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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 13.12.1875
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1875-12-13
- Erscheinungsdatum
- 13.12.1875
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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Buchhandlungs-Gehilfen befürchtete, diePrinzipale des Buchhandels würden einem solchen allgemeinen Verein gegenüber, wo sie doch nur eine kleine Minorität bilden könnten, wenig Wohlwollen ent gegenbringen. Sei es auch eine Schwäche, so ist es doch immerhin eine sehr verzeihliche menschliche Schwäche, zunächst nur für die Seinigen zu sorgen. Der Buchhandel ist zwar nur ein speciellcs kaufmännisches Fach, zeigt aber doch mehr Eigenthümlichkeiten, als die übrigen Zweige der kaufmännischen Thätigkcit unter sich. Sollte es wohl nvthig sein, den vorstehenden wenigen Worten noch die Bitte hinzuzufügcn, sie nicht als eine Parteinahme nach der einen oder andern Seite hin zu betrachten? Wohl kaum! Sie sollen nur zu dem, was der Schreiber schon früher an dieser Stelle gesagt hat, ein sachlich gehaltenes Schlußwort bilden, mehr um seine eigene Meinung auszusprechen, als auf die künftigen Beschlüsse der Prinzipale des Buchhandels irgend einen Einfluß ausüben zu wollen. Ist doch von alter Zeit her die Intelligenz der Buchhändler immer eine hervorragende gewesen, die fremder Unterstützung nie mals bedurft hat. Leipzig, im December 1875. Prof. I)r. Heym. Pciisionsverband für Kauflrutc und Buchhändler. II.*) Wenn über vorstehendes Thema seit geraumer Zeit in diesem Blatte nicht wieder gesprochen und namentlich über den Fortgang dieser Angelegenheit berichtet worden ist, so darf doch deshalb keines wegs angenommen werden, daß das ganze Project aufgegeben sei oder, wie von Personen, die man schwerlich zu den Freunden der Sache zu zählen hat, ausgestreut wird, daß die Angelegenheit „sich im Sande verlaufen habe". Wir sind vielmehr nach vorhergegangener bester Information in der Lage, den zahlreichen Freunden und Anhängern des erwähn ten Unternehmens im Buchhandel die jedenfalls erfreuliche Mit theilung zu machen, daß inzwischen die Vorbereitungen zur Aus führung desselben ganz bedeutend gefördert worden sind und, falls nicht wider Erwarten durch nicht vorherzusehende Umstände eine kleine Verzögerung cintreten sollte, in der allernächsten Zeit die wich tigsten Schritte in dieser Sache gethan werden sollen. Die ganze Angelegenheit kann getrost als in den besten Händen liegend angesehen werden, und, wenn in den letzten Monaten so wenig über den Fortgang dieser hochwichtigen Sache in die Oeffentlichkeit gekommen ist und nach Lage der Sache kommen konnte, so ist der Grund dafür allein in dem Umstande zu suchen, daß, um etwas Tüch tiges, also Lebensfähiges zu Stande zu bringen, die mannigfaltigsten in das betreffende Gebiet einschlagendcn Vorarbeiten gemacht werden mußten, welche die größten Opfer an Zeit und Arbeit erheischten, sich aber der öffentlichen Besprechung entziehen, resp. nicht dafür eignen. Es bedarf wohl für jeden nicht von Standesvorurthcilen be fangenen, mit den hier in Betracht kommenden Verhältnissen nur etwas vertrauten Berufsgenossen keiner ausführlichen Darlegung, daß nur in Verbindung mit dem Kaufmannsstande ein derartiges Unternehmen die nöthige Ausdehnung und somit die Kraft erlangen kann, die zu einem ersprießlichen Gedeihen unbedingt erforderlich ist; daß aber der Buchhandel für sich allein ein solches oder nur ähnliches Werknicht schaffen kann. Mehrfache Erfah rungen aus früherer und neuerer Zeit haben dies wohl auch zur Genüge dargethan. Soviel für heute zur Richtigstellung der Sachlage. Wir hoffen, recht bald Weiteres und recht Erfreuliches den vielen sich dafür Jn- teressirenden mittheilen zu können. L.. g, im December 1875. * * * *) I. S. Nr. 146. MiScellen. Zur Frage von der deutschen Orthographie. — Daß die endliche Erledigung dieser brennenden Frage dringend zu wünschen ist, muß bei der jetzt in unserer Orthographie herrschenden großen Verwirrung allseitig anerkannt werden. Eine allgemeine Ueberein- stimmung wird aber niemals erzielt werden, wenn die Sache nicht von den deutschen Regierungen in Angriff genommen wird. Es ist daher als ein bedeutsamer Schritt zu begrüßen, daß der Cultus- minister vr. Falk auf den 4. Januar 1876 eine Konferenz nach Berlin berufen hat, welche sich damit befassen soll, eine „Einigung in den Grundsätzen" herbeizuführen, um daraus feste Normen der Ortho graphie für ganz Deutschland zu gewinnen. Zu dieser Conferenz sind außer einer Anzahl von Gelehrten, welche sich vorzugsweise mit der orthographischen Frage beschäftigt haben, sicherem Vernehmen nach auch je ein Vertreter des Buchhandels und der Buchdrucker kunst berufen, deren Namen aber dem Einsender noch nicht bekannt sind. Ob ans dieser Conferenz eine allgemeine deutsche Reichs-Ortho graphie hervorgehen wird, bleibt abzuwarten, jedenfalls ist es anzu erkennen, daß der Kultusminister vr. Falk auch den praktischen Be dürfnissen Rechnung trägt, indem er den Buchhändlern und Buch druckern eine Stimme in der Conferenz einräumt, denn neben der Schule ist es vorzugsweise die Presse, welche am meisten zu einer einheitlichen Orthographie beitragen kann. —t. Aus dem Reichs-Postwesen. — Das kaiserl. General- Postamt hat soeben eine Instruction über den Verkehr zwischen den Postbeamten und dem Publicum ergehen lassen. Das erste Gebot, welches dieser Postkatechismus aufstellt, ist: Artigkeit gegen das Publicum. Der Schalterbeamte soll stets vor Augen haben, daß seine erste und wichtigste Aufgabe die Abfertigung des Publikums ist, gegen welche alle übrigen Arbeiten zurücktreten; er soll es sich deshalb nicht verdrießen lassen, eine angefangene Arbeit sofort einznstellen, sobald Jemand am Schalter erscheint, eventuell aber soll er die am Schalter wartenden Personen in höflicher Weise ersuchen, sich ein wenig zu gedulden. Der Postbeamte soll ferner Personen, die in den Posträumen nicht genau Bescheid wissen, selbst unaufgefordert höflich zurechtweisen und möglichst bis an die Stellen geleiten, wo sie die gewünschte Abfertigung und Auskunft erhallen, vor allenDingen aber soll er gegenDamen ein höflichesnndzuvorkommendes Benehmen beobachten und sich ihrer rücksichtsvoll annehmen. In gleicher Weise soll durch Freundlichkeit der Beamten das Ansehen der deutschen Post Fremden und Ausländern gegenüber gewahrt, und im Uebrigen überall im Verkehre mit dem Publicum, sei es beiReisen mit der Post, beim Schluffe des Postschalters rc. das größte Entgegenkommen ge zeigt und dem Publicum soweit als thunlich Gefälligkeiten erwiesen, Auskunft, Rathschläge rc. ertheilt werden. Das Publicum, heißt cs, hat ein wohlbegründetes Recht, bei Anfragen postalischer Natur die Antworten nicht bloß in artiger Form, sondern auch in einer gewissen Vollständigkeit zu erhalten, welche außer dem Nothwendigen auch zweckmäßige Rathschläge ertheilt. Schließlich werden Beamte und Unterbeamte anfgefordert, auch dem weniger gebildeten Theile des Pnblicums gegenüber ihre gesellschaftliche Ueberlegenheit durch takt volles Benehmen zu bethätigen, und zur Vermeidung von Weiterun gen, wenn irgend möglich, dieser Klasse eine erbetene Auskunft in gedrängter schriftlicher Form zu geben. osr Abgesehen von den gewöhnlichen Mittheilungen aus den Kreisen des Buchhandels, finden auch anderweitige Einsendungen, wie: Beiträge zur Geschichte des Buchhandels und der Buchdruckcrkunst — Aufsätze aus dem Gebiete der Preßgesetzgebung, des Urheberrechts und der Lehre vom Verlagsvertrag — Mittheilungen zur Bücherkunde — Schilderungen aus dem Verkehr zwischen Schriftsteller und Ver leger — sowie statistische Berichte aus dem Felde der Literatur und des Buchhandels willkommene Aufnahme und angemessene Honorirung.
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