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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.11.1928
- Strukturtyp
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- 1928-11-22
- Erscheinungsdatum
- 22.11.1928
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sX« 271, 22, November 1928, Redaktioneller Teil, halten. In 18 von 52 Orten sind die Mittel für alle 8 Stnsen berechnet, in 42 für mindestens die Hälfte der Klassenstufen, Von dieser Ausdehnung der Verwendung der Bücherei für die ein zelnen Klassenstufen 'hängen Umfang und Mittel der Bücherei mit ab. Um die Verhältnisse genauer beurteilen zu können, must man die auf den Kopf des einzelnen Schülers entfallenden Be träge berechnen. Es ist dies bei 22 Orten möglich. Diese Kopf zahlen schwanken beträchtlich; die niedrigste ist 20 Pfennige pro Jahr, Der Durchschnitt beträgt 54 Pfennige, Als Maststab diene Leipzig, wo für jede Klasse 12 Mark im Haushalt eingesetzt sind; das ergibt bei voller Zahl von 35 Schülern in der Klasse 34 Pfen nige pro Kopf im Jahr, Für Klassenlesestoffe erhalten außer- dem die Klassen der 6, bis 10, Stufe je 10,50 Mark, d, h, 30 Pfen nige pro Kopf, Ferner entfallen auf jede Schule noch 100 Mark für Buchbinderarbeiten, 1914 gab Leipzig für diese Schüler büchereien rund 12 000 Mark aus, 1927 aber 27 500 Mark, In Dresden beträgt die Kopfzahl 50 Pfennige, dazu 20 Pfennige für Klasscnlcsestoffc im 7, und 8, Schuljahr, In einzelnen Orten sind die besonderen Aufwendungen für Klassenlesestosse sogar höher als die allgemeinen Büchereintittel, Für eine Anzahl Orte läßt sich auch der Vergleich mit 1914 durchführen. Die Durch schnittskopfzahl betrug damals 9 Pfennige, Es ist also ein be merkenswerter Fortschritt 'festzustellen, der genau 500 Prozent beträgt! Da die Rundfrage nur von einem Drittel der befragten Ausschüsse beantwortet wurde, so erhebt sich natürlich die Frage, wie es in den anderen Orten aussieht. Man darf wohl ver muten, dast dort die Verhältnisse nicht durchweg gleich günstig liegen. Immerhin gibt die Rundfrage einen brauchbaren Über blick über die erfreulichen Fortschritte, die dank der Tätigkeit der JugeNdschriftcnausschüsse gemacht worden sind. In Baden bewegen sich die jährlichen Mittel zwischen 10 Mark für die kleinsten, die einstufigen Anstalten, und 100 Mark für die großen und mehrstufigen Schulen, Ebenso unterschiedlich liegen die Verhältnisse beispielsweise auch in Württemberg, wo in Stuttgart zwar noch bis 1926 für jede Klasse 10 Mark jähr lich ausgeworfen waren, wo aber aus dem Lande die geringen Mittel nicht selten aus dem Erlös von Beeren-, Eichel- und an deren Sammlungen durch Lehrer und Schüler ergänzt werden. Hier und anderswo macht die Not erfinderisch: Vorträge, Theateranfführungen, Elternabende u, a, m, müssen helfen, die notwendigsten Geldbeträge aufzutrciben. Sehr geschickt tat man das in einer Kleinstadt, Mit Hilfe voinBuchhändlern machte man zu Weihnachten eine Ausstellung, in der auf der einen Seite unter der Überschrift »Was wir jetzt haben!« die gegenwärtige Schülerbücherci aufgebaut war. Gegenüber befand sich eine von Lehrern und Buchhändlern gemeinsam zusammengestellte Aus wahl guter Jugendschriften mit der Überschrift »Was wir in unserer Schülcrbücherei gern haben möchten!« Über dem Ganzen ein Plakat »Wer hilft uns?«. Das Ergebnis waren 400 bis 500 Mark Spenden und wohl auch ein entsprechender Umsatz für den Buchhändler, Es gibt also zweifellos noch weite Gebiete, wo die Mittel durchaus ungenügend sind, vor allem in den länd lichen Bezirken, Mit Recht stellt daher der Preußische Volks bildungsminister in seinem neuesten Erlasse vom 9, Juni 1928 fest, daß die Schülerbüchereien noch nicht überall eine genügend sorgfältige Pflege erfahren, und daß besonders in den kleineren Schulen größere Bücherbestände notwendig sind. Mit Recht auch wendet sich im Rahmen des von P, Mitzlaff herausgegebencn Werkes »Die Zukunftsaufgaben der deutschen Städte« (1925) ein Schulfachmann gegen die »Irrwege der kommunalen Sparpolitik« und die Verminderung der Mittel sür die Schülerbüchereien, »Die Kenntnis der Literatur aus eigener Lesung droht längst mehr und mehr zurückzugehen-, heißt es^ da«). «> Es ist nur ein schwacher Trost, wenn man sieht, dast im ge lobten Land der Bibliotheken, in den Vereinigten Staaten, die Lage der Schnlbiichercien auch nicht allenthalben sehr rosig ist. So be zeichnet einer der letzten Berichte der American Library Association die Verhältnisse bei den bllementary scdools lind besonders bei den 176 ovo, meist ländlichen, Ouo-toaeker sckools als »ratber älsevur- axing». Auch dort muffen teilweise die »?arout-toacbsi Lsso- ciatious« finanziell helfen. Die Frage, welche Mittel denn nun angemessen sind, läßt sich so allgemein nicht beantworten. Wir sahen, daß in Sachsen, wo die Verhältnisse im allgemeinen wohl besser liegen mögen als in anderen Teilen des Reiches, im Durchschnitt rund 50 Pfennige im Jahr auf einen Schüler entfallen. In Leipzig, für das wir oben ausführlichere Zahlen bcibrachten, werden die Ver hältnisse von den Lehrern selbst als gut bezeichnet. Gewiß sind diese 50 Pfennige pro Kopf und Jahr nur ein ungefährer Maß stab, und es ist durchaus zu wünschen, daß wenigstens diese Summe überall gleichmäßig zur Verfügung stünde. Doch muß man sich hüten, hier zu verallgemeinern. Die Verhältnisse liegen in den verschiedenen Bezirken sehr verschieden, und sehr ver schieden ist es, was für Mittel zur Durchführung einer frucht baren Büchereiarbeit notwendig sind. So muß inan hier vor allem zwischen Stadt und Land unterscheiden. Die vielklassigen Volksschulen der Großstädte mit ihren soziologisch bestimmt ge formten Kindermassen sind etwas anderes als die meist nur ein stufigen Schulen des flachen Landes mit oft nur wenigen Dutzend Schülern, Man hat bei diesen Fragen meistens die Schulen der Großstädte, die hier ja auch am weitesten im allgemeinen fortge schritten find, im Auge, Man übersieht dabei, daß z, B, in Preußen 42,2 Prozent aller Volksschulen, d, h, 14 076 einklassig und rund 81 Prozent mit 42 Prozent aller Schüler ein- bis vier- llafsig sind *), In Sachsen sind 52,5 Prozent aller Volksschulen mit 16,1 Prozent aller Schüler vier- und tvenigcrstufig«*). So kommt es, daß sich auch über den IIinsang der Büchereien nichts Allgemeingültiges sagen läßt. Das Wesentliche wird auch hier nicht die Menge, sondern die Qualität sein. Da die Haupt aufgabe die literarische Ersterziehung, also eine Einführung ist, ergibt sich von selbst eine Beschränkung des Stoffes, Zu be achten ist dagegen der raschere Verschleiß der Bücher und die Notwendigkeit, Veraltetes immer wieder auszuscheidcn. Für die Klassenbüchereicn werden 60 Bände als hinreichend bezeichnet; für die Lesehallen ein Bestand von ca, 500 Werken sür 30 bis 60 Kinder bei zwei- bis dreimaligem Besuch wöchentlich. Der Buch handel bietet mit seinen billigen Sammlungen und Reihen und auch sonst für die vorliegenden Zwecke soviel innerlich und äußer lich Gutes ist überreicher Auswahl, daß sich zweifellos schon mit 50 Pfennigen pro Kopf und Jahr Beachtliches leisten läßt. Es ist also nur zu wünschen, daß sich vor allen in den ländlichen Ge bieten die Verhältnisse diesem Durchschnittsstandard ungleichen. Es darf aber nicht übersehen werden, daß cs sich nicht nur um die Mittel für den reinen Vermehrungsetat, sondern auch für die sachlichen Aufwendungen handelt. Um zweckmäßig verwaltet werden zu können, müssen die Büchereien auch zweckmäßig einge richtet sein, D, h, es ist auch Geld notwendig für Schränke, Kar totheken, Einbände usw. Die genannten Zahlen mögen nun lächerlich gering erschei nen, Es drängt sich die Frage auf, ob diese Summen, deren Erhöhung immer wieder als dringend notwendig bezeichnet wird, im Haushalt des Staates und der Gemeinden wirklich eine so schwerwiegende Rolle spielen. Auch hier stehen leider genauere finanzstatistische Unterlagen nicht zur Verfügung, Wir sind viel mehr auf Schätzungen angewiesen. Im ganzen Reich gab es 1926/27 insgesamt 52 320 Volksschulen mit 6 629 770 Schülern, Nehmen wir einmal pro Schüler die oben erwähnte Durchschnitts zahl von 50 Pfennigen an und fügen dazu sür die Hälfte aller Schüler noch 20 Pfennige für Klassenlesestosse, so würde das eine Summe von rund 3 980 000 Mark ergeben. Für den Freistaat Sachsen (507 234 Schüler) würden es rund 305 000 Mark und für den Freistaat Preußen (4 136 665 Kinder) rund 2 282 000 Mark sein. Man darf wohl annehmen, daß diese rohe Schätzung hoch gegriffen ist, und daß in Wirklichkeit diese Summen nicht erreicht werden. Die Schülerzahlen werden sich nun, sobald der Geburtcnausfall nicht mehr wirksam ist, wieder heben. Die Ge samtzahl der von 1919 bis 1926 schulpflichtig gewordenen Kinder, «) Preustifchc Ministeriolrundsrage vom 1. Mai 1027, Monatsschrift für das gesamte Schulwesen, Jg, 1, 1025/28, S, 288/70, 1279
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