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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.11.1938
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1938-11-22
- Erscheinungsdatum
- 22.11.1938
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- Deutsch
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Platten gehören den Verlegern, die sie meist nicht in eigenen Räumen, sondern in den Räumen der Notendruckerei aufbe- wnhren lassen. So lagern zum Beispiel in einem Leipziger Be trieb, der gleichzeitig Wohl das größte Notenstich-Plattenlager hat, etwa über 4 Millionen Platten mit einem Gewicht von t>0 000 Zentnern und einem Materialwert von I,d Millionen Reichsmark und Herstellungswert von etwa 30 Millionen Reichs mark bei vorsichtigster Schätzung. Auch diese Zahlen weisen auf die Bedeutung des Notenstiches hin, den er im deutschen Neue Werkstoffe Vor dem »Graphischen Bund« (Typographische Gesellschaft, Leipzig) hielt am 2. November N. Nitzsche einen äußerst zeit gemäßen Vortrag über das Thema »Fischleder, Alkor, Jgraf und andere Werkstoffe für Bucheinbände«. Die in den Buchbindereien zur Verarbeitung kommenden Einbaudstoffe Leder, Pergament und Leinen sind alles Produkte, die Deutschland zum größten Teil vom Ausland einsührt. Es ist deshalb verständlich, daß mit der Durch führung des Vierjahresplanes, der Deutschland von der Einfuhr aus ländischer Rohstoffe frei machen soll, hier eine tiefgehende Änderung erzielt werden mußte. Es galt, neue deutsche Werkstoffe zu schaffen, die an die Stelle der einzuführenden Produkte treten. Wohl die größte Umwälzung auf dem Gebiete der Bucheinband stoffe bedeutete die Verwendung der in Deutschland erzeugten Zell- wollean Stelle der bisher in großen Mengen vom Ausland einge- fllhrten Baumwolle. Troß aller Schwarzseherei und vieler Vor urteile, die sich als unbegründet herausstellten, ist heute der Zell- wollcinbandstoff einer Her gefragtesten Artikel. Das gleichmäßige Aus sehen, der feine seidige Glanz sind wesentliche Vorteile, die ein Zell wolleinband gegenüber einem baumwollenen Einband besitzt. Hat sich die Zellwolle bereits durchgesetzt, so sind jetzt weitere neue deutsche Werkstoffe geschaffen worden, die an die Stelle der einzu führenden Tierhäute — also Pergament und der verschiedensten Lederarten — treten sollen. In Jgraf besitzen wir einen Werkstoff, den oftmals kaum der Fachmann vom Tier-Pergament unterscheiden kann. Jgraf zeichnet sich besonders durch Stoß- und Kratzfestigkeit aus. In Bezug auf Härte und Haltbarkeit soll es dom Pergament ebenbürtig sein. Außerdem ist Jgraf abwaschbar, unempfindlich gegen Qle und Fette Musikschaffen und im Notendruck erreicht hat. Umso bedauer licher stimmt es, daß es in den letzten Jahren der Konkurrenz von Verfahren, die bei weitem nicht an die Güte des Noten stiches heranreichen, gelungen ist, den Notenstich auf die ab steigende Linie zu bringen. Es bleibt nur die Hoffnung, daß, wie überall, auch hier die sich steigernden Ansprüche des deut schen Menschen noch rechtzeitig Hilfe bringen und dieses ehr würdige Handwerk vor dem endgültigen Verfall retten. Erwin Preis. für Bucheinbände und ferner wasserfest. Das Bedrucken von Jgraf muß allerdings mit Spezialfarben vvrgenommen werden. Die Verwendung von Jgraf als Einbandstoff dürste sich besonders für Bücher, die viel benutzt werden, empfehlen. Alko r, der lcderähnlichste deutsche Werkstoff, ist ein Einband material, das den billigen Ledern (wie Spaltlcder usw.) wesentlich überlegen ist. Gegenüber diesen Lcdersorten besitzt Alkor eine be deutend größere Reißfestigkeit und Haltbarkeit. Wie Jgraf schwer vom Pergament, so ist ebenfalls Alkor nur sehr schwer vom Nalur- leder zu unterscheiden. Alkor faßt sich im Griff weich wie Leder an und kann in verschiedenen Färbungen und Narbungen geliefert werden. Früher wurden die durch die Zerlegung des Fisches anfallenden Fischhäute nicht weiter verwertet. In letzter Zeit ging die Leder industrie dazu über, die Fischhäute als Fi schic der für Hand taschen, Geldbörsen, Schuhe usf. zu verarbeiten. Neuerdings findet das Fischleder auch als Bucheinbandstosf größere Verwendung. Aller- aus Fischleder nicht durchsetzen können, da eine Verarbeitung der ein zelnen, kleinen und schmalen Fischledernntzen zu unwirtschaftlich wäre. Dagegen wird die Verwendung von Fi-schledcr für handwerks mäßig hergestellte Liebhabereinbände bestimmt großen Anklang finden, da sich mit Fischleder äußerst schmucke Einbände Herstellen lassen. gestellten Ausstellung umrahmt. Hier hatte man Gelegenheit, alle behandelten Werkstoffe als Einzelmuster und in der Verarbeitung als Bucheinbairdstoff kennenzulernen. Weber. Eine volkstümliche Buchkunde! Literaturgeschichten sind im Laufe der letzten zwei Jahre in ziemlicher Fülle herausgekommen, große und kleine, dickleibige und schmalbrüstige, breite Gesamtdarstellungen der deutschen Literatur. Betrachtungen einzelner Epochen, insbesondere der Gegenwarts dichtung, Abrisse und Leitfäden — an Führern durch das Gebiet des Schrifttums von einst und jetzt haben wir nun keinen Mangel mehr. Und erst das Erscheinen der neuen von vr. Hellmuth Langen- bucher herausgegebenen Buchkunde »D i e W e l t des Buche s«*) läßt einem erkennen, daß hier wirklich ein notwendiges, bisher fehlendes Buch geschaffen wurde. Vielleicht aber geht es -vielen »Fach leuten« so, daß sie oft nicht merken, was für Schrifttum auf ihrem Fachgebiet fehlt — denn sie selbst leben ja in ihrem Stoff- und Arbeitsbereich und brauchen — so meinen viele wenigstens — keine Führer und Handbücher u. dgl. Diese neue Buchkunde will die Welt des Buches erschließen; sie will ein Bild geben von der Entstehung des Buches, von seinem Werdegang, vom Schreibtisch des Schrift stellers angefangen, weiterführend zum Verleger und dessen geistiger, künstlerischer und technischer Betreuung, zu Presse und Rundfunk, Buchhändlern und Bibliothekaren als Mittlern und Werbern, zu der Tätigkeit des Staates und der Partei als Förderer des Buches und von seinem Wirken im Volk selbst, aus dem es seinen schöpfe rischen Ursprung nimmt. Hellmuth Langenbucher, der Herausgeber, hat sich den schwierigsten und schönsten Teil Vorbehalten, die geistige Welt des Buches, den Quellgrund seiner Entstehung und das Wir- kungsfelb seiner geistigen Kräfte sichtbar zu machen und dabei die vielfältigen Probleme, die um das Wortpaar »Buch und Volk« sich bewegen, ausleuchten zu lassen. Die handwerkliche und technische Seite der Buchherstellung (durch einen ganz kurzen geschichtlichen Überblick über die Erfindung und Entwicklung der Buchdruckerkunst von Anfang bis heute ergänzt) ebenso wie die hier einschlägigen Arbeiten des *) Die Welt des Buch-es. Eine Kunde vom Buch. Hrsg, von Hell muth Langenducher. Mit einem Geleitwort von Hanns Johst. Ebenhausen: Wilhelm Langewiesche-Brandt. 250 S. Geb. NM 3.60 Verlegers, Druckers und Buchkünstlers werden von Hartfried Voß sehr lebendig dargestellt. Der Weg, den das Buch nimmt von dem Augenblick an, wo es die Werkstättc des Verlegers verläßt, um auf den Tisch des Sortimenters zu wandern, und die wcrbemäßige und handelsmäßige Behandlung des Buches auf diesem Wege werden von Horst Kliemann ebenso sachkundig wie liebevoll geschildert. Ein ganzer Stab weiterer Mitarbeiter, deren Namen wir zu meist auf Grund ihrer amtlichen Stellungen oder ihrer schriftstelle rischen Tätigkeit kennen — Karl Heinrich Bischofs, I)r. Rudolf Erck- mann, Or. Bernhard Payr, Karl Heinz Hederich, Heinrich Dähn- hardt, Walter Rumpf und Will Vesper — arbeiten in kurzen Dar stellungen der Aufgaben ihrer jeweiligen Ämter und Tätigkeits gebiete die Problenrc heraus, die sich mit der völlig neuen Einstellung des nationalsozialistischen Staates dem Buch gegenüber ergeben haben und lassen die vielfältigen Maßnahmen der Vermittlung und Förderung des wertvollen Schrifttums im neuen Reich sichtbar werden. Denn das klingt als Grundton nicht nur durch diesen speziell staatlich-politischen Teil des Buches (»Die staatliche Welt des Buches«), sondern durch das ganze buchkünstlerisch mit schlichter Vornehmheit ausgcstattete Buch: Der neue Staat steht dem Buch nicht mehr feindlich und zensurierend, polizeimäßig gegenüber, sondern er hat das Buch unter seinen besonderen Schutz gestellt und alle Maßnahmen verfolgen, den Aufbaugrundsätzen des nationalsozialistischen Reiches entsprechend, nur das eine Ziel: die schöpferische und wirkungsmäßige Einheit von Buch und Volk so eng und so lebendig wie möglich zu gestalten. So ist dieses von dem rechten Geist erfüllte Bnch berufen, überall, wo man näheres von der schönen, erhabenen und reichen Welt des Buches zu erfahren wünscht, vor allem bei der Jugend und Lehrer schaft, in allen Kreisen der Schriftsteller, Verleger, Buchhändler, Buchkiinstler, Buchdrucker und der Bibliothekare, bei allen Freunden des Buches, von den Kräften, die im Buch, an ihm, aus ihm und für es wirken, von dieser unvorstellbar mannigfaltigen Welt des Buch-Schaffens und der Buch-Schaffenden beredtes Zeugnis abzu legen. H.S.
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