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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 02.11.1929
- Strukturtyp
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- 1929-11-02
- Erscheinungsdatum
- 02.11.1929
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- Deutsch
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Redaktioneller TA Unterstützungs-DereinDeutscherDuchhöndler und Duchhandlungs-Gehülfen. Herr Felix Schaarschmidt in Firma Pestalozzi- buchhandlungLinkeLCo. inHallea. d. Saale über wies ans anläßlich seines SO. Geburtstages Mk. 2«v.—. Wir sprechen dem gütigen Spender für diese willkommene Zuwendung den wärmsten Dank aus. Berlin, den 23. Oktober 1929. Ter Vorstand des Unterstützungs-Vereins Dentschcr Buchhändler und Buchhandlungs-Gehülsen. MaxPaschke. MaxSchotte. Reinhold Bor st ell. Friedrich Feddcrscn. vr. Erich Berger. Die buchhiindlerische Abrechnung. sNach dem Referat in der Hcobstvcrsaminlung in Starnberg von Ernst Reinhardt.) Bkan spottet oft über den konservativen Sinn des Buch handels, der an altväterlichen Formen mit erstaunlicher Zähig keit fcsthält, nnd hält ihm den Kaufmann entgegen, der mit der Zeit geht. Ich möchte in diesen Spott nicht cinstimmcn. Ein Beruf wie der Buchhandel, der weiter in die Geschichte unseres Volkes zurückreicht als die meisten anderen Berufe, der mit der Kulturgeschichte unseres Volkes aufs innigste verknüpft ist, braucht eine starke Tradition, die von der vorübergehenden Mode unabhängig ist. Das Beharrungsvermögen hält die aus- cinandcrdrängendcn Triebe des Einzelnen, der Familie und des Staates zusammen. Ein konservatives Bauernvolk wie die Chi nesen läßt jode Invasion über sich hinwogfluten, es duckt sich und zwingt dom Eindringling, seien cs nun kulturlose Horden »der westliche Neuerer, seine uralten Lebensformen auf, während Handclsvölkcr, die auf eine vorübergehende Konjunktur auf- gebaut sind, wie ein Meteor aufgehen, aber ebenso rasch wieder i-m Dunkel der Geschichte verschwinden. Nicht aus rhetorischen Gründen, sondern weil ich von der Nichtigkeit dieses Satzes überzeugt bin, möchte ich diese Lehren der Geschichte an den Anfang stellen. Der Buchhandel hat alle Ursache, seine alte Tradition hochzuhaltcn, tvenn aber die Ent wicklung gezeigt hat, «daß eine alte Form, die er von den Vätern ererbt hat, ihr Leben verloren hat, so inuß er den Mut haben, etwas Neues an die Stelle zu setzen. Er darf sich nicht damit be gnügen, an Gräbern zu trauern und der guten alten Zeit nachzu- woinen. Eines dieser Gräber ist die Jahresrechnung mit Ostermeß- ziel, das andere die Form der buchhändlerischen Abrechnung überhaupt. Die Jahresrcchnung mit Ostermeßziel hatte einen Sinn, als alle Buchhändler selbst nach Leipzig fuhren, um dort die Ab rechnung persönlich zu erledigen. Seit mehr als einem halben Jahrhundert sind die buchhändlerischcn Versammlungen von Klagen erfüllt, daß der Rechnungsverkehr abnehme, daß alles zum Barverkehr übergehe; über den höheren Rabatt klagt man weniger, aber man möchte den Barrabatt gar zu gerne mit einem längeren Ziele vereinigen. Der Krieg und die Inflationszeit haben mit rauher Hand diese alten Formen zertrümmert, so weit sie überhaupt noch vorhanden waren, ja es sah eine Zeit lang so aus, als würden wir von dom Kommiffionszsitalter in das des reinen Barvcrkehrs hinüberglcitcn, aber es stellte sich heraus, daß ohne Kommissionsvcrkehr oin richtiger Ncuigkeiten- vertrieb gar nicht möglich war. Sortimenter und Verleger sahen das Wiederauftauchen des Kommissionsverkehrs mit gemischten Gefühlen an. Beide wären lieber 'beim Barvcrkehr geblieben, der Verleger, weil eine Vorbestellung ganz etwas anderes ist als eine Kommissiousbcstellung, >dcr Sortimenter, loeil er an die unproduktive Arbeit der Abrechnung und die damit verbundenen Spesen dachte, beide mußten aber einem Zwang nachgeben. Der Verleger weiß, daß kein Prospekt, kein Brief und keine Anzeige die persönliche Vorlage des Buches ersetzen kann, der Sortimen ter weiß, daß er sich selbst das Grab schaufelt, wenn er sich aus schließlich 'dem Vertrieb von Brotartikeln und Schlagern hingibt und den Neuigkeitsnvertrisb dem Verleger überläßt, der dadurch gezwungen wird, eigene Vertriebsstcllen ginzurichten. Jetzt hat ldcr Kommissionsbezug wieder eine ansehnliche Höhe erreicht, er ist aber immer noch das Stiefkind des Buch handels. Zwar wünscht niemand die schrankenlose Ausdehnung zurück, die er früher hatte, selbst der Verleger stellt mit Befriedi gung fest, daß der Prozentsatz der abgesetztcn Bücher fetzt höher ist als früher — ein Zeichen, daß vorsichtiger bestellt wird —, aber noch immer ist die Tendenz der Verleger, eigene Vertriebs- stcllcn einzurichten, im Steigen, ein unmißzuverstehendes Zeichen, daß er den Vertrieb für seine Werke für ungenügend hält. Der Grund, iden die Sortimenter dafür angeben, ist einleuchtend: Die Abrechnungstevmine sind bei den verschiedenen Verlegern un gleich, es besteht kein festes Gewohnheitsrecht, an das man sich halten kann, infolgedessen nehmen die Schwierigkeiten kein Ende. Besonders drückend sind die kurzen Abrcchnungstermine für das Auslandsortiment, das bei den langen Frachtzeiten sich noch mehr beengt fühlt als das Jnlandsortiment. Auf eine Beschwerde >der nordischen Auslandsortimenter hat der Börsenvcrein mit Unterstützung des Verlegervcreins Richt linien ausgearbeitet, die eine halbjährliche Abrechnung vorsehen derart, >daß über das erste Halbjahr in der Zeit vom 1. Juli bis I. Oktober, über das zweite Halbjahr in der Zeit vom l. Januar bis zum 1. April abgerechnet werden kann, mit der Vergünsti gung, daß im Sommervierteljahr nur Pauschal abgerechnet zu werden braucht unter lder Voraussetzung, daß eine Akontozahlung geleistet wird, die dem mutmaßlichen Absatz entspricht, sodaß also praktisch nur einmal eine Einzelabrechnung zu erfolgen hat, ge nau wie es früher der Fall >var. Mit dieser Regelung erklärte sich das Auslandsortiment zu frieden und theoretisch schien die Frage gelöst — praktisch aber lagen die Dinge ganz anders. Die Arbeitsgemeinschaft wissen schaftlicher Verleger (also die Verleger, die fast ausschließlich für Kommissionssendungen in Betracht kommen) lehnte eine Pau schalabrechnung ab und manche von ihnen verlangen sogar kür zere Abrcchnungstermine. Die Sortimenter wissen nicht, was Pauschalabrechnung ist, sie können auch nicht wissen, ob eine Firma der Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlicher Verleger ange hört, denn sie ist ja kein geschlossener Verein; und so besteht die alte Rechtsunsicherhcit fort zum Schaden des Kommisjionsver-
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