„ . . . . Ich habe mit wachsendem Interesse den ganzen Sonntag gelesen und dann in Len Tagen darauf jede freie Minute benutzt, um an Hand des Buches nochmals all die bekannten Wege zu fahren und Stätten zu besuchen, die ich seinerzeit selbst so gut kennengelernt habe. Was mich als erstes außerordentlich beeindruckte, war die wirklich fehlerlose Darstellung der Tat sachen. Ob Aden oder Mombassa, Tanga oder Arusha beschrieben wurden, alles stimmte Wort für Wort, als wenn man einen Reiseführer vor sich hat. Denn, wenn auch eine Reiseschilderung keinen Reiseführer ersetzen soll und will, so müssen doch alle Betrachtungen, besonders Ereignisse und Er lebnisse sehr an Eindruckskraft verlieren, wenn den geographischen Gegebenheiten nicht genügend Rechnung getragen wird. v. Als zweites mußte ich bewundern, mit welcher Sicherheit der Verfasser alle Probleme gestreift oder näher behandelt hak, die in Ostafrika eine Rolle spielen. Die Jnderfrage, die Mission, die Schutz truppe, das Verhältnis Deutschlands zu England, alle Fragen sind mit Sachkenntnis dargestellt. Alles drittes hak mir die Art gefallen, wie Greifbares und Unwirkliches, Geschautes und Gedachtes miteinander zu einer fesselnden Darstellung verwoben wurden, die für einen, der Ostafrika etwas kennt, trotzdem oder gerade deshalb so wirklichkeitsnah ist, weil der Verfasser keine Löwen gesehen hak und auch den Kibo nur in den Wolken erleben konnte. Gerade das Nichtgesehene und darum oft nur Geahnte macht den Reiz Afrikas aus, und das ist es, was einen wieder hinauszieht und was einen nie losläßt. Das ist es auch, was aus jeder Zeile des Buches spricht und darum für mich ein besonderes Erlebnis und eine große Freude gewesen ist." (Friedrich-Carl Knüppel, Berlin, Unter den Linden, am 2g. Oktober igzg) Ein Brief zu dem Buche „D ieReise nach Üstasrika" v. Han ns Braun (kart. z.-, Ln. 6.- RM) Der Briefschreiber lebte von lgZ2 bis igZ7 in der Gegend, die in dem Buche beschrieben wird. LLKI2IN 882* Nr. 267 Doilttcrstag, den 16. November 1S36 «S47