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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.08.1910
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1910-08-15
- Erscheinungsdatum
- 15.08.1910
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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- LDP: Zeitungen
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- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19100815
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- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-191008159
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8242 Börsenblatt f. 0. Dischn. Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. — Sprechsaal. 187, 15. August 1910. Kiichlerstiftung Darmstadt. — Der am 3. August 1872 in Darmstadt verstorbene Buchhändler Georg Wilhelm Küchler hat zugunsten der armen Waisen sein Vermögen der Großherzog lichen Landeswaisenkasse vermacht mit der Bestimmung, daß all- jährlich an seinem Todestage die Zinsen und Erträgnisse des Stif tungsfonds in Beträgen von je 100 Gulden (— 171 unter sämtliche in die Großherzogliche Landeswaisenanstalt aufgenommene i Waisen des Großherzogtums verlost werden. Die Beträge, die durch diese Verlosungen den Waisen zufallen, sollen bis zu deren Entlassung aus der Landeswaisenanstalt verzinslich angelegt und nach den über Verwaltung von Mündelvermögen bestehenden ge setzlichen Grundsätzen verwaltet werden. Nach Entlassung der Waisen aus der Landeswaisenanstalt soll das Kapital nebst den bis dahin aufgelaufenen Zinsen nach dem Ermessen des Vor mundes oder Obervormundschaftsgerichts zum Besten des Mündels verwendet werden. Wie in früheren Jahren, so fand auch am 3. d. M. die Verlosung statt, wobei sich 17 Gewinnanteile er gaben. (Darmstädter Zeitung.) * II. Internationaler Kälte-Kongretz. — Der II. inter- nationale Kälte-Kongreß wird im Oktober d. I. in Wien zu sammentreten. Zur Begrüßung werden sich die Teilnehmer am 6. Oktober von ^5 Uhr nachmittags an im Luna-Palast der Jagdausstellung treffen. Am 6. Oktober 10 Uhr vormittags: Er öffnung des Kongresses im großen Sitzungssaal des Abgeordneten hauses. Arbeiten der Kommissionen und Plenarsitzungen werden die Tage bis zum 11. Oktober füllen, mit Ausnahme des 9. Ok tober (Sonntag), für den ein Ausflug auf den Semmering geplant ist. Für Besichtigungen einschlägiger gewerblicher Anlagen, für Vergnügungen und Geselligkeit ist reich gesorgt. Am Sonnabend, 8. Oktober, abends 8 Uhr findet Empfang aus dem Rathause durch den Bürgermeister und Gemeinderat von Wien statt, für Montag, 10. Oktober, abends, ist Empfang bei Hos angesagt. Am 11. Oktober: Schlußsitzung. Der 12., 13. und 14. Oktober soll in Budapest, der 15. und 16. Oktober in Prag zugebracht werden mit Besichtigungen und geselligen Veranstaltungen. Kollegen - Wanderung im Teutoburger Wald. — Die Ortsgruppen Osnabrück und Münster der Allgemeinen Vereinigung Deutscher Buchhandlungs-Gehilfen ver anstalteten am Sonntag, 7. August, einen Ausflug in den Teutoburger Wald. Kurz nach 4 Uhr trafen sich die Kolle gen und Kolleginnen der beiden Ortsgruppen in Brochterbeck. Schon bei der Kaffeetafel, die nach der ziemlich langen und unbequemen Bahnfahrt sehr willkommen war, entwickelte sich ein munteres Treiben. Unser neuestes weibliches Mitglied von Münster hatte in liebenswürdiger Weise das Amt des Kaffee-Einschenkers übernommen. Punkt 5 Uhr ertönte der Ruf zum Ausbruch. Durch schöne Waldungen stiegen wir hinaus zum Blücherfelsen, der von den kletterlustigen Kollegen und Kolleginnen bestiegen wurde. Der etwas beschwerliche Aufstieg belohnte uns alle. Weit hinaus schaute der Blick; am Horizont sah man die Türme von Münster blinken. Noch ein letzter Blick hinunter ins liebliche Tal, dann ging es weiter. Schöne ozonreiche Waldungen wechselten ab mit lieb lichen Wiesen, die uns Ausblick in die umliegenden Täler und Höhenzüge gewährten. Inmitten der herrlichen Natur war es selbstverständlich, daß manch schönes Lied ertönte. Bei einer be sonders schönen Stelle machte unser Vereinsphotograph eine Auf nahme. Bald erreichten wir den Bismarckturm, neben dem leider schon eine Wirtschaft steht, die den schönen Eindruck des Turmes sehr beeinträchtigt. Die nahe Hexenküche fesselte natürlich unsere Damen, denen auch einige Kollegen sich anschlossen. Ein schöner Waldweg führte uns dann hinauf zur Ruine des Schlosses Tecklenburg. Abendstimmung lagerte über der Erde. In der Ferne hörte man das Getute eines Autos, das Bellen eines Hundes, sonst herrschte feierlich ernste Ruhe. Inzwischen rückte die Abschiedsstunde näher und näher heran. Im Gasthaus zum Osnabrücker Hos versammelten wir uns zum Abschiedstrunk. Mit kurzen Worten begrüßte Kollege Alberti die Kollegen aus Osnabrück und Münster. Er betonte die Pflege der Kollegialität, eine Aufgabe, die durch gemeinsame Ausflüge sehr gefördert werde, und schloß mit dem Wunsche ferneren Wachsens, Blühens und Gedeihens der beiden Ortsgruppen. Nachdem auch der Lieben zu Hause gedacht und die obligaten Ansichtskarten geschrieben waren, ein echt westfälisches Schinken-Butterbrot und gutes Bier die Hungrigen gelabt hatte, griff eine allgemeine fröh liche Stimmung Platz, die sich in manchem munteren Scherz äußerte. Im Lause des Abends dankte Kollege Meiinger-Osnabrück im Namen seiner Kollegen für die herzliche Aufnahme, seine Rede klang in ein Hoch auf die Ortsgruppe Münster aus. Danach toastete der zweite Vorsitzende von Münster in überaus herzlicher Weise auf die Damen. Lustige Unterhaltung und schnell im provisierte Walzer wechselten einander ab. Allzu früh ertönte der Ruf zum Aufbruch. Durch die stille Sommernacht zogen wir hinunter zum Bahnhof, um nach Lengerich zu fahren. Eine letzte Einkehr, ein herzliches »Auf Wiedersehen«, und der Zug entführte die Osnabrücker Kollegen. Eine halbe Stunde später fuhren auch die Münsterer heim. »Es war schön«, so hörte man von allen beim Abschied auf dem Bahnhof. Jeder und jede ging wohl mit der Empfindung heim, einen schönen Tag in herrlicher Natur in angenehmer kollegialer Geselligkeit verbracht zu haben. Alberti. Sprechsaal. (Ohne Verantwortung der Redaktion; jedoch unterliegen alle Einsendungen den Bestimmungen über die Verwaltung des Börsenblatts.) Unverlangte Neuigkeits-Sendungen. Eine Reihe kleiner Verlagshandlungen übt seit Jahren die Praxis, ihren ä cond.-Sendungen ein fingiertes Datum des Ver langens beizufügen, um ihren Sendungen beim Kommissionär des Sortimenters Annahme zu verschaffen. So bekam ich am 5. Juli eine unverlangte Sendung der Firma E. Grieser in Frankfurt a. M., datiert vom 15. Juni und überschrieben »nach Verlangen vom 9. Mai«. Ich ersuche die Firma E. Grieser in Frankfurt a. M. um eine Erklärung im Börsenblatt, warum sie sich dieses sonderbaren Gebarens bedient, um mich mit ihren Neuigkeiten zu beglücken. Hamburg, 10. August 1910. Carl Stöckicht. Erwiderung. Es handelt sich bei der fraglichen Kommissionssendung um die im Börsenblatt vom 30. April d. I. inserierte »Auswärts- Bücherei«, eine vom Rhein-Mainischen Verband für Volksbildung herausgegebene populärwissenschaftliche Büchersammlung. Mit den schwersten Opfern an Geld und Arbeit versuche ich ein völlig aus der Höhe stehendes Volksbildungsmittel zu schaffen. Nur Originalarbeiten hervorragender Gelehrteu und Schriftsteller er werbe ich zu diesem Zweck, oft zu höchsten Honorarsätzen. Bei bester Ausstattung wird der denkbar billigste Preis angesetzt. Daß nur ein Massenabsatz die Herstellungskosten, ganz ab gesehen von einem Gewinn, decken kann, ist ohne weiteres klar. Hunderte von Zeitschriften und Zeitungen begrüßen das Unter nehmen als das wirksamste Mittel im Kampfe gegen Unwissenheit und Geisteselend. Zahlreiche Volksbildungsfreunde, Lehrer, Geistliche, Industrielle und Künstler sprechen sich in Zuschriften geradezu begeistert für die Sache aus und sichern wärmste Unter stützung zu. — Und der Buchhandel? der berufenste Versorger des Volkes für Geisteskost? Er bestellt gerade so viel, daß die Anzeigen kosten im Börsenblatt gedeckt werden. — Da wird beschlossen, den Herren Sortimentern die Bändchen einmal unaufgefordert vorzulegen. In jungem Enthusiasmus ist man der Meinung, eine gute Sache fände schon Förderung. Der mit dieser Arbeit beauf tragte Angestellte füllt — ohne mein Wissen — bei einzelnen Firmen, wo er vermutet, daß der Kommissionär Unbestelltes nicht expediert, ein Bestelldatum aus. Das heiße ich nicht gut. Er entschuldigt sich aber mit der Versicherung, daß das im Buch handel tagtäglich gemacht werde. Diese Sendungen gehen prompt mit Spesennachnahme zurück. Auch Herr Stöckicht ließ eine derartige Mitteilung hierher gelangen. Er wird direkt durch Postkarte ge beten, die Spesen bei meinem Kommissionär zu erheben. Aber er hält es für angebracht, den »kleinen Verleger« öffentlich zur Rede zu stellen. Frankfurt a. M-, den 12. August 1910. E. Grieser.
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