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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 06.09.1930
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1930-09-06
- Erscheinungsdatum
- 06.09.1930
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- Deutsch
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307, 6, September 1930. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn Bnchl,anbei. größten Teil seiner erfahrungsreichen Gehilsenjahre bei Hinrichs in Leipzig und Franckc in Bern verbracht. Am 1. August 1013 über nahm er die Firma auf eigene Rechnung und führte sie unter seinem Namen ganz im Sinne der früheren Inhaber Korber fort. Es ge lang ihm, den Kundenkreis noch zu vergrößern. 1918 machte sich ein Umzug nötig und am 1. November des Jahres eröffnete die nencingerichtete Buchhandlung im Zunfthaus zum Mittellöwen an der Amtshausgasse 0 ihre Pforten. Die freundlichen Räume mit ihren gemütlichen Leseecken warben wiederum manch neuen Kunden und Bäschlin sah ein schönes Lebenswerk vor sich liegen. In un ermüdlicher Sorge um seine Kundschaft und in hingebungsvoller Arbeit für das Wohl des buchhändlerischen Standes, das er in jahrelanger Tätigkeit im Schweizerischen Buchhändlerverein verfocht, lag dieser selten gütige Mann seinen Pflichten ob. Viel zu früh, in seinem 42. Lebensjahre, wurde er durch ein Bergunglück seinem Wirkungskreis entrissen. Er starb am 27. Juli 1922 in seinen von ihm so geliebten Bergen. Die Erben Bäschlins traten das Geschäft noch im gleichen Jahre an Herrn Franz Schnyder ab, der es am 1. Juli 1926 der jetzigen Kommanditgesellschaft Alfred Scherz L Co. verkaufte. Das hohe Ziel des jetzigen Inhabers wird es sein, die gute buchhändlerische Tradition des alteingesessenen Unterneh mens weiter zu führen und ins zweite Jahrhundert hinüber zu tragen. * 50 Jahre besteht am 6. September die Firma Hermann Bauhof in Regensburg. Hermann Bauhof, ein geborener Regensburger, zeigte am 31. Juli 1880 an, daß er in Negcnsbnrg Anfang September eine Buch- und Kunsthandlung eröffnen werde. Er hatte in der v. Ebner'schen Buchhandlung in Nürnberg gelernt und dort auch die erste Gehilsenzeit verbracht. Später war er bei der Verlagsanstalt G. I. Mauz in Negensburg und vom Septem ber 1871 bis zu seiner Selbständigmachung erster Gehilfe und Ge schäftsführer in der Buchhandlung Alfred Coppenrath in Negens burg. Hermann Bauhof eröffnete seine Firma am Heidplatz in einem kleinen Laden, nach mehreren Jahren übersicdelte sie auf den Neupfarrplatz in größere Räumlichkeiten, wo sie heute noch ist: sie besteht aus Buch-, Kunst-, Papier- und Schreibwarenhandlung. Durch Tüchtigkeit und Fleiß sowie gesellschaftliche und geschäftliche Ver bindungen verstand es der Gründer, die Firma in kurzer Zeit zu einer der angesehensten zu machen. Und dies war gewiß nicht leicht, denn in der Stadt mit damals 32 000 Einwohnern waren 1880 bereits sechs gut geleitete Sortimentsbuchhandlungen. Doch Bauhof war ein umsichtiger und unermüdlicher Arbeiter, der sein Ziel nie aus dem Auge ließ. Die Firma erfreute sich schon nach wenigen Jahren eines guten Ansehens nicht nur bei der Kundschaft, sondern auch in Buch handelskreisen. Daneben fand Hermann Bauhof aber noch Zeit, sich den Interessen seines Berufes zu widmen. So war er von 1903— 1909 im Rechnungsausschuß des Börsenvereins. Von seiner Vater stadt wurde er zum Magistratsrat erwählt. Als Mitkämpfer des Krieges 1870/71 und Landwehrlcutnant war er Inhaber von Orden und Auszeichnungen. Er wie seine Firma wurden auch mit dem Kgl. bayrischen Hoftitel ausgezeichnet, der später auf den Sohn und jetzigen Inhaber, Herrn August Bauhof, überging. Im September 1014 war es Herrn Bauhof noch vergönnt, das 50jährige Berufs jubiläum zu begehen. Zu Anfang des Jahres 1915 zog er sich von allen Ehrenämtern zurück und nahm zu seiner Entlastung seinen Sohn August als Prokuristen in die Firma auf. Am 31. März 1916 starb Hermann Bauhof im Alter von 67 Jahren. Herr August Bauhof übernahm die Firma als Inhaber. Im Sinne des Vaters führt er das Geschäft nun bereits seit 15 Jahren. Er hat ihm das hohe Ansehen trotz der schweren Zeitver hältnisse zu erhalten gewußt und ist unermüdlich tätig, es weiter auszubauen. * Der Verlag der Weltbühne Siegfried Jacob- sohn L Co. in B e r l i n-Charlottcnburg wnrde am 7. September 1905 unter gleichzeitiger Gründung der Wochenschrift »Die Schau bühne« von dem Theaterkritiker Siegfried Jacobsohn gegründet. Sie beschäftigte sich in den ersten Jahren hauptsächlich mit dem Theater, seiner künstlerischen und wirtschaftlichen Seite. Allmählich baute sic sich immer mehr zu einem Blatt aus, das sich mit allen Gebieten der Kunst befaßte, wobei das Theater und die schöne Literatur im Vordergrund standen. Viele unserer angesehensten Schriftsteller traten hier zum ersten Male an die Öffentlichkeit und fanden bei dem Herausgeber eifrige Unterstützung. Allmählich wandte sich die Schaubühne auch Fragen politischer und wirtschaftlicher Natur zu. Im Jahre 1913 erschien Kurt Tucholsky, der jetzt gemeinsam mit Carl von Ossietzky die Zeitschrift leitet, auf dem Plan und begann bald, sich auch unter seinen vier Pseudonymen, Peter Panter, Theo bald Tiger, Ignaz Wrobel, Kaspar Hauser, zu entfalten. Politik rückte immer mehr in den Vordergrund. Zu Anfang des Jahres 1918 wurde der dem Blatt schon längst zu eng gewordene Name »Schau bühne« in »Wcltbühne« verwandelt und die drei Gebiete: Politik, Kunst und Wirtschaft wurden dem Blatt als gleichwertig aus die Stirn geschrieben. Die Zeitschrift befand sich in hoher Blüte, als plötzlich unerwartet am 3. Dezember 1926 Siegfried Jacobsohn starb, der sie in unermüdlicher Arbeit und nie versagender Liebe einund zwanzig Jahre hindurch herausgegeben hatte. Trotz dieses un ersetzlichen Verlustes ist das Blatt weiterhin im Aufschwung be griffen. Die Bugra-Hcrbstmcsse im Nahmen der Leipziger Mustermessen hatt^ trotz der ungünstigen wirtschaftlichen Lage ihre Pforten wieder aufgetan. Die Beteiligung an Ausstellern ist annähernd die gleiche wie zur Frühjahrsmesse geblieben. Nur ist das Ganze etwas gemischt, hier Verlagsbuchhandel, dort graphisches Gewerbe. — In den Messeberichten der Leipziger Zeitungen, die sich diesmal sebr ausführlich mit der Bugra-Messe beschäftigen, wird das Er gebnis wenig günstig beurteilt. In den Leipziger Neuesten Nach richten wird daraus hingewiesen, daß die Bugra-Messe jetzt 10 Jahre besteht, daß aber die Beteiligten dieses Jubiläums nicht recht froh werden: »Indes sich die (ein Jahr später gegründete) Bugra- Maschinenmesse kräftig' entfaltete, siechte die Büchcrmcssc wieder langsam dahin«. Und ein paar Zeilen weiter ein Zitat aus dem Archiv für Buchgewerbe (1030, Heft 6), dem Organ des Deutschen Buchgewerbevereins als des Veranstalters der Bugra-Messe: »So war es natürlich, daß nach der Stabilisierung der deutschen Wäh- langsam zurückging. Die Sortimentsbuchhändlcr waren eben keine Besucher der Leipziger Messen. Wie vor mehr als 100 Jahren das Buch von der Messe verschwunden war, ließ sich auch 100 Jahre später eine zwangsläufige Erneuerung damaliger Gepflogenheiten nicht mehr durchführen«. Demgegenüber vertritt Or. Karl Blanck, der einen hervorragenden Anteil an der Leipziger Ausstellung »Der Mensch und das Buch« (1922) hatte, in der Neuen Leipziger Zeitung die schon früher erhobene Forderung einer Zusammenlegung der Kantateversammlung mit der Leipziger Messe, um die Bugra-Messe zu retten. Interessant ist noch, was die Leipziger Neuesten Nachrichten über die Dauerausstellung des Barsortiments Koehler L Volck- mar sagen: »Dem Mittler zwischen Verlag und bücherkaufendem Leser bietet diese Ausstellung, deren Bestand auf den Tag ergänzt wird, einen unschätzbaren Überblick und erspart ihm neben viel Zeit und Mühe auch Fehlgriffe bei den Anschaffungen. Genau genommen lebt der alte Bugra-Gedanke einer Generalübersicht hier unver ändert fort. Bis die Petersstraßen-Bugra wirtschaftlich wieder möglich oder nötig wird, sollte man sich hiermit genügen lassen«. Aus Frankreich. — Wie wir schon kurz mittciltcn (Nr. 185), war von den auf dem 7. Kongreß der französischen Sortimcntsbuch- händler in Lyon (4. August) gehaltenen Referaten eins der Orga nisation des Buchhandels in Deutschland und Italien gewidmet. Die von Herrn Giard, dem ersten Vizepräsi denten des Syndikats der französischen Sortimenter gemachten Aus führungen, die sich hauptsächlich um den festen Ladenpreis und die Beschränkung des vollen Rabatts auf ordnungsgemäße Buchhändler drehen, dürften auch für unsere Leser von Interesse sein. Dem Be richt lagen die »Vcrkaufsordnung für den Verkehr des Deutschen Buchhandels mit dem Publikum« vom 1. Mai des vergangenen Jahres und die »Norme per il 6ommereio librario« vom 1. Januar 1927 zugrunde. Uber den Mengenpreis-Paragraphen äußerte sich Herr Giard: »Welche Welt der Betrachtungen wird durch diesen Artikel 12 bei den unglückseligen französischen Buchhändlern herauf beschworen, bet ihnen, die seit einem halben Jahrbundert gegen den den Lehrern, den Geistlichen, den Bibliotheken usw. gewährten Ra batt ankämpfcn und die vor allem vergebens gegen das schändliche System der Submissionen protestieren.... Man "lanbt wirklich zu träumen, wenn man diesen außerordentlichen Artikel 12 liest.« Aber Herr Giard bezweifelt die peinliche Befolgung der Bestimmungen: »Es ist wahrscheinlich, daß man in Deutschland, wie dies ja auch bei uns üblich ist, solche Bestimmungen nicht innehält. Dennoch fühlt man beim Lesen dieses Textes, daß im deutschen Buchhandel eine von der unsrigen durchaus und eindeutig verschiedene Mentalität vorherrscht, wobei ich allerdings glaube, hoffe und davon überzeugt bin, daß unsre Mentalität dank der Bemühungen unsrer Gewcrbe- kammer bald verschwunden sein wird. . . . Nach und nach orga nisieren wir uns, aber diese Lektüre der deutschen Bestimmungen lehrt uns, daß wir noch weit von dem zu erreichenden Ziele sind«. 867
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