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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.08.1931
- Strukturtyp
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- 1931-08-15
- Erscheinungsdatum
- 15.08.1931
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- Deutsch
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X° 188, IS. August 1931. Redaktioneller Teil. — Sprechsaal. Börsenblatt s. d. Dischn Buchhandel. teil. Besonders in Chicago verwandeln die mit Schmutz gesättigte Luft und das feuchte Klima jedes nicht fest gebundene Buch binnen acht Tagen in ein schmieriges Päckchen. Dennoch hält der französische Verlag daran fest, den festen Einband abzulehncn, oder er verwendet nur eine unzulängliche Kartonnage. Indessen bringen ausländische Firmen Mengen französischer Literatur in durchaus geeignetem Ein bande heraus. Ein weiterer Mangel, der dem Amerikaner lästig ist, besteht darin, das; das ungebundene Buch nicht beschnitten ist. Man reist hier viel, liest schnell und ärgert sich nicht gern mit dem Papier messer herum. Das sind materielle Fragen, von psychologischer Wich tigkeit. Auch sonst trägt man in Frankreich der Mentalität der Ame rikaner nicht genügend Rechnung. Ter amerikanische Leser wünscht eine seinem Geschmack entsprechende Auswahl, tatsächlich schickt man ihm aber die Literatur ohne Kritik ballenweise, nicht selten mit vielem Minderwertigen vermischt.« Die im Verlag.Hachette erscheinende Monatsschrift »l'sus Iss vivrss« bringt regelmäßig im Sommer einen Artikel über das Thema »Unsere Dichter in den Ferien«, in dem über deren durch vorherige Rund frage ermittelte Erholungsorte geplaudert wird. Die Pariser »Eo- mosclia« regt in ihrer Nummer vom 23. Juni an, in den betreffenden Orten den Verkauf der Werke der dort weilenden Schriftsteller be sonders zu organisieren, eine dankbare Aufgabe für den Provinzbuch händler. Die »Oomoscliu« bezeichnet den Hinweis von »Dons Iss vivrss« als außerordentlich begrüßenswert. Der Absatz würde be stimmt beträchtlich sein, und man könnte in der bequemsten Weise die Dichter uni Autogrammeintragungen in ihre Werke angehcn oder sonst in persönlichen Kontakt mit ihnen kommen. (Offen bleibt allerdings die Frage, ob nicht mancher Schriftsteller es vorziehen wird, seinen Urlaub incognito zu genießen.) Eine Spitzenorganisaiion der Kulturbestrcbungen. — Vor fünf zehn Jahren veröffentlichte der inzwischen verstorbene Berliner Rechtsanwalt vr. Ernst Kliemke unter dem Pseudonym Heinrich Nienkamp ein Aufsehen erregendes Buch »Fürsten ohne Krone«. Die darin und in einer später ausgegebenen kleineren Schrift vertretenen Gedanken einer umfassenden Kulturorganisation suchten Anhänger Nienkamps in einer Vereinigung zu verwirklichen, die in den Schwie rigkeiten der Inflationszeit zugrunde ging. Ihre Ziele sollten, wie vr. Theodor Tichauer-Charlottenburg in der »Geisteskultur«, der Monatsschrift der Comeniusgesellschaft, mittcilt, jetzt, in einer Zeit, in der eine entschiedene und systematische Verfolgung kultureller Einheitsbestrebungen nicht leichter, aber auch gewiß nicht entbehr licher geworden ist, wieder ausgenommen werden. Die kulturellen und geistigen Kräfte, au denen es nicht fehlt, die sich aber gegenüber den wirtschaftlichen und politischen Mächten nicht durchsetzen können, sollen in einer Organisation zusammengesaßt werden, deren Eigen art im Gegensatz zu den bisherigen darin besteht, daß die sich zu sammenschließenden Einzelmenschen und Vereinigungen nicht von vornherein auf ein bestimmtes Programm festgelegt werden. »Sie müssen inserieren!« — Dieser Appell findet sich in einer Ansprache des englischen Innenministers Clynes, die er kürzlich auf einem Bankett der ^ckvsrtisiuA ^ssoeiatioa in London hielt. Der Minister führte u. a. aus, daß während der neuerlichen wirtschaft lichen Depression sich große Firmen naturgemäß veranlaßt fühlten, ihre Ausgaben einzuschränken. »Sie begannen zunächst da, wo es ihnen am leichtesten schien und man hat mir erzählt, daß sie ihre Aufwendungen für Inserate einschränkten. Ich bin durchaus nicht sicher, ob das der richtige Weg ist, zu sparen. Eine solche Ersparnis kann sich sehr wohl zum Schluß als ein Verlust Herausstellen. Wir kungsvolles Inserieren ist ein wesentlicher Faktor des Handels des britischen Reiches geworden, und ich denke, daß es erfahrene und tüchtige Geschäftsleute nicht vernachlässigen werden. Ich sage, Sie müssen i n s e r i e r e n, Sie müssen reisen, Sie dürfen Ihren Wert und Ihre industriellen Aussichten nicht unter einer Decke verbergen.« E. 'kersonalnaclrrickten. Jubiläum. — Das 26jährige Jnhaberjubiläum begeht am 15. Au gust Herr August Frech in Lüdenscheid. Der Jubilar, 1878 zu Bacharach am Rhein geboren, hatte von 1893—96 bei Karl Scheffel in Bad Kreuznach gelernt und übernahm nach zehnjähriger Gehilfen- tütigkeit, u. a. als Filialleiter in seiner Lchrfirma, im August 1906 die Firma Carl Kleinsteuber in Lüdenscheid, der er seinen Namen gab. Dieses Geschäft bestand 1928 ein halbes Jahrhundert. Herr Frech hat es auf streng solider Basis geführt — nur unterbrochen durch den Weltkrieg, während dessen seine Frau das Geschäft leitete — und ihm Ansehen und guter Ruf verschafft. 86. Geburtstag. — Am 15. August feiert Herr I o s e f R o t h in Breslau den 80. Geburtstag. Nach einem arbeitssrohsn und er folgreichen Leben und Wirken besonders auf dem Gebiete der katho lischen Literatur ist es Herrn Roth vergönnt, diesen Tag in körperlicher und geistiger Frische zu begehen, verehrt von seinen zahl reichen Freunden in Verlag und Sortiment, deren Glückwünschen wir uns von Herzen anschließen. Gestorben: am 9. August nach langem schweren Leiden Herr Robert K l e t t, Geschäftsführer der Firma Robert Klett L Co. vorm. I. Hermann Herz G. m. b. H. in Berlin im vollendeten 47. Lebensjahre. Ferner: am 9. August der Verlagsbuchhändler Herr Jakob Mortko- wicz in Warschau im Alter von 56 Jahren. Vermutlich haben finanzielle Schwierigkeiten, in denen er sich infolge der schlechten Wirtschaftslage befand, Mortkowicz in einer nervösen Depression am 8. August veranlaßt, zum Revolver zu grei fen. Er wurde sofort ins Krankenhaus gebracht, wo die tödliche Kugel entfernt wurde, doch gelang es nicht, ihn am Leben zu erhalten. Am Abend des nächsten Tages verschied er. In Jakob Mortkowicz hat der polnische Buchhandel einen seiner hervorragendsten, auch im Auslande bekannten Vertreter verloren. Seine Tätigkeit als Ver leger ist anläßlich seines 25jährigen Verlegerjubiläums an dieser Stelle im November 1028 (Bbl. Nr. 277) geschildert und gewürdigt worden. Sein Verlagsunternehmen in Warschau »Towarzystwo Wydawnicze« gehört zu den grüßten Buchhändlerfirmen in Polen. Als Negierungskommissar organisierte Mortkowicz mit großem Er folg die polnischen Abteilungen auf den Internationalen Buchaus- stcllungen in Florenz (1922), Leipzig (1927) und in diesem Jahre in Paris. — Nicht vergessen sei, daß er seine Verlegertätigkeit mit der Herausgabe der gesammelten Werke Friedrich Nietzsches begann. Mortkowicz war lange Zeit Präsident des polnischen Buchverleger- vcreins und Vorstandsmitglied des polnischen Buchhänülerverbandes. Als Bücherfreund legte er auf gute Ausstattung der von ihm ver legten Bücher großen Wert. Zur diesjährigen Pariser Buchaus stellung verfaßte er in französischer Sprache, die er ebenso wie die deutsche in Wort und Schrift beherrschte, ein sehr beifällig aufgenom menes Werk »1.6 vivrs 6'^rt en koloßus«. vr. Chr. Sprechfaul Rhein-Rainischer Jungbuchhändlerkreis. Herr Walter Jaensch, Leipzig, Mitinhaber des Kommis- sionsgesch. H. Haessel, wird als Beauftragter des Vereins Leipziger Kommissionäre im Rahmen unseres Schulungskurses zwei Vorträge halten: 1. am 19.8. (Mittwoch) über »Buchhändlerische Verkehrs einrichtungen«, 2. am 20.8. (Donnerstag) über »Verkehrs- und Ver kaufsordnung«. Beide Vorträge finden abends 20.30 Uhr im Hospiz Kronenhof, Frankfurt a. Main, Nähe Hauptbahnhof, statt. Wir laden herzlich zum Besuch dieser Vorträge ein und glauben Ausführungen versprechen zu können, die sowohl für uns Jungbuchhändler als auch für die Herren Chefs interessant und wertvoll sind. Hans Köster. Inhaltsverzeichnis. Bekanntmachungen: Kreisverein Ost- und Westprcußischer Buchhändler. S. 741. Verein der österreich. Buch-, Kunst- u. Musikalienhändler. S. 741. Artikel: Buchhandel und deutsches Buch in Bulgarien. Von vr. H. R. Fleischmann. S. 741. Wilhelm Raabe-Literatur. S. 742—43. Kleine Mitteilungen S. 743—44: Steuer-Rundschreiben Nr. 88/89 / Jubiläum PH. Schott, Eltville / Aus Frankreich / Eine Spitzenorganisation der Kulturbestrebungen / »Sie müssen inserieren«. P e r s o n a l n a ch r i ch t e n S. 744: Jubiläum A. Frech, Lüden scheid / 80. Geburtstag I. Roth, Breslau / Gestorben: Robert Klett, Berlin; I. Mortkowicz, Warschau. Sprechsaal S. 744: Rhein-Mainischer Jungbuchhändlerkreis. Verantwort!. Schriftleiter: Kranz W a g n e r - Vertag: T e r B ö r s c n v e r e i u »er Deutschen Vuchhandtcr zu Leipzig. Deutsche» VuchhanvlerhauS. Druck: E. H e t> r i ch N a ch f. Samt!, in Leipzig. — Anschrist d Schrtstlettuag u. Exvedirrun: Leipzig. Gerichtsweg 2« lBuchhändlerbauS». Postschliebsach274/7V 744
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