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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.04.1934
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1934-04-07
- Erscheinungsdatum
- 07.04.1934
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- Deutsch
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X- 80, 7. April 1934. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. b. Dtschn Buchhandel. Gehilfenprüfungen 1934. Rheinland-Westfalen. Der Krcisverein der Rheinisch-Westfälischen Buchhändler hielt seine 1. pfltchtmäßige Gehilsenprüfung am 18. März 1934 in Köln ab. Es waren zwei Priisuugskommissionen gebildet worden, von denen die eine unter dem Borsitz des Herrn Walter Plaeschke, Krefeld, in der Gildebuchhanblung, die andere unter dem Vorsitz des Herr» Max Francke, Köln, in der Buchhandlung Paul Neubner tagte. Jeder Kommission waren zwöls Prüflinge zugeteilt, die wieder in Gruppen zu dreien zusammengefaßt waren. Sämtliche vierundzwanzig Prüf linge konnten aus Grund ihrer mündlichen und schriftlichen Leistungen mit dem Zeugnis »Bestanden« entlassen werden. Ein Prüfling, Fräulein Ilse Beilingrvdt im Hause des Herr» Paul Neubner, Köln, erhielt das nur in Ausnahmefällen zu verleihende Prädikat »Mit Auszeichnung bestanden«. Außerdem konnten vier Prüflinge auf Grund ihrer guten Leistungen eine Buchprämie zuerteilt be kommen! sie erhielte» die »Geschichte des Kretsvcreins der Rheinisch- Westfälischen Buchhändler von Prof. vr. Menz» mit Widmung. Das Gesamtergebnis bot ein durchweg erfreuliches Bild vom Wollen und Können des buchhändlerischen Nachwuchses im Kreis vereinsgebiet. Doch befriedigten die Ergebnisse der mündlichen Prüfung mehr als die schriftlichen Arbeiten. Dabei wurde allerdings, im Anschluß au die Weimarer Besprechungen, in diesem Jahr weit gehend Rücksicht aus die Sondcrneigungen und die Spezialvorbildung der einzelnen Lehrlinge genommen. De» Abschluß des Tages bildete eine kleine Festlichkeit, welche der Kreisverein in Gemeinschaft mit dem Ortsverein Kölner Buch händler de» Prüflingen, ihren Prüfern, Lehrherren und sonstigen Freunde» im Hotel »Kölner Hof« gab. Nach der Begrüßungsansprache des Borsitzenden des Kölner Ortsvereins, Herrn Bettschart, verteilte der Vorsitzende des Kreisvercins, Herr Paul Hammerschmldt-Hagen, die Zeugnisse und Biicherprämien und gab seiner Freude über die guten Ergebnisse der Prüfung Ausdruck. Gleichzeitig gab er den Prüflingen herzliche Wünsche mit für die weitere Arbeit in unserm schönen Berus. Für die Prüflinge antwortete Herr Girardet im Hause Ludwig Nöhrscheid, Bonn. — Die Ftdelitas wurde eröffnet durch die Vorlesung der Prüfungsarbeit des Herrn Ramseger im Hause Max Röder, Mülheim, über das Barsortiment, der das Thema in humoristischer, doch inhaltlich durchaus befriedigender Weise behandelt hatte und einen stürmischen Hciterkeilsersolg errang. Da der Kreisverein am 22. April in Elberfeld und am 9. Mai in Hagen eine» weiteren Priifungstermin abhält, wird auf die Er fahrungen bei allen drei Prüfungen nochmals im Zusammenhang zurllckzukommcn sein. H. F. S. Sachsen. Die eigenen Erfahrungen bei der vorjährigen Prüfung, ver bunden mit den in Weimar gewonnenen Erkenntnissen hatten uns darin bestärkt, an der Gruppenprüfung sestzuhalten; nur so war es auch möglich, alle Prüflinge an einem Tage zu prüfen. Vierund zwanzig Meldungen, darunter sieben von jungen Damen, waren nach und »ach so eingegange», baß sie zur Prüfung zugelassen werden konnten; drei noch später in unzulänglicher Form eingehende Meldun gen mußten mit einem Hinweis aus die Vorschriften auf die nächst jährige Prüfung verwiesen werden. Wie im vergangenen Jahre hatten wir jedem Prüfling zwei schriftliche Arbeiten gegeben, die unter Klausur anzufertigen waren. Die Themen lauteten: 1. Was haben Sie im letzten Jahr gelesen, was erscheint Ihnen davon besonders empfehlenswert, und schildern Sie den Inhalt eines dieser Werke. 2. Welche Ausgaben hat der Buchhandel im neuen Staat? Drei Prüflinge aus den Großstädten hatten Arbeiten abgeliefert, die nur mit genügend bezeichnet werden konnten, wogegen ihre mündlichen Leistungen gut waren. Diesen standen die Arbeiten von drei Prüflingen gegenüber, die in jeder Weise ganz hervorragend waren. Zwei weitere Arbeiten entsprachen zwar nicht ganz den schlichten, klaren Themen, müssen aber als fleißige, tiefgründige uni geistreiche Arbeiten gewertet werden. Alle anderen Arbeiten zeigten guten Geschmack, gutes Urteil, gute Schilderungen — oft über das geforderte Maß hinaus — und sichere Erkenntnis unserer Aufgaben. Die mündliche Prüfung fand in den hierzu ganz besonders ge eigneten Räumen der Buchhandlung von Zahn L Jaensch statt. Ge prüft wurde in Gruppen zu je sechs Prüflingen. An sechs großen Arbeitstischen konnten zunächst die aus einem Bogen vorbereiteten praktischen Arbeite» ungestört erledigt werden: Bestellbuchfllhrung, Kontenabschluß, Rcmissionsarbeiten, Werbebrief, Ansichtssendung, Aufstellung der wichtigsten Werke der Urgeschichte und Nassenkunde. Hierzu standen 39 bis 4ll Minuten zur Verfügung. Was fertig war, 308 wurde sogleich begutachtet und diese Arbeiten wurden bei der nun folgenden mündliche» Prüfung mit herangezogen. Sie wurde sehr lebendig gestaltet und zeigte, daß man in einer Stunde auf alle Punkte eiugche» und sich ein Bild von dem Prüfling machen kann. Vorbildlich war ein Verkaufsgespräch von Fräulein E. Krenzel, Chemnitz. Das Gesamtergebnis kann als gut bezeichnet werden, hierzu dürften wohl auch die Dresdner Vorbereitungskurse mit beigetragen haben.. An der mündlichen Prüfung waren außer dem Unterzeichneten im weitesten Maße die Herren Oltmanns, Voigt und bei einer Gruppe Herr Liebe beteiligt, wofür diese» Herren auch an dieser Stelle herzlichst gedankt sei. Geprüft wurde von 9 bis 17X Uhr, mit nur halbstündiger Pause zwischen der zweiten und dritten Gruppe. Großenhain. Otto Seifert. Die Zeitung wirbt für das Buch. Ergebnis und Auswertung einer Umfrage. Von Otto R. Gervais. Seitdem der Eugen Dieberichs Verlag im Jahre 1915 zum ersten mal in präziser Form und durch eine Umfrage eine »Marktanalyse« herausgab sBörsenblatt 191b, Nr. 393), ist fast in jedem Jahre der Versuch gemacht worden, die Frage zu beantworten: »Wie werden Bücher gekauft?« Schon das erste Resultat zeigte durch die Beant wortung einiger tausend Fragezettel, die den Verlagserscheinungen des Dicderichs-Verlagcs beigegeben waren, daß die viel geschmähte Buchrezension einen Hauptfaktor in der Motivstatistik darstellt. Von 1990 Käufern wurden zum Erwerb des Buches veranlaßt: 399 durch Zeitungsbesprechungen, 299 durch Verlagsprospekte, 179 durch persönliche Empfehlung, 179 durch Empfehlung von Buchhändlern und Schaufenster reklame, 199 durch die Bekanntschaft mit anderen Werken desselben Verfassers, 29 durch Vorträge, 19 durch Empfehlungen in Büchern, 19 durch eigenes Studium, 19 waren nach dem Lesen gekauft, 7 durch persönliche Bekanntschaft mit dem Verfasser, 3 des Einbandes wegen. »Wenn auch«, wie Eugen Diederichs meinte, -diese Zahlen eine deutliche Sprache reden, so setzen sie doch bereits eine Käuferschicht voraus, die für das kulturell hohe Niveau der Produktion prädesti niert erscheint». Das geht auch schon daraus hervor, daß die Rezen sionen in der »Frankfurter Zeitung-, »Vossischcn«, »Deutschen Allge meinen Zeitung«, »Velhagen und Klasings Monatsheften« usw. ge nannt werden, daß also ein gepflegtes Feuilleton von dieser Schicht Leser und Käufer ausgesucht wird. Schon anders sieht eine Käufer-Analyse aus, die Horst Klie- mann 1927 gibt. sBörsenblatt Nr. 222.) Er legt ein umfangreiches Material des Karl-May-Verlages vor. Auch dieses setzt naturgemäß eine bestimmte KLuserschicht voraus; vor allem die Jugend. Von 115 489 Karten, die den Werken beilagen, wurden 17 935 beantwortet. Hier tritt also bereits das statistische Gesetz der Großen Zahl in Kraft, das einen ziemlich zuverlässigen Quotienten finden läßt. Uns interessiert die Frage nach der Kaufveranlassung, und die Antwort sieht so aus: Leihbücherei 5,5°/° Vorheriges Lesen anderer Bände 44,4°/» Durch Dritte empfohlen . . . 8,45°/» Inserate 1,8"/» Auslage im Fenster 1,4"/» Weihnachtsgeschenk 29,15t>/» Geburtstagsgeschenk 11,5°/» Geschenk und versch. Gelegenh. . 7,45°/° Neben dem Fehler, der in der Beurteilung dieses Materials gemacht wurde, indem man nämlich die Geschenk-Käufer mitzählte, die völlig indifferent sind, da sie zu jener Gruppe (zu 75°/°> gehören, die der Buchhändler berät, liegt vor allem der Mangel einer All- gemetngllltigkeit in der Leserschicht selbst, ohne daß damit etwa ge sagt sein soll, daß der Erzähler Karl May nur in literarisch an spruchslose Kreise gedrungen wäre. Man hätte jedoch das Material nach einer anderen Seite interessanter gestalten können, indem man nicht nur die Berufsschichten feststellte swie es getan wurde), sondern
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