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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.10.1910
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1910-10-07
- Erscheinungsdatum
- 07.10.1910
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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233, 7. Oktober 1910 Nichtamtlicher Teil. ' Börsenblatt f. d., Mschn. Buchhandel. 11643 wandten Mittel bekanntzugeben, damit diese nötigen falls den Beteiligten mitgeteilt werden können.« Das Permanente Bureau ersucht im Anschluß, diesen Beschluß den Mitgliedern des Börsenvereins zur Kenntnis zu geben, und ihm etwaige Mitteilungen über die Vermitt lungs-Agenten und die von ihnen angewandten Mittel zu zusenden, damit das Bureau den Interessenten alle erwünschten Auskünfte in dieser Angelegenheit geben könne. Schulbücher-Freiexernplare. (Vgl. Börsenblatt Nr. 209.) Infolge unserer Veröffentlichung im Börsenblatt Nr. 209 vom 9. September d. I., Seite 10 232/33, betreffend die kostenlose Hergabe von Schulbücher-Prüfungs- und Hand exemplaren seitens der Verleger haben sich den bereits dort verzeichneten 224 Firmen noch folgende 15 dem Vorgehen angeschlossen: Bunzlau. Danzig. Diessen. Erfurt. Leipzig. M.-Gladbach. Münster (Wests.). Nürnberg. G. Kreuschmer's Verlag. Franz Axt Verlag. Jos. C. Huber. Carl Villaret. Friedrich Brandstetter. Max Hesses Verlag. Otto Holtze's Nachs. Carl Rühle's Musikverlag. C. W. F. Siegel's Musikh. (R. Linnemann). Steingräber Verlag. Teutonia-Verlag Karl R. Vogelsberg. Volksvereins-Verlag G. m. b. H. Univ.-Bh. Franz Coppenrath. Carl Koch's Verlbh. Friedr. Korn'sche Verlbh. Deutscher Verlegerverein. Bücherpapiere und Einbandstoffe. In Fachblättern, zuerst im Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel Nr. 191 d. I., las ich vom Verderben des Leders an Bucheinbänden aus den letzten fünf bis acht Jahrzehnten und von ernsthaften Bestrebungen namhafter Gelehrten, Bibliothekare und Buchbinder, diesem Verderben Einhalt zu tun. Es wird da viel von einem »roten Verfall« des Leders gesprochen, und dies wie anderes aus den Berichten machte mich erst wieder auf den Zustand meiner eigenen Bücher, die ich mir vor 30—40 Jahren halb Bockleder oder halb Bocksasfian gebunden habe, aufmerk sam. Diese zeigen nun ebenfalls den sogenannten »roten Verfall«. Denn was ich bis jetzt für ein Schäbigwerden durch Gebrauch und Zeit gehalten habe, erweist sich nun, da mir die Augen geöffnet sind, als ein Verschwinden der oberen, gefärbten und appretierten Lederschicht, wonach das Leder rauh und rötlich erscheint. Aber nur da, wo es nicht von Gold bedeckt ist und belichtet wurde, trat dieser Schwund ein, und dieser Umstand scheint mir auf die Heilmittel gegen diese Lederkrankheit hinzuweisen. Bei meinen Büchern sind aber die Falze (Scharniere) der Deckel noch nicht zerfressen und brechen nicht, nur sind auch sie schäbig, weil da noch Licht einfiel, während das unbelich tete Leder aus den Deckeln Farbe und Glätte behalten hat. Meine Bücher standen aber auch immer nur in mäßiger Wärme und Belichtung und es mag sein, daß die neueren Heiz- und Beleuchtungsmethoden auf das Leder schädlicher einwirken wie eine mäßige Wohnungstemperatur, das Tageslicht und die Petroleumlampe. Der Wärme gebe ich aber, wenn sie nicht zur Hitze ausartet, am Verfall des Leders nach dem Zustande meiner Bücher überhaupt keine Schuld, sondern nur der Belichtung. Denn man beachte erstens: Die Wärme war an den Seiten der Bücher die gleiche wie an den Rücken und doch blieb das Seiten leder unverändert, während das Rückenleder schäbig wurde. Und zweitens: Wo das Leder von Gold bedeckt war, also nicht belichtet wurde, blieb es erhalten, denn das Gold ist nicht mit abgesprungen. Und diese beiden Umstände führen uns aus die Hilfen gegen den Lederverfall: Abhaltung weißen, gelben oder roten Lichts vom Leder und Bedeckung des Leders. Das grelle Licht wird man durch blaue oder grüne Scheiben in den Schiebetüren der Bücherschränke oder auch durch dunkle Vorhänge abhalten, das Leder durch einen Überzug von Zaponlack bedecken. Diese Zelluloidlösung verändert die Leder farbe nicht, macht das Gold nicht blind und bleibt geschmeidig, schützt aber das Leder nicht nur vor der direkten Einwirkung des Lichts, sondern auch vor Feuchtigkeit, Schmutz, Fett und Schweiß, welch letzteren ich nicht für konservierend, sondern eher für schädlich halte. Denn daß sich gebrauchte Bücher besser hielten wie ungebrauchte, mag wohl weniger das Verdienst von Schweiß sein, der doch nur ganz minimal an das Leder kommen und in größeren Mengen eher schädlich wirken könnte, da er wohl mehr Säure wie Fett enthält, als vielmehr in der geringeren Belichtung beim Lesen und Weg legen der Bücher seine Ursache haben. Es ist im grellen Lichte ja bekanntlich eine Kraft enthalten, die auf Farben schädlich wirkt, besonders wenn es, wie jetzt so oft, Teerfarben sind. Und wir wissen nicht, ob diese Kraft nicht die nach den heutigen Gerbe- und Färbeverfahren im Leder verbleibenden Laugen und Säuren un günstig bis zum Zerfall des Leders beeinflußt. Wird das Licht aber durch dunkle Scheiben oder Vorhänge gemildert und oben drein durch Lack von der direkten Einwirkung auf die Farbe des Leders und dieses selbst abgehalten, so dürfte seine schädliche Wirkung zum mindesten verringert werden, und wir hätten erreicht, was eben zu erreichen ist. Denn der Kampf gegen Schnellgerbung, Anilin farben und Schwefesäure wird nur wenig Erfolg haben. Die Bibliotheken haben nicht die Mittel, alle Bücher in die teuersten Ledersorten binden zu lassen, und selbst diese sind ja auch nicht mehr einwandfrei. Die billigeren Schaf-, Bock- und Bocksasfianleder aber sind verhältnismäßig heute schon zu teuer, um eine sehr be deutende Preiserhöhung infolge umständlicheren Gerbens und Färbens ohne ungünstige Einwirkung auf ihre Verwendung und dann auf die Verwendung von Leder überhaupt vertragen zu können. Übrigens sei mitgeteilt, daß viele schwarz gefärbten Leder früher zerfallen als andersfarbige, wahrscheinlich, weil oft mißfarbene Leder zu schwarzen umgesärbt und dadurch mit dem doppelten Quantum Schwefelsäure behandelt werden. Wir dürften also billigere schwarze Leder zu Bibliotheksbänden nicht mehr verwenden. Wieso aber behandelt der heutige Buchbinder das Leder schlechter als sein Altvorderer? Wenn der Buchbinder sein heute ohnehin schon fast ganz entfettetes Leder nicht noch weiter mit Säuren, sondern nur noch mit warmem Wasser, höchstens Salzwasser, oder Urin auswäscht und als Klebemittel neutralen Stärkekleister, oder, wo nicht zu umgehen, säurefreien Leim verwendet, mit dem natürlich niemals das Leder, sondern immer nur die Pappe angeschmiert werden darf, hat er meines Wissens alles getan, was zu tun in seiner Hand liegt. Am besten wäre es, es würde zu weniger kostbaren Büchern überhaupt kein Leder mehr und solches nur noch, dann aber in ausgesuchtester Ware, zu solchen Büchern verwendet, deren Wert ein teures Leder lohnt. Es gibt Gewebe von größerer und dauernderer Haltbarkeit als die meisten Leder, und ich nenne als solches einen feinfädigen dichten Köperstoff. Dieses außer ordentlich feste Gewebe ist glatt und gut appretiert, deshalb nach gehörigem Grundieren auch gut vergoldesähig. Zwar wirkt es nicht wie Leder, täuscht dafür aber auch kein solches vor, scheint nur, was es ist, und erfüllt damit die künstlerische Forderung: »Keine Imitationen«. Zurzeit ist es nur in schwarzer und dunkel grüner Färbung zu haben, bei genügender Nachfrage aber wohl auch in jeder anderen. Dieser, wie ich glaube, dauernd haltbare und auch in der Farbe unveränderliche Stoff stellt sich wesentlich billiger als selbst das schlechteste Schaf- und Bockleder und würde uns außerdem farbige Scheiben oder Vorhänge und den Lack überzug ersparen. Doch was nützt der festeste Einband, wenn das Buch selbst nichts taugt, ich meine natürlich nur dessen Papier. Und hier hapert's noch mehr als dort. Ein zuverlässiges, Jahrhunderte über dauerndes Druckpapier braucht heute nicht mehr nur aus Lumpen hergestellt zu sein, mit Rücksicht auf den Preis kann es dies nur selten. Zellulose aber, das ist durch Laugen zerfaserter und veränderter Holzstoff im Gegensatz zum chemisch unveränderten Holzschliff, ist ein sehr guter Papierstoff, gut schon für sich allein, noch besser mit einem Zusatz von Lumpen. Holzschliss- - 1611*
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