Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.07.1939
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1939-07-01
- Erscheinungsdatum
- 01.07.1939
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19390701
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-193907013
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19390701
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1939
- Monat1939-07
- Tag1939-07-01
- Monat1939-07
- Jahr1939
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
„Der Buchhändler und die staatliche Schrifttumsführung" Gauversammlung des Berliner Buchhandels Nach zweijähriger Pause veranstaltete die Gruppe Buchhandel der Landesleitung Berlin der Neichsschriftturnskammer ihre diesjährige Gau versammlung, deren besonderes Merkmal der hervor ragende Besuch der Mitglieder aller Fachschaften war. In seiner Begrüßungsansprache konnte Gauobmann Gustav Lan genscheidt den Landesleiter der Reichsschrifttumskammer und stellvertretenden Leiter des Deutschen Buchhandels, Pg. Martin Wülsing, und den Redner des Abends, Ober regierungsrat Pg. Hein Schlecht, den stellvertretenden Leiter der Reichsschrifttunisabteilung im Reichsministerium für Volks aufklärung und Propaganda, begrüßen. Ehe Oberregicrungsrat Schlecht zum Thema des Abends sprach, erstattete Pg. Langenscheidt den Tätigkeitsbericht für 1938/39 der Landesleitung der Reichsschrifttumskammer beim Landeskulturwaller, Gau Berlin, Gruppe Buchhandel. Das schmale Heft, das den Besuchern der Gauversammlung vor gelegt wurde, umfaßt das Arbeitsergebnis eines schönen Auf- baujahrcs. Dieser Bericht gedenkt der historischen Tage des März und des Oktober 1938 und der allgemeinen kulturpoli tischen Leistungen im Berichtsjahr. In verschiedenen Abschnitten geht er auf die Vielfalt der Betätigung der Gruppe Buchhandel ein, widmet den kulturellen Veranstaltungen des Buchhandels besondere Aufmerksamkeit und gibt einen Überblick über dis Arbeiten der verschiedenen Fachschaften. Er würdigt den Einsatz des Berliner Gesamtbuchhandels während der »Woche des Deut schen Buches« und der »Fachbuchwerbung 1939», die Arbeit in den Fortbildungskursen, die Dichterlesungen, die Nachwuchs frage, die Gehilfcnprüsungen und deren Ergebnisse, die Arbeits wochen, die Entjudung des Berliner Buchhandels u. a. m. Pg. Langenscheidt fand herzliche Worte des Dankes für alle jene Helfer, die durch ihren selbstlosen Einsatz dazu beigetragen haben, das Ansehen der Gruppe Buchhandel im Gau Berlin zu heben und zu stärken. Oberregierungsrat Hein Schlecht, der von den Anwe senden herzlich begrüßt wurde, sprach zunächst von der Zeit, in der ihn selbst enge Bande mit dem Buchhandel und dem Ver lagswesen verknüpften. Es waren die Jahre, in denen es wirk lichen Buchhändlern schwer fiel, sich mit ihrer Arbeit durchzu setzen. Seither haben sich, so stellte er fest, die Zeiten geändert, sie seien nicht leichter, aber schöner geworden. Die neue Zeit habe den Buchhändler in die Lage versetzt, die schöne und für den verantwortungsbewußten geistigen Menschen befriedi gende Aufgabe zu erfüllen, die seinem Berufe als Träger und Vermittler deutscher Kultur den eigentlichen Sinn gebe. Im weiteren entwarf Schlecht ein Bild des deutschen Buch händlers, den auch die Systemzeit nicht von seinen eigentlichen Berufsaufgaben habe abbringen können. Heute habe die staat liche Schrifttumspropaganda solche wichtigen Gedankengänge aufgegrissen und pflege und fördere sie. Grundsätzliche Worte fand Schlecht für falsches Gerede über Buchzensur und für die Förderung der verlegerischen und buchhändlerischen Arbeit, die aufbauend und vorwärtsweisend wirkt. Eingehend auf die Förderung Stätigkeit des Staates wies Schlecht hin auf die »Jahrcsschau des deutschen Schrifttums«, auf die »Woche des Deutschen Buches«, die «Fachbuchwerbung« u. a. Neben dieser großen, in die breite Öffentlichkeit wirkenden Arbeit stehe, so betonte Schlecht, eine bis ins einzelne gehende Kleinarbeit, die laufende Sichtung der Verlagspro duktion, die Feststellung vorhandener Produk tionslücken, die enge Zusammenarbeit mit Verlag, Buchhandel und Autorenschaft, die Möglichkeiten der frucht baren Anregung und der geistigen Förderung. Ein uns alle angehendes Problem ist das der Über setzungen. Auch hier gaben die Ausführungen Schlechts wertvolle Aufschlüsse. Die Übersetzung aus der Fremdsprache solle in erster Linie ein Vermittler der Kultur des fremden Vol kes sein und uns in sein Denken, Fühlen und Wollen einführen. Nach diesen Gesichtspunkten habe auch die Auswahl der Über setzungen zu erfolgen. Für sie komme somit primär solches Schrifttum in Frage, das uns Kenntnisse und Erkenntnisse über die geistige Haltung, über das geschichtliche und politische Wollen der Völker vermittle. Selbstverständlich sei darin auch das schön geistige Schrifttum eingeschlossen. Auf diesem Gebiet seien be sonders die Schriften zu bejahen, die wirklich Neues und Gül tiges über die Geisteshaltung des Fremdvolkes gäben, also Werke volkhaften Charakters. Dagegen müßten Werke der leich ten Unterhaltung hier als belanglos angesehen werden, so die Detektiv- und Kriminalromane, die unserem Empfinden kaum entsprächen. Die Grundsätze, die Schlecht für die Übersetzungen aus der Fremdsprache entwickelte, wandte er entsprechend an für die Übersetzungen aus dem Deutschen in fremde Sprachen. Wich tig sei dabei vor allem die Herstellung einer Gleichberechtigung, die endlich aufräume mit dem be stehenden Mißverhältnis zwischen deutschen und fremden Über setzungen. Nach diesen Ausführungen wandte sich Oberregierungsrat Schlecht dem Problem des allgemeinen Unterhaltungs schrifttums zu. Wenn er die Buchhändler auffordere, gerade hier einen möglichst strengen Maßstab anzulegen, so habe das seinen besonderen Grund. Die Produkte der Vielschreiber und eine zweifelhafte Serienlitcratur seien das Arbeitsfeld von Verlegern, die mit ihrer freien Verantwortung nichts anderes anzufangcn wüßten, als eine rücksichtslose Profitpolitik zu trei ben. Der Buchhandel sei in seiner ganzen Breite in der Lage, im Kampf gegen die minderwertige Unterhaltungslektüre mit zuwirken. In diesem Zusammenhang ging Schlecht auch ein auf das Verhältnis zwischen Leihbuchhandel und Buchhandel und nannte die gute Leihbuchhandlung ein brauch bares Mittel zur Verbreitung des Schrifttums in den Volkskreisen, die von den Buchhandlungen nicht erfaßt würden. Im Anschluß daran behandelte Schlecht die Frage des Vortragswesens und der Dichterlesungen. Die nationalsozialistische Kultursührung habe großes Interesse dar an, den deutschen Dichter und sein Werk mit allen zur Ver fügung stehenden Mitteln dem Volke nahezubringen. Dichter lesungen bedeuteten für den Leser eine besondere Feier stunde, andererseits würden sie dem Dichter die unmittel bare Berührung mit seinen Lesern und damit Freude und innere Befriedigung bringen. Deshalb sei man immer bestrebt, in Stadt und Land fruchtbaren Boden für den Einsatz von Dichtern zu Lesungen vor allen Schichten des Volkes zu schaffen. Auch der Buchhändler gehöre draußen im Land zu den Wegbereitern solcher Arbeit, er helfe mit, den Dichter zu fördern und damit der kommenden Dichtung die Bahn zu ebnen. Zum Schlüsse wandte sich Schlecht der Zusammenarbeit von Staat und Partei zu, die er an den verschiedensten Beispielen erläuterte. So seien gerade die großen Propagandaaktionen, die Sogenannte „ältere" öuchhanöler! Die Arbeitswochen iyzy gehören auch Euch! Sie gehören zum Jungbuchhandel, das heißt aber nicht nur den siebzehn- und einundzwanzigjährigen allein, sondern allen aktiven Buchhändlern! Auf den letzten Arbeitswochen waren Buchhändler bis zum Alter von fünfzig und mehr Jahren wertvolle und prächtige Kameraden, darum meldet auch Ihr Euch zu den Arbeitswochen iyzy. 588 Nr. ISO Sonnabend, den 1. Juli 1939
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder