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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 03.09.1938
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1938-09-03
- Erscheinungsdatum
- 03.09.1938
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- Deutsch
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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Saal zugängig lag die Ausstellung der »Dokumentation« mit ihren interessanten Darbietungen und Apparaten. Schon das allein hatte zur Folge, daß die Literatur-Ausstelluug während der ganzen Tagung ständig von früh bis abends stark besucht wurde. Mit der Durchführung war von der Kongreß-Leitung bzw. dem genannten Ausschuß die lädreria äell'Ilviversitä <1i Koma 8. beauftragt worden, die zu der Universität in Beziehung steht und ihre Geschäftsräume auch in einem der Universitätsgebäude selbst hat. Die besondere fachmännische Leitung lag in den Händen von vr. Ama- dasi, einem der Geschäftsführer der I^breria ckell' IlniversitL, gleich zeitig Dozent an der Universität. Nach Anregungen und Unterlagen, die der Verlag Chemie, Berlin, auf Wunsch der Union Internationale äs ekimie zur Ver fügung gestellt hatte, wurden die Bücher, wie aus dem Bild er sichtlich, ausgelegt, und zwar nicht international gemischt und nach Sachgebieten geordnet, sondern nach den an der Ausstellung teil nehmenden Ländern getrennt. Es ergaben sich dabei fünf Reihen mit einer Gesamtlänge von insgesamt etwa dreihundert laufenden Metern. An den beiden Enden des Mittelteiles, ebenso in einem Vorraum waren Tische und Stühle aufgestellt, um Gelegenheit zur ruhigen Durchsicht der einzelnen Bücher und Zeitschriften zu bieten, während auf breiten Tischen an dem, die ganze Breite einnehmenden hohen Fenster der einen Schmalseite des Saales entlang die von den Ver legern gelieferten Prospekte und Probenummern zur freien Be dienung der Besucher ausgelegt waren. (Nebenbei sei erwähnt, daß an einem Seitenplatz Limonaden den Besuchern kostenlos von einer großen italienischen Firma dargeboten wurden, willkommen bei dem warmen Wetter.) Ein gut geschultes, die vier Hauptsprachen (deutsch, englisch, französisch und italienisch) beherrschendes Personal stand neben vr. Amadasi den Besuchern unermüdlich zur Verfügung, wofür die Aussteller diesem Dank schuldig sind. Die englische Ausstellung wurde von einer, von der Okemieal 8oei6tx in London besonders entsandten Bibliothekars-Assistentin betreut. Die deutschen Bücher und Zeitschriften, nach den Hanpt- fachgebieten geordnet, hatten dank der an Ort und Stelle geführten Verhandlungen eines deutschen Verlegers wohl den günstigsten Platz erhalten, nämlich die den eintreteuden Besuchern zuerst ins Aage fallende ganze Längsseite des Mittelaufbaus und noch ein Drittel seiner Rückseite, d. h. also ungefähr ein Drittel der gesamten be legten Fläche. Sie kamen somit stark zur Geltung und fanden eine entsprechend lebhafte Beachtung. Ihnen gegenüber (auf dem Bilde rechts) war zunächst die italienische und weiterhin daneben die französische Literatur ausgestellt, an der entgegengesetzten Waud- seite links die englische, dann die amerikanische (U. S. A.) und die der noch beteiligten dreizehn anderen Staaten, die auch den Nest der Rückseite des Mittelteils "belegt hatten. Da die Ausstellung eine repräsentative sein sollte, war von der deutschen Sektion unter Vorsitz von Prof. vr. Kuhn-Heidelberg (Präsident der Deutschen Chemischen Gesellschaft), vier weiteren deut schen Gelehrten und Verlagsbuchhändler Senator e. h. H. Degener eine von letzterem vorbereitete sorgfältige Auswahl einschlägiger deutscher Literatur der Auslands-Abteilung des Börsenvereins vor geschlagen worden, die die Beschaffung der Bücher und ihre Über führung nach Nom besorgte. Die Ausstellung wurde, wie schon gesagt, sehr stark besucht, und es soll sich dementsprechend auch ein befriedigender direkter Erfolg gezeigt haben. Der Hauptwerk auch dieser Literatur-Ausstellung dürfte aber wohl in der allgemeinen Werbungzu erblicken sein, die von einer solchen Ausstellung ausgeht. Diese Werbung wird sich, auf lange Sicht gesehen, auch für die deutsche -Literatur noch weiter auswirken, insbesondere da sie auf die Besucher sowohl dank ihrer Güte wie auch ihrer Menge unbestreitbar großen Eindruck gemacht hat. Sie führte überzeugenden Beweis von der unermüdlichen und intensiven Arbeit des nationalsozialistischen Deutschlands auch auf diesem Gebiete, ebenfo wie die über achtzig (von im ganzen fast fünfhundert) Vorträge und Berichte, die deutsche Gelehrte aus dein Kongreß hielten und von denen einige geradezu stürmischen Beifall fanden. So feierte z. B. der französische Gelehrte Fourneau in seiner Ansprache nach dem großen Vortrag von Prof. Butenandt über »Neue Probleme der biologischen Chemie« diesen als den »Michelangelo der Chemie«, universell und Meister in seinen Ausführungen auf dem weitverzweigten Gebiete der Chemie, wie es Michelangelo auf dem der Kunst gewesen sei. Um nun die Ausstellung auch weiterhin Früchte tragen zu lassen, besteht die Absicht, die damals ausgestellten Bücher soweit als möglich zum Grundstock einer auf idem laufenden zu haltenden Dauerausstellung neuer chemischer -Fachliteratur bei der kibrsiia ckoll'Uuivorsitä cki Koma in Räumen der Cittä klniversl- taria cki Koma zu verwenden. Über die Bedeutung der Steigerung des Absatzes deutscher Lite ratur nach dem Auslande braucht an dieser Stelle kaum etwas ge sagt zu werden. Trotzdem soll ein einziger Satz aus einer ausländi schen kritischen Besprechung über ein großes deutsches wissenschaft liches Werk*) zitiert werden: »Es lohnt sich, deutsch zu lernen, um dieses Werk lesen zu können!« Was es heißt, die Kenntnis der deut schen Sprache im Ausland zu fördern, was damit für Deutschland gewonnen wird und was daraus für Folgerungen zu ziehen sind, dürfte jedem unserer Leser klar sein. Erlebnis der Landschaft Erste Mecklenburgische Arbeitswoche des Jungbuchhandels in Bad Doberan Weit geht der Blick über das offene Land am Meer, hell singt der Wind sein Lied, ununterbrochen schlagen die Wellen der Ostsee an den Strand, und über alles spannt der Himmel seine grenzen lose Weite. Schön ist dieses Land Mecklenburg, schön, wenn die Sonne über Meer, Seen, Acker und Wiesen scheint, und schön, wenn der Sturmwind darüberbranst. Mit Hellen, frohen und wachen Augen schreiten junge Menschen durch diese Landschaft, Menschen aus der Stadt; und all die auf gespeicherte Sehnsucht vieler Monate, doppelt schwer in Läden und Büroräumen zu ertragen, alle unerfüllten Träume werden beglückende Wirklichkeit. Ein Märchen scheint sich zu erfüllen. Wie könnte das auch anders sein, hier, wo dem Menschen dieser Landschaft noch Märchen und Sagen vertraut sind, wo in stillen Sommernächten sich der Himmel der Erde zu nähern scheint. Dank euch, Erhard Wittek und Rudolf Ahlers, daß ihr uns gerade hierher geführt habt, wo die Landschaft es vermochte, baß bas von der Arbeitswoche gestellte Thema »Niederdeutsche Dichtung« allen Teilnehmern ein so fest umrissener Begriff wurde, wie er durch kein noch so klug und praktisch ausgebautes Referat allein hätte werden können. Dank auch euch, Johannes Beer und Gerhard Ningeling, daß ihr es vermocht habt, eure Vorträge und Arbeits gemeinschaften so zu gestalten, daß Landschaft und Menschen lebens nah und blutvoll vor uns erstanden und daß ihr so die Voraussetzung schuft, daß für eine Woche Timm Kröger, Theodor Storm, Wilhelm Naabe, Johann Hinrich Fehrs und mancher andere unter uns weilten und das niederdeutsche Schrifttum der Gegenwart mit seinen markantesten Vertretern uns aufgeschlossen wurde. Außerordentlich glücklich war der Gedanke, gleich am ersten Tage, also vor Beginn der eigentlichen Arbeit, eine gemeinsame Ganz tageswanderung in das Fischland unter Führung von Gerhard Ningeling durchzuführen, dessen dichterisches Schaffen gerade diesem Teil der Küste gilt. Bei der Dampferfahrt Uber den Bodden, beim *) Gmelins Handbuch der anorganischen Chemie. 685
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