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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.07.1939
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- 1939-07-20
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- 20.07.1939
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Reichsschrifttumskammer, Gruppe Buchhandel Ausschlüsse — Anschristgcsuche Der Herr Präsident der Reichsschrifttumskammer hat den Selbstverleger Leopold Capeller in Starnberg wegen mangelnder Zuverlässigkeit nach Z 10 der Ersten Verordnung zur Durchführung des Reichskulturkammergesetzes aus der Reichsschrifttumskammer, Gruppe Buchhandel, ausgeschlossen. Der Genannte ist daher nicht mehr berechtigt, sich im Zuständig keitsbereich der Reichsschrifttumskammer zu betätigen. Der Herr Präsident der Reichsschrifttumskammer hat durch Entscheidung vom 31. März 1939 den Buchvertreter Adam Braun, Saarbrücken H, Gräffstraße 5, geb. 16. Februar 1912, aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen. Damit ist dem Genannten jede Tätigkeit auf dem Gebiete der Reichsschrifttums kammer untersagt. Der Herr Präsident der Reichsschrifttumskammer hat mit Entscheidung vom 23. Mai 1939 die Buchvertrcterin Elsa Ege11ng, geb. 30. Juli 1899, wohnhaft Naumburg, Dechants grund 2, aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen. Damit ist der Genannten jede Tätigkeit aus dem Gebiete der Rcichs- schrifttumskammer untersagt. Der Buchvertreter Erich Klose, geb. am 15. Mai 1913 in Königshütte, zuletzt wohnhaft in Gleiwitz, Marienstraße 9 bei Anders, ist unbekannt verzogen. Es war bisher nicht möglich, seine derzeitige Anschrift und Beschästigungsfirma festzustcllen. Die Firmen des Reise- und Versandbuchhandels werden daher gebeten, der Reichsschrifttumskammer, Gruppe Buchhandel, Leipzig C 1, Hospitalstraße 11, I, Mitteilung zu machen, falls sie Herrn Klose beschäftigen oder seine Anschrift kennen. Der Buchvertreter Herbert Berg, geb. am 15. Sep tember 1907 in Osnabrück, zuletzt wohnhaft in Berlin SW 11, Kleinbeerenstraße 21, besitzt den Ausweis Nr. 8955. — Der Buch- Vertreter Heinrich Jäger, geb. am 23. März 1883 in Bot trop i. W., zuletzt wohnhaft in Köln/Rhein, Altengrabengäßchen Nr. 1, besitzt den Ausweis Nr. 8313. — Der Buchvertreter Günther Krüger, geb. am 13. Februar 1912 in Kicin, zu letzt wohnhaft in Leipzig C 1, Querstraße 12, besitzt den Ausweis Nr. 9111. — Der Buchvertreter Friedrich Putschandl, geb. am 4. Juli 1890 in Wien, zuletzt wohnhaft in Bamberg, Geierswörthstraße 10, besitzt den Ausweis Nr. 302. — Der Buch- Vertreter Alfred Schubert, geb. am 25. August 1886, wohnhaft zuletzt Berlin-Johannisthal, Kaiser-Wilhelm-Straße Nr. 20, II, besitzt den Ausweis Nr. 4029. — Der Buchvertreter Georg Wartscheck, geb. 20. November 1885, zuletzt wohn haft Berlin W 30, Luitpoldstraße 2, besitzt den Ausweis Nr. 2460. — Es war bisher nicht möglich, die derzeitige Anschrift und Beschästigungsfirma der Genannten fcstzustellen. Dis Fir men des Reise- und Versandbuchhandels werden daher gebeten, der Reichsschrifttumskammer — Abt. III — (Buchhandel), Leip zig C 1, Hospitalstraße 11, I, Mitteilung zu machen, falls sie sie beschäftigen oder ihre Anschrift kennen. Zum „Tag der Deutschen Kunst" 1939 Welch unvergleichliche Tage liegen hinter uns! Rings zit tert die Welt in Panik, und Kriegsgeschrci hallt durch die Län der. Angst, Unsicherheit, Zwietracht und Haß werden in den demokratischen Staaten zur Siedehitze geschürt. Das deutsche Volk aber feierte die deutsche Kunst, sein edelstes und höchstesGut. Ein Bürger Großbritanniens, Kapitän Stephen King-Hall, ließ unlängst im Auftrag seiner Vorgesetzten die Befürchtung laut werden, das deutsche Volk entferne sich zunehmend von seiner wahren europäischen Aufgabe. Das Machtgefühl trium phiere, der Wahn von der Gewalt sei zum Gott erhoben worden, Kultur, Recht und Sitte aber wären vergessen. Wir bedauern, daß es nicht möglich war, diesem Mann eine Freifahrkarte nach München zu senden, damit er dem Fest der deutschen Kunst hätte beiwohnen können. Nur schlecht würde er sich mehr eignen, einer blinden und feindselig-einfältigen Propaganda den Weg in unser Volk zu öffnen, das darüber allenfalls lacht und verwundert den Kopf schüttelt. Geehrter Herr Kapitän! Wir kennen unsere Aufgabe! Wir kennen unsere Mission! Wir sind stark nach außen, und wenn Ihnen dies als englischer Patriot nicht gefällt, so verstehen und würdigen wir das! Aber wir haben auch die geheimsten Sehn süchte aller Deutschen zur Erfüllung gebracht! Sehnsüchte, Herr Kapitän, die in Ihrem Lande nur auf einige Straßen des Londoner Westens, aus einige Landsitze und Schlösser beschränkt bleiben müssen. Sehnsüchte, auf deren Erfüllung in anderen Staaten nur die Begüterten hoffen dürfen. Die Kunst ist in den »Demokratien» eine Sache, die eine ge wisse Schicht angeht. Was das -Volk» betrifft, so hat es zu arbei ten, und wenn dies einige oder viele nicht mehr dürfen, so bleibt diesen immerhin überlassen, mit Dankbarkeit die Almosen einer kärglichen Unterstützung entgegenzunehmen. Sonst gibt es nichts... oder allenfalls einen Kinobesuch. Die Theater, die Kon zerthallen, die Kunstgalerien gehören diesem Volk nicht, sie haben mit diesem Volk nichts zu tun. Kultur? Die Sehnsucht nach innerer Bereicherung? Das hängt vom Geldbeutel ab, genau so, wie die Interessen dieser Völker von den Interessen der Finanz bestimmt werden. Und es strahlten die Straßen der Hauptstadt der Bewegung im herrlichsten Festschmuck! Ein Meer von Fahnen wogte. Licht strahlen verzauberten das Dunkel in leuchtend-unwirkliche Mär chenhelle. Tausende von Lämpchen glühten und flackerten vor jedem Fenster. Und es schien, als ob die berauschende Flut von Licht auch die Gesichter der Menschen zum frohen Leuchten brachte. Die Straßen durchzogen sie, sie lachten, und stolz durf ten sie sein auf solche Tage der Freude und Lebensbejahung. — Was ist Kunst anderes als höchster Dienst an Natur und Mensch? Unser deutsches Vaterland hat hier einen Beitrag geleistet, der sich sehen lassen kann. Deutsche Meister waren es, die dem Wend land die letzte Vollendung an Musik, an Malerei und an Dich tung schenkten. Ost freilich wurden diese Meister verkannt und verlacht. Ost standen sie allein. Ihr Werk gehörte Wenigen. Unser Führer hat es nunmehr uns allen ge schenkt. Die Kunst ins Volk, so lautete der stolze Spruch, den der Nationalsozialismus verwirklicht hat. Die Herren Kritiker des »demokratischen» Auslands sollten tatsächlich erwägen, ob dies nicht etwa doch einen beachtens werten Beitrag zu jener abendländischen Kultur bedeutet, die sie nur allzu gerne für sich allein in Beschlag nehmen. Am Sonntag eröffnete der Führer die Große Deutsche Kunstausstellung 1939. »Es ist aber nun so-, führte er dabei in seiner grundlegen den Rede aus, »daß geschlossene und damit befriedigende künst lerische Leistungen nur dann entstehen können, wenn sie zutiefst aus der eine Zeit beherrschenden Gedankenwelt aufgehen. In Epochen einer langsamen Auswirkung sieghafter poli tischer, weltanschaulicher und religiöser Gedanken ist es natür lich, daß sich im langen Lauf der Zeiten die künstlerische Produk tion von selbst — schon aus Gründen der Marktfähigkeit — in den Dienst der herrschenden Ideale mehr und mehr zu stellen pflegt. In Zeiten schneller revolutionärer Entwicklungen kann eine solche Anpassung nur durch einen ordnenden und leitenden Eingriff von oben geschehen. Die Träger der politischen und weltanschaulichen Formung der Völker müssen es versuchen, die künstlerischen Kräfte, selbst auf die Gefahr schwerer Eingriffe hin, im Sinne der allgemeinen 5«S Nr. 166 Donnerstag, den 20. Juli 1S39
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