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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.01.1903
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- 1903-01-20
- Erscheinungsdatum
- 20.01.1903
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^ 15, 20. Januar 1903. Amtlicher Teil. 543 Edwin Runge, Verlag in ttzrotz-Lichterfcldc. 563 Thomas, Heilsgewißheit. 1 .F 50 -st geb. 2 ^ 25 st Hermann Seemann Nachfolger in Leipzig. U 2 Uswnicb, l'Iueöl ans cker Nists^L88rn6. 2 ; Akk. 3 Hngo Stcinil; Verlag in Berlin. 561 Lammlnng bsrvorrs.ASväsr ru88i8olisr 8olirlkt8tsllsr (in rnWieolwr 8praobs): Lcl. 44: Lsrrwn, Oie Vsrsvbvvöi-uu^ von 1825. 80 st Lä. 45: Marx, Usr LürAsrlcrisA in l^rnnlrrviell. 2 Wilhelm Düfserott in Berlin. 557 Oovs, Osuteoh Lnävesst-^krilca. Orb. 4 Trowitzsch ^ Sohn in Frankfurt a/O. 558 Amtskalender für Geistliche und Schullehrer deS Regierungs bezirks Frankfurt a/O. 1903—1904. 1 Verlag der Socialistischcn Monatshefte in Berlin. 559 Oavicl, 8ooialr8mu8 uncl I.an>1virt8obakt. 1. öä. 12 gsb. 15 Verlag der „Rhcinlandc" in Düffeldorf. 558 »Ois Kbsin1g.ncl6>-. Hott 4 u. 5: Va.8 bsrAisobs I^ancl. 2^!50-ß. Carl Winter s Univcrsttütsbttchhandlnng in Heidelberg. 562 Peltzer, Die ästhetische Bedeutung von Goethes Farbenlehre. Ca. 1 ^ 60 4 Nichtamtlicher Teil. Bmheignerzeichen. Eine bibliothekswissenschaftliche Studie von vr. Hans Schukowitz. Büchern haben die Menschen seit alters her eine hervor ragende Achtung und Wertschätzung entgegengebracht. Es war ihnen darum auch immer ein Bedürfnis, diesen Besitz, wie jeden andern, äußerlich geflissentlich zu kennzeichnen. Wir brauchen uns nur ein oder das andre alte Buch in einer Kloster- oder Staatsbibliothek ausheben zu lassen und darin die Schmutz- und Vorsatzblätter zu betrachten; sie sind selten ohne jede schriftliche Einzeichnung, aus der wir seine Eigentümer erfahren. Die alten Ägypter bewahrten ihre Papyrusrollen be kanntlich in Tonkrügen (gsös) auf, die von Ammonspriestern mit Besitzermarken gezeichnet wurden. Ebenso ist bekannt, daß die metallenen Bücherstände der alten Büchereien zu Alexandrien, Rom und Pergamum ihre Eigenvermerke trugen. Ritschl, der vorzüglichste Kenner vorklassischer Zeit, ver zeichnet eine Reihe altägyptischer Rollenmarken. Und gehen wir einen Schritt weiter! Griechenland selbst gab dem Griechen kein Buch. Die Tatsache ist wohl geeignet uns nachdenklich zu machen. Das Volk, dessen hauptsächliche Kulturmission es gewesen ist, sich in seiner Literatur auszuleben und gleichsam für die Nachwelt abzu bilden, hat sich die erste materielle Vorbedingung für seine Mission von einem fremden Volk erborgen müssen. So erwähnt denn Herodot öfter als einmal, daß die Böotier aus Ägypten Papyrus gebracht und darauf ihre Weisheit ge schrieben haben. Und damit ja alle Welt wisse, daß sie diese Membranenrollen ihr eigen nennen, hätten sie daran Gold blättchen befestigt, worauf geschrieben stand: 0« ram die Weisesten der Griechen. Mit den Jsokrates- reden trieben die athenischen Bibliophilen eine Zeitlang reges Geschäft, und der korinthische Bücherfreund Alkäos pflegte in die erstandenen Sammelrollen sein Monogramm einzu brennen. Ähnliches ist uns durch Tischendorf von den römischen Thukydidesrollen bekannt geworden. Seit dem dritten Jahrhundert n. Ehr. gewinnt aber der eigentliche Kodex an Ausstattung und Vollkommenheit. Die Erfindung der Goldschrist und des Purpurpergaments, die ihm den Charakter des Dürftigen benahmen und dem Luxus betrieb vollkommen Genüge taten, empfahlen ihn auch den vornehmsten Kreisen. Mit Beginn des vierten Jahrhunderts erhalten wir dann Einblick in die kaiserliche Bibliothek zu Rom, und zwar durch das Schreiben des Bischofs Theonas an den Hofbeamten Lukian. Alle »libri« und »ooäioss« sind hier mit dem kaiserlichen Signum bezeichnet. Dieselbe Marke trägt dann der herrliche Pergament-Homer, den der junge Maximin auf der Rhetorenschule zu Athen benutzt hat. Mit seltner Liebe hing der heilige Hieronymus an seinen Büchern. Er, der belesenste Mann seiner Zeit, verdankt diesen Vorzug seinen Jugendstudien, seiner intensiven Be geisterung für die heidnisch-klassische Literatur. Jeder seiner Kodizes trug seine eigenhändige Namenseinzeichnung, und als er Haus und Familie verließ, um nach Jerusalem zu ziehen, konnte er es nicht unterlassen, so erzählt er, seine Bibliothek mitzunehmen. Plautus befand sich darunter und Tullius. Wie ihm aber darauf die strafende Stimme Christi zurief: »UisrovMis, s,v Obristisuus Äv Oiosrovwuus!« da schied er die eockiosb §svtiliuw, so heißt es, aus seiner Büchersammlung aus und tilgte hierin seinen Namen. In der Folge haben dann die Mönchsklöster alle die wertvollen Handschriften kopiert und sorgsam aufbewahrt. Der heilige Benedikt schrieb in der Überzeugung, daß Müßig gang und Arbeitsscheu die gefährlichsten Feinde eines Instituts, von den Mauern seiner Konventualen möglichst ferngehalten werden müßten, im 48. Kapitel seiner Regeln eine Einteilung der täglichen Geschäfte vor, wonach den s,rras,rÜ8 und sorixtorilms die Kopierung, Katalogisierung und Konservierung der Kodizes oblag. Wir dürfen hier nicht weiter eingehen auf dieses stille und reiche Schaffen in den mittelalterlichen Klosterzellen. Kelchner und in jüngster Zeit Wattenbach haben darüber eingehend berichtet. In den Büchereistatulen der Ordensleute finden wir schon in den ältesten Zeilen die Anordnung, die dem Konvent eigenen Bände durch bestimmte handschriftliche Vermerke zu kennzeich nen. So empfiehlt die Oräo soriptorü der Karmeliterinnen zu Nürnberg vom Jahr 1259 die Einzeichnung: das puech gehört in das Closter ze Sant Clara Prediger orden«. (Centralblatt für Bibliothekswesen.) Vordem war es auch Klosterrechtsbrauch, durch Schlußgravüren, Einbandmalereien, Blindpressung auf den Einbanddecken u. s. w. Eigentumsver merke (Mappen, Monogramme, Haus- und Familienmarken) kenntlich zu machen. Devotionsbilder in Öl sind übrigens im zehnten und elften Jahrhundert etwas ganz Geläufiges gewesen. So trägt das herrliche, mit Edelsteinen und Gold beschlägen gezierte Evangeliarium, das die Kaiserin-Witwe Theophano und deren Sohn Otto dem Kloster Echternach schenkten, das Ölportrait des Königs und seiner Mutter in Edelsteinfassung. Auch die k. k. Universitäts-Bibliothek in Graz bewahrt aus späterer Zeit ein Devotionsgemälde der Familie Freiherr v. Kulmer mit Emailbordüre auf (Signatur I 486.) Seit dem vierzehnten Jahrhundert werden handschriftliche Ein zeichnungen in die alten Kodizes typisch. Sie lauten so oder ähnlich: Uio libsllus sst 5>. U., spsotst sck dl. dl., ms sibi vsnckiost, ws rits tsust, ws sars swptiouis possiäst X. U. u. dergl. m. Im sechzehnten Jahrhundert werden dann deutsche Vermerke geläufig, die uns durch die Naivität ihrer Ausdrucksweise heute anheimeln. So schreibt der »Leibphysikus und Palastarzt« des Erzherzogs Ferdinand von Tirol in ein im Reformationszeitalter sehr beliebtes Andachtsbüchlein »Goldwage des katholischen Glaubens« benannt, die folgenden 72»
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