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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.02.1864
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1864-02-15
- Erscheinungsdatum
- 15.02.1864
- Sprache
- Deutsch
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Zur Erwiderung! s3I62.j Mit nicht geringem Erstaunen wird mit mir der gesammte Buchhandel den auf mich gerichteten Angriff des Herrn E. Keil in Nr. 9 des Börsenblattes gelesen haben und Jeder, der meine Circulare und das Börsenblatt auf merksam beachtete, sich trotz aller Anstreng ung seines Gedächtnisses und Denkvermögens vollkommen außer Stande sehen, Artikel oder Geschäftsmanixulationen von mir aufzufinden, die nur im entferntesten Herrn Keil verletzen, geschweige ihn zu so maßlosen Ausfällen be rechtigen konnten. Denn gewiß wird es Nie mand glaublich finden, daß meine im Börsen blatts Nr. 1 vom I. Januar d. I. abgedruckte ,,Berichtigung" des auch im Börsenblatte 1863 Nr- 138 veröffentlichten Circulars der Herren Aamarski K -Dittmacsch in Wien diejenige „unwürdige" Handlungsweise enthalten soll, zu der ich mich in den Augen meines Concur- renten, des Herren Keil, „erniedrigt" habe! Bekanntlich erlaubten sich die Herren Aa marski k Dittmarsch ihr doppelt so viel ko stendes Lieferungswerk „Für Haus und Fami lie" (4 Thlr. ord.j mit der „Jllustrirten Welt" und „Gartenlaube" (je 2 Thlr. ord.) zu ver gleichen und bemerkten: „Wir xlauben, «lass Iceins Zweite mit uns concurrireixls Teitsvkrift so beträcktlicke Vortkeile bietet, (ienn sclio» -2" lOOZnemplar-e tie/ern //rncn «irrem lieirr- Aervirrrr vom circa 206 N/rtr., also über öO'js, arrr/erecärret rii« 2irr«errer«parmisse, «rdrencl 8!s bei cker ßleioke» kurslil Exem plare <ler „Illustrirten Welt" nur circa! 100 '^blr., von cler „Gartenlaube" nur 90 l'klr. verdienen." Verdiente schon der gegen jeden guten Ton verstoßende namentliche Angriff von Con- currenzen eine Rüge, so ist doch ganz selbst verständlich und wird mir auch nicht im entferntesten von irgend'Jemand verdacht werden können, daß ich den total falschen Berechnungen und Behauptungen, welche das unter den verschiedenen Concurrenzen obwal tende Gewinn-Verhältniß vollständig alterir- ten, entgegentrat. Der vielbeschäftigte Sor timenter hat nicht jeden Augenblick Zeit, bei allen eintreffenden Circularen die Gewinn-Auf stellungen nachzurechnen , er nimmt sie als rich- tig an , denn er vertraut theils auf die Ge wissenhaftigkeit derjenigen, welche sie erlassen, theils wohl auch auf die eventuelle Berichti gung des durch falsche Berechnung benach- theiligten Verlegers. Auch kann man nicht er warten, der Sortimenter habe die ihm früher gemeldete richtige Gewinn-Summe des falsch berechneten Werkes im Gedächtniß, um sofort den Fehler zu bemerken. Stillschweigen irrigen Berechnungen und Vergleichungen gegen über würde daher eine Bestätigung der Richtigkeit sein, und da der Sortimenter sich naturgemäß am meisten für die ihm am lu krativsten erscheinenden Sachen verwendet, so würde der Absatz des bei der Vergleichung zu niedrig berechnetenArtikelsunsehlbar lei den. — Den gleichen Schaden muß es bringen, wenn durch falsche und viel zu hohe Angabe des Gewinns einer zweiten Concurrenz (in diesem Falle die „Gartenlaube") diese zur an-' dern in ein unverdientes vortheilhastes Ver hältniß gebracht wird. Während in Wahrheit meine „JUustrirte Welt" fast das Doppelte von dem Gewinn der „Gartenlaube" einträgt, wird durch die Angabe der Herren Z. K D. der ganze Gewinn-Unterschied von ca 60 Thlr. auf nur 10 Thlr. bei 100 Er- reducirt. Der Schwerpunkt meiner „Jllustrirten Welt" ruht neben Menge des Gebotenen (6 Bogen p. Heft) und der Stahlstich-Prämie hauptsächlich auf dem Reichthum an prachtvollen Illu strationen und auf den, die Herren Sorti menter besonders berücksichtigenden wahrhaft enormen, für mich mit großen Opfern verknüpften Bezugs-Vortheilen, während die „Gartenlaube" durch Massen- haftigkeit des Textes Alles dem Publi cum bietet., deshalb aber dem Sortimenter nur den für ein Journal denkbar geringsten Rabatt gewähren kann. Jedes der beiden Werke hatte auf diese Weise verschiedene Absatzbedingungen und sie konnten gut neben einander bestehen. Wird nun durch zu hohe Berechnung der „Gartenlaube" der für meine „JUustrirte Welt" günstige große Gewinn- - Unterschied zwischen den zwei Concurrenzen fast ganz verwischt, so unterliegt es keinem Iwei- j fel, daß mein Werk positiven Schaden leidet. Soll ich nun dieser.Gefahr und der Un wahrheit gegenüber schweigen und ruhig zuse- hen, wenn falsche Angaben den Erfolg zweier Concurrenzen zu steigern drohen auf Kosten meines mit Liebe gepflegten, durch schwere langjährigeMühegroß gezogenen Unternehmens, i und dies trotz der in voller Wahrheit ohne ' Ausnahme alle andern Werke übertref- j senden hohen Bezugsbedingungen? — Auf Vernunft kann Der keinen Anspruch machen, welcher mir so etwas zumuthet. Und wenn nun meine Berichtigung in vollster Ordnung war, kann ich vielleicht etwas dafür, daß die Herren A. k D. gerade die „Gartenlaube" mit ins Spiel gezogen haben und deren Ge winn statt mit nur 60 Thlr. 16 Ngr. mit 90 Thlr. angcben? Konnte ich, da überhaupt eine Berichtigung des Circulars von mir ge liefert werden mußte, diesen groben Jrr- thum stillschweigend übergehen? — Hätte dies nicht als eine Bestätigung der Rich tigkeit gelten müssen? — Wenn die „Gar tenlaube" im Angriff vorkam, dann mußte sie doch auch in meiner Abwehr wieder mit genannt werden. Wenn also Herr Keil über haupt darüber aufgebracht ist, daß seines Ar tikels Erwähnung geschah, dann hätte er sich nicht gegen mich, sondern gegen die Hrn. Z. KD. wenden sollen, denn von diesen ging der Angriff aus. Ich that nur, was ich noth- wendig thun mußte. Oder har sich die „Gartenlaube" vielleicht ihrer Bezugsbedingungen zu schämen, weil Herr Keil es für „erniedrigend" hält, das wahre Resultat derselben zu veröffentlichen? — Oder ist der Inhalt meiner Berichtigung ein derartiger, daß Herr Keil aus demselben nur im entferntesten den Vorwurf ent nehmen kann: ich habe die „Gartenlaube" „in unedler eigennütziger Absicht als unvortheilhaft zum Bezüge auf das unwürdigste geradezu namhaft ge macht"? — Jur Antwort darauf wiederhole ich hier den einzigen Theil meiner Berichti gung, welcher der „Gartenlaube" erwähnt (sonst ist ihrer mit keinem Worte gedacht. ! Der übrige Theil widerlegt die falschen An gaben betreffs „Für Haus und Familie"): „Nun wäre es aber doch wohl Pflicht der Herren I. K D. und zu erwarten ge wesen, daß dieselben die Gewinn-Re sultate der von ihnen erwähnten Artikel gewissenhaft auf das genaueste an geben würden, damit die Vergleichung keine Täuschung ergäbe. Statt dessen führen sie, 3 Wochen nach Erlaß meines Circulars vom Septbr., den Gewinn meiner „Jllustrirten Welk" bei einem Bedarf von IW Exemplaren mit nur 100 Thlr., den der Gartenlaube mit 90 Thlr. an- — Beides ist falsch! — Denn meine JUustrirte Welt ergibt (bei 40U, 10 Freiexemplaren und Gratis-Lieferuna des 1-, II u. XIl Heftes) gerade 30 Thlr. mehr, also nicht 100 Thlr., sondern 130 Thlr., die Gartenlaube aber nicht 90 Thlr-, sondern nur 66 Thlr. 16 Ngr. (da Herr Keil das I. Heft nur für wirklich neue Abonnenten gratis gibt, so ist dies natürlich hier nicht mitgerechnet, und wollte man auch, was doch viel zu hoch ist, die Hälfte der Continuation als neu gesammelt betrachten, so stiege bei Gut schrift von 50/46 Expl. I. Heft der Ra batt doch nur auf 72 Thlr. 4ZH Ngr.)" Der gesammte Buchhandel wird mit mir der Ansicht sein, daß ich hier nur das sagte, was einer genauen Berichtigung halber aus gesprochen werden mußte, und daß dies in einer Weise geschah, die, mit Ausschluß aller Persönlich.keit, den höchst persönlichen, Herrn Keil's wirklich unwürdigen Angriff nicht im mindesten rechtfertigt, sowie nichts weni ger als Leidenschaftlichkeit Hervorrufen konnte, mit welcher ich, soweit ich Herrn Keil kenne, gern seine ungeziemenden Ausfälle entschuldigt hätte. Auch kann ich doch nicht glauben, daß Herr Keil aus einer Richtberichtigung der zu seinen Gunsten lautenden falschen Berechnung hätte Nutzen ziehen wollen. Hätten seine Vor würfe nur den Urheber des Streits allein treffen sollen, warum wendet er sich gegen mich, den er weder auf Grund des Rechts, der Vernunft, noch der Leidenschaft an greisen kann? — Die Erklärung kann allein in der Mißgunst gegen das Blühen meiner Un ternehmungen liegen. Statt mir nun aber aus correcte Weise nur mit Zahlen und Be rechnungen entgegen zu treten, nahm er keinen Anstand, die Ehre des Concurren- ten anzugreifen. Ich gebe ein solches Ver fahren dem Urtheile des ganzen Buchhandels anheim. Der Angriff wiegt um so schwerer, als er von einem Manne ausging, dem ich bisher gewiß ein lovalcr Concurrent war und der mir meine im Vergleiche mit ihm ja viel bescheideneren Erfolge wohl gönnen sollte. Dem in dem Artikel des Herrn Keil ent haltenen halben Vorwurf, daß meine „Jllu- strirte Welt" eine Nachahmung seiner „Gar tenlaube" fei, begegne ich wohl am einfachsten durch Mittheilung der Thatsache, daß das Er scheinen des ersten Jahrgangs meines Unter nehmens bereits in der letzten Hälfte des Jah res 1852 durch Circular dem Buchhandel an gezeigt wurde und dann Nr. 1 der damaligen Wochen-Ausgabe schon am 15. Decbr. 1852, das vollständige I. Heft aber bereits am 1. Ja nuar 1853 zur Versendung kam. Folglich ist meine „JUustrirte Welt" um einige Tage früher ins Leben getreten, als die „Garten laube", deren erster Jahrgang ebenfalls erst im Jahre 1853 erschien! Ich werde Herrn Keil auf das von ihm betretene Gebiet der Schmähungen nicht folgen, da leichtfertige Kränkungen der Ehre Anderer den Mann in Wahrheit erniedrigen, sondern stehe ihm nur auf dem Gebiete der That- sachen, der Berechnungen zu Diensten, und da er durch seine Behauptung: man verdiene an seiner „Gartenlaube" ebensoviel wie an deren Concurrenzen (also auch an meiner „Jllustrirten Welt"), das selbe thut, wie die
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