Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.09.1875
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1875-09-01
- Erscheinungsdatum
- 01.09.1875
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-18750901
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-187509015
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-18750901
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1875
- Monat1875-09
- Tag1875-09-01
- Monat1875-09
- Jahr1875
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
die Eisenbahnen in ihrer Zersplitterung zu disponiren und in ein zelnen Fällen sogar viel rascher, wie im Eisenbahn-Verkehre üblich, zu befördern vermag. In dem steten Wachsen des Postpäckerei-Verkehrs dürfte für die Eisenbahnen die Aufforderung liegen, es der Post wenn nicht vor-, so doch nachzuthun und demgemäß die Concurrenz wenigstens in Betreff der Packetbeförderung nach allen Eisenbahn-Stationen in vollem Umfange aufzunehmen, zu dem Ende aber das jetzige schwerfällige Expeditionsverfahren abzustreifen, dafür das der Post anzunehmen und außerdem die Taxen so erheblich zu ermäßigen, daß das Publicum in seinem eigenen Interesse, in Betreff des kleinen Packetverkehrs sich gern der Eisenbahn bedient. Ein solches Vorgehen ist aber auch für die Eisenbahnen durch aus nicht so schwierig, zumal dieselben den hierzu erforderlichen Apparat bereis in ihren Gepäck- und Eilgut-Expeditionen besitzen und die theilweise sogar schon vorhandenen Eilgüterzüge eine ganz vortreffliche Einrichtung für die Packetbeförderung bilden. Um eine prompte und zweckentsprechende Beförderung zu sichern, die Bestätterung vorzubereiten und wenn nöthig, Umexpeditionen schon unterwegs vorzunehmen, erscheint es wünschenswert, gleich wie bei der Post und wie dies theilweise auch schon bei den Rheini schen Bahnen geschieht, ambulanten Expeditionsdienst einzurichten und hierdurch gleichzeitig die heute schon hinsichtlich des Stückgüter- Verkehrs unzulängliche Packmeister-Begleitung in zweckentsprechen der Weise umzugestalten. Was nun den Tarif anlangt, der von den Eisenbahnen für den Fall der Aufnahme der Concurrenz einzuführen sein würde, so empfiehlt es sich, die bei der Post zwischen Francatur und Ueber- weisung bestehende Portodifferenz zu beseitigen und außerdem die Taxe so zu normiren, daß sie billigere Sätze wie die der Post ergibt, den Eisenbahnen aber trotzdem im großen Ganzen wenig stens gleiche Einnahmen wie aus dem Eilgutverkehr sichert. Der nachstehende Tarif, dessen Anwendung so lange zu ge schehen hätte, bis sich nach dem Eilguttarif eine billigere Fracht ergäbe, dürfte das Richtige treffen. Pro Packet bis bis bis bis bis 10 20 50 100 150 Meilen Mark Mark Mark MarkMark Von 1 bis incl. 5 Kilogr. 0,2» 0,4« 0,4» 0,4» 0,4» über 5 6 ,, 0,25 0,5« 0,6» 0,7» 0,8» „ 6 „ 7 „ 0,8o 0,55 0,8» 0,»» 1,l» 7 „ 8 „ 0,85 0,6» 1,o« 1,cv 1,4» ,, 8 9 ,, 0,40 0,65 1,2» 1,4» 1,8» ,, 9 ,, 10 „ 0,45 0,7« 1,4« 1,7V 2,2» 10 „ 15 „ 0,5» 0,8» 1,6» 2,»o 2,8» // 15 „ 20 ,, 0,55 1,00 2,»o 3,8» 4,9» Die Frachtzuschläge bei Werth und Interesse-Declarationen, sowie bei Provisionen für Nachnahmen werden lediglich nach den Bestimmungen des Betriebs-Reglements bezw. nach den Eisenbahn- Tarifen zu berechnen und für sperrige Sendungen, gleich wie bei der Post, die Iftffache Fracht in Ansatz zu bringen sein. Zur Berechnung der Entfernungen müßte, wie bei jeder Post- Anstalt, auch für jede Eisenbahn-Annahmestelle eine Entfernungs- Nachweisung aufgestellt und diese mit der der Post, der Concurrenz wegen in Uebereinstimmung gehalten werden. Die Eisenbahnen würden durch die Einführung eines Zonen tarifs für den Kleinverkehr zu einem richtigen Urtheil über die Nütz lichkeit derselben auch für den Eil- und Frachtgut-Verkehr gelangen und könnte dadurch Anstoß zu einer vollständigen Umwälzung des heu tigen Frachtentarifs und des Abrechnungsverfahrens gegeben werden. Möchte der gegenwärtige Aufsatz seinen Zweck nicht verfehlen und die Eisenbahn-Verwaltungen zu einer kräftigen Aufttahme der Concurrenz veranlassen. Sollten die Eisenbahnen vorstehenden Vorschlag annehmen, so würde dem Buchhandel der große Vortheil erwachsen, nicht nur kleine Pallete billiger zu erhalten als jetzt durch die Post, sondern namentlich bei größeren Packeten eine sehr wesentliche Porto ermäßigung zu erzielen und hierdurch die so unangenehme Zersplit terung des Packetverkehrs umgehen zu können. Nach dem jetzigen Postpacketportotarif kosten Packele von 20 Kilogr. bis 10 Meilen 1 M. — Pf. (also 45 Pf. mehr), von über 10 bis 20 „ 2 „ — „ (also 1 M. mehr), von über 20 bis 50 „ 3 „ 50 „ (alsoIM.50Pf.mehr), von über 50 bis 100 „ 5„ — „ (alsoIM.20Pf.mehr), von über 100 bis 150 „ 6 „ 50 „ (alsoIM.60Pf.mehr). MiSccllen. Professor I. Janssen in Frankfurt a. M. ist, wie die Literarische Rundschau meldet, von befreundeter Seite ein überaus reicher, bis her ungehobener literarischer Schatz, bestehend aus mehr als 2000 noch ungedruckten Briefen aus dem Kreise von Friedrich Leopold und Christian v. Stolberg, der Fürstin Gallitzin, der Brüder Droste v. Vischering, Claudius, Klopstock rc. zur Verfügung gestellt worden. Sämmtliche Briefe gruppiren sich um Friedrich Leopold v. Stolberg, dessen Wesen und Wirken erst jetzt durch Bearbeitung und Herausgabe derselben in seiner Vielseitigkeit hervortreten wird. Auch in politischer Beziehung soll der Briefwechsel für die Geschichte von 1789—1818 von höchstem Interesse sein. Ein neues Surrogat für die Papierfabrikation. — Nach vielen Versuchen hat man nunmehr den industriellen Werth der Alfa, einer Pflanze, welche in den algerischen Hochebenen wild wächst, erkannt. Diese Faserpflanze ist geeignet, die Lumpen in der Papierfabrikation zu ersetzen, indem sie dieser Industrie ein neues Surrogat für den ursprünglichen Rohstoff zuführt. In ganz Algier besteht kein regelmäßiger Markt für den Absatz dieses wichtigen Pro ducts. Die nach Quantität und Qualität sehr geringe Waare, welche bisher in den Handel gekommen ist, wurde von den Ein geborenen in kleinen Partien an Zwischenhändler verkauft. Und den noch sind unter diesen sehr primitiven Verhältnissen im Jahr 1874 allein über 60,000 Tonnen (ü 20 Ctr.) dieser Pflanze zusammen gebracht worden. In Algier sind mehr als 4 Millionen Hektar mit dieser Pflanze bedeckt, welche einen unermeßlichen Reichthum repräsen- tirt, und bisher vollständig vernachlässigt worden ist. Um diesen Werth für die Industrie nutzbar zu machen, müßten Eisenbahnen gebaut und Dörfer angelegt werden, wo die zum rationellen Anbau der Pflanze nöthigen Arbeiter untergebracht werden könnten. Nach zuverlässigen Mittheilungen könnte bei geregeltem Betrieb auf einen jährlichen Ertrag von 1000 Klgr. Alfa per Hektar gezählt werden und 1 Arbeiter 44 Tonnen (880 Ctr.) trockene Faser jährlich ein heimsen, so daß zur Ausbeutung eines Flächenraums von 300,000 Hektar eine europäische Bevölkerung von 6—7000 Seelen not wendig würde. Binnen wenigen Jahren werden 4 verschiedene Eisen bahnlinien zu den Hochebenen führen, wo die Alfa-Pflätize daheim ist, wodurch zunächst ein billigerer Transport des Rohmaterials er möglicht werden wird. Eine französisch-algerische Gesellschaft hat bereits den Bau der Linie von Arzew nach Saida in Angriff ge nommen, und alles bereitet sich zur Unterstützung eines wohlorgani- sirten Betriebs dieses bedeutenden Unternehmens vor. (ckourusl otttoisl krau^Lis.)
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder