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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.12.1897
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- 1897-12-10
- Erscheinungsdatum
- 10.12.1897
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- Deutsch
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287, 10. Dezember 1897. Nichtamtlicher Teil. 9337 Kleine Mitteilungen. Vom Reichsgericht. Unrichtige Bezeichnung des ver antwortlichen Redakteurs. — Das Landgericht I in Berlin Kat am 13. August den verantwortlichen Redakteur des -Uigb Iiks, Zeitschrift für die vornehme Welt-, Hugo Alfons Neumann, wegen unrichtiger Angabe des Redakteurs auf seinem Blatte nach 8 18, 2 des Preßgesetzes zu 30-F und außerdem wegen eines anderen Preßvergehens zu 50-F Geldstrafe verurteilt. Das ersterwähnte Delikt bestand darin, daß die am 1. April erschienene Nummer des ge nannten Blattes nicht den wirklichen Namen des Angeklagten, sondern dessen Schriftstellernamen als den des verantwortlichen Redakteurs trug. Was dieses Delikt betrifft, so hatte der Ange klagte unwiderlegt behauptet, daß die unrichtige Angabe von seinen Mitarbeitern im guten Glauben auf das Blatt gesetzt worden sei, da sie ihn bis dahin nur unter seinem Schriftstellernamen gekannt hätten. Er hat auch sofort nach Erscheinen der Nummer vom 1. April dem Polizeipräsidium Mitteilung davon gemacht, wie sich die Sache verhielt. Das Landgericht sagt im Urteile bezüglich dieses Deliktes, Neumann habe mindestens fahrlässig gehandelt, in dem er nicht dafür Sorge trug, daß sein richtiger Name auf das Blatt gesetzt wurde. — Nun wird aber nach § 18, 2 Preßgesetzes ein Redakteur nur dann bestrast, wenn er derartige falsche An gaben wissentlich macht. Da nur eine nach H 19, 1 zu be strafende Uebertretung festgestellt war, diese aber als verjährt an zusehen war, so hob in der Verhandlung vom 7. d. M. das Reichs gericht auf die Revision des Angeklagten das Urteil, soweit es auf Grund des H 18, 2 Preßgesetzes ergangen war, auf und sprach den Angeklagten insoweit frei. Die Grundzüge des Urheber- und Verlagsrechtes. — Ueber obiges Thema hielt Herr Vr. Osterrieth, der bekannte Heraus geber der Zeitschrift -Gewerblicher Rechtsschutz und Urheberrecht- auf Veranlassung der -AllgemeinenVereinigung deutscher Buchhandlungs- Gehilfen: Landesvereinigung Brandenburg-Pommern- in Berlin am 3. Dezember einen interessanten Vortrag. In freier Rede entwickelte Herr vr. Osterrieth kurz die Geschichte des Urheber-Rechtsschutzes in Deutschland vom ersten Privilegium aus dem Jahre 1491 an, erwähnte die Monopole, welche einzelnen Verlegern für bestimmte Litteraturerzeugnisse eingeräumt wurden, und den daraus allgemach hervorgegangenen Schutz gegen Nachdruck. Die Frankfurter und die Leipziger Messen mit ihren Wirkungen, die ersten kurfürstlich sächsischen Gesetze gegen Nachdruck wurden erwähnt und die Nachahmung, welche diese ersten Gesetze in anderen deutschen Staaten fanden, die Fürsorge Preußens auf diesem Gebiete, die Verdienste und Be strebungen des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler in den 60er Jahren wie auch später zur Herbeiführung einer einheitlichen Gesetzgebung, denen endlich im Jahre 1870 das Gesetz vom 11. Juni über das littcrarische Urheberrecht folgte. An dieses schloß sich im Jahre 1876 das Gesetz vom 9. Januar, betreffend das Ur heberrecht an Werken der bildenden Künste, an und das Urheber recht an Photographieen vom 10. Januar desselben Jahres. Redner hob die Grundzüge der Gesetze hervor, die Dauer des Schutzes wie auch die Fristen für Anmeldung von Vergehen, be tonte die mancherlei Lücken und Unklarheiten und kam schließlich auf das Verlagsrecht zu sprechen. Dieses kennzeichnete Redner als äußerst unsicher. Er teilte die Verlagsverträge in zwei Kategorieen ein, 1. in solche für Werke, die aus der Initiative des Autors hervorgingen und wo das Urheber recht voll dem Autor zustehe, und 2. in solche für littcrarische Unternehmungen, die der Initiative und dem Plane des Verlegers entspringen; bei diesen stehe das Recht allein dem Verleger zu. Die Ausführungen des Redners fesselten das Auditorium vom Anfang bis zum Ende in hohem Maße. Der Vorschlag und die Bitte Ihres Referenten, Herr vr. Osterrieth möchte doch im nächsten Winter einen Cyklus von Vorträgen über Urheberrecht den zahl reichen Interessenten für dieses Thema in Berlin veranstalten, fanden daher allgemeinen Beifall in der Versammlung, bei Herrn vr. Osterrieth aber freundliche Aufnahme. Es wäre in der Thal mit Freude zu begrüßen, wenn Herr vr. Osterrieth Zeit finden würde, sich dieser verdienstlichen Arbeit zu unterziehen. Sein umfassendes Wissen, sein verständnisvolles Eindringen in die Bedürsnisse des Autors und des Verlegers lassen ihn bei seiner überaus klaren und interessanten Vortragsweise zur Lösung der schwierigen Aufgabe ganz besonders geeignet er scheinen. ?. U. Neue Bücher, Kataloge rc. für Buchhändler. vsutsebs Vittsrstur; vsbsrsstLuagsu; Ossolwnlrlittsrstur; illu- strisrts VVerlie kür Lrwsebssvs; duzend- u. VoUrssvbriktsn. ^.vtig.-Xstslo^ I4r. 240 van 6a1t,lieb Ooigar in 8tuttgsrt. 8°. 63 8. 1758 k4ru. Nssebsnbueb kür vucbksndlsr nebst Lslsvdsr kür dss 1s.br 1898. 16". 127 8. Lsrliv, Lissvseb, Vsiprig, Usrwsnn Uillgsr Verlag. Osbunäsn. vsutsobs 1uristsn-2situng. Ursg. von vr. ?. Vsbsnä, vr. LI. 8tsnglsin unä Or. U. 8tsub. 2. Isbrgsng. Hr. 23. (1. vgeswbsr 1897.) Nit Vittsrsturübsrsiobt, rnitgstsilt von vroksssor 8ebnlr, vibliotbelrsr bei dem Rsiebsgeriebt. 4". 8. 453—476. Verlag von Otto Visbmsnn in Lsrlin. Nbs I4ovewbsr Uontbl^ vsrt ok tbe tzlnglisb Ostslogus ot boobs kor 1897. I4r. 11. gr. 8". 24 8. Vonäon, 8swpson Vorv, Narston L Oowpsn/, Virniteä. Bücherei, Bilder und Sprüche für das christliche Haus. 4. Jahr gang. Weihnacht 1897. Dargcreicht von Ernst Röttger's Buch- und Kunsthandlung in Kassel. 8". 96 S. mit vielen Abbildungen. Vsst-Ostslog. ^.uswsbl gediegener, in Irstbolisoben Lrsissn v,u lb'sstgssobsnlrsn mit Vorliebe verwendeter IVsrbs. Vusgsgsben ^Vsibnsobtsn 1897 von Usinriob 8oböningb in Nünstsr i >V. 8°. 80 8. V. 8tssobwsnn, Larsortimsnt in Vsiprng. I. I4sobtrsg sum Vsgsr-Listslog 1898. (4. OgLSmbsr 1897.) 80. 6 8. Lin Lliob in die Heiligen Orsmas und 8esbsr'8 8obriktsn. 8'. 32 8. ObsmnitL, Vsrlsgs-Lstslog von Nsx IVinter. Rußlands Beteiligung an der Pariser Weltaus stellung 1900. — Die Beteiligung Rußlands an der Pariser Weltausstellung im Jahre 1900 wird, den Nachrichten aus St. Petersburg zufolge, einen bedeutend größeren Umfang an nehmen als auf irgend einer früheren Weltausstellung. Auf der Wiener Ausstellung 1873 war Rußland ein Flächenraum von 5891 Quadratmeter zugewiesen, und die Kosten der Installierung be trugen 281 000 Rubel. Auf der Pariser Ausstellung im Jahre 1900 wird Rußland über nicht weniger als 25 000 Quadratmeter ver fügen, und die Kosten werden auf annähernd zwei Millionen Rubel berechnet. Geschäftsjubiläum. — Am 16. November d. I. konnte der gegenwärtige Inhaber der angesehenen Buch- und Musikalienhand lung Carl Krug in St. Petersburg, Herr Nicolai Krug, auf glück lich vollendete fünfzig Jahre seit Eröffnung des von seinem Vater gegründeten Geschäftes zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurden ihm aus nah und fern zahlreiche Glückwünsche dargebracht, denen wir uns in aufrichtiger Hochachtung nachträglich anschließen. Der St. Petersburger Zeitung vom 12. v. M. entnehmen wir über den Werdegang des Geschäftes folgendes: --Die auf Waßsilij-Ostrow, CadUten-Linie, im Hause von Menschikow neu etablierte Buch- und Musikalicn-Handlung rc.--< — -Am nächsten 16. November werden es fünfzig Jahre, daß das mit vorstehenden Worten beginnende Inserat zum ersten Male in der -St. Petersburgischen Zeitung» erschien. Die Firma, von der dieses Inserat ausging und die jetzt nächst Eggers L Co. die älteste deutsche Buchhandlung am Platze ist. war die Buch- und Musikalicn- Handlung und Leihbibliothek von Carl Krug. Das Eingangs-Citat aus dem ersten Inserat dieser Firma macht uns mit der gewiß nicht uninteressanten Thatsache bekannt, daß die Firma sich auch heute noch in demselben Geschäftslokale befindet (oder vielmehr in demselben Hause, denn das Geschästslokal ist im Laufe der Jahre mit der Entwickelung des Geschäfts gewachsen). Mit den be scheidensten Mitteln ms Leben gerufen, ist das Geschäft durch den Fleiß und die Ausdauer des Herrn Carl Krug zu schöner Ent wickelung gebracht worden. Vierundvierzig Jahre, bis zu seinem 1891 erfolgten Tode, stand Herr Carl Krug dem Geschäft selbst vor, hatte jedoch die Freude, zehn Jahre vor seinem Scheiden, seinen Sohn Nikolai, der zuvor acht Jahre in der nunmehr erloschenen Firma A. Büttner (Inhaber D. Rahter) konditioniert hatte, an seiner Seite im Geschäft thütig und beteiligt zu sehen. Nach dem Tode seines Vaters übernahm Herr Nikolai Krug das Geschäft für eigene Rechnung und hat es durch Energie und Umsicht nicht nur auf der alten Höhe zu erhalten, sondern auch weiterer Entwickelung zuzuführen verstanden. - Geschäftsjubiläum. — Am heutigen 10. Dezember können die Inhaber der jetzigen Firma Ries L Erter, Musikalienverlags handlung in Berlin (die dort von 1872 bis 1881 unter dem Namen Hermann Erler bestand), insbesondere der Gründer des Berliner Geschäfts, Herr Hermann Erler, ein fünfundzwanzigjähriges Jubi läum ihres angesehenen Geschäftes feiern. Das in bescheidenen Verhältnissen eröffnete Geschäft, dem am 1. Juli 1881 Herr Franz Ries mit feinem Dresdener Musikoerlag beitrat, hat sich während dieser Zeit zu einem Musikverlag ersten Ranges emporgearbeitet. Wir begrüßen die Herren Jubilare aufrichtig zu diesem Jubeltage ihrer gemeinsamen Firma. 1242*
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