13148 Börsenblatt f. l>. Dtschn. Buchhandel. Künftig erscheinende Bücher. ^ 254, 2. November 1910. (Z) Demnächst wird erscheinen: Lebenserinnerungen des Generalleutnants Karl von Wedel Herausgegeben von Curt Troeger Erster Teil: 1783—1810. Llmfang 168 Seiten gr. 8°. M. 3.— ord., M. 2.25 netto; in Leinen gebunden M. 4.— ord., M. 3.— netto. Die hier zum ersten Male veröffentlichten Lebenserinnerungen des 1858 verstorbenen General leutnants v. Wedel bilden einen weiteren wertvollen Baustein zur Geschichte Preußens am Anfang des 19. Jahrhunderts. Sie waren eigentlich nur für die Familie bestimmt und geben daher ein sehr ursprüngliches Bild jener Zeit. Im Alter von kaum 13 Jahren trat Wedel 1796 nach damaliger Sitte als „Gefreiter-Korporal" in das von seinem Vater geführte Infanterie- Regiment von Kalckstein Nr. 5 in Magdeburg ein. Die angesehene Stellung seines Vaters und der Llmstand, daß das gastfreie Laus seiner Mutter den geselligen Mittelpunkt von Magdeburg bildete, ließen ihn dem Prinzen Louis Ferdinand näher treten. Wir erhalten eine packende, dramatisch belebte Schilderung des Feldzuges von 1806, in der Wedel bei Auerstedt kämpfte, und des Rückzuges der geschlagenen Truppen nach Magdeburg, wo er Zeuge der unrühm lichen Übergabe der Festung wurde. Jedoch gelang ihm, in Verkleidung aus der Stadt zu entkommen und unter großen Gefahren und nach langen Irrfahrten über Hamburg, wo er Blücher begrüßte, und Kopenhagen mitten im Winter Memel zu erreichen. Im Hauptquartier seines Oheims, des Generals von Bennigsen, nahm er an den kriegerischen Unternehmungen von 1807 teil und erlebte im Gefolge Friedrich Wilhelms III. die schmerzlichen Tage von Tilsit, wo er Napoleon gegenüber stand, der auch einige Worte an ihn richtete. Wie die Darstellung dieser wechselvollen Begebenheiten fesseln auch die Abschnitte der Memoiren, die von seinen persönlichen Geschicken, seiner Verlobung und Verheiratung im Jahre 1809, ferner von dem Zuge Schills, der Rückkehr des Königspaares nach Berlin und dem Tod der Königin Luise berichten, durch einen eigentümlichen intimen Reiz. Wir empfehlen das inhaltreiche Memoirenwerk, dessen in Vorbereitung befindlicher zweiter Teil die Jahre 1810—1815 umfaßt, besonderer Aufmerksamkeit und bitten um freundliche tätige Verwendung. Berlin 8VV. 68. E. S. Mittler sr Sohn