Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.02.1904
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1904-02-22
- Erscheinungsdatum
- 22.02.1904
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19040222
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-190402227
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19040222
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1904
- Monat1904-02
- Tag1904-02-22
- Monat1904-02
- Jahr1904
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
43, 22, Februar 1904. Nichtamtlicher Teil. 1717 karte klebte und an seinen Freund, den schreibsäumigen Pfarrer Rüthge aus Pleizenheim, mit handschriftlicher Er mahnung absandte. Die deutschen Postverwaltungen legten der in Auf nahme kommenden Liebhaberei der Ansichts-Postkarten zuerst mancherlei Hindernisse in den Weg. Die Briefträger konnten sich begreiflicherweise anfangs dem Zauber der Bildchen nicht ganz entziehen und versäumten kostbare Zeit mit Betrachtung der Abbildungen, vielleicht auch bis weilen mit Lösung der Vexierbilder, die in der ersten Zeit vielfach Motive der Darstellung bildeten. Als aber die Zahl der illustrierten Postkarten mächtig anschwoll und der Post große Einnahmen zuführte, da ließen die Ein schränkungen bald nach. Gummistempel, Holzschnitt und Lithographie genügten zuerst, bald klebte man auch Bilder auf Vorder- und Rückseite, prägte die Karten hoch, bestreute sie mit Glimmer, rc. rc. Später kam der Lichtdruck, die Photographie, die Chromolithographie, die Rotationsphotographie, kombinierte Verfahren, be stehend aus Lichtdruck und Lithographie, in Anwendung; Autotypie, Kupferstich und Radierung folgten. Heute gibt es überhaupt kein Verfahren der Reproduktionstechnik, das bei Ansichts-Postkarten nicht zur Verwendung käme. Ge ringe Kräfte, Handwerker, kleine, mittlere, große und größte Künstler, sie alle standen und stehen im Dienste der Ansichtspostkarte. Ebenso mannigfach sind die Gegenstände der Dar stellung. Interessante Gegenden, die man bereist hat, spielen noch heute eine große Rolle; hiervon rührt auch der Name Ansichtspostkarte her. Neben solchen, die Raum für Hand schriftliches frei lassen, werden seit Jahren auch zahlreiche Postkarten hergestellt, die auf der ganzen rückseitigen Fläche mit Bildern bedruckt sind. Diese Bilderkarten kauft man lediglich aus Freude am Bild, versieht sie durch Adressierung mit Widmung oder führt sie der eigenen Sammlung zu. Ausgeschlossen sind eigentlich nur solche Motine, die einen engen Interessentenkreis haben; sonst aber kann man so ziemlich alles Erdenkliche auf Postkarten finden. Ihre Ge samtheit ergibt die größte Bildersammlung, die je in ein heitlichem Format existiert hat. Häufig sind Szenen aus dem Liebesleben; die Aus wahl hierin ist enorm und wächst täglich um zahlreiche Reihen. Bald sind es Szenen von Gruppen, die der Photo graph mit mehr oder weniger Geschick gestellt hat, bald solche, die ein Zeichner nach Modellen oder aus der Phan tasie dargestellt hat. Illustrationen zu Liebesliedern, Szenen aus Opern sind viel begehrt, nicht minder schöne Frauen in anmutigen Stellungen oder als Studienköpfe. Be kannt ist, daß hübsche junge Damen, die ihr Bild mit Ver vielfältigungsrecht verkaufen, sehr gesucht und gut bezahlt werden. In Deutschland hält es schwer, ehrbare Damen hierfür zu gewinnen; amerikanische Frauen sind darin entgegenkommender. Deshalb bezieht fast ganz Europa den Bedarf an geeigneten Köpfen und Gestalten aus den Ver einigten Staaten. Der Bedarf ist aber so groß geworden, daß die Photographen bereits mit allen erdenklichen Mitteln unter Aufwand bedeutender Kosten Jagd machen. Aktricen sind schon aus eigenem Interesse entgegenkommender, sie lassen sich gern in reizvollen, ja raffiniert ersonnenen, kost baren Kostümen photographieren. Begreiflicherweise ist bei diesen Bildern, wie bei den meisten andern das Kolorit von großer, ausschlaggebender Wichtigkeit für den Absatz In Kinderbildern nach Photographie und Zeichnungen ist schon viel Reizendes erzeugt worden. Mehr wissenschaft lichen Charakters sind die Typen der Erwachsenen und Kinder verschiedener Nationalitäten. Hierher gehören auch Börsenblatt für den deutschen Buchhandel. 71. Jahrgang. Naturaufnahmen von Pflanzen, besonders Blumen, die in prächtigen, getreuen Darstellungen chromolithographiert und photographiert in den Handel kommen. Bedeutend zahlreicher sind die Bilderfolgen, die die Freude am trinkbaren Naß jeder Art illustrieren. Humor und Satire liefern zahlreiche Motive; auch unsere Haustiere, vor allem Pferd und Hund, werden vielfach porträtiert. Die Meisterwerke der Malerei aus Vergangenheit und Gegenwart in chromolithographischem Farbendruck, in Photo graphie, Dreifarbendruck, Lichtdruck, Radierung und Kupfer- tich bilden eine der vornehmsten Verlagsrichtungen. Der größte Umsatz wird wohl in Bromsilberphoto graphie erzielt, die, auf dem Wege der Rotationsphotographie hergestellt und zum größten Teile mit Handkolorit versehen, in enormen Mengen erzeugt werden. Die ersten Anstalten dieser Richtung leisten qualitativ Vorzügliches; ihnen und den Künstlerkarten nach Originalen hervorragender Vertreter der Kunst ist es hauptsächlich zu danken, daß die deutsche Ansichtspostkarte sich heute nahezu die ganze Welt er obert hat. Paul Hennig. Kleine Mitteilungen. Leipziger Verlags- und Spargesellschaft m. b. H. — Das k. Amtsgericht Leipzig, Abt. II L, gibt unter dem 17. Februar 1904 folgendes bekannt: In das Handelsregister ist heute eingetragen worden: 1. auf Blatt 12 068 die Firma Leipziger Verlags- und Spar-Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Leipzig (Ranstädter Steinweg Nr. 2). Der Gesellschaftsvertrag ist am 27. Januar 1904 abgeschlossen worden. Gegenstand des Unter nehmens bildet: u) der Erwerb und Fortbetrieb oder die Neubegründung von Zeitschriften und Tagesblättern, b) eine den Abonnenten des gesellschaftlichen Verlagsunter nehmens zu gewährende und nach einer bestimmten Zeit zur Auszahlung gelangende Gewinnbeteiligung, o) die Errichtung eines Druckereibetriebes. Das Stammkapital beträgt 46 000 .-Ä. Zum Geschäftsführer ist bestellt der Verlagsbuchhändler Leopold Hoffmann in Leipzig. Werden mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer oder einen Geschäftsführer und einen Prokuristen gemeinsam vertreten. Aus dem Gesellschaftsvertrage wird noch folgendes bekannt gemacht: Die Gesellschafter Leopold Hoffmann und Friedrich Schoenbeck übereignen der hier begründeten Gesellschaft mit Ab schluß dieses Vertrages die nachstehend angeführten Rechte und Gegenstände zum Zwecke des Fortbetriebes, in der Ausübung und Ausnutzung derselben: u. Die Verlags- und Abdrucksrechte der Familien-Zeitschrift »Weltspiegel- bestehend in den vier Jahrgängen Nr. 16, 17, 20 und 21, zu je 80 Heftenummern L 16 Seiten (Gartenlauben format.) b. Die in Leipzig, Ranstädter Steinweg 2, II., sich in Auf bewahrung befindlichen und in dem Jnventurbuche verzeichne- ten, zur Übergabe an den Geschäftsführer bereit stehenden Gegenstände, als: Die öffentlichen Bekanntmachungen erfolgen in der K. Leip ziger Zeitung. Das Verbot von Fritz v. d. Kyrburg (Bilse), Aus einer kleinen Garnison. — Von dem bekannten Bilseschen Roman »Aus einer kleinen Garnison- sind kürzlich auch in einer Buchhandlung in Aue (Sachsen) Exemplare polizeilich beschlag nahmt worden. Der Inhaber der betreffenden Buchhandlung hatte den Roman durch seine Angestellten im Kolportagewege an der böhmischen Grenze vertreiben lassen, und diese waren dabei von Grenzbeamten angehalten worden. Die beschlagnahmten Bücher waren in Wien gedruckt. (Leipziger Tageblatt.) Von einer Buchhandlung in Meiningen wurde uns dagegen berichtet, daß die ihr vor einiger Zeit von der Polizeibehörde beschlagnahmten Exemplare der Wiener Ausgabe dieses Romans zurückgegebcn worden seien, nachdem sie vom königlich preußischen Gericht der 33. Division (Metz) an die Meininger Behörde mit dem Bemerken zurückgekommen waren, daß nicht gegen die Wiener Ausgabe, sondern gegen die bei Richard Sattler in Braun schweig erschienene Ausgabe die Beschlagnahme ausgesprochen worden sei. (Red.) 226
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder