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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.02.1904
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1904-02-22
- Erscheinungsdatum
- 22.02.1904
- Sprache
- Deutsch
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1718 Nichtamtlicher Teil. 43, 22. Februar 1904. Desinfektion von Leihbüchern. — Die Gesundheits schädlichkeit ausgeliehener Bücher hat das Kuratorium des Ber liner städtischen Bibliothekwesens veranlaßt, sich näher mit der Frage zu beschäftigen, welche Vorbeugungsmaßrcgeln nach dieser Richtung hin getroffen werden könnten. Auf die Gefahr der Verbreitung von Krankheitserregern durch Bücher hat der Geh. Medizinal-Rat Prof. vr. Koch aufmerksam gemacht, und in dessen Abwesenheit hat der Vorsteher des König!. Instituts für Infektions- Krankheiten, Geh. Medizinalrat Prof. ör. Dönitz, dem Kuratorium der städtischen Bibliotheken Vorschläge unterbreitet. Danach soll die Unschädlichmachung der den Bibliotheksbüchern etwa an haftenden schädlichen Mikroben und Bazillen durch die städtischen Desinfektions-Anstalten geschehen. (Papierzeitg., nach der -Post--, Berlin.) Technische Hochschulen in Österreich. — Die Technischen Hochschulen in Österreich werden im laufenden Winterhalbjahr von 7597 Studierenden und Hörern besucht. Diese Zahl bedeutet ein Mehr von 1288 gegen das Winterhalbjahr 1902/03. Auf Wien kommen 2563 Studierende; auf Graz 490; aus die deutsche technische Hochschule in Prag 858, auf die tschechische 1687; auf Brünn (deutsch) 610, (tschechisch) 329; auf Lemberg 1060. Vermächtnis. — Der vor kurzem in Berlin hochbetagt verstorbene Botaniker Professor Or. August Garcke hat seine umfangreiche und sehr wertvolle Bibliothek dem Deutschen Apo theker-Verein als Vermächtnis hinterlassen. Sein Vermögen, das über 150 000 ^ beträgt, hat er zu gleichen Teilen der Universität Berlin, dem Deutschen Apotheker-Verein und dem Gymnasium in Eisleben, dem er seine Schulbildung verdankt, vermacht. Hoher Besuch. — Seine Majestät der König von Sachsen erwies am 19. d. M. dem großen Verlags- und Druckhause Giesecke L Devrient in Leipzig die hohe Ehre seines Besuchs. Der König nahm bei einem Rundgange durch die ausgedehnten, in vollem Betriebe befindlichen Arbeitsräume mit großem Interesse Kenntnis von dem unter seinen Augen erstehenden Werk- und Jllustrationsdruck des hierin als mustergültig bekannten Hauses, vom Druck der Wertpapiere aller Art für Regierungen, Banken, Akticn-Unternehmungcn, von Pässen, Losen der k. sächsischen Landeslotterie u. a. m. Den hierzu erforderlichen peinlich genau auszuführenden Vorarbeiten, die viele Säle des weiten Hauses in Anspruch nehmen, der Gravicranstalt, den Pantographen, Guillochicr- und Reliefkopier-Maschinen re. widmete der hohe Be sucher seine besondere Aufmerksamkeit, ebenso der Photographie- Abteilung, der Zinkätzung, Autotypie, Heliogravüre, Photolitho graphie, Gigantographie, dem Dreifarbendruck rc., ferner der Akzidenz- und Steindruckerei, dem Kupferstich- und Kupferdruck, der Galvanoplastik, der Kartographie und der Buchbinderei. Auch den schönen und interessanten Verlag der Firma betrachtete der König mit lebhaftestem Interesse. Nach langem Aufenthalt ver abschiedete sich Seine Majestät auf das huldvollste mit dem Aus druck seiner aufrichtigen Befriedigung. Deutsche Kommission der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. — Die Deutsche Kommission der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin berichtet durch die Professoren Burdach, Roethe und Erich Schmidt über ihre Ar beit an der Geschichte der neuhochdeutschen Sprache und dem großen Vbssaurus liv^uao dormanioas. Die Kommission hat zu nächst eine Inventarisierung der literarischen Handschriften deut scher Sprache bis ins sechzehnte Jahrhundert in Angriff ge nommen, die sich zu einer Handschriftenkunde des deutschen Mittelalters erweitern soll. Es handelt sich hier um das sprach liche und geistige Leben, aus dem und in dem sich Humanismus, Reformation und Schriftsprache bei uns entwickelt haben. Die Leitung jener Handschriftenaufnahme ist so verteilt worden, daß Professor Vurdach das größte und wichtigste Gebiet übernimmt, die Bibliotheken Mittel- und Süddeutschlands, der preußischen Pro vinzen Ost- und Westpreußen, Posen, Schlesien, ferner Österreich- Ungarns und der Schweiz, Italiens und Rußlands; Professor Roethe das übrige Preußen, die kleineren norddeutschen Staaten, ferner Hessen-Darmstadt, Luxemburg, Frankreich, England, Holland und die nordischen Länder. Natürlich bedarf es einer sehr großen Zahl von Mitarbeitern. Die Jnventarisationsarbeiten sind in einer Reihe von Städten schon eingeleitet. Die einlaufenden Be schreibungen sollen zu einem Archiv gesammelt und hier sofort derartig verzettelt werden, daß jederzeit eine vollständige und vielseitige Übersicht über das vorhandene Material gesichert ist. Es soll ferner in rascher Folge eine Reihe von ungedruckten deutschen Werken des Mittelalters und der frühncuhochdeutschen Zeit veröffentlicht werden. Leidet doch die literarhistorische wie die sprachgeschichtliche Forschung schwer darunter, daß die poetische und namentlich die prosaische deutsche Literatur von 1250—1500 nur in einer unzulänglichen, oft fast zufälligen Auswahl heraus gegeben worden ist. Die Akademie beabsichtigt weniger kritische Ausgaben als die zuverlässige Wiedergabe guter Handschriften mit den unentbehrlichsten Berichtigungen und Erklärungen. Schon in diesem Jahre werden die ersten Hefte erscheinen. Die Leitung dieser »Deutschen Texte des Mittelalters« führt Professor Roethe. Endlich sind durch Professor Erich Schmidt über die Gesamt ausgabe der Werke Wielands, die auch seine Übersetzungen und Briefe umfassen soll, eingehende Beratungen mit dem besten Kenner, Professor Bernhard Seuffert in Graz, gepflogen worden, die Grundzüge des ganzen Unternehmens entworfen und Mit arbeiter ins Auge gefaßt worden. Die Verteilung der Werke auf Bände ist im Gange, ebenso ein Verzeichnis aller handschriftlichen Materialien und maßgebenden Drucke. An Wieland sollen sich andere wichtige Schriftsteller des achtzehnten Jahrhunderts an reihen. Die deutsche Kommission ist augenblicklich zusammengesetzt aus den Professoren Burdach, Diels, Dilthey, Koser, Roethe, dem geschäftsführcnden Mitglieds, und Erich Schmidt. Preisausschreiben. — Die k. u. k. Hof- und Staats druckerei in Wien, die im Verein mit der Gesellschaft »Lehr mittelzentrale- die Herausgabe von künstlerisch durchgeführten Wandtafeln zunächst für die Volks- und Bürgerschulen veranstaltet, von denen die erste aus neun Blättern bestehende Serie bereits erschienen ist, bringt nunmehr die zweite Serie, für die zehn Blätrer in Aussicht genommen sind, zur Ausschreibung. Das Wandtafelunternehmen ist in einer größern Anzahl von Bildern gedacht, die in zwei Abteilungen zerfallen, und zwar: Erste Ab teilung: solche Tafeln, die ausschließlich die Erweckung und Pflege künstlerischen Empfindens zu fördern, und (zweite Ab teilung) solche, die in erster Linie unterrichtlichen Zwecken zu dienen haben, deren Ausführung aber gleichwohl künstlerischer Hand nicht entbehren darf. Die Tafeln sollen sämtlich im Format von 66x88 om ausgeführt werden, und zwar in farbiger Al- graphie oder Lithographie, wobei durchschnittlich vier bis fünf Farbenplatten angenommen werden. Die Auswahl geschieht durch eine aus Künstlern und Pädagogen zusammengesetzte Jury, deren Anzahl und Wahl das Unterrichtsministerium im Verein mit der Hof- und Staatsdruckerei bestimmt. Der von der Jury als bester anerkannte Entwurf erhält die Ausführung. Preise werden nicht zuerkannt. Dafür ist das Honorar höher als ge wöhnlich gestellt und beträgt 1200 K. Für die zweite Serie, die nunmehr vorbereitet werden soll, ist die Herstellung von zehn Bildern geplant, und zwar: a) Fünf Bilder der ersten Abteilung (rein künstlerischer Natur). Die Wahl des Stoffs und Ausführung bleibt dem Künstler überlassen, b) Fünf Bilder der zweiten Ab teilung, und zwar: »Dornröschen«, »Ernte«, »Auf der Land straße«, »Semmering« und »Rehfamilie«. Die Entwürfe sind bis 15. März 1904 an die Direktion der k. u. k. Hof- und Staats druckerei in Wien einzuliefern. Neue Bücher, Kataloge rc. für Buchhändler. 1uristisoüs8 Uitsraturblatt. lleransgegkbvn von 6ob. klsAioruvAS- rat Leil. Lsrlin, Oarl He/manns VsrlaA. Nr. 152, Lä. XVI, Nr. 2, 15. Rsbrnar 1904. 4°. 8. 25—48. ksioülin A, ?rok. 11 r. Vistriob, ^xponckioss acl Uainii - Oopin- Agri Repertorium bibliograxbioum. ^ääitiono8 et smsnäationss. Rasoioulus I. (Vgl. die Anzeige auf Seite 1733 d. Bl.) Dieses Werk wird in etwa acht Wochen bei Jacques Rosenthal in München erscheinen. Die erste Abteilung des Bandes wird etwa 300 Inkunabeln beschreiben, die weder von Hain noch von Copinger erwähnt wurden; die zweite Ab teilung wird in ungefähr gleicher Anzahl die nähere Be schreibung von Frühdrucken enthalten, die von den genannten Bibliographen ungenau verzeichnet sind. Weitere Hefte sollen im Lauf dieses Jahres erscheinen. Der bekannte Gelehrte, Professor vr. D. Reichling, hat sich besonders durch seine Forschungen auf den Gebieten des mittelalterlichen Unter richtswesens, des Humanismus und der Bibliographie Ruf erworben und ist einer der bewährtesten Mitarbeiter an den -Nonuwenta dsrmanias kückaAvAiea«. Seine musterhafte bibliographische Arbeit über die Ausgaben des Doktrinale des Alexander Gallus wird von Fachleuten geschätzt. Personalnachrichten. Gestorben: am 16. Februar nach einem von Arbeit und Segen erfüllten Berufsleben, 66 Jahre alt, der Verlagsbuchhändler und Buchdruckereibesitzer Herr Hermann Boenig in Danzig, Gründer, Inhaber und unermüdlicher Leiter der dort be stehenden Firma H. F. Boenig, aus deren Verlag und Druck u. a. die Tageszeitung »Westpreußisches Volksblatt- hervorgeht.
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