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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 13.12.1922
- Strukturtyp
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- 1922-12-13
- Erscheinungsdatum
- 13.12.1922
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- Deutsch
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gegcnkommcnden Haltung des Vorstan'dS des Arbeitgeberverbandes — ein leidlicher Friede geherrscht hat, mit dem Einsetzen eines allgemeinen Streiks in diesen Tagen gedroht. Fm Interesse aller Beteiligten, auch des Publikums, ist zu hoffen, das; cs nicht zur Ausführung dieser Drohung kommen und das; die namentlich zu dieser Zeit dringend not wendige Verständigung gefunden werben wird. Die Vorgeschichte dieses unliebsamen Zivischenfalls stellt sich folgendermaßen dar: Ende August d. I. war der Kollektivvertrag, zufolge beiderseitiger Kündigung, aligelaüfen, und bereits Wochen vorher wurde mit der Be ratung eines neuen Vertrags sowie eines Dienstzettels, der für den Angestellten bestimmt war und die besonderen, für den einzelnen Fall gültigen Punkte (Einteilung in die Gehaltsklasse, Arbeitszeit usw.) regeln sollte, begonnen. Uber jeden einzelnen Punkt, ja oft über ein einzelnes Wort entstanden lange Debatten, und so kam cs, daß sich der vertragslöse Zustand länger, als gedacht war, hinzog. Es mußte also ein Beschluß gefaßt werden, daß die Geltungsdauer des abge laufenen Kollektiv-vertrags verlängert werde. Es war ungemein schwierig, eine zu diesem Zwecke cinberufene Ilnternchmerversamm- .tung zu bewegen, dem Wunsche der Angestellten zu entsprechen und sich mit der Verlängerung bis 31. Januar 1923 einverstanden zu erklären. Nun aber forderten die Vertreter der Angestellten, über ihre vorherige Erklärung hinausgehend, die Verlängerung bis 28. Februar 1923. Gründe dafür anzugeben, unterließen sie, doch kann man darüber seine Vermutungen haben. Ties ist der Stand des Konflikts, der nun durch die Vermittlung der Arbeiterkammer, eventuell durch den Streik ausgetragen werden soll. Wie opferwillig die Vertretung der Arbeitgeber war, läßt sich aus dem Umstande ersehen, daß diese am 29. November trotz der infolge des Preisabbaues der Nahrung, Bekleidung usw. bereits durch zwei Monate anhaltenden n e g a t i v c n Index ziffer und trotz der Bereitwilligkeit der Vertreter der Angestellten, mit einer Reduzierung der Bezüge um 5°/, einverstanden zu sein, be schloß, von diesem Zugeständnis keinen Gebrauch zu machen und die Zahlung des Gehalts in u n v e r m i n d e r t e r H öh e anzuordncu. Dieser Beschluß, der von Kennern der Sachlage mit dem alten Worte »päpstlicher als der Papst« gekennzeichnet wurde, erscheint nun seitens der Angestellten durch dir Drohung mit der Arbeitseinstellung belohnt. Wien, den 9. Dezember 1922. Friedrich Schiller. Für Auslaudliescrungen. Der Reichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligungen hat nachstehende Umrechnungskurse nach dem Stande vom 11. Dezember 1922, gültig für die Zeit vom 13.—19. De zember 1922, festgesetzt, die von den Außcnhandclsnebcnsteltcn bei der Umrechnung von Fakturen in ausländischer Währung zur Ermittlung der Gebühren usw. benutzt werden: Ägypten 1500.- Italien 350.- Amerika 6800.- Japan 3300.- Argentinien G. 5800.- Jugoslavien 81.- P. 2600.— Luxemburg 440.— Belgien 440. Mexiko 3900.— Brasilien 820 — Norwegen 1300.— Bulgarien 53.— Österreich 100 Kr. 9.40 Chile G. 1209.— Polen —.40 — P. 773.— Portugal 276.— Dänemark 1400 — Rumänien 40 — England 1660.— Schweden 1900- Finnland ' 180.- Schweiz 1300- Frankreich 480.— Spanien 1100.- Griechenland 80.- Tschechoslowakei 220.— Holland 2800.— Ungarn 2.80 Uruguay 5309. Berliner Bibliophilen-Abcnd. Am 5. Dezember fand ein Vortrag des Herrn Architekten Weschke über: »Die Technik der mo dernen N c p r o d n k t io n s v c r f a h r e n« statt. In sehr licht voller Weise behandelte in freier Rede der Vortragende das Thema, cngesaugcn von den Blockbüchcrn bis zum modernsten Offset-Verfahren, und konnte den -Hörern, besoßders auch in der dem Vortrage folgenden Diskussion, viel Neues oder ihnen bis dahin wenig Bekanntes Mit teilen. Herr 1)r. Zolles legte nach diesem Vortrag ein interessantes Werk aus dem 18. Jahrhundert vor, welches von einem adligen italie nischen Alchimisten handelte, der im 18. Jahrhundert am preußischen Königshofe sein Wesen trieb und der schließlich iu Potsdam an einem mit Goldflittcrpapicr verzierten Galgen gehängt wurde. Im An schluß daran konnte eine Anzahl Mitglieder Beiträge zur Kenntnis der überaus großen alchimistischen Literatur liefern. Ein Beschluß, in dem Bedenken gegen die von der »Gesellschaft der Bibliophilen« vor kurzem in der Breslauer Generalversammlung eingefllhrte, dem Buchhandel nachgeahmte Schlüsselzahl geäußert wurden, wurde gefaßt. — Mit glieder aus dem Buchhandel, die sich für Bibliophilie interessieren und der Vereinigung beizutreten wünschen, wollen sich an vr. Junk in Berlin wenden. Goldankausspreis. — Der Ankauf von Gold durch Reichsbank und Post erfolgt in der Woche vom 11. bis 17. Dezember unverändert zum Preise von 20 000 Mark für ein 20-Markstück, 10 000 Mark für ein 10-Markftllck. Für Neichssilbcrmünzen wird der OOOfachc Betrag des Nennwertes gezahlt. Liste der Verleger, die sich der Schlüsselzahl des Börscnvcreins und des Deutschen Verlegcrvercins angcschlosscn haben. — In der heutigen Nummer Seite 14 261—14 270 ist das 10. (vervollständigte) Verlegerverzeichnis abgedruckt. - PersülilllnllAiüiteli. 50. Geburtstag. — Es wird uns geschrieben: Herr Verlagsbuch- Händler Bruno Eassirer in Berlin beging am 12. Dezember seinen fünfzigsten Geburtstag. Aus diesem Anlaß sei darauf hinge wiesen, daß wir ihm eine lange Reihe vorbildlicher Bücher verdanken. Vorbildlich von seiten der künstlerischen und geistigen Initiative und auch von seiten der äußeren Form. Man kann von Bruno Eassirer sagen, daß er seine Bücher wahrhaft von innen heraus produzier:. Er tut es, indem er den Autoren fruchtbare Aufgaben stellt, indem er Künstler zu neuen Arbeiten anregt oder sie gar als Talente der Buch ausstattung und Illustration entdeckt hat, indem er für jedes Buch un- schematisch, mit Hilfe von ihm selbst zur Qualitätsarbeit erzogener Handwerker, eine besondere Form erfindet, kurz, indem er als Verleger eine Persönlichkeit ist und sein eigenes Wollen, seinen eigenen Ge schmack durchsetzt. Wenn wir alles entbehren müßten, was der Verlag uns im Laufe von fünfundzwanzig Jahren dargeboten hat, so müßten wir einen Teil unseres schönsten modernen Kulturgutes entbehren. Künstler wie Mur Liebermann, Lovis Corinth, Max Slevogt, Karl Walser u. a., Gelehrte wie Wilhelm von Bode, Max I. Fricdländcr. Adolf Goldschmidt, Curt Glaser, Emil Waldmann, Schriftsteller wie Kail Scheffler, Herbert Eulenberg, Erich Hancke usw. sind fest mit dem Verlag verwachsen und geben ihm im Verein mit dem Willen des Verlegers das Gesicht. Der Beruf hat Ursache, bei Gelegenheit dieses Tages Bruno Eassirer zu ehren, weil er den Beruf ehrt. Tenn alles, was im Vcrlegerberuf hochwertig und ideell ist, findet in Bruno Cas sirer einen der charaktervollsten und erfolgreichsten Vertreter. 8^ Gestorben: am 8. Dezember unerwartet an Herzschwäche der frühere Buch druckereibesitzer und Verlagsbuchhändler Herr Hans Arthur Kreysing in Brunshaupt cn i. Mecklbg. Der Verstorbene hatte am 20. Juni 1890 von seinem Vater die nicht unbedeutende Buchdruckerei G. Kreysing in Leipzig geerbt, die seit Jahrzehnten das Adreßbuch des Deutschen Buchhandels hersteklt. Ein kleiner Verlag hatte sich dazugesellt. Vor mehreren Jahren hatte sich Kreysing ins Privatleben zurückgezogen und seinen Wohnsitz in dem freundlichen mecklenburgischen Seebade Brunshaupten genommen: ferner: der Seniorchef der Firma M. Hiller vorm. Michelly in Königs berg i. Pr., Herr Max Cohn, der seit 1892, erst mit Max Hiller, in den letzten Jahren mit Herrn Walter Magnus die 1823 gegründete Firma geleitet hat: ferner: in Marienthal bei Münster Herr August Hcissing, Buch Händler zu Dorste n in Westfalen. Nachdem der Verstorbene sich in Emmerich, Zwickau, Metz, Geldern und Düsseldorf ausgebildet hatte, machte er sich in Dorsten, seiner Vaterstadt, selbständig. Er hat namentlich auf dem Gebiete des Bah»- hofsl'uchhandcls gute Erfolge zu verzeichnen gehabt. Hans Daffis f. — Der Oberbibliothckar der Preußischen Staats bibliothek, Professor vr. Hans Daffis, ist im 47. Lebensjahre in Berlin gestorben. Von seinen Schriften seien genannt: I. I. Engel als Dramatiker (1899), Shakespeare-Bibliographie (1907 ff.), Hamlet aus der deutschen Bühne bis zur Gegenwart (1912), Register zum Archiv für neuere Sprachen, Bd. 121—130 (1913). Daffis gab heraus: Heines Werke (Tempel-Klassiker), Bd. VII, VIII (1910), (Triauon- Ausgabe) (1913, III); mit Erich Schmidt u. a. gab er die Jahres berichte für neuere deutsche Literaturgeschichte heraus.
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