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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.10.1938
- Strukturtyp
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- 1938-10-20
- Erscheinungsdatum
- 20.10.1938
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- Deutsch
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Woche läuft ein Wettbewerb unter der Parole: »Schrifttum zum nordischen Gedanken.« Den Firmen — neunundzwanzig an der Zahl — wurde in einer Vorbesprechung weiter nichts nahegelegt als die Idee des nordischen Gedankens. Irgendwelche Literatur angaben wurden nicht gemacht, obwohl sie natürlich verlangt 1. Preis: Werner Hoffmann wurden. So war der Aussteller gezwungen, sich wirklich mit der Idee, die in der Aufgabe liegt, zu befassen, und darüber hinaus, die Literatur von sich aus auszuwählen. — Die Preiskommission trat dann mit folgenden Bewertungsfragen an das Fenster heran: 1. Verbundenheit zur Idee. 2. Wissenschaftliche und parteiamtliche Zulassung. 3. Verbundenheit mit dem nationalsozialistischen Gedanken gut. 4. Künstlerische Gestaltung. 5. Fachliche Gesichtspunkte. Jede Frage mußte durch einen Fachmann beantwortet werden und dementsprechend wurde das Fenster bewertet. Die Bewer tung nach dem Punkt 1 lag in Händen des Vorstehers des Ham burger Kontors der Nordischen Gesellschaft. Den Punkt 2 wertete der Leiter der Kulturabteilung der Nordischen Gesellschaft. Punkt 3 wertete ein Vertreter der hiesigen Rcichsstclle zur För derung des deutschen Schrifttums. Den Punkt 4 übernahm ein Professor der hiesigen Hochschule für bildende Kunst und der S. Punkt lag in den Händen des buchhändlerischen Landesob manns. Bei dieser Arbeit zeigte sich einmal, wie harmonisch eine 2. Preis: C. Bogsen-Volksbori Aufgabe durch Vertreter von verschiedenen Organisationen durchgeführt werden kann. Wie war nun das Ergebnis? Zur eigentlichen Auswertung kamen nur scchsundzwanzig Fenster, drei waren im letzten Augen blick zurückgetretcn. Ein Fenster mußte als völlig ungenügend ausscheiden, fünf konnten das Prädikat noch genügend erhalten, acht Fenster konnten als genügend angesehen wer den. Das Prädikat gut bekamen fünf Firmen und die Leistun gen von sieben Buchhandlungen waren sehr gut. Dieses Er gebnis darf als recht erfreulich angesehen werden, denn es sind doch zwölf Firmen der Aufgabe gerecht geworden. Bei den sieben besten Schaufenstern war die Auswertung insofern nicht leicht, als die Unterschiede in der Auswahl der Bücher und im Aufbau recht gering waren, sodaß einnial sogar das Los entscheiden mußte. Ausgezeichnet wurden folgende Firmen: Werner Hoffmann, Hammersteindamm 113 1. Preis, C. Boysen, Volksdorf 2. Preis, Kurt Saucke L Co., Bergstraße 23 3. Preis, Martha Moeller, Grindelallee 114 4. Preis, A. Blemke L Co., Poststraße 2 5. Preis. Die Firmen L. Friederichscn L Co. und Martin Riegel wurden bei der Bekanntgabe der Preise lobend erwähnt. Was war nun aber bei den anderen Firmen verkehrt oder ungenügend? Elf Firmen brachten durch die Bücher, die sie zeigten, zum Ausdruck, daß sic die Idee in ihrer ganzen Mög lichkeit nud Tragweite nicht erkannt hatten. Bei den gleichen Firmen fehlte auch die klare Herausstellung des national sozialistischen Gedankengutes. Fünf Firmen haben leider in der Gestaltung des Fensters in künstlerischer und fachlicher Hinsicht ganz versagt. Ein ordentlicher Aufbau der Bücher ist das min deste, was verlangt werden muß, auch wenn das Fenster im Raum beschränkt ist. Einige Firmen haben die Möglichkeit, die ihre Fenster boten, einfach nicht ausgenützt. Eine Buchhandlung zeigte eine originelle Reklamewirkung dadurch, daß sie die Aus lagenhöhe an den einzelnen Büchern anzeigte. Damit war die eigentliche Aufgabe aber nicht zu erfüllen. Im ganzen gesehen war die Auswertung der Fenster für die Kommission äußerst lehrreich. Am liebsten hätte sie die ge samten Hamburger Sortimentsbuchhändler vor die Fenster ge führt, um einmal an dem Beispiel zu zeigen, was grundsätzlich falsch oder gut und sehr gut war. Durch den Wettbewerb ist übrigens wieder einmal gezeigt worden, wie vielseitig der Sorti- mcntsbuchhändler sein muß und welche Kraft des Hineinfühlens in eine Aufgabe er aufzubringen hat, wenn er feinen Beruf richtig erfüllen soll. Dabei ist besonders zu beachten, daß er bei der Vielseitigkeit der Anforderungen, die fast täglich immer aufs neue und in den verschiedensten Formen an ihn gestellt werden, schon aus rein praktischen Gründen nicht die Möglichkeit hat, wirklich in die Tiefe der Probleme zu gehen. Zur Lösung seiner beruflichen Aufgabe gehört eine außerordentliche geistige Spann kraft, die zu erhalten der Sortimenter aufs äußerste bedacht sein muß, wenn er nicht den Sinn seines Berufes aufgeben will. Zum Schluß soll auch an dieser Stelle der Nordischen Ge sellschaft herzlich gedankt werden, daß sie dem Hamburger Buch handel diese schöne Aufgabe stellte und die besten Leistungen so großzügig ausgezeichnet hat. Martin Riegel. 846 Nr. 245 Donnerstag, den 20. Oktober 1938
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