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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.03.1930
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1930-03-15
- Erscheinungsdatum
- 15.03.1930
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- Deutsch
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- Saxonica
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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X- «3, 15. März 1930. Redaktioneller Teil. Börsenblatt s. ü. Dtschn Buchhanücl. zu häufig ist diese Verwendung wohl nicht, aber hin und wieder kommt sie vor. Die Auffassung, daß es -dem Verleger gleich gültig sein könne, auf welche Weise seine Berlagswerke in die Hand des Publikums kommen, wird im Gefamtbuchhandcl kaum auf Anklang rechnen können, und zweifellos liegt eine Ent wertung des Buches als Ware vor, wenn es beispielsweise mög lich ist, cs gegen eine bestimmte Anzahl von Bezugsscheinen eines Schuhputzmittels geschenkt zu erhalten. Wie geschäfts tüchtig manche Firmen sein zu müssen glauben, mag folgendes in neuester Zeit erlassene Angebot einer Lcbensmittelhandlung zeigen. Da es im höchsten Maße charakteristisch ist, sei der volle Wortlaut (unter Weglassung der Namen) gebracht: -Sind Sic anspruchsvoll und dabei doch sparsam ver anlagt? Dann gibt es für Sic nur eins: kaufen Sic an der Quell«. Natürlich können Sie Ihren Kaffee nicht direkt ans Guatemala beziehen: Sie können ihn aber jetzt frisch aus der Rösterci eines bekannten Hamburger Importeurs bekommen. Auch Ihre Margarine können Sic natürlich unmöglich direkt bei der Fabrik einkaufen: wohl aber billiger und frisch von der Hamburger Firma, für die — um nur drei Beispiele zu nennen — die . . .-Werke den gefaulten Bedarf an Margarine Herstellen, das . . .-Werk die gesamte Schokolade fabriziert nnd der gemeinsam mit . . . und . . . seine Erdbcer-Marmc- lade anfcrtigen läßt. Nun haben aber Menschen, die von Natur anspruchsvoll und dabei doch sparsam veranlagt find, ncbe n dem Essen und Trinken noch andere Inter essen. Je umfassender diese Interessen sind, um so stärker empfindet man — cs wird Ihnen in dieser Beziehung ebenso gehen wie uns selber — die Lücken im Allgemeinwissen. Das gilt vom Borwärtskommen im Dienst genau so gut wie vom Privatleben. Was den meisten von uns fehlt, ist ein modernes Konverfations-Lexikon. Lassen Sic nns Ihnen helfen. Selbst wir können das modernste, im Janur 1980 erscheinende Kon versations-Lexikon mit rund 40 000 Stichwörtern, Hunderten von Abbildungen, auf 768 dreispaltigen Textseitcn im Lexikon- format und auf Papier, das in 100 Jahren nicht vergilbt, selbstverständlich nicht gleich auf einmal umsonst hcrausgeben. Aber wir werden völlig umsonst, absolut spesen frei und ohne die geringste Berbin d l ichkeit für Sie bis zum 28. Februar 1830 jeder Bestellung im Werte von über 20 Mark die erste Lieferung unseres Kon versations-Lexikons, jedem Auftrag unter 20 Mark einen hal ben Gutschein auf die erste Lieferung beifügen; und ab 1. März 1 8 3 0 jeder Bestellung im Werte von über 20 Mark einen ganzen Gutschein, jedem Auftrag unter 20 Mark einen halben Gutschein beilegen. Auf dem Gutschein geben Sic selbst an, welche der bereits erschienenen Lieferungen Sie zu erhal ten wünschen, dann schicken Sie ihn uns mit Ihrem nächsten Auftrag ein. Zwei halbe Gutscheine gelten so viel wie ein ganzer. Ab I. Februar 1830 geben wir joden Monat eine neue Lieferung heraus, bis alle 24 Lieferungen von A—Z er schienen sind. Als besonders wohltuend werden Sic es empfinden, daß Sie hier nicht auf einmal dicke Bände bekommen, in denen Sic bestenfalls herumblättern würden, sondern, daß Sie — gleichsam löffelweise — mit jeder Monatsbestellung ein Heft mit 32 deutlich gedruckten Seiten erhalten: das bedeu tet eine Seite voll universalen Wissens Per Tag: ein Pensum, daß Sie nach getaner Arbeit begucm und gern in sich aufneh men werden. Schon nach kurzer Zeit fühlen Sie dann, wie die in Ihnen schlummernden geistigen Kräfte sich zn regen be ginnen . . . seit der Schulzeit längst vergessene Begriffe er wachen Ihnen zu neuem Leben . . . Ihr Horizont weitet sich von Monat zn Monat . . . Ihr Selbstbewusstsein wächst . . . Sie sehen die Welt und Ihre Umwelt sieht Ne mit anderen Augen an, denn erarbeitetes Wissen hat einen anderen, reife ren, wertvolleren Menschen «us Ihnen gemacht. — Und all dieses kostet Sic nicht einen Pfennig, wenn Sie — anspruchs voll und dabei doch sparsam, wie Sie sind — frischere, bessere Lebensmittel direkt an der Quelle einkaufen! Sagen Sie selbst, sind das nicht Vorteile, die Ihnen zu denken geben? Der Mensch lernt nie aus, Wissen ist Macht. Eine gediegene Bil dung der sicherste Wog zum Erfolg. Greifen Sie zu. Zeit Ihres Lebens werden Sie sich ehrlich freuen, Ihren Auftrag jetzt gleich zur Post gegeben zu haben.« Es ist doch wunderbar: neben den leiblichen werden hier auch -gleich die geistigen Interessen betreut. Bildung ist ja be kanntlich eine Macht, aber ohne Warenwert, und deshalb wird sie gratis beim Bezug von Kaffee, Margarine und Marmelade mit zugegeben. Der Magen ivird gut nnd proisnrcrt, der Kopf aber umsonst versorgt. Wenn die Margarine längst den Weg alles Irdischen gegangen ist, wenn man Bildung und Marme lade zusammen -löffelweise-- genossen hat, dann bleibt als Nach tisch immer noch das erhebende Gefühl, durch das Studium des gratis zugegcbcnen Konversationslexikons etwas für den inneren Menschen getan zu haben. Die von dem tüchtigen Geschäftshaus für die ganze Zeit des Lebens in Aussicht gestellte ehrliche Freude an der Bereicherung des Wissens ist ehrlich verdient. Das Dclikateßgeschäft als Bildungszentralc! Es wird wirklich höchste Zeit, daß mit den Mitteln der Gesetzgebung derartiger »Geschäftstüchtigkeit-- zu Leibe gerückt wird. Schon jetzt liegt der Entwurf einer Novelle des Wett- bcwerbsgesetzcs, durch welche das Zugabeuuwcsen geregelt >oer- den soll, dem Reichstag vor. Vor allen Dingen aber sollten alle gewerblichen Organisationen auf das entschiedenste gegen derartige Auswüchse Stellung nehmen. Schwäbische Federzeichnungen des XV. Jahrhunderts als Dorläufer des Duchholzschnittes. Ein wichtiger Versuch liegt vor, »die entwicklungsgeschichtlichen Voraussetzungen der Buchillustration der Frühdruckzeit« d-urch eine breitere Untersuchung der kurz vor den ersten gedruckten und mit Holzschnitten illustrierten Büchern entstandenen illustrierten Manu skripte darzulcgen. (Schwäbische Federzeichnungen. Studien zur Buchillustration Augsburgs im XV. Jahrhundert. Von .Hellmut Leh mann-Haupt. Mit 116 Tafeln und 3 Tabellen. 8" VII, 225 Seiten. Berlin 1929: Walter de Gruytcr <L Co. Geb. NM 32.—) Es ist sehr gut, das; die deutsche Handzeichnung des 15. Jahrhunderts in diesem besonderen Hinblick einmal angesehen wurde. Das Thema wurde natürlich schon des öfteren angeschlagen; jeder', der über den Inkunabel-Holzschnitt etwas sagte, mußte sich zu dieser Frage äußern. Es ist aber ein iveites Feld, wie Fontane sagt, und auch Lehmann- Haupt beschick» sich, wie er in der Einleitung sagt, auf den Augs burger Kunstkrers. Doch auch dies ist aufschlußreich genug; ist doch Augsburg einer der wichtigsten Frühdruckorte, in dem wohl die meisten Holzschnittbücher zwischen 1170 und 1190 entstanden. Nur die Federzeichnung allein ist berücksichtigt, die mehr miniaturmäßig ausgemalteu Handschriften als »klösterliche Jlluminicrknnst« sind beiseite gelassen. Auf dem guten Fundament von Kautzsch und der Spezialuntersuchung von Bredt über den Handschriftenschmuck Augs burgs im 15. Jahrhundert (Straßburg 1900) baut sodann der Ver fasser in breiter Darlegung des sorgfältig durchgearbeiteten weit verstreuten Materials seine Untersuchung auf. Die Technik der frühen Zeichnung wird vom Skizzenbuch des Billard de Honnecourt aus dem 13. Jahrhundert an in Stichproben vorgelegt und dabei schon ergibt sich ein nicht unwichtiges Resultat. Dem Kupferstecher, dem unter der Bezeichnung Meister der Spielkarten eine bedeutende Nolle in der Frühepoche des Kupferstichs zufällt, wird eine Handschrift von Otto von Passaus »Buch der 21 Alten« (heute in Donaueschingen; Nr. 31) zugeschrioben. Sie ist 1135 datiert und von einem Erhärt Koch von Wingarten (Weingarten) geschrieben. Die vielen nun kürzer oder länger bis etwa 1150 reichenden beschriebenen illustrierten Handschriften weisen keinen rechten Zusammenhang auf, was auch Lehmann-Haupt zugibt. Erst um diese« Zeit ist es möglich, mit dem engeren Thema Augsburg zu beginnen. Da werden nun zuerst die irr der Literatur viel behandelten Meisterlin-Handschriften neu ge ordnet. Vornehmlich handelt es sich um Handschriften von Sigmund Meisterlins Chronik von Augsburg, deren bedeutendste von den Brü dern Georg und Hector Miilich aus dem Juhr 1457 stammen. Den Text der Handschrift hat jeder der Brüder geschrieben, Hector hat die seine selbst ausgemalt, vou Lehmarm-Haupt richtig als Lieb haberarbeit eines Augsburger Kaufmanns charakterisiert. Die Zeich nungen sind absolut abhängig von den künstlerisch sehr bedeutenden Illustrationen der Handschrift Georgs. Diese werden nun, was 253
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