lune in /ecier //rnLl'c/lt Lro)3e Oickkun?/ Emil Merker Der Weg der Anna Illing /?oma/r a«L ckem Luck/en/a/rckk. ^e/r. S.—, m Leme/r 6.S0 Das e^§r!e ck/- /^/-e§5e Das ist eine in jeder Hinsicht große Dichtung, voll innerer Kraft und Strenge. Wie oft hat man nicht bei uns die großen englischen, französischen und russischen Romanciers zu Vergleichen herangezogen — dieser deutsche Dichter hat keinen Ver gleich notig! Mit einer unheimlichen Gewalt strömt hier das Leben in schwellender Fülle, wird das innere Dasein eines durch seine Einsamkeit, durch seine fast un menschliche Opferbereitschaft ins Heldenhafte wachsenden Mädchens vom Lande ge schildert, das mit einer Unerbittlichkeit gegen sich selbst eine der höchsten sittlichen Forderungen bis ins letzte, kleinste erfüllt: der menschlichen Gemeinschaft — in diesem Falle der Familie—bis zur Selbstaufgabe zu dienen. Wie diese Anna Illing der Not steuert, um ihre Familie zusammenzuhalten, wie sie eine inbrünstige Leiden schaft verhält, um geläutert aus ihr hervorzugehen, wie sie bei aller seelischen Tapfer keit immer wieder tiefer vom Leben und in die Einsamkeit hinabgestoßen wird, dies ist das in eine einzige Gestalt verdichtete zeitlose Symbol ihrer eigenen Heimat. Es hat alles von der ersten bis zur letzten Zeile Gewicht, vom dramatischen Aufbau bis zum gedanklichen Gefüge, vom sittlichen Gehalt, von der Stilgebung bis zur Schil derung der einzelnen Gestalten. Diese Romandichtung ist ein Teil des unerschöpf lichen Lebens selbst, nur daß sie mehr Versöhnendes und größere seelische Tiefe ent hält, als in der Wirklichkeit oft zu finden ist. A Eugen DiederichS Verlag Jena