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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 24.11.1938
- Strukturtyp
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- 1938-11-24
- Erscheinungsdatum
- 24.11.1938
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- Deutsch
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In den Bibliotheken ist gesammelt, was unsere Vorfahren auf dem Felde des Geistes geackert haben, und das ist uns heute des sorgsamen Aufbewahrens wert. Mögen auch manche Bücher aus entfernten oder näheren Zeiten verstauben; jede Gruppe von Büchern kann, wenn die Zeit gekommen ist, wieder bedeu tungsvoll werden. Sie kann Material abgeben für geistigen Waf fengang. Was im Gedächtnis der Nation aufbewahrt ist, kann hervorgcholt und schlagartig verwandt werden. Alle Bibliotheken zusammen sind das Gedächtnis der Nation. Abschließend ging der Redner aus das Verhältnis von wissenschaftlichen Bibliotheken und Volksbüchereien ein. Auch die wissenschaftliche Bibliothek dient nicht einem abgelösten Bezirk der Wissenschaft, sondern dem Volk. An die Stelle der alten Volksbildung ist heute die Volkbildung getreten. Zu ihr bilden die Volksbüchereien eine notwendige Grundlage. Die Aufgaben beider Arten von Büchereien greisen ineinander und ergänzen sich zu einer Einheit. Diese Einheit wird gewährleistet durch die nationalsozialistische Weltanschauung. * Reichsleiter Nosenberg über Einsamkeit und Kameradschaft Einheit von Leben, Kunst und Weltanschauung die Quellen des schöpferischen deutschen Lebens In äußerst feierlichem Rahmen fand der erste Sitzungstag der fünften Reichsarbeitstagung des Amtes Schrifttumspflege und der Reichsstellc zur Förderung des deutschen Schrifttums mit einer Kundgebung in der Krolloper seinen Abschluß, auf der Reichsleiter Alfred Rosenberg das Wort ergriff. Einleitend dankte der Reichsleiter allen Mitarbeitern, die tatkräftig an der Ausgestaltung der großen Aufgaben auf dem Gebiet der Schrifttumspflege mitgeholfen haben. Reichsleiter Rosenberg führte dann u. a. folgendes aus: Die nationalsozialistische Bewegung hat den Anspruch er hoben, in allen wesentlichen Dingen die Gesamtheit ihres Volkes zu formen und sie zu vertreten. Sie hat deshalb vom ersten Tage ihrer Wirksamkeit an betont, daß die großen Schöpfungen der Menschheit stets unmittelbarer Ausdruck großer Persönlich keiten sind. Sie hat in ihrer ganzen Tätigkeit aber ebenso un zweideutig zum Ausdruck gebracht, daß diese große Persönlichkeit, selbst wenn sie oft sich in Gegensatz zu einer Gemeinschaft stellte, doch zutiefst in dieser Gemeinschaft verwurzelt war, ohne sie undenkbar ist, und daß der gegenseitige Widerspruch der meisten darin bestand, daß eben ein großes Talent oder gar ein Genie dem Denken der Umwelt um Jahrzehnte, oder gar um Jahr hunderte vorauseilte. Ohne den kühnen Gedankenflug großer Menschen würde das Leben erstarren oder in einer widerlichen Geschäftsheuchelei verlaufen und notwendigerweise dann in einem moralischen Sumpf enden. Und ohne das hemmende Schwergewicht einer sich langsamer fortentwickelnden Masse bliebe ein neuer Gedanke ohne jede dauernde Überprüfung und Härtung, die ihn gerade von einer bodenlosen Schwärmerei unterscheidet. Die letzten hundertundfünfzig Jahre zeigen uns auf dem einen Pol die Entartung der Persönlichkeit und auf dem anderen die Entartung des Gemeinschaftsgedankens. Es ist, glaube ich, hier das entscheidende Erlebnis der nationalsozialistischen Be wegung, daß sic das alte Verhältnis, das man abstrakt als zwischen Ich und Gesellschaft bestehend hinstcllte, nun mehr tiefer begriff als die alte notwendige Spannung zwischen Persönlichkeit und Gemeinschaft und, in der Aufgabe gesehen, als eine Spannung zwischen Einsamkeit und Kame radschaft. Das Erste ist also das Verhältnis der Menschen unter einander, das Zweite ist der Zustand, in dem diese Menschen zu wirken haben. Und hier hat die nationalsozialistische Bewegung mit einer großen Leidenschaft die Idee der Gemeinschaft als Arbeits- und Kampflameradschaft verkündet wie kaum jemals eine Bewegung in der deutschen Geschichte. Sie hat in extremer Darstellung dieser Gedanken das Wort aufgegriffen: Ich bin nichts, mein Volk ist alles! und wollte damit aussprcchen, daß jeder alles zu opfern hat, wenn es sich um die Rettung der deutschen Nation aus Schande und Knechtschaft handelt. Und diesen Opfern sind Tausende ge folgt; Hunderttausende und Millionen haben sich durch Wort und in der Tat für diese neue Kampfkameradschaft entschieden. Alles, was in diesen Jahren sich auf politischem, militärischem, sozialem Gebiet gebildet hat, steht im Zeichen dieses alle einigenden gro ßen Gedankens. Auch das, was als Berufsorganisation heute vorhanden ist, trägt das Schwergewicht der Arbeit nicht in der Betonung der an sich'berechtigten Interessen eines Berufes, sondern dieser wird hingestellt als ein gemeinsam mit allen mitarbeitendes Glied der deutschen Volks- und Kampfgemeinschaft. Wenn wir uns alle im Kampf um dieses Dasein des deut schen Volkes für diesen Satz: Ich bin nichts, mein Volk ist alles! bekannt haben, so ist damit wohl eine Verpflichtung für alle aus gesprochen worden, aber nicht eine Bewertung oder Herabminde rung der einzelnen großen Persönlichkeit. Wenn wir den Dingen von heute jetzt offen ins Auge sehen, so können wir sagen, daß der Kamps um die Volkskameradschaft im Prinzip ausgetragen, ist, daß die Kameradschaften unserer Bewegung Bestand der gesamten Na tion wurden, und mit Freuden können wir feststellen, daß Mil lionen und aber Millionen sich dieser großen Gemeinschaftsarbeit zur Verfügung gestellt haben. Aber wir haben auch mit aufmerk samen Augen die Vertretung des anderen Poles beobachtet, und ich für meine Person gestehe, daß ich diese Bewegung mit innerer Zustimmung und Anteilnahme verfolgt habe. Gegenüber dem von allen anerkannten Recht der Gesamtheit auf die Zeit und Arbeitskraft der einzelnen in- und außerhalb seines Berufes tritt die Forderung auch nach Beschaulichkeit, nach gesammelten Stunden, nach der Einsamkeit. Ich habe dieses Problem auf der Schulungstagung des diesjährigen Reichsparteitages in Nürnberg ausgegriffen und habe betont, daß, wenn wir uns selbst überprüfen, und wenn wir die anderen großen Menschen, gleich, auf welchem Gebiete, überschauen, wir wohl feststellen dürfen, daß die entscheidenden Entschlüsse Ergebnisse der einsamen Stunden dieser Großen gewesen sind. Wenn der Führer so oft und namentlich in Stunden notwendiger schwerer Entscheidung Berlin verläßt und sich in seine Berge begibt, so ist das nur das größte Symbol dafür, was auf anderen Gebieten und in verschiedenen Berufen eben falls Lebensnotwendigkeit für jeden darstellt. Und deshalb, deutsche Dichter und Künstler, wenn wir diese Tagung in das Zeichen der Einsamkeit gestellt haben, so wollen wir damit einer Notwendigkeit Rechnung tragen, die Sie ver treten müssen, um in der bewegten Zeit von heute Stunden der Sammlung zu haben, aber, und das ist ja wohl das Unter scheidende gegenüber der Betonung der Berechtigung der Ein samkeit in der Vergangenheit: diese Einsamkeit soll nicht eine Vereinzelung sein, sondern eine Kräftesamm lung für sich selbst, aber auch für uns alle! Deshalb ist es auch nicht ein Widerspruch, wie es vielleicht früher gewesen sein mag, daß sich hier eine große Kameradschaft wie die nationalsoziali stische Bewegung für das Recht der Einsamkeit ausspricht, denn sie weiß, daß dieser Einsame dann nicht allein ist, sondern daß er immer wieder in eine bodenverwurzelte Gemeinschaft zurück- kchrt und nicht der Gefahr unterliegt, nur ein abgesplitterter Teil eins Ganzen zu werden. Aber wir wissen ebensogut, daß eine solche Gesamthaltung nicht von jedem einzelnen nach beiden Seiten unbefangen durch gehalten werden kann. Die nationalsozialistische Bewegung muß deshalb so groß und so stark sein, daß sie stärkste Vertretungen SIS
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