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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.02.1930
- Strukturtyp
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- 1930-02-15
- Erscheinungsdatum
- 15.02.1930
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- Deutsch
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X? 39. 15. Februar 1930. Redaktioneller Teil. — Sprechsaal. Börsenblatt f. d.Dtschn.Buchhandel. Vorbereitung für den buchhändlerischen Beruf im väterlichen Ge schäft erfuhr er seine weitere Ausbildung in Stuttgart bei Konrad Wittwer und in Dresden bei v. Zahn L Jaensch. Der frühzeitige Tod seines Vaters, Georg Eberhard Ernst <Mai 1902), zerstörte die Pläne des jungen für den Beruf begeisterten Buchhändlers, sich auch im Auslande Kenntnisse zu erwerben. Im jugendlichen Alter von 26 Jahren trat die ernste Pflicht an ihn heran, die Leitung der Firmen, anfangs mit Unterstützung seines älteren Bruders, dann aber bald allein, übernehmen zu müssen. Mit unermüdlichem Fleiß und vorbildlichem Pflichtgefühl und in dem Bewußtsein, nicht bloß zu ernten aus der Väter Saat, nahm er die Zügel in die Hand. Schon im Herbst 1902 wurde den beiden bestehenden -Firmen eine Buchdruckerei ungegliedert mit der Bestimmung, nur die eigenen Verlagsproduktionen herzustellen. Hier war es Ernst's Bestreben, für all die zahlreichen und verschiedenartigen bisher im eigenen Verlag verwendeten Formate einheitliche Buchformate zu schaffen und somit die Papierbeschckf'fung und Lagerhaltung zu rationali sieren sowie die Druckerei ganz auf die Verlagswerke eiuzustellen. Mit Weitblick und Tatkraft übernahm Ernst den weiteren Ausbau des Verlages: während die alten bedeutenden Architekturwerke von Schinkel, Hitzig, Strack, Salzenberg, Naschdorff usw. der Stolz des Verlages waren, erforderte -es die neue Richtung in der Archi tektur, auch neue Werke zu schaffen, unter denen Ostendorfs »Sechs Bücher vom Banen« epochemachend waren, leider aber durch den Heldentod Ostendorfs auf der Lorettohöhe einen jähen Abschluß fanden. Mit besonderer Hingabe widmete sich Ernst dem Bau ingenieurwesen. Hier erwarb er die von Emperger gegründete Zeit schrift »Beton und Eisen«, die nach und nach zum führenden Organ auf dem Gebiete des Beton- und Eisenbetonbaus ausgvbaut wurde, woran er selbst lebhaften Anteil nahm. Seiner Anregung verdankt weiterhin der bereits im 35. Jahrgang erscheinende Betonkalender — in den Fachkreisen als die »Hütte« des Betonbau'ingenieurs be kannt — seine Entstehung: ferner das »Handbuch für Eisenbeton bau«, 14 Bände umfassend, von denen einige bereits in vierter Auslage vorliegen: weiterhin eine umfangreiche Literatur auf dem genannten Gebiete, wobei die zahlreichen, wertvollen Veröffentlichun gen des Deutschen Ausschusses für Eisenbeton (61 Hefte) sowie die Forscherarbeiten auf dem Gebiete des Eisenbetons (34 Hefte) und die weitverbreiteten Werke von A. Kleinlogel nicht zu vergessen sind. Erwähnt seien auch die Bücher von Kersten: »Der Eisenbetonbau« und »Brücken in Eisenbeton«, die heute in vielen Auslagen und in 100 000 Exemplaren Verbreitung gefunden haben; und wenn von hohen Auflagen die Ne.de ist, so sei in erster Linie der »Hütte«, Des Ingenieurs Taschenbuch, gedacht, die, 1860 -erstmalig erschienen, heute in 26. Auslage vorliegt. In die Reihe der als »Standardwerk« zu benennenden Werke verdient ganz besonders »Schaper, Eiserne Brücken«, eingefügt zu werden, dessen 6. Auflage nunmehr die Grundlage und den Hauptteil zu dem -geplanten umfangreichen rund 20 Bände umfassenden Werk »Das Banen in Stahl« bilden wird. Hier muß des Werkes »Starkstromtechnik« von E. von N-ziha -und I. Seidener gedacht werden, dessen 7., vollkommen neübearbeitete Auflage gerade zur Zeit des 60jährigen Jubiläums des Elektrotechni schen Vereins erscheint. Diese und andere Pläne berühren sich mit Ernst's aus eigener Initiative neugegrllndetcn Zeitschrift: »Die Bautechnik«. Seinem persönlichen Wirken gelang es in Verhältnis« mäßig kurzer Zeit unter bewährter Mitarbeit zahlreicher anerkannter Fachleute, die neue Zeitschrift zu einem im In- und Aus-lande füh renden Organ -auf dem Gebiete des Bauingeuieurwesens zu -gestalten. Aus Anlaß des 75jährigen Bestehens der Firma Wilhelm Ernst L Sohn (1. Januar 1626) wurde ihm von der Technischen Hoch schule der Freien Stadt Danzig die Würde eines Doktor-Ingenieurs ehrenhalber verliehen. Neben der umfangreichen Verlagstätigk-e-it «fand Herr vr. Georg Ernst Zeit, sich auch den allgemeinen Juteressen des Buchhandels in Ehrenämtern zu widmen. Er war jahrelang Schriftführer, dann Vorsitzender der Korporation der -Berliner Buchhändler, Mitgründer des Arbeitgeber-Verbandes der Deutschen Buchhändler, dessen Vor stand er noch heute angehört. In der Arbeitsgemeinschaft wissen schaftlicher Verleger ist er erfolgreicher Führer, und als ihr tat kräftiger Vertreter gehört er dem Gesamt-,Vo-rstand des Deutschen Verlegervereins an sowie dem Fachausschuß des Börsenveretns. Im Buchdruckgewerbe ist er gleichfalls ehrenamtlich tätig. Ein Rückblick auf das dritte Vierteljahrhundert des Bestehens der Firma Wilhelm Ernst L Sohn legt Zeugnis ab von der Unver zagtheit, mit welcher ihr zielbewußter Leiter die schwersten Unter nehmungen ausgenommen und durchgeführt hat, trotz der Nöte dieser Zeit, durch die sich unser Berus und unser deutsches Vater land hat durchringen müssen. Möge es ihm vergönnt sein, bei ibester Gesundheit neue Unternehmungen erfolgreich durchzuführen, wobei ihm seine beiden Söhne, 'für die Berufsarbeit gut vorbereitet, vielleicht schon in -absehbarer Zeit pflichttreu und schaffenssreudig zur Seite stehen werden. Gestorben: am 11. Februar im hohen Alter von 80 Jahren Herr Hosrat Max Schreiber in Eßlingen. Mit ihm ist ein Kollege dahingegangen, der in unermüdlicher Arbeit ganz in seinem Beruf ausging. So leitete er mit besten Er folgen über 30 Jahre lang die väterliche Firma I. F. Schreiber. 24 Jahre war er im Aufsichtsrat der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart und von 1905 bis 1027 Inhaber bzw. Mitinhaber der Firma Paul Neff Verlag in Ehlingen. Seinem reichen Wissen ver dankten diese Firmen manche wertvolle Neuerung im Betriebe. Aus führlich haben wir über das Wirken des Verstorbenen im Bbl. vom 6. Dezember 1929 aus Anlaß des 80. Geburtstages geschrieben, worauf hier verwiesen sei. Sprecbsanl Warnung vor einem Biicherschwindler! Wie Herr vr. Alfrsi, Funke uns als Autor des Verlages zur Kenntnis gibt, benutz-t ein Schwindler den Namen des Herrn vr. Funke, um von -deutschen Verlegern Besprechungs-Exemplare zu erlangen, indem er sich als Vertreter des (Aorvalo ck'Italla, It vieeolo, klerv Vvrk und Vüiooßo ?ro8s ausgibk. Herr vr. Alfred Funke, Berlin-Friedenau, Lauterstraße 5/6, würde es dankbar be grüßen, wenn ihm vorkommenden-falls die deutschen Verleger Mit teilung unter Angabe der Postanschrift dieses Dunkelmannes machen würden. Halle (Saale). Heimat - Verlag für Schule and Haus G. m. b. H. Bilderbücher mit Siitterlin-Schrift. Als Ergänzung z-u den in Nr. 19, S. 76 genannten Verlagen haben sich noch die Verlage Gerhard Stalling in Olden burg und K. Thiene manns Verlag in Stuttgart ge meldet. Bei letzterem erscheint in diesen Tagen ein Bilder-Lieder- buch in Sütterlin- und Blockschrist. Jungbuchhandel Frankfurt a. Main und Rhein-Main-Gebiet. Nach einem Jahr fruchtbarer Arbeit wollen wir uns am Sonn abend, dem 32. Februar, abends 8)H Uhr, im Ob-er- f o r st h a u s F r a n k f u r t a. M. zu einem karnevalistischen Abend zu sammenfinden. Eine Reihe eifriger Kollegen hat ein reichhaltiges Programm ausgearbcitet, das u. a. eine Buchverlosung enthält, zu der bereits eine große Anzahl wertvoller Spenden cinging. Wir erwarten alle Buchhändler des Bezirks und bitten, Ange hörige und Freunde mitzubringen. Das Oberforsthaus ist mit Straßenbahnlinie 15 zu erreichen; für die Rückfahrt ist gegen 2 Uhr ein Sonderwagen vorgesehen. Eintrittskarten: Vorverkauf <NM 1L0) bei der Buchhandlung Blazek L Bergmann, Goethestrahe 34. Anfragen an Hanns Neumann (Rütten L Loening Verlag, Carolus 42637.) Inhaltsverzeichnis. Bekanntmachung der Geschäftsstelle des B.-V. betr. Buchaus stellung in Südamerika. S. 161. Artikel: Die Unzulässigkeit der Gratisinserate. Von vr. Heß. S. 161. Was hat Gutenberg erfunden? Von Otto Wolters. S. 165. Besprechung: Foto-Auge. S. 166. Kleine Mitteilungen S. 166—168: Katalog deutscher Werke über theoretische Physik / Dichtung und Dichterleben in München 1880—1930 / Die Leipziger Frühjahrsmesse / Kersten-Papiere / Münchener Dichter-Preis / Verbotene Druckschrift. P e r s o n a l n a ch r i ch t e n S. 167: Ernst Fehsenfeld, Freiburg: 50 Jahre Mitglied des B.-V. / 50. Geburtstag vr. Georg Ernst, Berlin / Max Schreiber, Eßlingen ß. Sprechsaal S. 168: Warnung vor einem Bücherschwindler / Bilderbücher mit Siitterlin-Schrift / Jungbuchhandel Frank furt a. M. und Rhein-Main-Gebiet. Verantwort!. Schriftleiter. Franz Wagner. — Verlag: Der Börseuveretn der Deutschen Buchhändler zu Leipzig, Deutsches BuchbändlerhauS. Druck: E. Hedrich Nachf. Sämtl. to Leipzig. — Anschrift L. Schristleitung u. Expedition: Leipzig C l. Gerichtsweg 26 iBnchhändlerhaus,, Postschließfach 274/75 168
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