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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 17.12.1940
- Strukturtyp
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- 1940-12-17
- Erscheinungsdatum
- 17.12.1940
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- Deutsch
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des gewaltigen Rüstungsprogrammes der amerikanischen Wirt schaft nicht nur ausreichende Beschäftigung, sondern auch ver mutlich beträchtlichen Gewinn bringen. Man ist sich aber auch darüber klar, daß der agrarische Sektor der amerikanischen Wirt schaft daran keinen entsprechenden Anteil haben würde. Hier kann nur Absatzmöglichkeit in der übrigen Welt, in erster Linie im neugeordneten Europa, Hilfe bringen. Dazu kommt die noch tlnmer offene Frage, welchen Rückhalt die nordamerikanische Wirtschaft in Mittel- und Südamerika finden kann. Alle diese Sorgen können im Grunde durch den Entschluß zu Opfern für die Rettung Englands in keiner Weise behoben werden. Gleich zeitig ist aber eine eindeutige Entscheidung in USA. zur Wahr nehmung der eigenen Interessen von größter Bedeutung für die Zukunft, auch für London. Gelingt etwa beispielsweise die Ver ständigung und der Ausgleich zwischen Nord und Süd auf dem amerikanischen Kontinent, so ist der Leidtragende in erster Linie unter allen Umständen England. So liegen also in der gegen wärtigen Situation die Keime für weltwirtschaftliche Verände rungen, denen man in London nur mit Beklemmung, wenn nicht Verzweiflung zusehen kann. Wie grundverschieden davon ist die Lage für Deutschland. Die die unerschütterliche Zuversicht auf den Sieg so beglückend atmende Rede des Führers hat dem eben erst wieder erneut Ausdruck gegeben. Hier steht fest, daß Deutschland nach glück licher Beendigung der kriegerischen Auseinandersetzungen auch endgültig aus dem lastenden Druck befreit sein wird, auf viel zu knappem Raum für sein' Volk sorgen zu müssen. Der deutsche Levensraum wird unter allen Uniständen größer sein, und die unter deutscher Führung eingcleitete Neuordnung Europas wird die Grundlage für den wirtschaftlichen Aufschwung abgeben, der — wie immer sich die anderen entscheiden mögen — gesichert bleibt. Die Aufgaben stehen schon heute fest und sind längst klar erkannt. Auch Mittel und Wege machen keine Sorge. Die wich tigste Aufgabe wird es sein, mit den Menschen hauszuhalten, daß sie für das gewaltige Ganze der Aufgaben ausreichen, wozu in erster Linie zu rechnen sein wird, überall die richtigen Leute an den richtigen Platz zu bringen. Um noch einmal den ganzen Unterschied auszuweisen, sei daran erinnert, daß selbst USA. immer noch mindestens acht Millionen Arbeitslose erst mit Aus sicht auf dauernden Erfolg in den Arbeitsprozeß wieder einzu gliedern hat. Wie sorgsam und vorausschauend die hier angedeuteten Fragen in den zuständigen Stellen bereits in Arbeit genommen sind, bewies in letzter Zeit u. a. die Beiratssitzung der Wirt schaftsgruppe Einzelhandel. Die Presse berichtete darüber wie folgt: Die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel hielt erstmalig in ihrem neuen Haus eine Beiratssitzung ab. Im Vordergrund der Beratungen standen die kriegsmäßig richtige Versorgung der Verbraucherschast, die Erhaltung der Leistungsfähigkeit der Be triebe und die zukünftige Gestaltung des Einzelhandels. Der Leiter der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel Or. Franz Hayler kennzeichnete den Einsatz der Menschen im Einzelhandel als einen unentbehrlichen Beitrag zum Funktionieren der Kriegs wirtschaft und damit zum Sieg. Die seit 1833 planmäßig durch geführte Ausrichtung des Handels habe für seine Kriegsbewäh rung die besten Voraussetzungen geschaffen. Es sei nicht ohne Sinn, daß die Entfernung der Juden aus dem Handel vor Aus bruch des Krieges abgeschlossen wurde. Man habe deshalb für die Kriegswirtschaft einen Handel zur Verfügung, in dem keine fremdrassigen Elemente den Absatzweg zu stören Gelegenheit haben. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen beschäftigte sich Or. Hayler mit dem Einfluß der Bewirtschaftung aus den Warenweg und auf die unternehmerische Leistung des Kauf manns. Einen überblick über die für den Einzelhandel durch den Krieg geschaffene Lage und eine Darstellung der von Staat und Berufsorganisation für den Einzelhandel während des Krieges eingeleitetcn Hilfen und Maßnahmen gab gelegentlich der Bei ratssitzung der Hauptgeschästsführer der Wirtschaftsgruppe Ein zelhandel 0r. Fritz Wieser. Er verband damit einen Ausblick auf die zukünftigen Aufgaben der Berufsorganisation, die auch in den weiteren Erörterungen einen breiten Raum einnahmen. Es wurden vor allem die Möglichkeiten besprochen, dem Einzel handel eine größere soziale Konkurrenzfähigkeit !m Rahmen des Möglichen zu geben. Hinsichtlich des Unternehmernachwuchses waren sich die Vertreter des Einzelhandels darüber einig, daß für die Verselbständigung von fähigen und einsatzwilligen Kauf mannsgehilfen neue Wege beschritten werden müssen. — Die Tagung, an der Vertreter des Reichswirtschafts- und des Reichs arbeitsministeriums teilnahmen, beschäftigte sich im übrigen noch mit den kommenden Aufgaben der Planung des gesamten deut schen Einzelhandels. Diese Planung, der bereits in Angriff ge nommene Standortuntersuchungen vorausgehen, zielt darauf ab, den Einzelhandel in allen seinen Fachzweigen und Betriebs arten so zu gestalten, daß er in jeder Beziehung leistungsfähig, volkspolitisch einsatzfähig und krisenfest ist. — Im Zusammen hang mit den kommenden Aufgaben des Wohnungsbaues wur den die Erfahrungen besprochen, die die Wirtschaftsgruppe Ein zelhandel bei einer großen Zahl von Siedlungen hinsichtlich des Ansatzes von Einzelhandslsbetrieben und des Ladenbaues ge wonnen hat. Von diesen Auseinandersetzungen wird auch der Buchhandel, der ja mit dem Einzelhandel zu einem guten Teil in enger Tuchfühlung steht, mit Interesse Kenntnis nehmen. Teilweise be schäftigen ihn dieselben Fragen. In vieler Hinsicht sind seine Aufgaben aber noch weiter gesteckt. Es darf ja niemals vergessen werden, daß der Buchhandel keine rein wirtschaftliche Angelegen heit ist, sondern daß er zu den Kulturberufen zählt. Infolge dessen sind hier alle auch sonst auftauchenden Fragen immer noch unter dem Gesichtspunkt der geistig kulturellen Zusammenhänge zu betrachten und bei allen Lösungsmaßnahmen ist auch darauf Rücksicht zu nehmen. Unter den augenblicklichen Kriegsverhält nissen drängen sich naturgemäß bestimmte, oft nur materielle Fragen stärker in den Vordergrund. Sie dürfen aber die Be teiligten nicht soweit beschäftigen, daß darüber jene größeren Zusammenhänge in Vergessenheit geraten könnten. Der gewal tige, auch für den Buchhandel nach Beendigung der jetzigen krie gerischen Auseinandersetzung sicher zu erwartende Aufschwung wird von den augenblicklichen materiellen Kriegsnöten schwerlich etwas übriglassen, dagegen die kulturpolitischen Aufgaben wie der alles andere überwiegen lassen. Es wird dabei nicht ge nügen, daß sich der Buchhandel dafür das erforderliche Betriebs kapital bewahrt, sondern es werden auch rechtzeitig Überlegun gen angestellt werden müssen, welche organisatorischen und sonsti gen neuen Maßnahmen diese große Zeit benötigen wird. Das neue Jahresverzeichnis der deutschen Hochschulschriften*) An der Form dieses unentbehrlichen Verzeichnisses hat sich nichts mehr geändert. Erstaunlich, daß auch das erste Kriegsjahr kaum eine Verminderung des Umfangs bringt; die Zahl der Titel ist nur um 2 "/o sauf 8212) zurlickgegangen, woran die Universitäten am wenig sten beteiligt sind. Die Neuaufnahme der Hochschulen von Prag und Brünn in das Verzeichnis ändert an dieser Statistik noch nichts, da nur ganz wenige Titel vorliegen. Die Zahl der ungedruckten Hoch schulschristen ist erfreulicherweise stark zurlickgegangen. Die Haupt- folgc des Krieges bei den zahlenmäßigen Beobachtungen ist bas starke Anwachsen der weiblichen Verfasser aus 1184, das sind über 13 "/> der sämtlichen Hochschulfchriften. Die Titel entsprechen nicht genau der Zahl der bibliographischen Einheiten, da auch Hochschulfchriftenreihen beim Gcsamttltel gezählt sind sz. B. Universitätsreden), entsprechend dem bei der Deutschen Nationalblbliographie geübten Verfahren. Weitere statistische Angaben enthält das Vorwort, aus dem auch zu ersehen ist, baß die Bearbeitung wie bisher in den bewährten Händen von Hans Praesent lag^ Der Inhalt ist durch die jedes Titelschlag wort berücksichtigende Sachllberflcht erschlossen. Am Ende sind Be richtigungen zu den drei letzten Bänden angefligt — ein Beweis, mit welcher Sorgfalt die Richtigkeit der Angaben dauernd geprüft wird, um ein Höchstmaß von bibliographischer Zuverlässigkeit zu erreichen, wie es zu der vorbildlichen Arbeitsweise der Zentrale der Deutschen Bibliographie gehört. Heinrich Schreiber *> Jahresverzeichnis der deutschen Hochschulfchriften. 1939. Zu sammenfassung der ln der »Deutschen Nationalblbliographie« er schienenen Titel von Dissertationen, Habilitationsschriften, Nektorats- redeu und sonstigen akademischen Veröffentlichungen. Bearbeitet von der Deutschen Bücherei. 58. Jahrgang. Leipzig: Verlag des Börsen vereins der Deutschen Buchhändler. 194V. 834 S. 4". RM 33.—. Nr. SSS Dienstag, den t7. D-l-inb-r NUO 4«7
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