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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 05.12.1939
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1939-12-05
- Erscheinungsdatum
- 05.12.1939
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
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- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19391205
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- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-193912059
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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kommen zu den Kreisen und werden dort unter Leitung des Kreisschulungsleitcrs bzw. eines Kreisschrifttumsbeauftragten gesichtet und geordnet von einem Arbeitskreis, dem außer dem Kreisschulungsleiter und dem Kreisschrifttumsbeauftragten schrifttumsknndige Männer, Lehrer, Buchhändler, Bibliothekare angehören. Auf diese Weise ist gewährleistet, daß keine ungeeig neten Bücher hinanskommen. Von den gesammelten Büchern werden diejenigen ausgeschieden, die inhaltlich für ungeeignet gehalten werden müssen, oder die äußerlich in einem Zustand sind, der es unmöglich macht, sie noch jemand in die Hand zu geben. Die ausgcwählten'Bücher werden zu kleinen Büchereien von sechzig bis hundert Bänden zusammengestellt. Den Haupt- tcil dieser Klcinbüchereien macht selbstverständlich das unter haltende Schrifttum ans, daneben befinden sich aber auch Bücher politischen, geschichtlichen, weltanschaulichen und sonst allgemein belehrenden Inhalts, die dem Soldaten die Möglichkeit geben, sich auf irgendeinem Wissensgebiet weiterzubilden, oder sich über besondere Probleme, die ihn bewegen, zu unterrichten. Diese Kleinbüchercien, die also aus den durch die Partei ge sammelten Büchern zusammengestellt werden, werden in Kisten verpackt und der Wehrmacht zur Verfügung gestellt. Sie nehmen ihren Weg an die mannigfachsten Einsatzplätze der Wehrmacht. Flakbattcricn, Unterseeboote, Bunker usw. werden damit ver sorgt. Jeder Bücherei wird eine genaue Verwaltungsanweisung mitgegeben, sodaß der Ausleihebetrieb von Anfang an funk tioniert. Da die Bücher sich mit der Zeit natürlich abnützen, ist dafür gesorgt, daß die Bestände von Zeit zu Zeit ergänzt werden können, und zwar entweder wieder aus den bei der Sammel aktion der Partei zusammengekommenen Büchern, oder aber aus Ankäufen der Wehrmacht. Das eigene Buch des Soldaten Daß alle diese Büchereieinrichtungen bei der Wehrmacht großen Nutzen stiften werden, darüber ist kein Wort zu ver lieren. Nun aber begnügt sich auch der Soldat, besonders wenn er gerne liest und ein engeres Verhältnis zum Buche hat, nicht mit dem Buch allein, das er zwar ausleihen kann, aber von dem er sich eben immer wieder trennen muß. Der Wunsch, das eine oder andere Buch als Eigentum zu besitzen, ist bei vielen Soldaten vorhanden, und es ist auch hier alles Mögliche getan worden, um diesem Wunsch gerecht zu werden. Das geschieht vor allem durch zwei Einrichtungen: erstens die Frontbuchhandlun- gcn, zweitens die Aktion: »Sendet Bücher an die Front!« Die Leser des Börsenblattes sind durch die entsprechenden Bekannt machungen über beide Veranstaltungen unterrichtet. Die Front buchhandlungen stellen ein gemeinsames Unternehmen des Buch handels dar, das auch aus wirtschaftlichen Gründen in einer Zentrale strasf,zusamniengefaßt werden mußte. Diese Zusam menfassung ist vorhanden in der »Zentrale der Frontbuchhand lungen«, die von der Deutschen Arbeitsfront geschaffen worden ist, und die als eigenes buchhändlerisches Unternehmen aner kannt wurde. Die einzelnen Frontbuchhandlungen arbeiten als Zweigstellen der Zentrale. Mit der Zeit soll jedem General kommando eine Frontbuchhnndlung zugeteilt werden. Elf fahr bare Frontbuchhandlungcn sind zunächst in Betrieb genommen worden. KdF.-Großomnibussc mit Anhängern, die für Gebirgs- fahrten bestellt worden waren, sind entsprechend umgebaut wor den. Es sind Regale vorhanden und Tische, an denen der Sol dat schmökern kann. Der Anhänger dient für die Besatzung der Frontbuchhandlung als Wohnung. Die »Besatzung«, die im Mili tärverhältnis steht, besteht aus einem Buchhändler und zwei Fahrern. Das Lager einer Frontbuchhandlung besteht aus 1000 bis 1500 Bänden. Die Auswahl der Bücher erfolgt auf Grund einer Liste, an deren Zusammenstellung alle in Frage kommenden Stellen von Partei, Staat, Wehrmacht und Buchhandel mit gearbeitet haben, (siehe Börsenblatt vom 17. Oktober 1939). Natürlich kann sich der Soldat jedes nicht vorrätige Werk be sorgen lassen. Dis Lager der Frontbuchhandlungen werden Zug um Zug ergänzt; es kommen laufend Neuerscheinungen herein; in erster Linie wird die Ergänzung aber vorgenommen auf Grund der Besorgungswünsche der Soldaten, die von den Front buchhändlern an die Zentrale gemeldet werden. Die Kaufkraft des Soldaten ist selbstverständlich begrenzt, und es ist ebenso selbstverständlich, daß die Heimat in die Lücken springt, die im Rahmen der Buchwünsche unserer Soldaten noch vorhanden sind und zu deren Ausfüllung der Geldbeutel nicht reicht. Deshalb wurde vor wenigen Tagen die große Aktion: »Sendet Bücher an die Front!« gestartet, die vom Reichspropagandaministerium (Reichsschrifttumsabteilung) durch geführt wird, in Zusammenarbeit mit allen maßgebenden Schrifttumsstellen des Staates und der Partei. Eine von diesen Stellen ausgearbeitete Buch-Feldpostliste wird von den Buch handlungen verteilt. Alles Nähere darüber kann im Börsenblatt vom 25. November 1939 nachgelesen werden. Die Aktion: »Sen det Bücher an die Front!« tritt in sehr sinnvoller Weise an die Stelle der Buchwoche, deren bewährte Maßnahmen auf diese Weise in den Dienst einer außerordentlich wichtigen Aufgabe ge stellt werden. Wie die Buchsammelaktion der Partei, so wird die Heimat auch den Appell, den Soldaten Bücher zu schenken, mit freudiger Bereitschaft erwidern. Den Lesern des Börsenblattes möge unsere Übersicht gezeigt haben, daß das Buch tatsächlich auf breitester Grundlage im Rahmen der Aufgaben, zu denen unsere Wehrmacht gegenwärtig aufgerufen ist, zum Einsatz gekommen ist. Diese Tatsache möge in uns allen das Bewußtsein stärken, daß wir Buchhändler auch im Kriege eine nicht unwichtige Aufgabe zu erfüllen haben, eine Aufgabe, die jedem von uns eine freudig getane Pflicht sein muß. L. Reichsschrifttumskammer, Abt.m, Gr.Buchhandel Nichtmitglieder — Anschristgesuche usw. Herr Ferdinand Baumgartner in Wien 19, Nußwald- gassc 20, hat mitgeteilt, daß er den Buchhandel nicht mehr ausübe. Er ist deshalb auch nicht Mitglied der Neichsschrifttumskammer. Herr Johann Schlauch, geb. 11. Januar 1889 in Bamberg, zuletzt wohnhaft Bamberg, Laurenziplatz 5/1, der den Ausweis 6V 6868 besaß, ist aus der Mitgliedschaft der Neichsschrifttums kammer entlassen worden. Herr Schlauch darf somit nicht ohne weiteres als Buchvertreter beschäftigt werden. Es besteht Veranlassung darauf hinzuweisen, daß Herr Hein rich Seifert, Hamburg-Harburg, Bremer Straße 33, nicht die Zugehörigkeit zur Neichsschrifttumskammer, Gruppe Buchhandel, be sitzt und somit auch nicht ohne weiteres berechtigt ist, sich als Buch vertreter zu betätigen. Herr Anton Disselkamp, geb. 17. Oktober 1876, wohnhaft zuletzt in Kassel, Schomburgstraße 10, besitzt lediglich eine Arbeits- erlaubuis zur Betätigung als Einzelvertreter bis zum 15. November 1939. Seine derzeitige Anschrift und Bcschästigungsfirma sind hier nicht bekannt. Die Firmen des Ncisebuchhaudels werden gebeten, der Neichsschrifttumskammer — Gruppe Buchhandel — Leipzig C 1, Hospitalstraße 111, Mitteilung zu machen, falls sie Herrn Disscl- kamp beschäftigen oder seine Anschrift kennen. Der Buchvertrcter Emil Scheike, geboren am 2. April 1887 in Langenau/Lehn. Krs. Loebschiitz, zuletzt wohnhaft in Duisburg, Josefplatz 5/7, besitzt den Ausweis Nr. 3622; der Buchvertreter Waldemar Schulz, geb. 2. Juni 1907 in Hamburg, zuletzt wohnhaft Berlin SW 29, Heimstraße 19/1, besitzt den Ausweis Nr. 5807. — Es war bisher nicht möglich, die derzeitige Anschrift und Beschäftigungsfirma der Genannten festzustellen. Die Firmen des Neisc- und Versandbuchhandels werden daher gebeten, der Neichs schrifttumskammer — Gruppe Buchhandel — Leipzig C 1, Hospital straße 11 I, Mitteilung zu machen, falls sie sie beschäftigen oder ihre Anschrift kennen. Der Bnchhandelslehrling Wilhelm H. Sykora, gev. 27. Januar 1917, zuletzt wohnhaft Marburg a. d. Lahn, Wciden- häuser Straße 2 III, und Leipzig, nähere Anschrift unbekannt, besitzt den Ausweis 12 689 der Neichsschrifttumskammer. Es war bisher nicht möglich, seine derzeitige Anschrift und Beschäftigungsfirma fest- zustellen. Die Firmen des Buchhandels werden daher gebeten, der Neichsschrifttumskammer — Abt. III —, Leipzig C 1, Hospital straße 111, Mitteilung zu machen, falls sie Herrn Sykora beschäftigen oder seine Anschrift kennen. 746
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