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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.04.1929
- Strukturtyp
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- 1929-04-18
- Erscheinungsdatum
- 18.04.1929
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- Deutsch
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Steuer-Rundschreiben Nr. 69 ist erschienen und an die Bezieher versandt worden. Aus dem Inhalt: 1. Umsatzsteuerfreiheit nach § 7 UStG., 2. Frühjahrsveranlagung 1929, 3. Rechtsprechung, 4. Ver schiedene Mitteilungen, 5. Sonderberatung, 6. Leipziger Handels kammerbeitrag. Die Steuer-Rundschreiben sind vom Verlag des Börsenvereins zu beziehen. Der Bezugspreis beträgt für Mitglieder 3.— RM, für Nichtmitglteder 4.— NM vierteljährlich netto. Jubiläumsfeier der Süddeutschen Monatshefte. — Am 12. Aprtl wurde in den Vier Jahreszeiten zu München die 25-Jahrfcier der Süddeutschen Monatshefte begangen. Zahlreiche führende Persön lichkeiten der Literatur, Kunst und Wissenschaft aus dem ganzen Reiche hatten sich versammelt, um ihre Glückwünsche darzubringen, die zugleich dem 60. Geburtstage des Herausgebers Professor Paul Nikolaus Cossmann galten. Als Vorsitzender der Gesellschaft be grüßte Geh. Hofrat I)r. Schulmann die Gäste, an deren Spitze Justizminister Gürtner als Vertreter des bayerischen Ministerpräsi denten und Gesandten von Haniel-Haimhausen als Vertreter der Reichsregierung. Die Festrede hielt Prof. 0r. Georg Karo-Halle, der Abschnitt für Abschnitt der Süddeutschen Monatshefte in ihrer Ent wicklung behandelte. Er rühmte an ihnen die Treue zu sich und die Treue im Einstehen für die Sache des ganzen Deutschtums all die 25 Jahre hindurch. Nach den Gratulanten der bayerischen Hoch schulen übermittelte Verlagsbuchhändler vr. Friedrich Oldenbourg im Aufträge des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler, des Baye rischen Buchhändler-Vereins und der Vereinigung Münchener Ver leger 1914 Grüße und Glückwünsche und sprach für den großdeutschen Gedanken, dessen Grundlage die Süddeutschen Monatshefte sein mögen. Prof. vr. Karl Alexander v. Müller gedachte der Toten der Süddeutschen Monatshefte, beginnend mit Hans Thoma, der Mtt- gründer gewesen sei. Für die junge Generation sprach vr. Edgar I. Jung, für die Redaktion selbst Or. Arthur Hübscher, der ver antwortliche Schriftleiter der Jubilarin, der die Themafrage »Idea lismus oder Materialismus der Süddeutschen Monatshefte?« dahin beantwortete, daß das Blatt von Anfang an nur auf das Ideale gestellt gewesen sei. Professor Cossmann dankte allen, gedachte der ersten Helfer Wilhelm Weigand, Georg Müller, Friedrich Nau mann u. a., sowie der Damen und Herren von Redaktion und Ver lag und schloß: »Alles Schöne kommt von andern, der Herausgeber hat nur zu danken«. Während der bem eigentlichen Festakt folgenden Tafel kamen noch weitere Redner zu Worte, darunter der Dichter Max Halbe als Sprecher der Vertreter der Schönen Literatur und der Komponist Hans Pfitzner, der, mehr als 50 Jahre mit Professor Cossmann befreundet, als Angebinde und Dank die handschriftliche Originalpartitur des »Armen Heinrich« mit Widmung überreichte. General von Schoch hob anerkennend hervor, welche Stütze die ins Feld gekommenen Hefte der Süddeutschen Monatshefte der Armee geboten hätten und dankte für die Bekämpfung der Greuellllgen. Im Verlaufe des Abends überreichte Geheimrat vr. Schulmann die Festgabe der Süddeutschen Monatshefte, einen Band, der einige der grundlegendsten Arbeiten Prof. Cossmanns und eine Einleitung aus der Feder Josef Hofmillers enthält. Ein hartes Urteil über die heutige Bücherproduktion fällt Lud wig Klages, der bekannte Verfasser von »Handschrift und Charakter« im Vorwort zu seinem neuen Werk: Der Geist als Widersacher der Seele. Er nennt es »Vorwort für die Zeitgenossen« und sagt: »... Le ben wir doch leider in einer Zeit, wo jeder, der einen deutschen Schul aufsatz verfassen lernte, hat er nur Muße genug, die Bestimmung fühlt, das seinige zum Holzverbrauch beizutragen, indem er den furcht baren Bücherhaufen um einige aus der eigenen Geistesfabrik erhöht. Hätten wir eine Zensur, ausgeübt von einem Kollegium von Halb göttern, eine Zensur, die mit ebenso unfehlbarer Treffsicherheit wie Unparteilichkeit wenigstens dem die Öffentlichkeit verböte, daS unter der Linie der Mittelmäßigkeit steht, so dürften die rund dreißigtausend jährlichen Neuerscheinungen Deutschlands wohl auf höchstens dreitausend zusammenschrumpfen. Nicht in angeblicher Teilnahmslosigkeit der Leserschaft sehe ich den schlimmsten Feind der Werke, die etwas taugen, sondern in jenen Stümpern, Pfuschern, Schaumschlägern, Gauklern und Possenreißern, die den Büchermarkt mit ihrer nichtswürdigen Ware überschwemmen. Und da es nun ein mal keine magischen Merkzeichen gibt, die das gewachsene Werk zu unterscheiden gestatten würden vom zusammengestohlenen oder alber nen Machwerk, so kann man es niemandem verübeln, wenn er grund sätzlich gleich auf alles verzichtet, was nicht entweder Unterhaltungs lektüre oder fachwissenschaftliches Lehrmittel ist.« Der Kausttragödie dritttr Teil. — Im Stadttheater zu Han nover stand dieser Tage die Aufführung von »Faust« 2. Teil auf dem Theaterzettel. Ein literarisch sehr interessierter Buchhandlungs gehilfe aus Rinteln scheute die Fahrt zur Hannoverschen Landes hauptstadt für den Genuß der immerhin seltenen Ausführung nicht. Nach der Vorstellung suchte er auf dem Bahnhof die günstigste Nück- fahrmöglichkeit auf. Gegen 2 Uhr nachts langte er in Hameln an und mußte hier mehrere Stunden auf den ersten Morgenzug nach Rinteln warten. Der Aufenthalt auf dem menschenleeren Bahnhof war ihm zu langweilig, und zur Überwindung und Abkürzung der langen Wartezeit machte der Buchhändler einen Spaziergang durch die nächtlichen Straßen Hamelns. Rechtzeitig langte er dann wieder auf dem Bahnhof an. Kaum hatte er im Wartezimmer sich in einer Ecke eingerichtet, da erschienen zwei Polizeibeamte und als dritter im Bunde ein Angestellter der Wach- und Schlteßgesellschaft, die sofort ein recht verdächtiges und auffallendes Interesse an seiner so unschuldigen Person zu nehmen schienen. Sie gruppierten sich um den Kunstbeflissenen und verlangten von ihm recht kategorisch den bündi gen Nachweis über seine Personalien. Glücklicherweise war das nicht schwierig: er konnte sich als ein in Rinteln tätiger Buchhändler ausweisen. Er atmete froh und erleichtert auf und glaubte nun allen Vögeln entflogen zu sein. Aber weit gefehlt! Der Nachweis, daß er Buchhändler sei, wurde ihm zum Verhängnis. Und das kam so: In Hameln ist in der letzten Zeit wiederholt in Buchhandlungen und Verkaufsständen eingebrochen worden. Zur selben Zeit, als der nachtwandelnde Goetheverehrer durch das alte Hameln spazierte, hatte man einen anderen jungen Mann aus Rinteln vor einem Bücher-Verkaufsstand erwischt, als er diesen demolierte. Für die Hüter der Ordnung lag unter solchen frischen Ereignissen natürlich der Schluß nahe, daß die beiden nächtlichen Besucher aus Rinteln gemeinsame Sache gemacht hatten. Der Buchhändler wurde trotz seiner Unschuldsbeteuerungen zur Polizeiwache geführt und etnge- sperrt. Die Hamelner Polizei setzte sich mit der Rintelner in Ver bindung und veranlaßte eine — natürlich ergebnislos verlaufene — Haussuchung. Erst am darauffolgenden Tage schlug für den armen Buchhändler die ersehnte BefretungSstunde. Sein mittels Auto nach Hameln geeilter Prinzipal nahm ihn nach inzwischen auf geklärtem Sachverhalt vor bem Poltzeigefängnis in Empfang und beförderte ihn auf schnellstem Wege nach Rinteln und ine Bett. 'kersonainackrickterr. Jubiläum, — Der Buchhändler Herr Josef Helweg be geht am >9. Aprtl das OOjährtge Jubiläum seiner Wirksamkeit ln dem Verlage der Bonlfactus-Druckeret in Paderborn, Der lm 70, Lebensjahr stehende Jubilar erfreut sich bei allen, die ihn kennen, aufrichtiger Wertschätzung, Das vom Biirsenvereln ver liehene silberne Ehrenzeichen wurde ihm bereits vor einigen Jahren Überreicht. Mögen dem Jubilar noch lange Jahre ersolgretchen Wirkens beschieden sein. Gestorben: am 10, Aprtl nach schwerem lange« Leiben der Buchhändler Herr Hermann Lang, Inhaber der Firma G, L, Lang'S Buchhandlung ln Landau jPsalzs, Der Verstorbene trat 1003 als Teilhaber ln bas altangesehene Geschäft etn; Alletntnhaber ist er seit 1907 gewesen, Kerner: am 10, Aprtl 1029 nach längerem Leiden lm 04, Lebensjahre der Obermarkthelser der vereinigten Kommissionsgeschäfte der Kochler sr Volckmar A,-G, Herr Bernhard Nelchel ln Leipzig, Hervorgegangen aus der Firma Carl Enobköch, bet der er am 1. Juli 1889 eintrat, hatte er sich bald bas Vertrauen seiner ChesS erworben und wurde mit dem Posten eines Obermarkthelsers in der Speditionsabteilung betraut. In dieser verantwortungsvollen Stel lung hat er seine Kräfte in vorbildlicher Weise und unverbrüchlicher Treue bem Wähle und dem Ansehen der Firma gewidmet. Dem verdienstvollen, von seinen Prinzipalen hochgeschätzten und von den Mitarbeitern geachteten Manne wlrb für seine säst vierzigjährige, ausopfernde Tätigkeit eine dankbare Erinnerung bewahrt bleiben. Verantwort!. Schriftleiter: F Druck: E. Heörtch Nachf. 432 — Verlag: Der Börsenverein der Deutschen Nuchhändler zu Leipzig. Deutsches VuchhändlerhauS. Sämtl. in Leipzig. — Anschrift d. Schristlettung u.Expedition: Leipzig C 1. Gerichtsweg 2tz sBuchhmrdlerhauSj. Postschlteßs.274/7b.
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