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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 21.02.1907
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1907-02-21
- Erscheinungsdatum
- 21.02.1907
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
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- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19070221
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2022 Börsenblatt f. d. Dtschn, Buchhandel. Nichtamtlicher Teil. 44, 21. Februar 1907. Gewerbes findet gerade jetzt ein Cpklus von Vorträgen statt über das deutsche Buchgewerbe und die Kultur, der unfern Mitgliedern vor Augen führt, wie ihr edles Ge werbe mit allen wichtigen Gebieten des Geisteslebens durch mancherlei Fäden verknüpft ist, und Arbeit geber wie Arbeitnehmer haben in gleicher Weise daran teil. Es ist das recht ein Zeichen dafür, daß gerade im Buchgewerbe eine Schicht gebildeter, auf höhere Ziele gerichteter Arbeiter ersteht, die allmählich in ein kraftvolles gesundes Bürgertum hineinwächst. Mit diesen zu lernen, für sie mit zu arbeiten, erachten wir als eine der schönsten und dankbarsten Pflichten unsers Vereins. So Höffen wir, auf unsre Weise einen Teil der wichtigen sozialen Aufgaben zu eifüllen, die zu anderm Teil gerade im Buchgewerbe durch freiwillige Tarifverträge in vor bildlicher Weise gelöst worden sind. Daß die königliche Staatsregierung und die Stadt Leipzig uns dabei stets in reichem Maße unterstützt und gefördert haben, dürfen wir heute erneut dankbar bezeugen; eine besondere Anerkennung unsrer nationalen Bestrebungen aber erblicken wir darin, daß soeben auch die Reichsregierung uns einen Beitrag bewilligt hat, der uns bei der relativen Knappheit unsrer Mittel und bei der gänzlich kostenlosen Darbietung aller unsrer Einrichtungen doppelt willkommen war. »Wie ein günstiges Vorzeichen begrüßen wir es, daß Eure Majestät unser Haus an dem Tage besuchen, an dem in Berlin der Deutsche Kaiser einen neuen, nationalen Reichstag eröffnet, einen Reichstag, an dessen Zusammen setzung die alte Sachsentreue und auch unsre Buchgewerbe stadt Leipzig einen stolzen, glänzenden Anteil hat. Wenn wir heute an dieser Stelle unser Gelöbnis der Treue zu Kaiser und Reich, zu König und Vaterland frohen Herzens bekräftigen, ,so sind wir zu unserm Teil der festen Zuversicht, daß Eurer Majestät Allerhöchster Besuch in unserm Hause eine neue Bürgschaft dafür bietet, daß in unserm Sachsenland auch ferner alles geschehen wird, um den hier zentralisierten Buchhandel und die mit ihm verbundenen Gewerbe zu schützen und zu erhalten. Wir alle empfinden es tief, daß der heutige Tag uns dies auch für die Zukunft verbürgen soll, und daß eine ehrwürdige Tradition auch weiterhin unser Buchgewerbe mit unserm Königshaus dankbar verknüpfen wird. Nehmen doch auch die Prinzen-Söhne Eurer Majestät als Besitzer einer wohleingerichteten Druckerei schon tätigen Anteil an unsrer schwarzen Kunst! »Und so geben wir aus treuem Herzen der Hoffnung Ausdruck, daß sich das deutsche Buchgewerbe mit dem Hauptquartier in Leipzig immer stolzer und kräftiger entwickeln wird und daß noch in fernen Zeiten von dieser Stätte der alte Druckergruß ins deutsche Land hinaus tönen möge, den auch der Deutsche Buchgewerbeverein seinem Allerhöchsten Protektor heute engegenruft: »Gott grüß' die Kunst!« Nach dieser Ansprache nahm der König Veranlassung, die mit Wandbildern von Sascha Schneider und den Monumenten von Gutenberg, König und Senefelder ge schmückte Festhalle seiner aufmerksamen Betrachtung zu würdigen, und entsprach gern der Bitte, sich in das Goldene Buch des Deutschen Buchgewerbevereins einzutragen. An dem Rundgang durch das Haus und die Aus stellungsräume nahmen außer den Vertretern des mit dem Besuch beehrten Vereins zahlreiche Herren des Ehrengeleits und des königlichen Gefolges teil. Von diesen seien fol gende Herren genannt: Staatsminister Exzellenz vr. Graf von Hohenthal und Bergen, Kreishauptmann Freiherr von Welck, Oberbürgermeister Justizrat vr. Tröndlin und Polizeidirektor Bretschneider, weiter die Herren General adjutant Generalleutnant von Altrock, Flügeladjutant Major Eulitz und Hofmarschall Graf Rex. Begonnen wurde mit der Besichtigung des geräumigen Zeichen- und Lesesaals und des daran anschließenden Kunst gewerbemuseums. Hier fesselten die Aufmerksamkeit des Monarchen mancher kunstvolle Frühdruck, prachtvolle Miniaturen und andere künstlerische Erzeugnisse der schwarzen Kunst. Durch häufig gestellte Fragen bekundete er sein Interesse an den Kunstwerken selbst und den von den Herren vr. Volkmann und vr. Willrich dazu gegebenen Er läuterungen. In der ständigen Buchgewerblichen Ausstellung, die die Erzeugnisse des modernen Buchgewerbes zur Anschauung bringt, fand der König manche ihm näher bekannte Firma mit ihren Erzeugnissen vertreten und gab wiederholt seiner Freude über die großen Erfolge der buchgewerblichen Technik Ausdruck. An den von der Firma Wagner L Debes in Leipzig ausgestellten Landkarten nahm er besondres Interesse und verfolgte lebhaft auf einer Wandkarte seine bevorstehende Reise nach Portugal. Nur mit scherzhaftem Unwillen folgte er einer Mahnung aus dem Gefolge zur Besichtigung des weiter Gebotenen. Aus der buchgewerblichen Ausstellung trat der König in die von der »Gesellschaft zur Pflege der Photo graphie« benutzten Räume, wo zunächst die anwesenden Vor standsmitglieder durch Herrn Verwaltungsdirektor Woern- lein vorgestellt wurden. Der Vorsitzende dieser strebsamen Vereinigung, Herr Buchdruckereibesitzer Max Richter (inFa.: Fr. Richter in Leipzig), begrüßte den hohen Besucher mit folgenden Worten: »Eure Majestät! »Die Gesellschaft zur Pflege der Photographie, deren Allerhöchsten Protektor sie in Eurer Majestät ehrfurchtsvoll verehrt, erblickt in Eurer Majestät Allerhöchstem Besuche ein erneutes Zeichen königlicher Huld und Gnade, und im Na men des Vorstandes und aller Mitglieder spreche ich Eurer Majestät den alleruntertänigsten Dank dafür aus. Hohe Freude und Dankbarkeit erfüllte im Jahre 1905 unsere Mitglieder, als Eure Majestät geruhten, das bereits früher allergnädigst übernommene Protektorat auch als König beizubehalten. »Unsere Gesellschaft hat sich zur Aufgabe gestellt, ihre Mitglieder durch Ausübung und Pflege der Photographie heranzubilden, die Schönheiten in der Natur sehen zu lernen, das Auge für künstlerische Auffassung zu erziehen und so auch an ihrem bescheidenen Teile beizutragen, der Kunst zu dienen. Zur Erreichung dieses Zieles dienen den Mitgliedern Veranstaltungen von Projektionsabenden, Aus stellungen, belehrenden Vorträgen, praktische Darbietungen und technische Unterrichtskurse. Vorteilhaft eingerichtete Arbeitsräume unterstützen unsere Mitglieder in ihrer Arbeit. »Aus Anlaß Eurer Majestät Allerhöchsten Besuches haben wir eine kleine Ausstellung von Mitgliederarbeiten veranstaltet, aus denen Eure Majestät das ernste Streben unserer Mitglieder zu erkennen allergnädigst geruhen wollen. »Gleichwie die Sonne als Lichtquelle unsere Arbeit fördert, wagen wir zu hoffen, daß auch die Sonne könig licher Huld und Gnade in Zukunft unserer Gesellschaft scheinen und sie fördern möge!« Der König erwiderte, daß ihn die Ausstellung doppelt interessiere, da er sich ja selbst zur Gemeinde der Amateur photographen rechne. Auch gestattete er eine photographische Aufnahme seiner Person, die binnen wenigen Sekunden fertig war und, wie wir hörten, sehr gut gelungen sein soll. Mit Kennerblick nahm er darauf die ausgestellten Bilder unter Führung Herrn Max Richters in Augenschein, mancher Leistung seine Anerkennung zollend. Auch hier schrieb er
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