r s e n » e r c i n der Deutschen Ruchbdndler zu Leimia, Deutsches BEündlcrbauS. Druck: Ätamm L Seemann. Sämtlich in Leipzig. — Adrege der Redaktion und Expedition: Leipzig, Gerichtsweg 28 lBnchhSndlerdauil. 504 Eprechsaal. (Ohne Verantwortung der Redaktion: jedoch unterliegen alle Einsendungen de» Bestimmungen über die Verwaltung des Börsenblatts.) Verkehr mit Danzig. (Vgl. hierzu Bbl. Nr. 101, S. 472, u. Nr. 102, S. 479.) Unsere im Börsenblatt Nr. 94 vom 3. d. M. gemachten Angaben über den Verkehr mit dem Freistaat Danzig müssen wir insofern be richtigen, als von nun an für Postpakete nach dem Freistaat Danzig sowohl eine Ausfuhrbewilligung, wie auch eine Zollinhaltserklärung in deutscher Sprache und ein statistischer Anmeldeschein erforderlich sind. Zu den Paketkarten sind die Vordrucke für den Auslandsoer- kehr zu verwenden. Auf die hiesigen Verhältnisse werden wir in Kürze in einem ausführlichen Artikel zurückkommen. D a nzig, 12, Mai 1920.John L Rosenberg. Verleger Hans Heenemann in Berlin-Wilmersdorf zum Prinzi- Professor Ur. Gustav Wahl, Direktor der Stadtbibliothek in Ham- palsvorsitzenden des Tarifamtes gewählt wurde. Herr Ullstein ver-, bürg, erhielt einen Ruf als Direktor der Sächsischen Landesbibliothek bleibt aber als Vertreter des Deutschen Buchdrucker-Vereins im Tarif- nach Dresden, konnte sich aber nicht entschließen, seinen Hamburger amt. Die Arbeitgebervertreter machten, wie aus dem Protokoll über die Verhandlungen des Tarifausschusses hervorgeht, darauf aufmerk sam, daß es zurzeit schwer möglich sei, Aufträge für das Buch- üruckgewerbe bei diesen Preisen (ö. h. bei den gegenwär tigen) hereinzubekommen. Eine Menge Zeitschriften wären bereits eingegangen, noch bestehende müßten ihren Umfang verringern oder in größeren Abständen erscheinen. Das Buchdruckgewerbe würde vor aussichtlich das erste der von einer allgemeinen Krise betroffenen Ge-»->v um ¬ werbe sein. Die deutschen Zeitungen hätten bisher den Standpunkt. boreu, lernte und arbeitete im väterlichen Geschäft und fuhr 18SL mit vertreten, daß es Pflicht des Gewerbes sei, die Verteuerung nach aller einigen Kisten Büchern auf einem Segelschiff nach Valparaiso. Sein« Möglichkeit aufs Gewerbe zu übernehmen, weil man die im Berufe hier im bescheidensten Maßstabe begonnenen buchhändlerischen be tätigen Arbeiter nicht verelenden lassen könne. Seit Februar d. I. schäfte entwickelten sich schnell so gut, daß er einen Teilhaber aus sei aber eine plötzliche und katastrophale Wirkung ein- nehmen (die Firma erhielt infolgedessen den Namen Niemeyer L getreten, weil die weitere wesentliche Erhöhung der Papierpreise nicht ^ Jnghirami) und Filialen in Santiago de Chile und Lima eröffnen Persomlimchrichtell. Ernennung zum Direktor. — Herr Heinrich Reitner, Pro kurist der Josef Köselschen Buchhandlung in Kempten, ist von den Inhabern der Firma zum Direktor ernannt worden. Bereits vor 40 Jahren trat er in das Geschäft ein, dem er seitdem ununterbrochen seine ganze Arbeitskraft in treuester Pflichterfüllung gewidmet hat, und in dem er auch 4 Jahre vorher seine buchhändle rische Lehrzeit beendet hatte. Herrn Reitner, der sich in dieser langen Wirksamkeit zu dem verantwortungsvollen Posten des Prokuristen des Hauses, den er seit 20 Jahren bekleidet, emporgearbeitet hat, gratu lieren auch wir zu dieser neuen Auszeichnung.
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