Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.07.1851
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- 1851-07-18
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- 18.07.1851
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841 1851.) nal-Buchdruckerei und ihrer einstigen Bestimmung; um ihr aufzu helfen, ließ er aus der Druckerei der Propaganda zu Rom, so wie aus der Medicäischen zu Florenz, viele arabische, persische, birma nische, koptische, äthiopische, malabarische, samaritanische, syrische und tibetanische Stempel fortnehmen und nach Paris schaffen. Diese kostbare Sammlung vermehrte auf diese Weise ihren Reichthum an auswärtigen Lettern, wozu indeß Ludwig XV. nicht wenig dadurch beigetragen, daß er von 1715—42 unter der Leitung Fourmont's hebräische und chinesische Buchstaben hatte gießen lassen. Der Feld zug nach Aegypten im Jahre 1798 enthüllte vor Bonaparte den Glanz der alten Kultur des Orients, deren Reliquien von ihrer Größe hinlänglich Aeugniß ablegcn; zunächst wollte er den großen Schatz der Inschriften für die Wissenschaft flüssig machen. Diese Idee verließ ihn selbst nicht auf dem Schlachtfelde, und da er als Kaiser der erschütterten Gesellschaft dauernden Frieden geben wollte, ging er auf das Alterthum zurück, um von da lebensfähige Keime zu entnehmen. Der gänzliche Radikalismus hatte sich immer mehr von dem beseligenden Glauben entfernt und Alles in Frage gestellt: ein geistiges Chaos war das Endresultat. Napoleon wollte das An tike mit dem Modernen verschmelzen, und dies ist in der That das Richtige. Die National-Buchdruckerei bot ihm mächtige Hülfsmittel, die er zu benutzen und zu vervollkommnen verstand. Im Jahre 1811 beschenkte er sie mit einer neuen Typographie, welche er von dem be rühmten Didot hatte ausführcn lassen: jedoch schon früher war das Institut durch ein Dekret vom 24. März 1809 als die Druckerei des Staates erklärt und den verschiedenen Ministerien, dem kaiserli chen Hause, dem Staatsrath und der Gesetzsammlung zur Disposi tion gestellt worden. Im Jahre 1813 am 22- März gab er ein neues Dekret, nach welchem Zöglinge ausgenommen und besonders mit dem Setzen der orientalischen Lettern bekannt gemacht werden sollten; zu gleicher Zeit vcrordnele er, daß unter der Redaction des gelehrten Svlvestrc de Sacy jährlich orientalische Werke mit franzö sischer Ucbersetzung erschienen. Nur auf diese Weise konnte die Idee an eine solche Sammlung entstehen und, so weit als möglich, ausgeführt werden. Vom Jahre 1836—48 erschienen unter der Leitung einer von der Regierung ernannten Spezialkommission, bestehend aus den Herren Sylvestre de Sacy, Et- Quatrembre, Saint Martin, Eugene Burnouf, Fau- riel, Amedee Zaubert und Mohl, sieben Bände in Folio: Burnouf, Mohl und Quakremvre haben (in Folge des kaiserliches Dekrets vom 22. März 1813) die Uebersetzungen geliefert. Dieses Werk ist bis her das einzige in seiner Art. Die zehn in Gold und in Farbe abgezogenen Exemplare sind das Produkt der höchsten Blüthe der Kunst; durch die Eleganz der Einfassungen und Titel, die Vollkommenheit der Zeichnungen und Vigneken — deren Ausführung wir dem kunstgeübten Chenavard und seinem Schüler Clerget verdanken — übertreffen sie die besten Manuskripte: kurz, um uns nicht in bloßen Lobeserhebungen zu er schöpfen, sie gehören zu den nationalen Meisterwerken, auf welche Frankreich stolz sein kann. Während indeß die National-Druckerei dieses unermeßliche Werk ausführt, an dem sie stets arbeitet, verabsäumt sie doch nicht, ihre Typen zu vermehren: sie hat sich allmälig mit den Stempeln von mehr als fünfzig Sprachen, deren Aufzählung wir unterlassen, wieder bereichert. Sie ist für die Gelehrten ein um so wichtigeres Hülfsmittel, als sie die Originale aller bekannten Sprachen drucken kann, was für ein Privat-Jnstitut ganz unmöglich ist: der Regierung einer großen Nation gebührt das Verdienst, diese Lücke bemerkt und zum Wohle der Wissenschaft ausgefüllt zu haben. (M. f. d. L. d. A.) Ein Wort über Journal-Expeditionen. Wenn es dankbar wäre, daß unter den Jüngern des Buchhan dels irgend Einer dem süßen Glauben huldigte, als hätte unser Be ruf eine entfernte Aehnlichkeit mit dem ersehnten Lande der Israe liten, Canaan, „wo Milch und Honig fleußt/' so würden wir diesem glücklichen Sterblichen den Rath ertheilen, nur einen Monat hin durch das Börsenblatt, welches Herr Romberg bezeichnend den Ab zugscanal aller Unverdaulichkeiten nennt, aufmerksam zu lesen, und wir wären überzeugt, daß seine Ideale unwiederbringlich zerrinnen würden. Dagegen dürfte eine Parallele mit dem Schlaraffenland des humoristischen Hans Sachs auf entsprechender Grundlage ruhen, insofern dieses wunderreiche Land im Reiche der Phantasie liegt, wo hin wir leider unser irdisches Gehäuse nicht nachziehen können. (Da mit soll aber nicht gesagt sein, daß im Buchhandel nicht bisweilen Dinge geschehen, welche die Phantasie sogar noch übersteigen.) In der That sind die Rügen über die verschiedenen Uebelstände des Buchhandels so zahlreich wie der Sand am Meer. Ein Jeder ohne Ausnahme wüßte ein Lied davon zu singen, und cs ist in man cher Beziehung ein Glück, daß nur Einzelne ihrem gepreßten Her zen öffentlich Luft machen, denn am Ende bleibt es immer und ewig das alte Thema, nur mit andern Variationen, ungefähr in der Weise, wie kürzlich die fliegenden Blätter das klassische Thema, „wenn der Mops mit der Wurst über den Spucknaps springt," variirten. Auch das Resultat ist dasselbe: — Das alte System behält immer die Oberhand. Reformatoren machen eben einmal im Buchhandel kein Glück; in unserm Staate herrscht der Eonservatismus auf brei tester Grundlage. — Zu den wesentlichen Schattenseiten rechnen wir vom Standpunkt des Sortimenters unter andern das Journal-Wesen oderviclmehrllnwe- sen, das bei einer Menge von Unannehmlichkeiten wenig oder gar keinen Nutzen bringt. Man braucht kein großer Rechenkünstler zu sein, um die Ueberzeugung zu gewinnen, daß durch die Spesen und die allwö chentlich sich wiederholende Mühe der Besorgung einerseits, durch den in Folge der Pränumeration verursachten Zinsenverlust ander seits, der in der Regel ohnehin schon geschmälerte Rabatt ganz absor- birt wird. Als Facit bleiben fast nur die Differenzen mit den Ab nehmern in den nicht gar seltenen Fällen des unregelmäßigen Ein treffens der Journale. Dies ist jedoch noch nicht Alles, wir haben in jüngster Zeit eine weitere verdrießliche Erfahrung gemacht und diese ist es, die wir hier besonders zur Sprache bringen wollen. Im vorigen Jahre sandte uns der Verleger einer wöchentlich erscheinenden Zeitschrift unverlangt zwei Er. derselben und conti- nuirtc damit das ganze Jahr hindurch, unerachtet wir uns die Fortsetzung zu wiederholten Malen verbeten hatten. Bei der großen Entfernung von Leipzig und ohne eigenen Verlag, befinden wir uns nicht in der Lage, außer der Meßzeit, Sendungen dahin zu expediren und so mußten denn die Exemplare bis zu diesem Zeitpunkte liegen bleiben, wo sie alsdann mit den übrigen Remitten- den zurückgiengen. Wir waren der Ansicht, daß die angeführten Momente uns zur Remission hinlänglich berechtigten, —der Ver leger aber nicht damit einverstanden, verweigerte die Zurücknahme dieser nickt bestellten undmehrfach verbetenen Exemplare, indem er eine derartige „Aumuthung" mit Ausdrücken die nicht an Alberti erinnerten, von sich wies- Dessen unerachtet sind wir nicht Willens, unser Lager um einige Ladenhüter zu bereichern, und haben daher der betreffenden Handlung angezeigt, daß die Exemplare zu ihrer beliebigen Verfügung ständen, bei welcher Entscheidung wir um so gewisser beharren werden, als nach unserm Dafürhalten das Recht entschieden auf unserer Seite ist- Wie urtheilen unsere Herrn Collegen darüber? — Man spricht freilich so häufig von Willkürlichkeiten der Sorti menter gegen die Verleger; hier ist der umgekehrte Fall und wir
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