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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 23.08.1886
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1886-08-23
- Erscheinungsdatum
- 23.08.1886
- Sprache
- Deutsch
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^ lh4, 2ä, August 1886. Nichtamtlicher Teil. 4öL9 so meine ich, daß der definitive Bauplan des neuen Börsengcbäudes der Genehmigung der Hauptversammlung bcdars nnd daß, selbst wenn das nicht der Fall wäre, der Vorstand es doch nicht unterlassen würde, etwa ausgesprochenen Wünschen der Hauptversammlung volle Beachtung zu schenken. Ich empfehle Ihnen deshalb, den Bauplan nur mit der Maßgabe zu genehmigen, daß die Kellcrräume in der von mir angedentelen Weise eingerichtet, nnd daß ferner ausreichende Räume für ein Post- und Tele graf, Hcn-Amt vorgesehen werden. Ich selbst beabsichtige übrigens nicht in der Hauptversammlung derartige Anträge zu stellen, sondern überlasse dies Ihrem Vorstande, falls Sie in Ihrer Majorität sich dafür entscheiden, Herr Krön er spricht zunächst sein Erstaunen ans über die seitens des Herrn Morgenstern erhobenen Vorwürfe, da dieser dieselben Punkte zwar auch im Ausschüsse erörtert, sich aber schließlich mit den abweichenden Beschlüssen des Ausschusses ein verstanden erklärt habe, wie aus den Protokollen hervorgehe, aus denen er die betreffenden Stellen wörtlich vorträgt. Was die Frage der Finanzierung anlange, so sei ja nicht absolut zu sagen, daß dieses Kapital zu 3HH im Buchhandel nicht aufzubringcn sei, aber jedenfalls sei es nicht ganz sicher, und ein etwa gemachter, aber mißlungener Versuch hätte doch gewiß sehr ungünstige Folgen für spätere Verhandlungen bezüglich der Aufbringung des Kapitals, Es sei doch gefährlich, diesen Weg zu betreten, wo der Erfolg nicht sicher vorausgesehen werden könne. Der Börsenbau-Ausschuß hätte sich gesagt, daß man selbst verständlich das Kapital zu möglichst niedrigem Zinsfuß be kommen müßte, womit sich auch Herr Morgenstern einverstanden erklärt habe. Zur Frage der Verwendung des Kellergeschosses äußert sich Herr Kröner, daß allerdings Herr Morgenstern hierin im Aus schuß zuerst den Standpunkt vertreten habe, es sei wünschens wert, die Kellergeschosse möglichst zu Lagerräumen für Bücher und weniger für Restaurationszwecke zu verwenden. Man sei dem ja nicht entgegen gewesen, aber nachdem mau die Sache von allen Seiten reiflich geprüft, habe es sich herausgestellt, daß die von Herrn Morgenstern beabsichtigten Zwecke, die zwar an nnd für sich nicht unmöglich seien, damit nicht erreicht werden könnten, Nnd deshalb hauptsächlich sei die Sache abgelehnt worden, Herr Morgenstern habe nämlich den Gedanken gehabt, im Souterrain einen Raum für die künftige, große Pakctanstalt des Börscnvereins zu schaffen, eine Idee, die zwar theoretisch ganz ausgezeichnet, aber praktisch äußerst schwer durchführbar sei. Von allem anderen abgesehen müßte der zur Verfügung stehende Raum mindestens drei- bis viermal größer, als der gebotene sein. Außerdem wäre es nach dem Urteil aller Sachverständigen äußerst unpraktisch, eine Paketanstalt für den ganzen Buchhandel in Kellerräumen unterzubringen; dazu gehörten Parterre Lokali täten. Deswegen hätte sich der Ausschuß gesagt, daß, sygar wenn die Idee au und für sich ausführbar sei, dieselbe jedenfalls nicht im Keller des Börsengebäudes durchgeführt werden könne. Redner ist nicht dagegen, daß Post- und Telegraphenstation im Börsengebäude Platz findet, die Räume dafür seien reserviert, und wenn sich also die Aufnahme als wünschenswert und zweck mäßig Herausstellen sollte, werde der Vorstand die nötigen Schritte dazu thuu. Schließlich bemerkt noch Redner, daß über die fehlenden Positionen im Kostenvoranschlage ein anderes Vorstandsmitglied sprechen werde, daß er stets unter allen Umständen gegen eine Überschreitung des Voranschlags gewesen sei und sein werde, und bittet von einer Diskussion über diese Frage in der Hauptversamm lung abzusehen, da durch dieselbe eine Sicherheit auch nicht erlangt werden könnte und das Projekt, das Resultat langer Erwägungen, durch weitere Beratungen möglicherweise umgestoßen würde, so daß wieder von vorn angesangen werden müßte, was doch wohl Von sehr zweifelhaftem Nutzen für den Buchhandel sein würde. — T reiundsünszigster Jahrgang. Herr Morgenstern detailliert hierauf die Verhandlungen im Panausschnß und bemerkt, daß er in Bezug auf die Finan zierung den Gedanken, das Geld durch Anteilscheine zu beschaffen, nachdem ihm die Unausführbarkeit desselben erklärt worden sei, fallen läßt. Er fürchtet aber immer noch, daß der Zinsfuß höher als mit 3"/j, bezahlt werden müsse, — Betreffend die Verwendung der Kellerränme, seien ihm schon im Ausschuß, wie auch hier, solche weitgehende Pläne untergelegt worden> wie er sie nie gewünscht ünd ausgesprochen habe. Er wünscht nur, daß die Keller so zu Bücher-Niederlagen eingerichtet würden, wie cs im ursprünglichen Bauprogramm, welches erst nach der Ver sendung geändert worden, ausdrücklich bezeichnet worden sei. Es würde damit ein kleiner Anfang gemacht werden, und er Müsse wiederholt betonen, daß er in der Schaffung solcher Räume gar keine Schwierigkeit finde. — Nach einer Frage des Herrn Or. Brockhaus zur Geschäfts ordnung, ob Herr Morgenstern einen Antrag für die Haupt versammlung stellen wolle, giebt Herr Bergstraeßer einen längeren Bericht über den Kostenanschlag. Er äußert sich etwa folgendermaßen: Da von der vorjährigen Hauptversammlung im ganzen 900 000 für den Neubau bewilligt worden seien, so haben Vorstand und Bauansschuß daraus gesehen, daß unter keinen Um ständen die Summe von 700 000 ^ für den Ausbau überschritten würde und nur derjenige den Preis erhalte, der diesen Standpunkt berücksichtige. Wesentlich deshalb haben auch die Herren Kayscr und von Großheim den ersten Preis erhalten. Trotzdem seien inner- und außerhalb des Vorstandes und Banausschusses Zweifel entstanden, ob namentlich unter den Leipziger Verhältnissen der Ausbau zu dem festgesetzten Preise möglich sei. Es seien deshalb in der Sitzung vom 19, März n. 0. die Herren Kayser und von Großheim veranlaßt worden, einen Kostenanschlag bis zum 20. April vorzulegen, ans dem hervor gehe, daß thatsächlich eine Summe von 700 000 Fil für den Rohbau ausreiche. Dieser Kostenanschlag sei in befriedigender Weise eiugereicht und daun noch einem Architekten des Stadt bauamts zur Begutachtung übergeben worden. Derselbe habe sich in einem Gutachten, welches bei den Akten läge und ver lesen worden sei, dahin ausgesprochen, daß an dem Ansätze der Herren nichts auszusetzcn sei und man mit den 700 000 ^ thatsächlich den Rohbau Herrichten könne. Ja es läge ein An gebot einer bedeutenden Leipziger Baufirma vor, welche — aller dings in allgemeinen Ausdrücken — sich verpflichte, den Rohbau zu derselben Summe hcrznstcllen. Um nun die größte Sicherheit, mit der genannten Summe thatsächlich auszukommcn, zu erlangen, habe sich Vorstand nnd Bauansschuß nach langer Debatte seines Wissens einstimmig dahin geeinigt, den Rohbau exclusive der Zentralheizung nicht an einzelne Gewerkschaften, sondern auf dem Snbmissionswcgc einer Firma ersten Ranges, die die Garantie böte, daß der Kostenanschlag nicht überschritten würde, zu übergeben. Außerdem würden nach dem Vorschlag des Bauausschusses die Architekten Kayser und von Großheim die Vertrauensmänner des Vorstandes gegenüber der Bauleitung werden. Die Zentralheizung soll besonders an Firmen, die sich mit dieser Spezialität befassen, vergeben werden, Herr Morgen stern habe vorhin noch erwähnt, er glaube dennoch an eine Überschreitung der Summe und sei auf die Posten gekommen, die nicht innerhalb der 700 000 ^ liegen, Offenbar aus einem leicht erklärlichen Mißverständnis habe er den Posten der Bauleitung von 40 000 ^ als nicht in der Summe von 900 000 ^ enthalten aufgeführt. Es seien Pläne vorgelegt worden, und man habe sich über dies und jenes orientieren 610
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