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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.02.1930
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- 1930-02-15
- Erscheinungsdatum
- 15.02.1930
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X- 38, 15, Februar 1930, Redaktioneller Teil, Börsenblatt f. b.Dtschn.Buchhandel. Büche? gedruckt hat. Die Belege für seine These sind bisher auch nicht mit Erfolg angefochten morden. Der von Gutenberg zuerst im Sandgußversahren hergestellte Messingstempel mit seiner aus Blei bestehenden Metallmatrize weist rückwärts aus die verlorene Sandgußmatrize als den Anfang des Schriftgusses zurück. »Dieser liegt vor in den holländischen Früh druckdenkmälern, die, soweit sie ihrer Entstehung nach zeitlich be stimmbar sind, freilich noch tief in die Zeit der Gutenbergischen Er findung hineinragen. Der Weg von Coster zu Gutenberg ist technisch betrachtet ein gewaltiger Weg — erst die Metallmatrize und das verstellbare Gießinstrument machen den Buchdruck im eigentlichen Sinne des Wortes möglich —, aber daß der Weg zur Gutenbergischen Erfindung über Coster geführt hat, daran kann angesichts der die Erfindung des Buchdrucks betreffenden Nachricht der Kölner Chronik und angesichts der im Abdruck der srühholländischen Letter dafür vor liegenden technischen Beweise nicht gezweifelt werden.« Dem holländischen Frllhdrucker ist es aber nur darauf ange kommen, mit verhältnismäßig wenig Leitern kleine vielgebrauchte Bücher — Donate usw. — zu drucken; er konnte deshalb beim Holz modell und der Sandform stehen bleiben. Gutenberg muß sehr bald zur Metallmatrize vorgedrungen sein, da das genaue Parallel- epipedon der stäbchenförmigen Letter nur aus diese Weise zu ge winnen war. Anders müßte eine sehr zeitraubende und deshalb das Verfahren zur Unwirtschaftlichkeit verurteilende Nacharbeit an der einzelnen Letter angenommen werden. Ob Zedlers Ansicht zutrifft, daß der holländische Frllhdrucker gegenüber der sich hier ergebenden Schwierigkeit seine Sandguß lettern in zwei Tempi hergestellt hat, indem er zunächst das Schrift auge des »Lettcrchen« goß und das Stäbchen des Lcttcrkörpers in einer Aufgußform nachträglich angoß, das kann hier aus der Be trachtung ausscheiden. Ein. Schriftgießerei-Sachverständiger von der Bedeutung des Gustav Mori ist der Ansicht, daß Gillenberg wie Coster im Sandgußversahren gleich gebrauchsfähige Typen in einem Tempo gießen sonnten, und Mori hat in einer praktischen Rekonstruk tion des Verfahrens auch den Nachweis des Gelingens erbracht. Mori hat in seiner kleinen Schrift »Was hat Gutenberg erfunden?« auch auf einschlägige Versuche Gutenbergs in dessen Straßburger Zeit aufmerksam machen können. Alle Feststellungen über die Ergebnisse des Sundgußverfahrens treten aber zurück hinter der Bedeutung der Feststellung, daß Guten berg unbedingt durch die Erfindung des verstellbaren Handgieß instrumentes der Schöpfer der rationellen Schriftherstellung ge worden ist. Damit verträgt sich durchaus, daß Gutenbergs Früh- vcrsuche in Straßburg und die Herstellung der Frühlettern in Holland, eventuell auch in einem Zusammenhang, in der Genea logie der Technik figurieren. Auf keinen Fall kann die Entstehung der Buchstabenletter aus den Holztafeldruck zurückgeführt werden, der sich in Deutschland wie in Europa überhaupt auf die Darstellung von Bildern beschränkt hat. Zedler sieht im Rahmen seiner Ausführungen von der Frage nach der Genesis der Letter an sich ab, und läßt damit natürlich die Frage offen, öb ein Zusammenhang der altchinesischen Wort bildletter mit Costers primitiver Type anzunehmen ist. Die Forschung wird vor dieser Frage nicht stehen bleiben können, sie ist inzwischen auch durch die Ausnahme eines einschlägigen Beitrags eines chinesischen Gelehrten in den Jahresband 1929 des G u t e n b e r g - I a h r b u ch s angeschnitten worden. In dem hier erschienenen Aufsatz »Von der alten chinesischen B u ch d r u ck e r k u n st« erbringt der Lektor an der Universität Frankfurt a. M., vr. Ting Wen Au an den sehr interessanten Nachweis, daß auch im alten China die Erfindung der beweglichen Lettern unabhängig vom Blockdruck in die Erscheinung getreten ist. Diese Feststellung ist um so bedeutsamer, als der alte chinesische Holzschnittdruck von vornherein für die Herstellung literarischer Werke in Betracht gekommen und in großem Umfange dafür ver wertet worden ist. In der Zeit der Sun-Dynastie (951—1276) sind schon alle Klassiker in einer vielbändigen amtlichen Ausgabe in der Nationaldruckerei in Peking hergestellt worden. Die noch beizubringende Erklärung für den Übergang zum Druck von Satzformen ist für die chinesische Technik um so not wendiger, als der Satzdruck in China den Tafeldruck nicht verdrängt hat. Die chinesische Wortbildletter ist zwar leichter herzustellen als die kleine Buchstabenletter für die europäischen Sprachen, aber der für literarische Werke erforderliche Figurenschatz kann nicht in einem praktikablen Setzkasten untergebracht werden, da nicht weniger als 18 000 Zeichen in Betracht kommen. Daß sie wieder aus dem allgemeinen Gebrauch gekommen ist, hat aber nicht ver hindert, daß sie technisch bis zu den letzten Möglichkeiten entwickelt worden und nicht nur in Tonbrand und Holzschnitt, sondern auch in Messing- und Zinnguß unter Benutzung von Sandformen her- 166 gestellt worden ist. Fest steht auch, daß die stäbchenförmige Gestalt der altchinesischen Letter ihr Zusammenstellen zu Zeilen und deren Zusammenbauen zu Kolumnen in der Art der europäischen Technik ermöglicht hat. Natürlich ist es noch ein großer Schritt von der Wortbild letter zur Buchstabenletter, und cs ist schon gegenüber den geringen Abmessungen, die für letztere in Betracht kommen, ganz ausge schlossen, daß das Problem des Buchstabenletternsatzes einer wirk lichen Lösung zugesührt werden konnte, ohne daß das Problem der Schriftgießerei gelöst wurde. Daß erst Gutenberg die Lösung dieses Problems gelungen ist, das haben die Arbeiten von Zeidler und anderen deutschen Forschern Überzeugend nachgcwiesen. Diese Lösung bedeutet aber weit mehr als das Setzen des Schlußsteins in das Gebäude der Kunst, sie schafft vielmehr erst durch eine großartige Synthese der gangen Reiche der in Betracht kommenden Techniken die brauchbare Kunst, die Gebrauchskunst des Buchdrucks, an sich. Gutenberg bedeutet nicht einen Anfang, sondern eine Voll endung. Das in das rechte Licht gesetzt zu Haben, ist aber das besondere Verdienst von Zedler, dem für seine neue, ebenso kritische wie pietätvolle Arbeit der Dank aller Anwender und Nutznießer der Kunst und ihrer Freunde gebührt. Otto Wolters, Magdeburg. k'Olo-^U^L. 76 1?ot08 6er 2eit. 2u8amm6Nß08t. von v r a n 2 Kob ulliä öan l'sekickokci. LtuttZart: ^kaäsmiseksr Verlag vr. k'. Weäekiucl L Co. 20 LI., 74 lak. IM. 7.50. Der Aufschwung, den die Fotog raffe nach dem Kriege in allen Ländern nahm, ist bekannt. Zu welchen Resultaten sie bisher gekommen ist, zeigt das Buch des Münchner Kunsthistorikers vr. F. Roh und des Lehrers an der Münchener Meisterschule für Buch drucker I. T s ch i ch o l d, dem das internationale Material der Werk bundausstellung »Film und Foto« Stuttgart 1929 zugrunde liegt. Dieser aktuelle und vielseitige Querschnitt durch das fotografische Können von heute, repräsentiert ebensosehr in Arbeiten von Fach leuten wie von Laien, verdient auch von seiten aller am Buch Inter essierten ernste, gründliche Beachtung und Auseinandersetzung. Ob man es wünscht oder nicht, Tatsache ist, daß das Foto mehr und mehr sich einen Platz in Buch und Buchdruck erobert, und es kann jetzt nur darauf ankommen, daß dabei möglichst Mißgriffe und Fehler vermieden werden. Wie das möglich ist, dafür gibt das genannte Werk wertvolle Winke. Alle Arten fotografischer Reklame sind darin berücksichtigt, auf den Wert der Fotomontage für Schutz umschläge und Werbung wird besonders stark hingewiesen — Be deutung öes Malik^Verlags! —, die »erregende« Verbindung zwischen Foto und Schriftdruck gezeigt. Als Beispiele, die der Buchfachmann vor allem durchzudenken hat, seien genannt: Kartei von Sasha Stone, Buchumschlag von Feuerstein-Teige, Werbeblatt von Piet Zwart, Kinoplakat von Jan Tschichold. Abgesehen vom rein Fach lichen ist dieses äußerst lebendige und abwechselungsreiche Bilder buch in Verbindung mit der gehaltvollen Einleitung Nohs über »Mechanismus und Ausdruck« in jeder Hinsicht anregend und orien tierend, zu Beifall und Widerspruch in fast gleicher Weise heraus fordernd. Durch das Erscheinen in drei Sprachen — Deutsch, Fran zösisch, Englisch — ist die Möglichkeit weitester Verbreitung von vornherein gegeben. Dem Äußern des Buches — Blockbuch, steif broschiert in einer neuen Weise, besondere typografische Anord nung, Wegfall aller Versalien — hat I. Tschichold eine charakte ristische Form gegeben. München. vr. Annemarie Meiner. Kleine Mitteilungen Katalog deutscher Werke über theoretische Physik. — Der an läßlich einer Ende Februar in Lissabon stattfindenden Ausstellung vom Börsenverein hcrausgegebene und von der Deutschen Bücherei bearbeitete Katalog enthält eine Auswahl der neueren, wichtigsten und zur Zeit noch im Handel befindlichen Literatur über theoretische Physik. Dieser Katalog, der sich als ein sehr brauchbares kleines Werk zeug in der Hand des Forschers und Gelehrten erweisen wird, dürfte auch für das Sortiment zu Werbezwecken geeignet sein. Bei genügen dem Interesse ist der Verlag des Börseuvereins bereit, Sonderdrucke in Broschürenform — Umfang 36 Seiten Herstellen zu lassen. Der Preis des Heftchens wird etwa 30 Pfg. betragen. Sofortige Bedarss- angabe ist erwünscht.
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