Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 31.07.1930
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1930-07-31
- Erscheinungsdatum
- 31.07.1930
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19300731
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-193007310
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19300731
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1930
- Monat1930-07
- Tag1930-07-31
- Monat1930-07
- Jahr1930
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
X- 175, 31. Juli ISS». Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn Buchhandel. Kleine Mitteilungen Jubiläen. — Die Nichter'sche Buchhandlung in Zwickau (Sachsen) wurde am 1. August 1830 von dem Magister Carl Ernst Richter und dessen Freund G. Richter eröffnet. Die Grün der waren nicht miteinander verwandt. C. E. Richter war 1795 in Zwickau geboren, wurde 1819 Konrektor der französischen Sprache am Gymnasium in Zwickau und 1822 Diakonus an der Marienkirche. Er soll ein äußerst geistreicher Lehrer gewesen sein. Robert Schu mann schreibt über ihn: »Er war nicht ohne Einfluß auf meine frühere Bildung; er erkannte frühzeitig in mir den Musiker; er war ein Mensch, dem alles, was er ergriff, wunderbar gelang: Zeichner, Musiker, Kaufmann, Prediger, Philolog, Politiker, Advokat, Buchhändler«. 1827 entschloß sich Richter, eine eigene Zeitschrift »Die Biene« herauszugeben. 1830 gründete er die Buchhandlung, einen Verein für Rat und Tat, eine Spar- und Leihkasse und den geselligen Verein »Ressource«, der noch heute besteht. Er war eine hochangesehene Persönlichkeit: Stadtverordneter, Stadtrat, Landtags abgeordneter. Infolge von Unannehmlichkeiten, die sich bet dieser allzu vielseitigen, zersplitterten Tätigkeit herausstellten, trat Richter am 6. Februar 1833 von seinen Ämtern zurück und verkaufte die Buchhandlung an seinen bisherigen Teilhaber Gottlob Richter. Dieser hatte den Buchhandel bei C. Andrae in Leipzig erlernt und dann bei Tob. Löffler in Mannheim seine Kenntnisse erweitert. Unter der Leitung G. Richters nahm die Firma eine gute Weiterentwicklung. Er gliederte auch einen kleinen Verlag an, in dem Werke verschie dener Richtungen, besonders industrieller, erschienen. Nach dem Tode Gottlob Richters — am 9. Mai 1841 — übernahm dessen Ehefrau Pauline geb. Fiedler die Handlung. Geschäftsführung und Prokura übertrug sie August Winter, der ihrem verstorbenen Gatten seit mehreren Jahren persönlich bekannt und bereits seit elf Jahren im Buchhandel tätig gewesen war. Nach etwa zwei Jahren kam die Firma in den Besitz des Bruders der Witwe, Hermann Moritz Fiedler. Der neue Inhaber wandte alle Kräfte auf, um den Kunden kreis zu vergrößern. In sehr geschickter Weife und mit besten Er folgen benutzte er seinen Journal-Lesezirkel zu Propagandazwecken. Am 1. Oktober 1884 kam die Handlung an Benno Konegen aus Königsberg, der sie am 1. Juni 1890 an seinen Landsmann und Schulkameraden Herrn Emil Stegmann verkaufte. Emil Steg mann, ein Buchhändler der alten Schule, ist heute noch Inhaber der altangesehenen Firma; seit 1919 wird er von seinem Sohn Max Steg mann unterstützt. Die reine Sortimentshandlung hat seit 1870 Leihbibliothek und Journal-Lesezirkel; letzterer wurde 1919 auf gegeben. — Die Handlung erfreut sich eines großen Kundenkreises und wird auch von Behörden und Schulen gern in Anspruch ge nommen. Am 1. August 1930 begeht die Kunsthandlung Wilh. Mitt- entzwey in Leipzig das Jubiläum ihres 75jährtgen Be stehens. Wer den Leipziger Kunsthandel kennt, weiß, welche ver dienstvolle Entwicklung die Firma genommen hat. 1855 wurde die Firma von Friedrich Wilh. Mittentzwey im alten Burgkeller, einem herrlichen Barockbau in der Reichsstraße, gegründet. Zuerst ver kaufte sie Nahmen und Spiegel, aber das feinsinnige und ernst hafte Kunstverständnis der nachfolgenden Inhaber fügte den Bilder handel dem Geschäft organisch ein, wenn auch immer die Einrah mung ein besonders sorgfältig in eigener Werkstatt gepflegtes Ar beitsfeld blieb. 1892 wurde Herr Robert Mittentzwey von den Herzögen Johann Georg und Max von Sachsen zum Hoflieferanten ernannt. Am 1. Juli 1892 siedelte die Firma nach der Grimmaischen Straße 26 über, wo sie sich noch heute befindet. Allmählich dehnte sich das Geschäft über alle Zweige der Branche aus und immer bedeutendere Künstler brachten ihre Originale zur Ausstellung, bis sie in dem 1929 vollzogenen Neubau eine selten schöne Gelegen heit erhielten, ihre Kunst (sei es Malerei, Graphik oder Plastik) dem Auge des Publikums zu zeigen. Daneben blieben die alten Meister vorzüglich gepflegt und die modernen und altmeisterlichen Reproduktionen sind in einer großen Auswahl vorhanden. Zuletzt wurde ein großes Sortiment alter und neuester Kunstliteratur aus genommen. Vortrag. — Herr Theodor Marcus, Verlagsbuchhändler und Vorsitzender des Werbeausschusses des Börsenvereins, wird anläßlich des Reichenberger Fortbildungskurses in Reichenberg am 8. August, 8 Uhr abends im großen Saale des »Reichenberger Hofes« (Wienerstraße) über das Thema: Aus der Werkstatt des Verlegers (ein Beitrag zur Kulturgeschichte der Gegenwart) sprechen. Gäste willkommen! 734 Neue Räume. — Die Firma Julius Weise's Hofbuch handlung in Stuttgart, die vor 4 Jahren ihr lOOjähriges Jubiläum begehen konnte, ist der fortschreitenden Entwicklung ent sprechend aus den engen Verhältnissen in der Fürstenstraße 4 in das geräumige Geschäftslokal im ehemaligen Kronprinzenpalats, Fürsten straße 1 übergesiedelt. Die großen übersichtlichen Räume im Erd geschoß und Zwischenstock ermöglichen neben einer reichen Ausstellung von Büchern und Zeitschriften die Einrichtung eines umfangreichen Antiquariats wissenschaftlicher und schöngeistiger Literatur. Der In haber Herr Paul Erpf, der durch seine großzügige Initiative den alten Ruf der schwäbischen Landeshauptstadt als Buchhändlerstadt trotz der Ungunst der Zeit wohl zu wahren verstand, bietet mit der Geschäftsverlegung ein anerkennenswertes Beispiel von voraus schauendem Unternehmungsgeist. Mit 7 großen, reich und geschmack voll ausgestatteten Schaufenstern, im Mittelpunkt des Verkehrslebens gelegen, gehört I. Weise's Hofbuchhandlung jetzt mit zu den größten Buchhandlungen des ganzen Reiches. Die weiten und übersichtlichen Räumlichkeiten sind vorzüglich geeignet, den vertrauensvollen, wech selseitigen Verkehr zwischen Publikum, Vertretern des Schrifttums und Buchhändler neu zu beleben und anzuregen. Bibliothcksankauf. — Die bedeutende Kunstbrbliolhek des kürz lich verstorbenen Redakteurs, Kunstkritikers und Schriftstellers Fritz Stahl ist in den Besitz der Firma Gsellius Buchhandlung und Antiquariat in Berlin übergegangen. Verlag für Börsen- und Finanzliteratur A.-G. in Berlin. — Bilanz per 31. Dezember 1929. An Aktiva. RM L> 342 737 91 Verlagsrechte 350 000 Schriften und Maschinen 210 000 Steine 1 Kassa 9 768 78 7 430 45 54 813 Effekten 204 481 70 Beteiligungskonto - 40 000 Debitoren inkl. Bankguthaben 221 479 05 1 440 711 89 Per Passiva. Aktienkapital 1000 000 Reservefonds 100 000 Amortisationsfonds 68 000 Unterstützungsfonds 43 160 01 Aufwertungshypothek 128 437 91 Nicht abgehobene Dividende 243 Kreditoren 24 377 27 Gewinn 1929 76 493 70 1 440 711 89 Gewinn- und Verlustkonto per 31. Dezember 1929. An Debet. RM Redaktion (Honorare, Korrekturen usw.) 102 075 Handlungsunkosten 173 660 76 Steuern 59 764 98 Abschreibungen 32 161 05 Gewinn 1928 76 493 70 444 165 49 Per Kredit. Vortrag aus 1928 10166 411 922 37 Gewinn aus Zinsen 22 067 l2 444 155 49 Die von der Generalversammlung am 20. Juni 1930 beschlossene Dividende von 5A ist gegen Ablieferung des Dividendenscheines Nr. 31 sofort zahlbar bei der Dresdner Bank, Berlin, Stadtzcntrale, beim Bankhaus Bett Simon L Co., Berlin, bei der Darmstädter und Nationalbank K.-G. a. A., Filiale Leipzig, und bei der Gesell schaftskasse. (Deutscher Neichsanzeiger Nr. 147 vom 26. Juni 1930.) Einigung der deutschen Aufführungsrechts-Gesellschaften. — Die Verhandlungen zwischen der GEMA (Genossenschaft zur Verwertung musikalischer Aufführungsrechte), der Genossenschaft Deutscher Ton setzer (G.D.T.) und der Gesellschaft der Autoren, Komponisten und Musikverleger (A.K.M.), von denen wir bereits berichteten, siird nun mehr durch Unterzeichnung eines Freundschaftsvertrages zwischen den drei genannten Gesellschaften zum Abschluß gebracht worden. Die drei Gesellschaften richten als Zentralverband den »Musikschutzver band der GEMA, GDT und AKM« ein, sodah künftig die Musik veranstalter für das gesamte deutsche und ausländische Wellrepertoire nur mit einer Stelle abzuschließen haben.
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder