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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.07.1930
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- 1930-07-10
- Erscheinungsdatum
- 10.07.1930
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157, 10. Juli 1930. Redaktioneller Teil. Deutscher Buchgcwerbcocrcin zu Leipzig. — In der kürzlich statt- gesundenen Hauptversammlung des Deutschen Buchgewerbevereins wurden einige Ämter im Vorstand neu besetzt. Herr vr. Kurt Säuberlich wurde zum Zweiten Vorsteher gewählt. Auch das Amt eines Ersten Vorstehers ist neu zu besetzen, nachdem Herr Ge heimrat vr. Ludwig Volk mann von der Leitung des Vereins zurückgetreten ist. Volkmanns Amtszeit wäre erst mit Ende dieses Jahres abgelaufen. Bei der vor drei Jahren erfolgten Wiederwahl zum Ersten Vorsteher behielt er sich vor, frühzeitiger sein Amt nie derzulegen, wenn der von ihm seit Jahren angestrebte Neubau eines buchgewerblichen Museums nicht verwirklicht werden sollte. Diese Voraussetzungen zum Rücktritt scheinen jetzt gegeben zu sein. Dem Vernehmen nach Hot die Hauptversammlung des Deutschen Buch gewerbevereins beschlossen, den Museumsbau nicht auszuführen. Ob es sich bei diesem Beschluß um einen endgültigen handelt oder ob der Bau in Anbetracht der gegenwärtig ungünstigen wirtschaftlichen Ver hältnisse nur einstweilen zurückgestellt ist, mag zunächst dahingestellt bleiben. Zu bedauern bleibt auf jeden Fall der Rücktritt des Herrn Gehcimrats Volkmann. Er hat volle dreißig Jahre das Amt eines Ersten Vorstehers bekleidet und in dieser Zeit Großes geschaffen. Seine Verdienste brauchen hier nicht im einzelnen dargelcgt zu werden. Sie sind bekannt. Wir erinnern nur an die Bugra 1914, das Deutsche Museum für Buch und Schrift und die beiden Bugra-Messen. Ge heimrat Volkmann wäre auch berufen, die von ihm für das Guten- berg-Jubiläumsjahr 1940 angekündigte Wiederholung der Bugra zu verwirklichen. Gelegentlich seines 25jährigen Vorsteherjubiläums wurde Volkmanns Büste in der Gutenberghalle des Deutschen Buch- gewerbehauses aufgestellt. Eine weitere Anerkennung seiner Ver dienste um den Verein ist darin zu erblicken, daß ihn jetzt die Haupt versammlung des Deutschen Buchgewerbevereins zum Ehrenvorsteher ernannt hat. Wir können nicht glauben, daß Herr Geheimrat Volk mann in Zukunft nicht mehr tätigen Anteil an den Geschicken des Deutschen Buchgewerbevereins nehmen wird. Ist er doch eine der führenden Persönlichkeiten des Buchgewerbes, deren Arbeitskraft und Initiative gerade jetzt not tut. Am 9. Januar 1930 hat Geheim rat Volkmann seinen 60. Geburtstag gefeiert. Die Wünsche, die da mals für sein ferneres Wirken im Dienste der Allgemeinheit des ge samten Buchgewerbes gehegt wurden, gelten heute ganz besonders. Auch der deutsche Buchhandel kann es nur aufrichtig begrüßen, wenn die an den Namen Gcheimrat Volkmanns geknüpfte Tradition nicht verloren geht. Der Allgemeine Deutsche Buchhandlungsgehilfcn-Verband (Fach gruppe Buchhandel im D.H.V.) hielt am 28. Juni 1930 in Köln a. Rh. seine 43. ordentl. Hauptversammlung ab. Zu der Tagung, die im Hotel »Reichshof« abgehalten wurde, waren die Vertrauensmänner der einzelnen Kreise und Ortsgruppen sowie eine Reihe von Mitgliedern der Ortsgruppe Köln erschienen. Der 1. Vorsitzende, Herr Edgar Pilz, Leipzig, begrüßte die Anwesen den mit herzlichen Worten, insbesondere mehrere Ehrengäste, darunter Herrn Albert Zimmermann, Hamburg, Verwaltungsmitglied des D.H.V., Herrn Hensel, Berlin, Fachgruppenleiter des D.H.V., und das Mitglied Riedel, Los Angeles. Nach Feststellung der ordnungs gemäßen Einberufung eröffnete der Vorsitzende die Versammlung. Zunächst gedachte er derjenigen Mitglieder, die in den letzten beiden Jahren durch Tod uns entrissen wurden; die Anwesenden ehrten ihr Andenken durch Erheben von den Plätzen. Besonders das Hin scheiden der Kollegen Kirsten, Halle; Kupfer, Berlin; Liederwald, Leipzig und Thoß, Leipzig, wurde lebhaft bedauert, da dadurch ver schiedene Lücken in der ehrenamtlichen Mitarbeit entstanden sind. — Der Vorsitzende brachte dann den Bericht des Vorstandes zum Vortrag, aus dem entnommen werden konnte, daß auch die letzten zwei Jahre eine Vorwärtsentwicklung gebracht haben. Der Ver trauensmann des Kreises Westmark, der Kollege Quatuor, Köln, be grüßte hierauf die Teilnehmer der Hauptversammlung und sprach die Hoffnung aus, daß allen diese Kölner Tage in angenehmer Erinne rung bleiben möchten. Herr Albert Zimmermann richtete dann einige Worte an die Versammelten. Er sprach mehr als Kollege, da er früher ebenfalls Buchhandlungsgehilfe gewesen ist. Er brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, daß die Zusammenarbeit zwischen dem A.D.B.V. und dem D. H.V. eine so gute sei. Der Kollege Quatuor gab der Versammlung bekannt, daß der 1. Vorsitzende, Kollege Pilz, in diesem Jahre 26 Jahre als Vorstandsmitglied im A.D.B.V. tätig sei. Seinen warmen Dankesworten schlossen sich alle Anwesenden an. Der Geschäftsbericht über die Jahre 1928/29 wurde vom Ge schäftsführer Kollegen Stadtrat Krüger erstattet. Seine Ausfüh rungen wurden mit regem Interesse verfolgt, gaben sie doch ein Spiegelbild der in diesen Jahren geleisteten Arbeit. Durch die Steigerung der Mitgliederzahl um 33,3 Prozent auf über 6000 hat der A.D.B.V. seine führende Stellung unter den buchhändlerischen Organisationen noch mehr gefestigt. Gegen die beiden Berichte wurde von den Anwesenden nichts eingewandt, auch den Rechnungsabschlüssen wurde zugestimmt. — Die Vorschläge des Wahlausschusses: die Kol legen Max Eckhardt und Ludwig Braungart für den Vorstand, die Kollegen KarlFranke, Max Franke und Paul Schuffenhauer als Ersatzmänner zu wählen, wurden einstimmig angenommen. — Als Ort für die nächste Hauptversammlung wurde der Sitz des Verbandes, Leipzig, gewählt, da der Verband im Jahre 1932 die Feier seines 60jährigen Bestehens begehen kann. Der Vorsitzende wies auf die Bedeutung dieser kommenden Hauptver sammlung hin, und bat, in den nächsten zwei Jahren in jeder Weise tatkräftig zu arbeiten, damit das Jubiläum in würdiger Weise ge feiert werden könne und man dem Ziele noch näher stehe: Ein B e r u f s v e r b a n d mit all seinen Einrichtungen, Krankenkasse usw. für alleBuchhandlungsgehilfen! Aus den Vereinigten Staaten. — Nachdem die Buchhändler des Westens im April in Los Angeles getagt hatten (s. Nr. 145), fand die Hauptversammlung des Gesamtvereins der amerikanischen Buch händler in New Aork vom 19. bis 22. Mai statt (s. a. Nr. 147). Die Versammlung wurde von dem ausscheidenden Vorsitzenden Arthur Brentano eröffnet, der seit zwei Jahren die Vereinigung leitet. Er betonte die Nützlichkeit des Zusammenschlusses und sprach vom immer »Wie vergrößern wir den Buchumsatz?«; alles, was auf der Ver sammlung zur Sprache kommt, dient diesem Ziel. Dann berichtete der Geschäftsführer über die Tätigkeit der Geschäftsstelle. So ging man gegen Preisunterbietungen vor und gegen das für Amerika eigenartige Nichteinhalten des Veröffentlichungstages von neuen Bü chern. Die Verleger setzen einen Tag fest, an dem Neuerscheinungen, deren Versendung über das ganze Land geraume Zeit in Anspruch nimmt, zuerst verkauft werden dürfen; dieser Termin wird von zahl reichen Außenseitern nicht eingehalten. Die Vereinigung unterhält eine buchhändlerische Stellenvermittlung und vermittelt den Aus tausch von Lagergut, das sich bei dem schnellen Veralten von Neu erscheinungen anhäuft. Für einen Gesetzentwurf, der im ganzen Lande Mindestverkaufspreise für den Kleinhandel festsetzen will, wurde eingetreten. Die Buchhändler wurden in der Versammlung aufge fordert, ihren Abgeordneten zu erkennen zu geben, daß sie diesen Gesetzentwurf unterstützen sollen. Die Bestellanstalt der Vereinigung wurde von 150 Buchhändlern benutzt. Leider ist sie schlecht unter gebracht und muß wegen zu geringer Mittel mit ungeschulten Kräf ten arbeiten. So schloß sie mit geringem Verlust ab. Bisher sind 14 Verleger beteiligt, doch haben fünf weitere Verleger ihre Teil nahme zugesagt. Die gemeinsame Buchwerbung hatte insofern einen kleinen Fortschritt zu verzeichnen, als in den Städten Pittsburg und Cleveland ortsangesessene Buchhändler mit Erfolg gemeinsam ge worben haben, besonders zur Festzeit. Allgemeine Buchwerbung müßte aber, um einen Erfolg zu sehen, mindestens ein halbes Jahr lang durchgeführt werden, dazu fehlen bis jetzt die Mittel. Miß Marion Humble, die bekannte Geschäftsführerin des Ver leger-Vereins, gab dann einen ausführlichen Bericht ihrer Tätigkeit. Sie schilderte den Erfolg der Buchwochen, die im vergangenen Jahre das elfte Mal stattfanden, und zwar in 5000 Orten. Es wurden wieder neue Buchwerbetafeln und Zettel ausgegcben. Bei Hausneu bauten bemühte sich der Verein, die Baumeister zu veranlassen, mehr Buchunterbringungsmöglichkeiten einzubauen (6ook8d6lk Öoinpa^")- Rundfunk, Magazine und Zeitungen wurden weiter bearbeitet, sich mehr für Bücher einzusetzen. Sie sind besonders wichtig, weil alle drei den Leser in seinem eigenen Heim aufsuchen, also recht ein dringlich auf ihn einwirken können. Zum Schluß sagte Miß Humble: Als Ergebnis der Arbeit der letzten Jahre könnte man sagen, daß jetzt der Buchhandel ein Jahresgeschäft sei, ein Geschäft, das das ganze Jahr anhält, früher war es nur ein Geschäft von Fall zu Fall, meist nur vor den Festtagen und Ferien. Einige Vorträge behandelten die Zensurfrage. Mr. Summer, der Schrecken der Buchhändler, hatte sich persönlich eingesunden, um für seine Anschauungen einzutreten. Er ist bekanntlich der Vor sitzende eines Sittlichkeitsvereins und hat schon manchen Buch händler der Bestrafung zugeführt, indem er bei ihm verbotene Bücher nicht nur verlangte, sondern auch nicht vorrätige Bücher solcher Art bestellte, und, wenn er sie dann erhielt, gleich mit einem Pvlizei- beamten erschien und den Buchhändler auf der Stelle verhaften ließ. Mr. Summer sagte, solange das Gesetz unanständige Bücher ver bietet, fühlen er und seine Freunde sich verpflichtet, das Gesetz zu schützen und Fälle des Verkaufs solcher verbotener Bücher anzu zeigen. Es gäbe eben zu viel Verleger und Auch-Verleger, wie es zu viele Theater gäbe. Irgendein Schmutzfink schreibt ein Buch, 651
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