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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.01.1903
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1903-01-20
- Erscheinungsdatum
- 20.01.1903
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- Deutsch
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^546 Nichtamtlicher Teil. 15, 20. Januar 1903.^ Personalnachrichten. Ordensverleihung. — Herrn Buchhändler Wilhelm Gräff in Karlsruhe in Baden, Inhaber der dortigen Firma Müller <d Gräff, ist von Seiner Königlichen Hoheit dem Groß herzog von Baden der Zähringer Löwenorden II. Klasse verliehen worden. Bibliothekar-Titel. — Dem Bibliothekar an der König lichen Bibliothek zu Berlin Herrn Or. Richard Schröder, Vor steher der Geschäftsstelle für die Herstellung des Gesamtkatalogs der preußischen Bibliotheken, ist der Titel »Oberbibliothekar» bei gelegt worden. ff Ernst Rieck. — »Lechners Mitteilungen aus dem Gebiete der Literatur, Kunst, Kartographie und Photographie» (heraus gegeben von R. Lechner sWilh. Müllers, k. u. k. Hof- und Universitäts-Buchhandlung und k. und k. Hof-Manufaktur für Photographie in Wien), VIII. Nr. 116 vom 15. Januar 1903 bringen auf ihrer ersten Seite das ausdrucksvolle Bildnis des kürzlich verstorbenen Prokuristen der k. und k. Hof-Manufaktur für Photographie. Dem Gedächtnis des verdienten Mitarbeiters und Freundes widmet der Inhaber der Firma die nachfolgenden ehren den Worte: Ernst Rieck. Einen schmerzlichen Verlust hat die Firma Lechner und die Redaktion dieser Zeitschrift durch den Hingang Riecks, der seit 21 Jahren dem Hause angehörte, erlitten, und auch die photo graphische Branche hat eine Lücke durch sein Hinscheiden erfahren. Es dürfte wenige Wiener Amateure geben, die Rieck nicht ge schäftlich, gesellig oder mindestens aus seinen literarischen Arbeiten in diesem Fachblatt oder in andern gekannt hätten. Und unter den erstern wieder wird es wenige geben, die ihn nicht geschätzt hätten, unter den letztern wenige, die ihm nicht für mancherlei Anregung dankbar gewesen wären. Ist doch Rieck ein Mann von zweifelloser Ehrlichkeit gewesen, von dem jeder, der mit ihm verkehrte, rasch die Überzeugung gewinnen mußte, daß er nicht ein Geschäftsmann war, der nur Geschäfte machen, sondern auch ein Ratgeber sein wollte, der eher auf ein Geschäft verzichtete, als gegen seine Überzeugung, oder im Bewußtsein, daß das Geforderte den Erwartungen nicht entsprechen würde — aus technischen Gründen oft nicht entsprechen konnte —, ein solches zum Abschluß brachte. Dieses Vertrauen, das jeder aufmerksame Kunde bald gewinnen mußte, machte aus diesem einen Freund der Firma, der Rieck seine Kräfte widmete, und mit dieser Gewissenhaftigkeit ent sprach er den Intentionen seines Chefs und der Tradition des Hauses, in dem er es zu einer leitenden Stellung gebracht hatte. Rieck war im Jahr 1859 in Vacha im Großhcrzogtum Weimar geboren, hatte in den siebziger Jahren bei Louis Mosche in Meißen — ebenso wie sein Chef — den Buchhandel erlernt, trat im Jahr 1881 in die Firma R. Lechner als Buchhandlungsgehilfe ein und gründete 1885 gemeinsam mit meinem Compagnon Alfred Werner die photographische Manufaktur. Sowohl Alfred Werner wie Ernst Rieck erkannten zur rechten Zeit die Ausdehnungsfähigkeit der in Wien noch in den Anfangs- stadicn ruhenden Amateurphotographie. Es wurde eine eigne Tischlerei gegründet und mit Davids Salon- und Reiseapparat und Lechners Werner-Kamera ein damals beispielloser Erfolg erzielt. Nach dem Tode Alfred Werners im Jahr 1889 übertrug ich Rieck die Leitung dieses immer rascher wachsenden Teils meines Geschäfts und erteilte ihm gleichzeitig die Prokura. Aus einem Gehilfen war ein Prokurist, aus diesem bald ein Freund geworden. Rieck gehörte zu den eifrigsten Mitgliedern der Photographischen Gesellschaft und des Kameraklubs und betätigte sich auf seinen Er holungsreisen mit Vorliebe in der Stereoskop-Photographie. Er erblickte in diesem Zweig die Zukunft der Photographie und ver wendete alle Sorgfalt auf die Konstruktion handlicher.Stereoskop apparate. So entstand ziemlich gleichzeitig mit der Lechnerschen Taschenkamera, die eine ungeahnte Verbreitung fand, die Stereo skop-Taschenkamera und die Reflex-Stereoskopkamera. Rieck war von strengster Gewissenhaftigkeit erfüllt und kannte kein schöneres Ziel, als der Firma, der er angehörtc, Ansehen und Freunde zu verschaffen. In einer Zeit, wo oft gewissenlose Ele mente bemüht sind, das gute Einvernehmen zwischen dem Chef und seinen Mitarbeitern zu triiben, ist jeder Unternehmer zu beglückwünschen, dem Männer vom Schlage Riecks zur Seite stehen. Nicht allein weil sie dem Chef persönlich nahe stehen, sondern weil sie durch ihr Vorbild auf alle andern Geschäfts angehörigen veredelnd wirken. Was Wunder, wenn beim Hingang eines solchen Menschen der Chef mit allen Angehörigen der Firma trauert, und wenn zahllose Geschäftsfreunde mit aufrichtiger Teil nahme erfüllt sind? Das Aufblühen des Geschäfts, der Bau der Fabrik, die Redak tion der «Mitteilungen» und viele andre Agenden nahmen in gesunden Zeiten seine Kräfte voll und ganz in Anspruch, bis ein tückisches Leiden ihn seit mehreren Jahren zwang, meist in der dringendsten Geschäftszeit, längere Erholung im Süden zu suchen. Dies war der Anlaß, daß ich schon früher bedacht war, ihm Hilfs kräfte zur Seite zu stellen, die ihn mehr und mehr entlasteten, bis er zuletzt nur noch sich schriftlichen und literarischen Arbeiten widmete. Auch für diese mußte ich aber Ersatz suchen, da er seit März dieses Jahres fast gar nichts mehr arbeiten konnte. Trotz dem glaubten die Ärzte, daß sein Zustand noch lange andauern könne. So entschloß sich einer seiner Brüder, ihn mit sich nach Breslau zu nehmen und seine ärztliche Behandlung zu überwachen. Es ging aber gegen alles Erwarten immer schlechter; Rieck starb in einem Alter von nur dreiundvierzig Jahren, und ich begleitete ihn am 12. Dezember in Breslau zur letzten Ruhestätte. Für die vielfachen warm empfundenen Worte der Teilnahme, die mir anläßlich des Hinscheidens meines treuen Prokuristen und Freundes zu teil geworden sind, spreche ich an dieser Stelle meinen herzlichsten Dank aus. Sic gewähren mir die Bürgschaft, daß sein Wirken unvergessen bleiben wird und daß die Freundschaft, die meine Geschäftsfreunde durch Rieck mit meiner Firma verbunden hat, fortbestehen werde. Für seine Nachfolger in meinem Geschäft aber bilden sie einen Ansporn, in gleicher Weise den Traditionen meiner Firma treu zu bleiben. Wien, im Dezember 1902. IV. N. Gestorben: am 17. Januar unerwartet infolge eines Schlaganfalls Herr Stanislaus Praräk, ein treuer Mitarbeiter im Hause Schmidt L Spring in Leipzig. (Sprechsaal.) Zur Beachtung. Zur Kenntnis der Herren Kollegen mögen nachstehende Zeilen dienen: Am 2. Dezember 1902 erhielt ich von einem Herrn E. Winckler, Kreisbauinspektor in Dahme (Mark) per Adresse Herrn Otto Hoennicke, Dahme, eine Bestellung auf verschiedene antiquarische Bücher meines Lagers mit der Bemerkung auf der Bestellung, die Bücher seien »zur Vergrößerung unsrer Vereinsbibliothek« bestimmt, und der Betrag für die ausgewählten Bücher nebst Porto würde der Rücksendung der nicht gewählten Bücher folgen. Da ich drei Wochen lang nichts mehr hierüber hörte, so schrieb ich an den Be steller, erhielt jedoch meine Anfrage-Karte mit der Postbemerkung zurück »unbekannt abgereist». Auf meine weitern Nach forschungen ergab sich nun, daß derselbe nach Berlin ging, Pakete sich nachsenden ließ re., dann aber verschwand. Ich veröffentliche vorstehende Zeilen, um die Herren Kollegen aufmerksam zu machen. Sollte einer der Herren von dem Ge nannten gehört haben, so wäre ich für Benachrichtigung dankbar. Karl Scheller, Buchhandlung und Antiquariat in Frankfurt a,Main. Direkter Vertrieb durch Verleger mit Preisunterbietung. Die Redaktion des Börsenblatts empfing folgendes zur Ver öffentlichung : Bescheidene Fragen. 1. Der Verleger einer Fachzeitschrift (Schulblatt) liefert einen: Lehrer-Verein die Zeitschrift als »Vereinsorgan« in etwa 200 Exem plaren zu billigeren Preisen als dem Buchhandel. Die Mitglieder erhalten das Blatt gegen ihren Vereinsbeitrag vom Verein gratis. Darf er das nach den neuesten Bestimmungen des Börsen vereins ? 2. Derselbe Verleger liefert auch an andre Lehrerverbände bezw. an deren Mitglieder die Zeitschrift zu netto Buchhändler preisen, wenn die Bestellungen von den Vereinsvorständen ver mittelt werden. Darf er dieses? 3. Ein andrer Verleger gibt einen Band Gedichte heraus. Der Autor ist zugleich Redakteur einer belletristischen Zeitschrift, die in einem dritten Verlag erscheint. In dieser Zeitschrift läßt nun der Verleger des Buchs durch Extrabeilage zur Subskription ausfordern, und zwar liefert er nur bis zum Erscheinungstag. Der Subskriptionspreis ist gleich dem Buchhändler-Nettopreis. Er verweigert den Buchhändlern die Lieferung der Bücher an Subskribenten, auch die, die durch den Buchhändler eingesammelt sind; er liefert nur direkt an die Subskribenten und nur bis zum Erscheinungstage. Darf er das?
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