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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.02.1930
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- 1930-02-15
- Erscheinungsdatum
- 15.02.1930
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39, 15. Februar 1930. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. »Dichtung und Dichterleben in München 1880—1930«: Ausstellung in der Bücherstube Horst Stobbe (s. a. Nr. 37). — Buchausstellungen sind ja nichts Außergewöhnliches. Horst Stobbe aber zeigt, wie der Wandel literarischer Bestrebungen und die dabei führenden Persön lichkeiten lebendig vor Augen zu stellen sind. Er hat daher seine Vitrinen nicht nur mit Büchern gefüllt, sondern auch eine Reihe wichtiger wie amüsanter Dokumente zur Schau gebracht. Neben seltenen und verschollenen Erstausgaben findet mau photographische und von Künstlern gefertigte Bildnisse der Dichter, Bücher mit Wid mungen, Manuskripte, Briefe, Plakate und vieles andere mehr. Die großen Seltenheiten sind vor allem mit den Namen Stefan George und Rainer Maria Rilke verbunden: von jenem der »Maximin«, der »Teppich des Lebens« und andere in kleinen Auflagen hergestell-te Drucke; von Rilke heute verschollene Ausgaben aus Verlagen wie Friesenhahn und Entsch. Aber auch vieles andere ist da, was den Sammler entzückt, so fast der ganze Panizza, wenig bekannte Privat drucke von Otto Julius Bierbaum, die »Göttinnen« von Heinrich Mann mit den bei späteren Ausgaben weggelassenen Umschlagbildern von Th. Steinlcn. Dazwischen viele Gclegenheitsschriften, angefan gen von der »Rederei« und dem »Pan-Orama« (beide für Heinrich von Reder) bis zu »Alexandrion«, mit dem Hermann Sinsheimer und der Zeichner Szenes den fünfzigjährigen Roda Roda feierten. Oder vielmehr anulkten. Unter den Bildnissen drängen sich beson ders die bekannten Lithographien von Karl Bauer hervor, der fast jeden Dichter, der längere Zeit in München lobte, porträtiert hat. Sein Gruppenbild des George-Kreises ist allerdings weniger eine künstlerische Leistung als ein historisches Dokument. Die photogra phischen Gruppenbilder aus den achtziger und neunziger Jahren ent behren nicht einer leisen Komik, aber man muß doch feststellcn, daß die Gemeinsamkeit des Wollens damals stärkere persönliche Bindungen geschaffen hat als heute. Als Kuriosum sei noch das Schulzeugnis des bmlant terrible der Münchner Literatur von heute erwähnt, in dem Oskar Maria Graf ausdrücklich «bestätigt wird, daß er schon in frühester Jugend zu allerhand Unfug neigte. Die nach den verschiedensten Seiten ausschlagende Kurve, die von Michael Georg Conrad bis zu der jung verstorbenen Maria Luise Weißmann führt, umreißt eine kleine aber höchst wertvolle Sammlung. Mit Bedauern denkt man daran, daß das, was Stobbe aus seinen eigenen Beständen aus dem Besitz zahlreicher Münchner Dichter und Sammler mit viel Liebe und Kenntnis zusammenge tragen hat, in kurzer Zeit wieder auseinandergeflattert sein wird. Aber schließlich ist es ja das Los einer jeden Sammlung dieser Art, daß sie die Nachfahren anreizt, sich die Rosinen herauszuklauben. Ba. Die Leipziger Frühjahrsmesse dieses Jahres wird am 2. März beginnen und für die Mustermesse bis 8. März >(Textilmesse und Sportartikelmesse nur bis 6. März) und für die Große Technische Messe und Baumefse bis 12. März dauern. Die Mustermesse ist jetzt in 39 Meßpalästen der Innenstadt konzentriert, während die Hallen der Großen Technischen Messe und Baumesse durch die Errichtung einer neuen Baumeßhalle auf 17 angewachsen sind. Die Reichsbahn wird den fahrplanmäßigen Zugverkehr wieder durch Hunderte von Verwaltungssonderzügen verstärken. Außerdem verkehren insgesamt 40 L.-M.-Züge mit Fahrpreisermäßigung, das heißt Sonderzüge, die das Leipziger Meßamt in eigener Regie fährt. Hierunter be finden sich sechs Auslandsgüge, und zwar je einer aus der Schweiz, Frankreich und Dänemark, zwei aus Holland und ein kombinierter norwegisch-schwedischer Zug. Weiterhin verkehren aus Ungarn, Tschechoslowakei, Holland und Frankreich je einer, aus Belgien zwei Sonderzüge mit Fahrpreisermäßigung, welche auf deutscher Strecke als Verwaltungs-Sonderzüge der Reichsbahn gefahren wer den. Die Fahrpreisermäßigung bei Benutzung der L.-M.- Züge beträgt zirka ein Viertel der tarifmäßigen Fahrpreise. Wenn gleichzeitig mit der Fahrkarte nach Leipzig eine Rückfahrkarte gelöst wird, können alle fahrplanmäßigen Züge, auch Schnellzüge, zur Rückfahrt dis einschließlich 15. März benutzt werden. Alle Bahn stationen, die Ehrenamtlichen Vertreter des Leipziger Meßamts, die Agenturen des Norddeutschen Lloyd und Reise- und Verkehrsbüros erteilen bereitwilligst Auskunft über genaue Abfahrtzeiten, Zugfllh- rung, Fahrkartenverkaus usw. Es würde unmöglich sein, die Tausende und Abertausende von Meßbesuchern in Leipziger Hotels untevzübringen. Jedoch nimmt der Wohnungsnachweis des Internationalen Verkehrsbllros des Leipziger Meßamts, der sich im Hauptbahnhof, dom Bahnsteig 26 gegenüber, befindet, dem Meßfremden alle Mühe um die Beschaffung einer geeigneten Unterkunft ab. Er vermittelt Privatwohnungen zu den gleichen Preisen wie zu den Messen des Jahres 1929. Es werden also kosten Zimmer der Klasse IV (einfach) NM 3.^, der Klasse III (bürgerlich) RM 4.50, der Klasse II (gut bürgerlich) NM 6.50, der Klasse I (herrschaftlich) RM 9.— und der Sonderklasse RM 12.— bis RM 15.— für ein Bett und eine Nacht. Die Preise verstehen sich einschließlich Bedienungsgeld. Zum Betreten der Meßgebäude und -Hallen ist der Besitz eines Mehabzeichens notwendig, das im Vorverkaus bis zum Tage vor Meßbeginn NM 3.— kostet, wenn Abzeichen und Ausweiskarte der letzten Herbstmesse mit übereinstimmender Kontrollnummer in Zahlung gegeben werden. Wird das alte Meßabzeichen nicht zurück gegeben, so beträgt der Vorverkaufspreis RM 5.—. Für die Meß besucher, die sich nur einen Tag in Leipzig aufhalten, werden Tageskarten ausgegeben, die aber nur in Leipzig selbst erhältlich find. Die während der Messe täglich erscheinende Wirtschafts- und Exportzeitung enthält auch das Tagesprogramm der Versammlun gen, Veranstaltungen, Konzerte, Theatervorstellungen usw. Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, daß die Theater während der Meßwoche wieder besonders zugkräftige Stücke auf den Spielplan gesetzt haben. Auch findet ein Gewandhaus-Sonderkonzert unter Leitung von Gene ralmusikdirektor Professor Bruno Walter am Dienstag der Meß woche statt. Auch Konzerte der Leipziger Singakademie, des Dho- maner-Chors und der Leipziger Singakademie im Völkerschlacht denkmal sind vorgesehen. Das Messeprogramm mit sämtlichen künst lerischen Veranstaltungen (Theater, Bariötös, Konzerte) wird auf Wunsch durch das Meßamt kostenlos versandt. Bestellungen auf Eintrittskarten nimmt das Verkehrsbüro des Leipziger Meßamts, Leipzig, Markt 4, schon jetzt entgegen. Uber alle weiteren mit der Messe zusammenhängenden Fragen erteilt das Leipziger Meßamt, Markt 4, jederzeit Auskunft. Kcrstcn-Papierc. — Der Leiter der »Klasse für künstlerischen Bucheinband« an der Kunstgewerbe- und Handwcrkerschule Berlin- West, der bekannte Bucheinbandkünstler Paul K e r st e n, hat die Anregung zur Schaffung eines Buntpapieres gegeben, das so ganz im Sinne der neuzeitlichen Kunst- und Geschmacksrichtung gehalten ist und ein besonders wertvolles Material durch seine vielen An wendungsmöglichkeiten für Bucheinband und Kartonagen darstellt. Der bekannte Bucheinband-Fachmann Ernst Collin sagt in einer aus führlichen Besprechung u. a. folgendes darüber: »Die neuen Bunt papiere des weltbekannten Meisters und Fachlehrers der deutschen Einbandkunst, Paul Kersten, gehören zu jener Gattung verblüffender Neuheiten, um nicht zu sagen, Erfindungen, die man ohne jede Über treibung mit dem bekannten Wort vom ,Ei des Eolumbus' bezeichnen kann. Auf dem elementaren Gestaltungsprinzip der geraden Linie be ruhend, erlauben diese Papiere für die Buchbinderei sowie für alle Zweige der Kartonagen- und Papierwarenherstellung eine solche Fülle unerschöpflicher und neuartiger Anwendungsmöglichkeiten, daß sie geradezu eine epochemachende Umwälzung für alle jene Erzeug nisse darstellen. deren schmückende Hülle das Buntpapier ist und sein kann.« Herstellerin ist die Buntpapierfabrik A.-G. in Aschaffenburg, die auf Verlangen Musterkarten liefert. Vorrätig sind die »Kersten- Papiere« bei allen Firmen, die Bucheinband-Materialien liefern. Münchener Dichtcrprcis. — Die Stadt München hat ihren Dichterprcis für 1929 — 3000 Mark — an Joseph Magnus Wehner verliehen, der zum Kreise der jüngeren Münchener Dichter generation zählt. Verbotene Druckschrift. — Der 4. Strafsenat des Reichsgerichts hat in der Sitzung vom 28. bis 31. 1. 30 für Recht erkannt: Die Nr. 3 der »Noten Sturmfahne« vom 10. 6. 29, verantwortlich Ernst Schneller, M. d. N., Druck und Verlag: Atalanta, Amsterdam, ist in allen Exemplaren nebst den zu ihrer Herstellung bestimmten Platten und Formen im Umfange des 8 41 Abs. 2 St.-G.-Bs. u n b r a u ch- bar zu machen. 517 I 29. Berlin, 12. 2. 30. PP. (I ä.). (Deutsches Kriminalpolizeiblatt Nr. 664 vom 13. Februar 1930.) 'kersonalnacürickten. 50 Jahre Mitglied des Börsenvereins. — Herr Friedrich Ernst Fehsenf eld, Inhaber der Verlagsbuchhandlung gleichen Namens in Freiburgi. Br. wurde am 16. Februa. 1880 — vor nunmehr 50 Jahren — in die Mitgliederrolle des Börsenvereins eingetragen, nachdem er sich im Oktober des Jahres 1879 selbständig gemacht hatte. Aus Anlaß der 50jährigen Selbständigkeit brachten wir im Börsenblatt 228 von 1929 einen ausführlichen Artikel über das Wirken des Jubilars; es mag heute darauf verwiesen sein. Verlagsbuchhändler Or. Georg Ernst 50 Jahre alt. — Herr Dr.-Jng. ehrenhalber Georg Er n st, Mitinhaber der Firmen Wil helm Ernst L Sohn, Gropius'sche Buch- und Kunsthandlung und Buchdruckerei Gebrüder Ernst, sämtlich in Berlin, begeht am 16. Fe bruar seinen 60. Geburtstag. Nach Besuch des Gymnasiums mit 167
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