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01-Sonderausgabe Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 09.05.1936
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Titel
- 01-Sonderausgabe
- Band
- 1936-05-09
- Erscheinungsdatum
- 09.05.1936
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
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- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-1936050901
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- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-19360509010
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Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1936
- Monat1936-05
- Tag1936-05-09
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Volksbibliothekar glaubt jedenfalls, daß dem Buchhandel - damit letzten Endes auch dem einzelnen - am besten damit gedient ist, wenn die Entwicklung des Volksbüchereiwesens in den unteren Büchereistufen recht kräftig vorangetrieben werden kann. Je größere Erleichterungen man daher den unentwickel teren Stufen in Form eines Preisnachlasses und anderer Maß nahmen geben kann, um so schneller wird die Entwicklung ein- setzen. Ausgangspunkt der Betrachtung kann also nicht so sehr die Lage des einzelnen Buchhändlers oder der einzelnen Volks bücherei sein, als vielmehr die des Gesamtbuchhandels und die des Gesamtbüchereiwesens. Es wird nicht schwer sein, beider seitige Zustimmung zu folgendem zu erhalten. Für das Bücherei wesen ist die Gesamtlage des Buchhandels wichtig; steht er auf gesundem wirtschaftlichem Grund, kann er auch geistig Gesundes erzeugen. Umgekehrt: Für den Buchhandel ist die Gesamtlage des Büchereiwesens wichtig; hat dieses einen gesunden wirt schaftlichen Grund, so ist es ein guter Abnehmer und hilft der guten Erzeugung des Buchhandels. In den Auseinandersetzungen zwischen Buchhandel und Volks bücherei sind die Meinungen bisweilen recht kräftig aufein andergestoßen, was an und für sich kein Schade ist, da dadurch die gegenseitigen Standpunkte mit vollständiger Klarheit her austraten. Aber eS schien doch häufig so, als wenn das Objekt, um das es für den Gesamtbuchhandel ging, zahlenmäßig nicht richtig erkannt wurde. Darum wird es für den Buchhandel gewiß nützlich sein, hier einmal die Iahlenunterlagen für sein Teilgeschäft mit dem Volksbüchereiwesen aufzuführen. Betrachten wir zunächst die Volksbüchereien in den Groß städten über 100000 Einwohner. Im Jahre 19ZZ-Z4 hatten 48 Großstädte für das Volksbüchereiwesen 252269z RM. Sachkosten. Davon kann man für Bücher, Zeitschriften und Zeitungen etwa die Hälfte annehmen. Das wären also, wenn man die Zeitungen absetzt, für Bücher und Zeitschriften rund 1,2 Millionen Reichsmark. Die Gemeinden in der Grenze von 5000-100000 Einwohner hatten einen Sachaufwand von 917494 RM. Auch hier darf man die Bücheranschaffungen, wenngleich für diese Gemeindegruppen die Personatkosten im Verhältnis zu den Sachkosten niedriger angenommen werden dürften, mit allerhöchstens 600000 RM. veranschlagen. Die Gemeinden mit weniger als 5000 Einwohner hatten einen Sachaufwand von 26z 145 RM. Man darf wohl schätzen, daß davon 200000 RM. auf Buchanschaffungen entfielen. Man bedenke, daß von 45765 Gemeinden der Gruppe 100-5000 Ein wohner sage und schreibe 200000 RM. für Bücheranschaffungen in Volksbüchereien aufgewandt wurden. Schon hier zeigt sich, wo für das Volksbüchereiwesen der Ausgangspunkt seiner Forderungen an den Buchhandel liegt. Der Vollständigkeit halber kann man noch die Wanderbüchereien in Deutschland hinzunehmen mit rund 60000 RM. Buchanschaffungen. Die Gesamtanschaffungssumme betrug demnach im Jahre 19ZZ-Z4: Großstädte über 100000 Einwohner 1200000 RM. Gemeinden von 5000-100000 Einwohner 600000 „ „ „ 100-5000 „ 200000 „ Wanderbüchereien 60000 „ Sa. 2060000 RM. Im Jahre 19ZZ-Z4 betrug also die Gesamtsumme für Buch anschaffungen nicht viel über 2 Millionen Reichsmark. Die Summe hat sich seitdem gewiß erhöht. Über 2,5 Millionen Reichsmark geht sie heute auf keinen Fall hinaus. Wie hoch könnte und müßte denn überhaupt die Gesamtsumme sein, wenn, wie in anderen Ländern, auch in Deutschland ein öffentliches Büchereiwesen von starker kultureller Bedeutung vorhanden wäre? Die Rechnung ist nicht so schwierig aufzu stellen. Angenommen, daß der einmalige Aufbau der Büche reien in Stadt und Land vollzogen sei, würden als laufender Betrag für Buchanschaffungen jährlich rund 10 Millionen Reichsmark erforderlich sein, um die Büchereien aktiv zu er halten. Warum soll eine solche Zahl, die angesichts des Gesamt aufwandes für das deutsche Kulturleben gar nicht so hoch er scheint, utopisch sein? Als Ganzes gesehen, kann sie, selbst wenn man Personal- und Sachkosten noch hinzurechnet, keines wegs für den gesamten öffentlichen Haushalt untragbar scheinen. Es wäre für das Kulturgebiet eine den Reichsauto straßen vergleichbare Tat, wenn es gelänge, dem deutschen Volk durch geeignete Maßnahmen das ausgebaute öffentliche Büchereiwesen zu schenken, das andere Länder bereits längst besitzen. Die in den Erlassen deS Reichserziehungsministeriums vorgenommene Neuordnung des Volksbüchereiwesens bezweckt dieses Ziel. Reichserziehungsministerium, Reichsstelle für volks tümliches Büchereiwesen sowie Landes- und Beratungsstellen arbeiten nachdrücklich darauf hin. Von dieser Gesamtlage des deutschen Büchereiwesens geht der Volksbibliothekar aus, wenn er an die Regelung der Bezie hungen zum Buchhandel denkt, und er ist der Meinung, daß um dieses Zieles willen vielleicht auch der Buchhandel noch ein Mehr an Opfern bringen könnte, als eö geschehen ist. Dieses stärkere Entgegenkommen brauchte nicht schematisch für alle Büchereitypen zu gelten, sondern hier wäre auszugehen von der Lage in den verschiedenen Gruppen. Die Leistungen der Gemeinden mit niedrigem Aufwand wird man durch Entgegen kommen anreizen können. Bis jetzt ist doch die Gesamtlage noch so, daß wohl die größeren Städte die Bücherei als Kulturmittel 8
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