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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 06.02.1934
- Strukturtyp
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- 1934-02-06
- Erscheinungsdatum
- 06.02.1934
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- Deutsch
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X- 31, 6. Februar 1934. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. b. Dtschn Buchhandel. geben. Schließlich und letzten Endes aber mußte ein Eintritts geld, und das war entscheidend, einfach deswegen erhoben wer den, um zu einem Ausgleich der Unkosten zu kommen. Es be steht durchaus die Möglichkeit, bei einer kommenden Buchmesse die Frage noch einmal grundsätzlich aufzuwcrfcn und zu der Lösung zu kommen, daß man den Mietpreis der Stände um den durch das Fortsallen des Eintrittspreises entstehenden Desizit- betrag erhöht. Allerdings würde ich aus das Erheben eines, wenn auch noch so geringen Eintrittspreises, der vielleicht ganz der Winterhilfe zusließcn könnte, aus dem schon eingangs ge nannten Grunde auf jeden Fall drängen, um nämlich die über flüssigen Gaffer fernzuhalten. Ein Kardinalschler der Ausstellung scheint mir die fast unerträgliche Fülle des ausgestellten Materials auf den Ver lagsständen gewesen zu sein. Bis aus ganz wenige Ver lagsstände war der Eindruck für das Publikum zu verwirrend. Man hat sich leider auf Verlagsseite nicht an unsere gut gemeinten Richtlinien gehalten. Wir haben eine Ubcrsüllung der Verlagsstände befürchtet und deshalb den Verlegern den Rat gegeben, nicht alle Bücher, die überhaupt im Verlag erschienen sind, nicht einmal alle Neuerscheinungen zu zeigen, sondern für »das» Buch des Verlags an sich, für das »Verlagsgcsicht» zu werben. Der kritische Einsender von Nr. 23 hat völlig recht, wenn er fordert, daß man die Buchmesse mehr nach dem Führer prinzip hätte regieren sollen. Anstatt eine Warnung vor Über füllung der Verlagsstände zu geben, hätten wir an ordnen müssen. (Vielen allerdings wurde schon so viel zu viel »regiert».) Weit die größte Anzahl von Verlagen hat ihre Stände im Gegensatz zu unseren Warnungen so unmäßig bepackt, daß das Publikum keinen Unterschied zwischen Sortimcntsstand und Ver lagsstand sehen konnte. Es spricht gewiß nicht sür die Intelligenz mehrerer Besucher, aber man muß auch mit solche» rechnen, die sich bei mir und bei Bekannten beschwerten, daß man aus der Ausstellung nichts kaufen könne (!j. Die entstandene Ver wirrung lag zum Teil am ausstellenden Sortiment, aus das ich noch zurückkomme, zum Teil aber eben an dem Ungeschick einer Anzahl von Verlegern. Wer schon den Ehrgeiz gehabt hat, alles Wertvolle zu zeigen, was der Verlag jemals herausgebracht hat, der hätte mit Strenge nach ruhigeren Wirkungen suchen müssen. Daß das möglich war, hat man an einigen wenigen sehr wohl gelungenen Ständen sehen können. Natürlich haben auch die Berlage erst Ersahrungen sammeln müssen, und ich glaube, daß dieser Fehler das nächste Mal schon von selbst nicht mehr ge macht wird. Wie ich fcststellle, haben die Verleger das meiste von der Ausstellung gehabt, die ständig einen Vertreter ihres Verlages an ihrem Stand hatten. Gewiß ist es rein finanziell nicht jedem kleinen Verlag, der nicht in Berlin seinen Sitz hat, möglich, aus zehn Tage einen Mann nach Berlin zu schicken. Für diese Fälle muß künftig der mitbeteiligte Buchhandel noch mehr sorgen als diesmal. Auch daraus werde ich gleich noch kommen. Die Verlage aber, die die Kosten nicht gescheut haben, einen Mann in den Stand zu stellen, die zum Teil sogar durch ihre führenden Direktoren vertreten worden sind, haben einen großen ideellen und finanziellen Gewinn davongctragcn. Es ist bezeichnend, daß gerade die Verlage am begeistertsten über die Erfolge der Messe waren, die Gelegenheit genommen haben, das Publikum auch mündlich zu beeinflussen. Es sind auch keineswegs die Verlage die glücklichsten gewesen, die sich die größten Kosten mit einer pompösen Ausstattung gemacht haben. Man kann von der Aus stattung sagen, daß auch mit verhältnismäßig geringen Auf- wandskostcn ausgezeichnete Wirkungen erzielt werden können. Es ist also nicht gejagt, daß sich nur die finanziell krästigen Verlage an einer solchen Ausstellung wirklich wirksam beteiligen können. Der Buchhandel möge cs mir nicht verargen, wenn ich an ihm, was die Ausstellung betrifft, die meiste Kritik übe. Ich spreche ganz offen, nicht weil es mir Vergnügen macht, gerade mit dem Buchhandel ins Gericht zu gehen, sondern weil ich das allergrößte Interesse daran habe, daß bei einer kommen den Buchmesse der Buchhandel derjenige ist, der nicht nur den größten ideellen, sondern auch finanziellen Erfolg davonträgt. Meiner Ansicht nach hätte das finanzielle Ergebnis des Sorti ments günstiger sein können, wenn nicht der Unkostenetat des Sortiments durch eine zu aufgeblähte Berkaufsorganisation über mäßig belastet worden wäre. Man hätte den Verkauf viel ein facher einrichten können, eine Ansicht, die mir allerdings hart näckig bestritten worden ist. So groß war der Andrang des Publikums nicht, war ja auch nicht einmal zu erwarten, daß er die Einrichtung von besonderen Kassen und Warcnausgabestel- lcn gerechtfertigt hätte. Man hätte durch die Quittungszettel auch dann eine völlig ausreichende Kontrolle über die Einnah men und die Bücherbestände gehabt, wenn die Verkäufer selbst, wie es in jedem Sortiment der Fall ist, einkassiert und einge packt hätten. Mir ist dies auch von anwesenden Sortimentern be stätigt worden. Ich habe weiterhin zu beanstanden, daß das angestellte Per sonal nicht so eifrig bei der Sache war, wie es hätte der Fall sein müssen. Ich habe immer und immer wieder beob achtet, daß das Personal nur dann in Erscheinung trat, wenn das Publikum sich mit Fragen oder einem Kaufwunsch an den Verkäufer gewandt hat. Gewiß, ein guter Verkäufer wird nie mals aufdringlich sein, aber das muß eiserner Grundsatz des Verkausspcrsonals sein, daß man nicht wartet, bis das Publikum zum Verkäufer kommt. Der Verkäufer muß zum Publikum kom men. Statt dessen habe ich bei meinen zahlreichen täglichen Rundgängen immer wieder seststellen müssen, daß das Verkaufs- Personal, wenn es nicht gerade in Anspruch genommen war, untätig Herumstand, sich unterhielt und sich zudem auch sehr häufig völlig ununterrichtet zeigte. Man hatte es ja zum großen Teil mit Arbeitslosen zu tun, denen es an neuester praktischer Erfahrung und Kenntnis fehlte. Man wird künftig darauf achten müssen, daß das Verkausspersonal vorher so ausreichend geschult wird, daß keine Frage des Publikums unbeantwortet bleibt. Es war auch abgemacht worden, daß das buchhändle rische Verkausspersonal nach Möglichkeit auch die Verlagsständc mit Auskunft und Hinweisen betreuen sollte, in denen kein eigener Verlagsvertreter tätig war. Leider hat sich das Ver kaufspersonal so gut wie gar nicht um die benachbarten Verlags stände gekümmert. Ich weiß sehr Wohl, daß diese Aufgabe keine leichte war und daß vor allen Dingen man sich nicht dann um den benachbarten Verlagsstand kümmern kann, wenn man selbst durch einen Käufer beansprucht wird. Aber es war ja nicht so, daß jeder Verkäufer dauernd durch kaufendes Publikum abge halten wurde, sich etwas um den verlegerischen Nachbarn zu kümmern. Man muß einmal aus anderen Ausstellungen beob achten, wie ununterbrochen dort das Personal mit Hinweisen, Aus künften und dergleichen tätig ist, wenn sich überhaupt ein Be sucher in der Nähe zeigt. Kurz gesagt ist mein Eindruck von dem Verkausspersonal der, daß es hätte fleißiger sein sollen. Ich habe verschiedene Besucher, zum Teil leider auch Ausländer gesprochen, die mit der ausgesprochenen Absicht auf die Ausstel lung gegangen sind, Bücherkäufe in größerem Umfange zu tätigen. Sie sind ohne ein Buch gekauft zu haben wieder weg- gegangen, weil die Auskünste so träge und so wenig anregend gegeben worden sind, daß der Käufer cs vorzog, sich nicht weiter die Mühe zu nehmen, seinerseits den Verkäufer aufzuklärcn. Mit dem mangelnden Anreiz zum Verkauf durch das Vcrkaufsperso- nal hängt auch die andere Frage zusammen, ob man nicht durch Preisschilder das Publikum hätte gewinnen können. Die Messe ist ja von dem Bestreben ausgegangen, Menschen an das Buch hcranzuziehcn, die sonst nicht zum gewohnheitsmäßigen Kaus- publikum von Büchern gehören. Dank der Arbeit der Partei und anderer amtlicher Stellen ist es wirklich gelungen, solche Menschen überhaupt in größerem Umfange in die Ausstellung zu bringen. Gerade hier hätten Preisschilder die beste Wirkung getan. Solange das Personal in den Vormittagsstunden unbe schäftigt herumstand, hätte es sich durchaus die Mühe machen können, Preisschilder zu malen und so die Bücher zu kennzeichnen. Abgesehen von dem psychologischen Einfluß auf das Publikum, das immer gern ohne Frage wissen möchte, was eine Sache kostet, hätten diese Preisschilder auch dis Sortimentsstände von den Berlagsständen besser abheben können. Ilö
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