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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 03.03.1934
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1934-03-03
- Erscheinungsdatum
- 03.03.1934
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- Deutsch
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53, 3. März 1934. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. Dtschn Buchhandel. Deutsches Volk — Deutsche Arbeit. Die erste Jahresschan nationaler Arbeit vom LI. April bis 3. Juni 1834 in Berlin. Die Ausstellung »Deutsches Volk — Deutsche Arbeit-- kann als erste Ausstellung in Deutschland für sich in Anspruch nehmen, zum ersten Male nicht nur alle in Krage kommenden Regierungsstellen, sondern in geschlossener Einheit alle Kreise der Wirtschaft hinter sich zu Habens Industrie, Handwerk und Reichsnährstand stellen ihre ge samte Leistungsfähigkeit dar. Aber auch Groß- und Kleinhandel, Ar beitsfront und Arbeitsdienst, Reichswehr und Reichsmarine und viele andere beteiligen sich an dieser ersten Jahresschau deutscher Arbeit. Durch diese seit langem als Ideal angestrebte und nun endlich verwirklichte Zusammenarbeit aller wird es möglich sein, eine wtrt- fchastspolitische Plattform zu schaffen, die nicht nur dem deutschen Volke, sondern aller Welt den einheitlichen Willen zur aufbauenden Wiedererstarkung bekunden wird. Im Hinblick auf diese Sonderstellung der ganzen Ausstellung hat Herr Reichspräsident von Hindenburg die Schirmherrschaft übernommen; Ehrenpräsident ist der Herr Retchsmtnister für Volks ausklärung und Propaganda, vr. Joseph Goebbels. Gerade von ihm ging die Anregung zu dieser öffentlichen Kundgebung deut schen Willens aus, und er hat auch den Herrn Ministerialrat W. Haegert zum Kommissar seines Ministeriums für diese Ausstellung bestellt. Alle Hallen des Ausstellungsgcländcs am Katser- b a m in und bas ganze Freigelände werden diese größte »nd umfassendste Ausstellung Deutschlands auf- neh in e ». Die Ehrenhalle ist der Mittelpunkt der Abteilung »Das Reich der Deutschen--. Fast zwei Jahrtausende steigt es aus der Geschichte heraus. Hier wird es wieder lebendig werben in den Neichskleinodlen der mittelalterlichen Kaiser, in den Fahrten der Hansa und den Urkunden der Reformation, in kostbaren Erinnerungs zeichen und seltenen Dokumenten aus Preußens Werden zur Groß macht. Das Reich Bismarcks — als Brücke zum Dritten Reich — führt in die Gegenwart. Eine monumentale Übersichtsschau »Ein Jahr nationalsozialistische Regierung-- legt vor allem anderen Zeugnis ab von den Erfolgen des ersten Jahres im Dritten Reich. Eine Sondcrscha»: »Das Schrifttum des National sozialismus«, durchgesührt von ber Deutschen Bücherei in Leipzig, wird die Abteilung ergänzen. Der Nationalsozialismus hat klar erkannt: Rur wenn ein Volk als lebendiger Organismus im Zusammenhang mit seinen natür lichen Wurzeln bleibt, mit Blut und Boden, ist eine Genesung als Nation, der wirtschaftliche Wiederaufstieg möglich. So bringt die Reichshauptstadt zum ersten Male unter dem Titel: »Deutsches Volk« die erste Ausstellung über Rassenkunde und Nassenpflcge. Nationalsozialismus ist angewandte Rassenkunde. Der Neubau des Staates ist nur möglich, wenn ein Volk erbgesund ist. Die Kenntnis von Deutschlands Blut- und Kulturerbe aus den Tagen unserer Vorfahren ist Voraussetzung für eine richtige Ein schätzung unseres heutigen rassenbiologischen Zustandes. Die deutsche Rassengesetzgebung und die Maßnahmen zur Verhütung erbkranken Nachwuchses interessieren die ganze Welt. Ein besonderer Sachver- ständigenbeirat, dem die Vertreter der zuständigen Ministerien und führenden Rassenhygieniker angehören, berät das Deutsche Hygiene- Museum, Dresden, das die Gestaltung dieser Abteilung übernom men hat. An diesen, fast die Hälfte der Riesenhalle I umfassenden Teil der Ausstellung »Deutsches Volk«, schließt sich nunmehr der räumlich weit größere Teil der Ausstellung, die »Deutsche Arbeit« an. Zunächst gibt ein architektonisch straff zusammengefaßter Teil unter dem Titel »Die deutsche Wirtschaft« einen Überblick über den heutigen Aufbau des deutschen Arbeitslebens. Sämtliche Gruppen der deutschen Wirtschaft, Industrie, Handwerk, Nährstand, Groß- und Übersee-Handel, Einzelhandel u. a. werden hier ihren Ausbau und ihre Verästelung in dem großen deutschen Wirtschaftsgebiet zeigen, und ergänzend wird eine Sondcrschan des Reichsarbeitsministeriums einen gesamten Überblick der Arbeits-Gesetzgebung des ersten Jahres, besonders der Arbeitsbeschaffung, geben. Reichsbahn und Reichs post, Automobil-Industrie mit dem Plan für den Ausbau des deut schen Auto-Straßennetzes, Luftverkehr, Schisfahrt und Spedition zeigen nun im einzelnen ihre Bedeutung für unser Wirtschaftsleben. In der Niesenhalle ber Technik und Energie-Wirtschaft wird jeder Besucher der Ausstellung Dinge finden, die im weitesten Umsange interessieren werden. Bergbau- und Hüttenwesen, Elektrowirtschaft und Elektrotechnik, Gas- und Wasser-Wirtschaft, Stahl und Stahl 198 bau, Nicht-Elsen-Mctalle, Schmuckwareii und Edclmctallwaren und Maschine,i-J»bustrie sind in dem Riesenraum der Halle vertreten, während aus der großen Galerie Glas und Keramik untcrgebracht sind. Dazu ergänzend wird die Reichsgemeinschaft ber technisch-wissen- schastllchen Arbeit in besonders instruktiver Weise die Leistung des Technikers zeigen und der Verein deutscher Ingenieure in einer Sondcrschan »Volk und Wirtschaft« die uns heute alle bewegenden volkswirtschaftlichen Kragen allgemeinverständltch behandeln. Die neue Arbeitsschule der Nation, der Freiwillige Arbeits- dieüst, beantworlet die Krage: -Warum Arbeitsdienst?« " Reichs wehr und Neichsmarine zeigen sich als Schützerin der deutschen Arbeit. Das Deutsche Ausland-Institut in Stuttgart und ber Volks- bunb für das Deutschtum im Ausland behandeln das Schicksal der 4V Millionen Deutschen jenseits der Reichs grenzen. Eine besondere Halle wird die handwerkliche Arbeit vereinen und besonders darstellen, wie weit das Handwerk für Behausung, Bekleidung und Ernährung unserer Volksgenossen Sorge trägt und ganz allgemein zur Erhöhung unseres Külturstandcs dient. Eine wettere Halle beherbergt dte Chemische Industrie, die Leder-Wirtschaft und die Textil-Jnbustrtc. Sport- und Sptclivaren-Jndustrie, dazu die gesamte Papier-Erzeugung und Papier-Ver arbeitung, die Forstwirtschaft mit der holzverarbeitenden In dustrie geben einen Überblick über ihre weitgespannten Arbeitsgebiete. Der Reichsnährstand stellt unter der Devise: »Der Bauer das Fundament des Staates» den deutschen Bauer als Brot- und Arbeit geber dar, und die Aufgabe, den Tisch des deutschen Volkes zu decken, wirb von der Lebensmittel-Industrie zur Darstellung gebracht. Aus dem umfangreichen Freigelände ist i» einer Svuderhallc die Bau- Industrie mit ber Industrie Steine und Erben zusammengefaßt. Be herrschend in dem Freigelände wird der Monnmentai-Turm der Deutschen Arbeitsfront das weithin sichtbare Wahrzeichen der gesamten Ausstellung sein, ferner die Ausstellung der Rcichs- rundsunkkammer. Die Neichsverbände der großen Versicherungen, der Sparkassen werben mit Sonderschauen das Bild ber Ausstellung ergänzen, und der Arbeitsdienst wird in großen Original-Baracken seine Arbeit und sei» Ziel darlegen. Eine besonders interessante Zusammen stellung der neuesten Wagen von Reichsbahn, Reichspost und Mitropa, die auf dem »fahrbaren Gleis- über die Straßen zur Ausstellung gebracht werben, wird einen großen Teil des Freigeländes einnehmen. Auch die neuesten Groß-Automobile des Reiseverkehrs und des Gitter- Transportes werben hier nicht fehlen. Die Ausstellung »Deutsches Volk — Deutsche Arbeit« wird so das ganze Volk behandeln, aus dem wir entstauben sind, dem wir angehören, dem wir verbunden sind durch Glück und Not, an dessen Vergangenheit unsere Vorfahren teilhatten und dessen Zukunst die Zukunft unserer Kinder ist. Die Schau wird uns selber mit Stolz, das Ausland aber mit Achtung erfülle». Man wirb aufschauen und merken, wohin Deutschlands Sinnen und Trachten steht: Rach Arbeit und Frieden. Der Dichter und sein Geheimnis. Wenn heute die berufenen Führer der Nation den Dichter in seine Grenzen weisen oder die Grenzen seines Raumes erweitern helfen, so gehört dies zu ihrer sittlichen Sendung als Führer eines bedeutenden Volkes. Man muß ihnen ganz vertrauen, daß sic, deren schöpferische Kraft stark genug war, um ein Volk zu verwandeln, das Geheimnis und das Wesen des Schöpferischen überhaupt be greifen. Es führt aber zu Mißverständnissen und zur Entstellung der Wahrheit, wenn neben diesen berufenen Führern Köpfe über Dich tung und Kultur zu urteilen beginnen, die weder das Geheimnis des Einen noch die Zusammenhänge des Andern begreifen können. Es ist unmöglich, daß die berufenen Führer, die in ihren Händen Jahrhunderte der Zukunst gestalten und beschwören, daß diese Führer jeden einzelnen der kleinen Unheilstifter in die Schranke fordern. Darüber hinaus muß die klare Eingebung des Volkes selbst mit helfen, um die Mäuler dieser Verwirrer aller Dinge zu stopfen. Der gefährlichste Irrtum, der von diesen literarkritischcn Pseudo propheten verbreitet wird, besteht darin, daß sie eine volkstümliche Dichtung fordern, obwohl sie weder über Dichtung noch über das Volkstümliche einen einwandfreien Gedanken gedacht haben. Sie verwechseln Dichtung mit Kunstgewerbe, das mau für den jeweiligen Geschmack Herstellen kann, sie verwechseln Volkstümlichkeit mit Primi tivität. Sie gehen von dem erstaunlichen und einfältigen Trugschluß aus, volkstümlich sei nur das, was mit Scholle und Maschine, mit der Handarbeit und dem einfachen Leben des Volkes zu tun habe. Sie denken sich in diesem Zusammenhänge das Volk im alten kapi-
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