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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 17.09.1932
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1932-09-17
- Erscheinungsdatum
- 17.09.1932
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- Deutsch
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X; 218, 17. September 1932. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. b.Dtschu BuHhanbel. Mädchen. Der Jemand nimmt also den ihm für diesen Zweck über sandten Büchcrkatalog zur Hand, einen sehr verbreiteten Weihnachts katalog. Er liest die die Titel erläuternden Texte. Da steht: »Unsterbliche Denkmäler sind diese Erzählungen, es sind unge heuer erlebte Erzählungen, die wir bis ins Innerste aufgewühlt miterleben. Dieses Buch ist nicht nur eine künstlerische Gipfel leistung, sondern ein Menschheitsdokument von bleibendem Wert.« Er blättert weiter: »Ein lebendiges, erschütterndes Buch ungewöhnlicher Art: Das ist nicht geschrieben, das ist meisterhaft erzählt.« Das nächste Buch: »Ein Gegenwartsroman von erschütternder Aktualität.« Und wiederum eine andere Charakteristik: »Hier ist eine Dichterin von Gottes Gnaden; das; sie dazu noch Hnmoristin ist, erhöht den beglückenden Zauber, den ihre Bücher ausströmen.« Sind nun die »unsterblichen Denkmäler« oder die »erschütternde Aktualität« besser für das Dienstmädchen geeignet? Soll der Arzt oder die Dame das »erschütternde Buch ungewöhnlicher Art« be kommen? Was ist wem gemäß? Unsere Versuchsperson ist ratlos und greift zu einem anderen Bücherkatalog. Da steht zur Erläute rung eines nicht unangenehmen Titels: »Das Buch eines revolutionären Geistes, getragen von echtem, freiem Menschentum. Es hat den Charakter des menschlich um fassenden Romans eines weltverknüpftcn erlebten Schicksals, aus dem der unmittelbare Ruf der Weltfrage laut wird und das all gemeine Lebensringen einer verratenen Zeit sich mutig ausspricht.« Kann man es dem Ratsuchenden übelnehmen, wenn er nach der Lektüre solcher Erläuterungen von Grausen gepackt die Kataloge in den Papierkorb wirft und auf Bücher als Geschenke verzichtet? Dieses praktische Beispiel zeigt schon ungefähr, worauf es an- kommt. Immerhin sei ausdrücklich festgestellt, das; es bei der Abfassung Duchgewerbliche Rundschau. (Siehe zuletzt Börsenblatt 1932, Nr. 172.) Schrift und Saß. Da die Weltwirtschaftskrisis von Amerika ausgegangen ist, muß der Umschwung, der sich jetzt drüben offenbar anbahnt, in der alten Welt dem größten Interesse begegnen. Be sondere Aufmerksamkeit verdient die Planmäßigkeit, mit der die zu einem kritischen Optimismus zurückgekehrten amerikanischen Unter nehmer mit einer Fehlrationalisierung und Uberinvestierung auf zuräumen beginnen, die zweifellos mit zu den Ursachen der Krisis gehört haben. Dabei steht das Buchdruckgewcrbe mit in der ersten Reihe, und das große Problem der Diskussion ist die Frage: »Wtiat part ok our manvkaekurin§ sdoulck be ckone outsicke?« (Welchen An teil unserer Herstellung sollten wir an Spezialbetriebe vergeben?). Sie wird in den führenden Fachblättern ausgiebig erörtert, und cs kann kein Zweifel sein, daß es sich nicht um ein inhaltsloses Schlag wort handelt. Die Entwicklung knüpft auch an bereits vorhandene Anfänge der Spezialsatzfabrikation an, die nun systematisch ausge baut werden soll. In Washington ist bereits die Gründung einer »International l'racke Lomposition ^Zsoeiativn« (Internationalen Satzlieferungs-Gesellschaft) mit Zweigniederlassungen in allen größe ren Städten der Union und Canadas ins Leben getreten. Die Vor kämpfer der grundsätzlichen Lohnsatzfabrikation vertreten den Standpunkt, daß der Satz im eigentlichen Sinne nur ein Hand werkszeug im Produktionsprozeß des Buchdruckers sei, vergleichbar den Prägestempeln der Metallwarenhersteller, und keine andere Nolle spiele als die Bilddruckplatten, die in der Regel wirtschaftlicher in Spczialbetrieben hergestellt würden. Natürlich müßten die besonderen Betriebsverhältnisse entscheiden, in welchem Falle Eigenherstellung oder Vergebung an Lieferanten in Betracht komme. Das gilt z. B. auch für die buchbinderische Fertigbearbeitung von Verlagsartikeln, für die in gewissen Fällen zwar nicht die Einrichtung einer eigenen Binderei, sondern die leihweise Beschaffung eines Maschinenparkes zur zeitweiligen Aufstellung empfohlen wird. Für die Gasherstellung im Spezialbetrieb kommt vor allem in Betracht, daß die verschiedenen Schriftschnitte und Matrizensätze, sowohl was Hand- wie Maschinen satz angeht, besser ausgenutzt werden können, bzw. daß der einzelne Drucker dann mit einer größeren Mnsterkarte dieses sehr teuren Materials anfwarten kann. Daß eine rationelle Ausnutzung der Setz maschinen auch einen vollen Dreischichtenbetrieb voraussetzt, für den nicht jedes Unternehmen die Setzer stets bereit halten kann, kommt hinzu. Die Reformer, die in gewisser Beziehung ein planvolles Wirtschaften einer Planwirtschaft gegenüber vertreten, sehen unter diesen Voraussetzungen die Überlegenheit der Zeilensetz gießmaschinen als über allem Zweifel erhaben an. In dieser Hin- 684 von Texten für buchhändlerische Werbemittel nicht darauf ankommen kann, »gute« Bücher von »schlechten« zu scheiden. Mit Litcratur- kritik haben Kataloge überhaupt nichts zu schassen. Jedem das seine! — muß die Devise lauten. Jeder soll sein Buch finden können. Die Texte müssen es dem Katalogbenutzer ermöglichen, d i e Bücher her- ausznfinden, die ihn interessieren oder die er für bestimmte Zwecke braucht. Um dies Ziel zu erreichen, muß bei Schöner Literatur im allgemeinen dreierlei gesagt sein: das Thema des Buches, die Art der Thema-Behandlung, ein Hin weis auf den Leserkreis. Also Antwort auf die Fragen: worüber? wie? für wen? — Die letzte Frage wird natürlich nicht durch Nennung einer sozialen Klasse, sondern durch Kennzeichnung des zum Verständnis des Buches not wendigen Niveaus beantwortet werden. — Dagegen ist es z. B. überflüssig, den Gang der Handlung zu erzählen. Das würde ein Moment der Spannung nehmen und meist wenig zur Charakterisie rung beitragen. Zur Verdeutlichung mögen nachstehend Beispiele guter Katalogtexte angeführt sein. F. hat wirklich vermocht, das Bedeutende einfach zu sagen und den interessanten Stoff zu einem Haus- und Volksbuch zu machen. Das bewegte Letzen des großen Astronomen und Astrologen ist mit all der Buntheit seiner von religiösen und kriegerischen Kämpfen zer rissenen Zeit umgeben. Da der Buchtitel den historischen Namen des Helden nennt, läßt sich ans diesem Text mit Sicherheit ersehen, was den Leser des Buches erwartet. Dieser Schulroman, der lebhafte Erörterungen in der Öffentlich keit hervorgerufen hat, behandelt in spannendem Geschehen viel umstrittene Fragen des heutigen Erziehungswesens. Auch ein guter Text, der Thema und Behandlungsart nennt und durch den Hinweis auf die Erörterungen in der Öffentlichkeit auch den Interessentenkreis andeutet. A. H. sicht ist bemerkenswert, wie sich die von Handmatrizensatz gießende Akzidenz-Setzmaschine »L u d l o w« erfolgreich in Amerika einführt. Aber auch die Zirkuliersetzmaschinen behaupten ihren Anspruch auf die Akzidcnzherstellung. Als bemerkenswerte Erscheinung der Entwicklung muß der neuen »s e l b st t ä t i g e n Zeilenfüll - und Z e n t r i e r - Vor richtung« der »Intertyp e« eine besondere Bedeutung zuerkannt werden. Mit dieser kann der Maschinensetzer in beliebigem Wechsel mit normal vollgesetzten und mit Keilen ausgeschlossenen Zeilen, ohne Verwendung von Füllmaterial und Keilen, Ausgangszeilen nach links und rechts ausschließen oder die Zeilentexte auf Mitte stellen. Selbst einzelne Wörter, ja Buchstaben können so zum Ab gießen abgeschickt werden. Mit dem Nachsüllen und Verteilen von Hand wird auch das Ausrechnen nach Gevierten vermieden. Alle Vorgänge werden durch das einfache Drehen eines Skalen-Knopfes eingeleitet. Nicht nur der Gedichtsatz und der Satz dramatischer Texte werden ans diese Weise erleichtert, sondern auch für die Akzidenz gewinnt die Zeilengießmaschine mit dieser Einrichtung eine erhöhte Bedeutung. In dem Nachweis, daß auch leere Räume im Satz ohne Ausfüllung durch Blindmaterial rein gußtechnisch ansge füllt werden können, ergibt sich hier auch grundsätzlich die volle Überlegenheit der gießenden Maschine über alle sonst denkbaren mecha nischen Setzverfahren (Umdruck- und Lichtsetzmaschine). Mit der Spezialausbildung der Setzgießmaschine für die Akzi-denz einerseits geht andererseits die Verbesserung des Matrizenum- triebs zur Lieferung eines ganzautomatischen Werk- und Zeitungs satzes weiter, und es ijt besonders die Mergenthaler Setzmaschinen fabrik, die sich ausweislich ihrer Patentanmeldungen mit dem Problem beschäftigt. Gegenüber bekannten ähnlichen Einrichtungen kommt hier noch ein drittes Förderband zur Anwendung, das die durch die beiden Magazinförderbänder nach der Mitte des Magazins geförderten Matrizen aufnimmt und in der üblichen Weise zu dem Sammler führt. Die »Dreibänder Linotype« dürfte für den ganz- automatischen Setzmaschinenbetrieb von Bedeutung werden können. Ein Fortschritt auf diesem Gebiete ist inzwischen in dem neuen g a n z m e ch a n i s ch e n Automaten des »T e l e t y p e - S e t t e r« in die Erscheinung getreten, der gegenüber den bekannten elektro magnetischen und Drnckluftschluß-Automaten eine bedeutend erhöhte Betriebssicherheit bringt und dazu konstruktiv sehr einfach ist. Die größeren Schwierigkeiten für die ganzautomatische Zeilengießerei er geben sich indes in der Herstellung der Betriobsstreifen für den Auto maten, der in jeder Beziehung den Anforderungen der typographischen Technik, was Korrekturmöglichkeit, Schriftwahl und Schriftmischung angeht, entsprechen muß. Für die Herstellung der S a tz r e g i st e r st r e i f e n ist das neue Material der »Feldmühle Papier- und Zellstoffwerke Akt.-Ges.
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