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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 19.03.1929
- Strukturtyp
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- 1929-03-19
- Erscheinungsdatum
- 19.03.1929
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j 66, lS, März 1929. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f.b.Dtschn. Buchhandel. Rapa, sein Stellvertreter: Schriftsteller K. Dsilleja, Sekretär: Re dakteur M. Sams. Im Vollzugs-Ausschuß beteiligen sich ferner Vertreter von 23 verschiedenen Zentral-Vcreinigungcn und Organi sationen sowie mehrere Vertreter der Presse. I. Napa. Aus Polen. — Der Polnische Buchhändlerverband veranstaltet in Warschau und in der Wojewodschaft Warschau eine Umfrage bei den Sortimentsbuchhandlungen iiber ihre Umsätze und Warenvor räte (Lagerbestände) in den Jahren 1927 und 1928. Diese Umfrage, für die der Einsendungstermin bereits abgelaufen ist, wird vom Verband nun auf ganz Polen ausgedehnt. Vom 7. bis 16. Mai findet an der Freien Hochschule in Warschau ein Vortragskursus für Leiter kleiner und mit telgroßer Buchhandlungen statt. In 50 Vortragsstunden sollen folgende Lehrgegcnstände behandelt werden: der heutige Stand der Buchproduktion und des Buchhandels auf dem Gebiet des wissen schaftlichen Buches, des Schulbuches und des Buches für Kinder und die Jugend; Buchhändler und Lesepublikum; Buchpropaganda im Sortiment; moderner Buchdruck und Graphik; gegenwärtiger Stand der Literatur in Polen; die heutige Kulturkrisis; die Arbeitsorga nisation im Buchhandel: Steuern und Abgaben im Buchhandel; die Organisation des Buchhandels in Polen und im Auslände; Abriß der Geschichte des Buchhandels in neuester Zeit. Berlin. vr. W. Christ tani. Deutsche Buchausstcllung in Maracaibo. — Die durch den der zeitigen Leiter der Deutschen Schule, Herrn vr. Walter Prinz horn, ins Leben gerufene und von den deutschen Verlegern in be grüßenswerter Weise unterstützte Buch-Ausstellung ls. zuletzt Bbl. 1928, Nr. 156) hat ihren vorläufigen Abschluß gefunden und ist von einem der deutschen Sache sicherlich dienenden guten Erfolg begleitet gewesen. Ein sichtbarer Erfolg wird sich für die an der Ausstellung beteiligten Firmen wohl erst allmählich auswirken durch Bestellungen der nach Venezuela arbeitenden Export-Firmen. Hamburg. Conrad Behre. Aus den Vereinigten Staaten. — Nach zweijähriger Tätigkeit auf dem europäischen Festland berichtet ein Buchreisender, der ame rikanische Verleger vertritt, von seinen Erfahrungen. Er sagt, daß außerhalb Paris kaum jemals ein amerikanischer Reisender tätig war. Sonstige Reisende nehmen nach Paris Belgien und Holland mit und seien auch einmal in der Schweiz und Italien, aber ohne Erfolg, gewesen. Er hätte den Mut gehabt, das Festland zu bereisen und fei von manchen Buchhändlern wie ein seltenes Tier angestaunt worden, da er der erste amerikanische Buchvertreter war, den sie je gesehen haben. Amerikanische Verfasser sind wenig bekannt, ameri kanische Bücher noch weniger. Bisher war die Ansicht des Festlandes, baß englische Bücher nur aus England kommen könnten, jedenfalls sind alle Bücher englischer Sprache, die man trifft, zu 90 v.H. aus England. Erschwerend ist der Umstand für die Amerikaner, daß die Engländer das Festland als ihr Bereich ansehen, und es auch mit den englischen Ausgaben amerikanischer Bücher versorgen. Sie haben sogar die feste Meinung, daß sie das Alleinverkaufsrecht amerikanischer Bücher, die sie für England erworben hätten, in der ganzen Welt besäßen, mit Ausnahme von den Staaten und Canada. Es besteht auch die Ansicht, daß die englischen Ausgaben teurer wären als die amerikanischen, das ist leider manchmal bei Erzäh- lungsbllchern der Fall, er traf aber vier- bis fünfmal das Gegenteil. Nur ein Viertel aller Bücher, die er verkaufte, gehörten der Schönen Literatur an (fiction). Erzählungen amerikanischer Verfasser seien sehr schwer verkäuflich, es sei denn, daß sie schon so bekannt seien, daß man darauf aufmerksam geworden war. Für die englischen Wettbewerber sei es auch von Vorteil, daß sie in besserem Verkehr mit dem Festlande ständen, und man viele literarische Blätter eng lischer Herkunft halte. — Sonderbarerweise spricht er wenig von den einzelnen Ländern, von Deutschland überhaupt nicht. Sch. Geographische Verlagsanstalt und Druckerei Ludwig Ravenstein A.-G. zu Frankfurt a. M. — Die sechste ordentliche Generalversamm lung findet Dienstag, den 26. März 1929, mittags 1 Uhr, in den Räumen des Notars Justizrats vr. Gehrke zu Frankfurt a. M., Rathenauplatz 4/6, II, statt. Tagesordnung: 1. Vorlegung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung auf den 31. Dezember 1928 und des Berichts des Vorstandes und des Aufsichtsrats. 2. Be schlußfassung über die Genehmigung der Bilanz und Verwendung des Reingewinns. 3. Beschlußfassung über die Entlastung des Vor standes und des Aufsichtsrats. 4. Aufsichtsratswahlen. (Deutscher Reichsanzeiger Nr. 51 vom 1. März 1929.) Auktion Hocpli-Mailand. — Die Auktion von Inkunabeln und Manuskripten bei Ulrico Hoepli in Mailand, auf die ich vor kurzer Zeit (s. Nr. 34) im Börsenblatt hinwies, hat zu einem vollen Erfolg geführt, wie das bei der gewissenhaften Bearbeitung des Katalogs einerseits und dem durchweg seltenen und kostbaren Inhalt anderer seits vorauszusehcn war. Man kann die Versteigerung als eine hoch interessante und internationale bezeichnen. Nur wenige Stücke haben die Schätzung nicht erreicht, die meisten Nummern gingen weit über den angenommenen Preis hinaus. Einige wenige Num mern von allgemeinem Interesse und besonders hohen Preisen seien hier angeführt: Nr. 6. Die sogenannte Mallermi-Bibel 185 000 Lire (Käufer Martini); Nr. 33. Dante, Commedia 1472, 660 000 Lire (Käufer Maggs); Nr. 34. Dante, Commedia, 1477, 180 000 Lire; Nr. 12. Valturio, Arte militare 1483 (Schätzung 7000) 13200 Lire; Nr. 13. Boccaccio, Fiametta 1472, 17 000 Lire; Nr. 40. Bcllincioni, Nime 1493, 18 000 Lire; Nr. 41. vsalterium latinum, Pergament manuskript mit Miniaturen, 15. Jahrh. (Schätzung 15 000), 12 500 Lire; Nr. 43. Cicero 1472 (Schätzung 7000) 10 000 Lire; No. 51. Cicero, Pergamentmanuskript mit Miniaturen, 15. Jahrh. (Schätzung 12 000), 15 000 Lire; Nr. 52. Livre d'heures, Pergamentmanuskript mit Miniaturen, 15. Jahrh. (Schätzung 10 000), 12 000 Lire; Nr. 55. Antiphonarium. Pergamentmanuskript mit Miniaturen, 15. Jahrh. (Schätzung 12 000), 15 000 Lire. Nr. 66. Theocritus 1479/80, 53 000 Lire; Nr. 72. Cicero, Vs orstore 1470 (Schätzung 9000), 10 500 Lire. Diese wenigen Nummern mögen als Probe ge nügen, um zu zeigen, wie begehrenswert die angebotenen Bücher waren und mit welchem Geschick seitens der Auktionsfirma die Ver steigerung in Szene gesetzt worden ist. Max Ziegert. Aus den Lohnverhandlungen im Buchdruckgcwerbe. — In Er gänzung unseres Berichtes in Nr. 64 des Bbl. über die vom 11. bis 14. März in Berlin stattgehabten Lohnverhandlungen im Buchdruck- gewerbe können noch folgende Einzelheiten nachgelragen werden: Das Gesamtstimmungsbild der Lohnverhandlungen ließ erkennen, daß jede Partei sich bemühte, in die Gedankcngänge und wirtschaft lichen Notwendigkeiten der anderen Partei einzudringen. Die Arbeit nehmervertreter hatten sich selbstverständlich die denkbar größte Mühe gegeben, die wirtschaftliche Lage der Gehilfenschaft und des Hilfs arbeiterpersonals so traurig als möglich darzustellen. Andererseits unterließen es die Arbeitgebervertreker nicht, an der Hand eines reichen statistischen Materials die trostlose Lage des Buchdruckgewcrbes den Arbeitnehmern vor Augen zu führen. Auch die immer mehr zurllckgehende Konkurrenzfähigkeit des deutschen Buchdruck gewerbes gegenüber dem Ausland wurde den Vertretern der Arbeit nehmer ungeschminkt vor Augen geführt. Ein Buchdruckereibesitzer erklärte, daß er versucht habe, vom Auslande Aufträge hereinzu bekommen und dabei die niederschmetternde Feststellung gemacht, daß die französischen Buchdrucker um 25A, die tschechischen um 30°/, und die österreichischen sogar um 40A billiger seien; eine Tatsache, die zum größten Teil auf die wesentlich niedrigeren in diesen Ländern gezahlten Buchdruckerlöhne zurückzu führen sei. Auch für das Zeitungsgewerbe stellten die Ar- bettgebervertreter »einen fühlbaren Rückgang der Konjunktur« fest. Die Verhandlungen gingen sowohl im Plenum wie in einer größeren und engeren Kommission nur sehr langsam vonstatten. Trotzdem bestand auf beiden Seiten bald der Wille zu einer Ver ständigung. »Die Brücken«, so heißt es in der »Zeitschrift für Deutschlands Buchdrucker«, »mußten jedenfalls geschlagen und des halb auf beiden Seiten Entgegenkommen gezeigt werden«. Im Organ des freigewerkschaftlichen Verbandes der Deutschen Buchdrucker («Korrespondent«) kommt die Genugtuung über die er folgte Lohnerhöhung, wenn auch vorsichtig, zum Ausdruck, wobei auch hier Wert darauf gelegt wird, daß das Lohnabkommen ohne Vermittlung außenstehender Stellen, also im eigenen Hause, abge schlossen werden konnte. Das Gehilfenorgan befürchtet vor allem, daß bei einem Schiedsspruch die tt b e r t a r i f l i ch c n Löhne auf Grund der höchstgerichtlichen Rechtsprechung wahrscheinlich von der Üeuen Lohnzulage ausgeschlossen worden wären. Ist doch im Neichsburchschnitt die übertarifliche Entlohnung im Buch druckgewerbe von 13,5^ im Jahre 1927 auf 16A im Jahre 1928 gestiegen. Bei den Rotationsdruckern, Stereotypeuren und Galvano plastikern belief sich diese Steigerung sogar auf fast 30°/«, bei den Maschinensetzern auf rund 15A (ohne den 20prozentigen Zuschlag, den sie ohnehin auf den Spitzenlohn erhallen) und bei den Hand setzern auf 12H, wobei noch berücksichtigt werden muß, daß vier Fünftel aller Gehilfen nach der höchsten Altersstufe bezahlt werben und etwa zwei Drittel aller Gehilfen in Orten mit 20 bis 25°/» Ortszuschlag arbeiten. Am 21. März tritt die Pretstarifkommission zusam men, die Stellung zu der durch die Lohnerhöhung entstandene Situa tion nehmen soll, d. h. es soll darüber entschieden werden, ob eine Erhöhung der Druckpreise ein- tritt oder nicht. 311
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