Alfred Stange Der Schleswigs Dom und seine Wandmalereien Die kürzlich freigelcgten Wandmalereien im Schleswigs Dom stammen aus dem -S. Jahrhundert, als Schleswig dank dem hansischen Laufmannsgeist seiner von Haithabu hcrübergekommenen sächstsch-friestschen Bewohner noch in hoher Blüte stand und Sammelplatz vieler Meister und Lünstler war. Am edelsten bekundeten sich diese schöpferischen Lräfte in den Wandmalereien des Domes. Einzelne Figuren, merkwürdig modern anmutende Tiere und einzigartig eindrucksvolle Lüpfe — Lüpfe von Lriegern, Fürsten, Gelehrte», Bürgern, Dauern, Lnechten und Narren — sind hier mit knappen Strichen auf die wände gezeichnet. Ihr Ausdruck (stehe auch de» nebenstehenden Engelskopf) ist von edelster nordischer Prägung, kraftvoll, lebendig und tief beseelt. Gleich bewundernswert ist der Adel der Auffassung, ist die Sicherheit und Llarheit der Formgestaltung. Der Meister dieser Malereien gehört zu den großen Anonymen gleich den Bildhauern in Bamberg und Naumburg, und diesen verwandt zeigen seine Bilder ein überragendes »lonumentales Streben, das von vielen zarten, reizvolle» Einzelzüge» erfüllt ist. Jünger als jene Bildhauer wird die Zeitenwende, das Ende der alten kaiserlichen und ritterlichen Zeit, in seinen Malereien deutlich. Sie haben noch Teil an dem besiegelten, dascnisfrohc» Lcbensgefühl der Staufferzeit, tragen aber in sich schon die Zeit des sungen Bürgertums der deutschen Hanse und künden von ferne den weltabgewandten Geist eines Jahrhunderts, da der alte Norden unterging. Der Verfasser, Prof. Stange, ist bekannt durch seine Werke „Der Dornberger Dom" ». „Deutsche Malerei der Gotik" (4 Bde.) Vas Werk „Oer Schleswiger vom" erscheint im Spätherbst zy40. Format rs,»X3s,5, Umfang c>r Seiten Text, ss ganz seitige Tafeln und rr Abbildungen auf Lunstdruck nn Voppelton sowie s Skizzen und r Grundrisse, Ganzleinen RM v.so. aus Runst und Geschichte Herausgegeben von Dr. I. T). plassmann unter Mitarbeit von Dr. Böhmers, Prof. Dr. Dirlmeicr, Dr. Fuchs, Hagebruch, Or. w. Müller, Prof. Dr. paulsen, Dr. plassmann, Prof. Dr. Till, Dr. Werner, Prof. Dr. wüst u. a. Lleinc Lostbarkeiten werden hier dem Schauen und dem Verstehen dargeboten: Nicht als Gegenstände gelehrter Abhand lungen, sondern als Stücke aus einem große» Schatz, in denen sich das goldene Blinken von Gedanken aus Jahrtausenden gefangen hat, die von hier aus ihre» Schein über weite Zusammenhänge werfen. Es sind nicht nur die goldenen Schätze des Bodens und der Gräber, sondern auch Bauten von beträchtliche» Ausmaßen, Bilder auf Felsen und nicht zuletzt die leuchtenden und tönenden Altertümer aus dem reichen Lande des volktums und der Volkskunst. In ihnen hat uns die germanische Vorzeit ihre reichste» und lebendigsten Schätze hinterlaffen. Ihre innige Verwandtschaft mit dem weite» Reiche des indogermanische» Geistes erweist sich hier >» ihren kostbarsten und lebendigsten Stücken. Sie seien allen denen dargeboten, die sich von dreitausend Jahre» Rechenschaft geben und das völkische Lcbensgefühl unserer Tage mit dem Bewußtsein des Ewigen durchdringen wollen. (I Hochformat: lrxro cm, gb Tcrtseiten, 3b Runstbrnckbildscitcn, Ganzleinen RM 4.80 (I Die Bücher sind unter Mitarbeit bewährter Graphiker als Geschenkwerke sorgfältig ausgcstattct. w 83