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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 05.07.1886
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- 1886-07-05
- Erscheinungsdatum
- 05.07.1886
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- Deutsch
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152, 5. Juli 1866. Nichtamtlicher Teil. 3579 ältesten Denkmäler christlicher Kultur im Schweizerlande sind, sollen dem feilen Schacher überliefert werden! Und wo soll das hinaus? Sind erst diese Herren mit dem gregorianischen Buche fort, dann gehts anderen ,sehr wertvollen Bücherschätzen' zu Leibe; man fährt mit dem vsaltsriuin aursurn und dem Klosterplane von 830 ab und ruht von dem schwierigen Geschäfte aus, wenn auch die Repositorien des stolzen Büchersaales gelichtet sein werden. Diese unersetzbaren Kleinodien, welche der Zerstörungswut der Hunnen glücklich entronnen, die aus mehreren Klosterbrändeu schadlos hcrvorgingen, die von der Ranbsucht der italienischen Humanisten zur Zeit des Konstanzer Konzils übrig gelassen, die gefährlichen Krisen der Reformation und der Revolutionszeit glücklich überstandea haben, sollen nun im 19. Jahrhundert ein Opfer der Spekulation »ud des Vcrkäuferwahnsinns werden. Zum Glück fehlt es nicht an öffentlichen Stimmen, die sich gegen ein solches Vorgehen mit aller Entschiedenheit aussprechen. Eine Einsendung in Nr. 139 der »Allgcm. Schweizer-Zeitung« vom 15. Juni, unterzeichnet mit R. (offenbar Herr Prof. vr. R. Rahn in Zürich) äußert sich hierüber: »So weit wir uns entsinnen, ist in Friedenszeiten und von Männern, die ein gesittetes Volk vertreten, ein solcher Rat noch nie gegeben worden. Weiß denn die löbliche Rechnnugsprüfungskom- mission, daß wirklich nur sechs Menschen diese Handschrift lesen können? Aber gesetzt auch den Fall, es wäre dies tausend,Gelehrten' möglich: ist darum dies Kollegium befugt, ein Urteil über den be- sondcrn Wert des Antiphonariums zu füllen und könnte mit gleicher Gewissenlosigkeit nicht ebenso über das Schicksal anderer Schätze entschieden werden?!« —»Wollen wir vielmehr hoffen, daß es noch Männer giebt, die nicht nur mit alten Sachen, sondern auch mit der Schwcizerehre zu rechnen wissen; daß es an Wackeren nicht fehle, die gern ein Scherflein opfern, um damit zu beweisen, daß zur För derung .katholischer Zwecke' auch die Achtung vor den Zielen gehört, die Gallus und seinen Schülern ihren tausendjährigen Ruhm er halten haben, und hoffen wir endlich, daß ein lauter Protest gegen dieses wahnwitzige Unterfangen aus allen Gauen des Vaterlandes erschalle. Es ist nicht genug, daß nur die ihre Stimme erheben, denen jener Beschluß zunächst am Herzen rührt, sondern daß bei Zeiten einem Gelüste begegnet werde, welches den Glauben an unsere Ehre und unsere Bildung zu erschüttern droht.« Ebenso entschieden spricht sich die katholische »Ostschweiz« Nr. 135 vom 13. Juni aus: » Es wird der katholische Konfessionsteil des Kantons St. Gallen sich doch zu jedem auch noch so schweren Opfer bereit erklären, bevor er sich die Veräußerung der Bibliothekschätze auch nur von ferne träumen läßt. Ohne davon zu reden, daß z. B. gerade dieses sog. Antiphonar Gregors des Großen vielleicht erst nach hundert Jahren seine volle Bedeutung und seinen ganzen Wert zeigen wird, so sieht doch ein jeder, der sich ans diese Einzelheiten auch nicht verstehen kann, zur Genüge ein, daß die Schmach, solche literarische und künstlerische Monnmentalwcrke, die im Grund mit Geld nicht bezahlt werden können, zu verschachern, für den Kanton St. Gallen eine ewig unaustilgbare Schande wäre.« Bibliotheks-Versteigerung. — Am 25. v. M. begann in den Auktionsräumen von Southeby, Wilkinson <L Hodge in London die Versteigerung einer seltenen Sammlung gedruckter ^ Bücher und Manuskripte aus dem Nachlaß Mr. T. Shadford Walkers in Liverpool. Es wurden durchweg hohe Preise erzielt, so u. a. für eine »Bible Historiee«, ein Manuskript auf Pergament, mit 130 Miniatur-Gemälden und Anfangsbuchstaben, illuminiert in Gold und Farben, Folio, aus dem dreizehnte» Jahrhundert, 440 Lstr., für eine lange deutsche Dichtung von nahezu 20 000 Versen, geschrieben im Jahre 1411, auf Pergament und mit 146 Zeich nungen über biblische Gegenstände, 319 Lstr. Falsches Geld. — An der Kasse eines Berliner Bank hauses sind neuerdings wiederholt falsche Fünfmarkstücke in Gold vorgekommen. Die gefälschten Stücke sind aus Silber an gefertigt und gut vergoldet; sie sind so täuschend nachgeahmt, daß sie nur durch das Gewicht von den echten Münzen unter schieden werden können. Sie sind mit dem Bildnis des Kaisers Wilhelm versehen und lauten auf das Jahr 1877. Neue Bücher für die Hand- und Hausbibliothek des Buchhändlers. (Vorläufige Titelanzeige.) Die wichtigsten Arbeiten des Sortimenters. Ein Handbuch für Bnchhandlungsgehilfen, namentlich für alle Jene, welche erst die Lehre verlassen, . . . zusamengestellt von Hans Blumeuthal, Buchhandlungsgehilfe. I. Lsg 32 S. 8". Jglau lLeupoldgasse 48), Selbstverlag des Verfassers. Voll ständig in 10 Lsgn. Preis der ersten Lsg. 30 Krzr. ö. W. — 60 ^ netto. 8obulr, 6ib1io§ra,pliis äs In Ousrrs kranoo-ullsrnunäe 1870 — 71 sie. (Vrgl. Nr. 140 d. Bl.) Richtigstellung. Zur Besprechung dieses Buches durch unseren Berichterstatter 8. in Nr. 140 schreibt uns der Herr Verfasser: Nachdem Ihr Herr 8.-Korrespondent den ersten Abteilungen meiner Bibliographie überreiches Lob erteilt, bemerkt derselbe, daß die letzte Abteilung, diejenige, welche die Karten und Pläne enthält, das gleiche Lob leider nicht verdiene, da er mehrere wichtige Karten und Pläne vermißt habe. Es war bei der Zusammenstellung dieser Abteilung nicht meine Absicht und konnte es nicht wohl sein, alle und jede Karre vom Kriegsschauplatz, Spezialplänc re. aufzusühren. Ich hatte aller dings das Material vollständig beisammen, mußte mich indessen bei dem außerordentlichen Umfang desselben auf diejenigen Karten und Pläne beschränken, die nach geschlagenerSchlachtresp. beendeter Belagerung angesertigt wurden und somit noch heute für das Studium jener Ereignisse von Wichtigkeit sind, während sich für die übrigen durch irgend welche Spezialkarte Frankreichs leichter Ersatz findet. Übrigens glaubte ich durch den gewählten Titel dieser Abteilung: »klans äs butuills st äs tortsrssss — Schlachten- und Festungs- Pläne« den Zweck derselben genau bezeichnet und begrenzt zu haben, so daß man allerdings nicht darin suchen darf, was dieser Titel nicht in sich schließt A. Schulz. <?e>r/rctMakk Mr Tkrbkioi/re/cseaess-r. vsruusA. von vr. 0. vartrviA. III. ckuürb. 7. Ilskt. ckuli 1886. Inba.lt: vis Oruslrs äs8 Aissals NoAuntinuin, von valü. — NittbsilunASn aus ä. VsrcvaltunA äsr 8^1. öllsntliobsn Libliotbstz Lu vrssäsn in äsn 4. 1881—85, von V. Vorsts- rnann. — iVIittllsilanASN aus u. über vibliotbsüsn. — Rsosnsionsn u. ^.nrsiKSN. — Vsrioissbts Hotirsn. — Usus LrsobsinunAsn aut cksra Vsbists äss vibliotbsirswsssns. — .-Vnti^uarisebs vatsIoAS. — vsrsonulnaebriobtsn. — In Kkcsbsn äss ulrucksmisobsn vuusobvsrsins. — LnIraZe.
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