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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 02.06.1921
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- 1921-06-02
- Erscheinungsdatum
- 02.06.1921
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- Deutsch
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Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. Redaktioneller Teil. .V 126, 2. Juni 1921. eingekanftcr Rohstoffe lästern. Auch mit Skandinavien lausen noch Verträge, öic ans hohen Preisen für Halbstoffe aufgebaut sind. Die allgemeine Lage des Papiermarktes hat aber auch in Skandinavien be reits ein Entgegenkommen hinsichtlich der Vertragspreise gezeitigt. Für den Zellstoffmarkt sind keine guten Aussichten vorhanden. Holz schliff ist kaum gefragt, sodaf; von Abschlüssen keine Rede sein kanit: Es wird im Gegenteil versucht, sich von den Abschlüssen möglichst frei zu machen. Aus Polen ist ein ungeheures Anschwellen der Papierprcise zu berichten. Während vor dem Kriege eine Waggonladung minderwer tigen Papiers etwa 2000 Mark kostete, kann man eine solche für 500 000 Mark jetzt kaum erhalten. Gutes Schreibpapier kostete früher pro Waggon etwa 5000 Mark, jetzt 1 Million Mark. Es wird daher niemanden überraschen, daß die Büchererzengung ans einem toten Punkte angekommen ist, und daß Schulbücher als Luxuswaren gelten. Der Bedarf an Zellstoff wird nicht im geringsten gedeckt. Seit An fang April sind in Polen alle Beschränkungen des -Handels mit Druck papier (Notationspapier) ausgehoben worden. In der T s ch e ch o -S l o w a ke i ist die Papierzentrale mit Wir kung vom 1. Juni aufgehoben! worden. Papier aller Art, insbesondere Notationspapier, wird in den nächsten Tagen in den freien Handel ge langen. Die Einfuhr von Notationspapier wurde mit 15 Waggons monatlich kontingentiert. In Norwegen stehen schon seit einiger Zeit viele Holzschlei- ftreicn still, und eine erhoffte Belebung des Marktes ist nicht einge treten. Mit Frankreich schweben Verhandlungen. von denen man sich ein Anziehen des Marktes verspricht. Die gleiche Stille herrschte bis vor kurzem ans dein Papiermarkt, jedoch sind die Anfragen in letzter Zeit wieder zahlreicher, besonders für Notationspapier. Man hofft, daß das Geschäft in allen Papieren sich besser entwickeln wird, und daß weitere Preissenkungen nicht eintreten norden. Auch in Zellstoff hat öle Nachfrage zugenommen, während dies von Holzschliff nicht gesagt werden kann. In Schweden hat eine allgemeine Senkung der Papierpreise stattgcfunden. Zeitungspapier wird zu —.40 Kronen pro Kilogramm und billiger geliefert. Dieser Preis entspricht etwa einem Drittel der bisherigen höchsten Preise. Die Preise für Holzschliff sollen den Fa briken kaum noch einen nennenswerten Verdienst abwerfen. Die Ar beiterverhältnisse sind wieder normale, da in allen Papierstoffabriken wieder gearbeitet wird. Auf die angekündigte Lohnkürzung wollen die Arbeiter nicht entgehen. Wird in dieser Hinsicht keine Einigung er zielt, so dürfte die Ausfuhr hart betroffen werden, so daß schließlich auch die Arbeiter mit empfindlichen Schäden zu rechnen haben. Aus den Vereinigten Staaten wird berichtet, daß die Papierfabriken überfüllt sind mit Papierstoffen: viele Fabriken sind nur einzelne Tage im Betrieb. Um dem ausländischen Wettbewerb zu begegnen, wird eine Erhöhung der Einfuhrzölle gefordert. Von Interesse ist wohl die Mitteilung, daß skandinavisches Zeitungspapier fiir 3,1 Cent pro Pfund angeboten wurde, während es in den Ver einigten Staaten wie in Kanada 5Z4 Cent pro Pfund kostete. Es wird darüber geklagt, daß das in letzter Zeit aus Deutschland eingeführte Zeitungspapier recht minderwertig gewesen sei, weshalb mehrere grö ßer« Verleger deutsches Zcitungspapier nicht mehr annehmen wollen. Man tut gut, diese Mitteilung sehr vorsichtig aufzusassen, da sie von Konkurrenzrücksichten diktiert erscheint. Von Mitte Mai an rech nete man mit einem Ausstand der Papierarbeiter, da diese nicht in eine Herabsetzung der Löhne um 30 Prozent einwilligen wollen. Die Arbeitgeber wenden n. a. ein, daß im letzten Jahr-e die Kaufkraft des Dollars um 30"/> gestiegen sei. Eine eventuell eintretende Knapp heit der Papiervorräte befürchten die Verleger nicht, da sie über ßroße Bestände verfügen, namentlich über ausländische Papiere, die in den Häfen lagern. In Kanada herrscht großer Auftragsmangel bei den Papierfabriken. Die auf etwa die Hälfte herabgeminderte Erzeugung soll solange beibehalten werden, wie es die Marktlage erfordert. Ge gebenenfalls soll die Arbeitszeit noch weiter eingeschränkt werden, trotzdem im April nur an vier Wochentagen gearbeitet wurde. Die argentinischen Papierfabriken, die in einem Trust zusammengeschlossen sind, weisen gegenwärtig eine ausreichende Beschäftigung auf. Argentinien zählt 11 Papierfabriken, jedoch keine Zellstoffabriken. Hauptsächlich werden hergestellt Einwickelpapier, Packpapier, Buntpapiere, gewöhnliches Werkdruck- und Schreibpapier, Pappen und Karton. Während des Krieges nahmen die Fabriken auch die Fabrikation von Zeitungspapier auf, die heute noch in be schränktem Maße fortgesetzt wird. Im Verhältnis zum argentinischen Gesamtverbrauch an Zeitnngsöruckpapier fällt die einheimische Er zeugung nicht ins Gewicht. Die Einfuhr von Zeitungspapier nach Ar-- gentinien ist zollfrei. Aus China wird vor allem eine Znnahme der Einfuhr von Zeitungspapier gemeldet. Nicht nur in den großen Hafenstädten, son dern auch im Innern des Landes werden neue Zeitungen in chinesi scher Sprache und Schrift herausgegeben. Meist wird Jlachdrnckpapier gebraucht, da die Auflagen keinen Rotationsdruck bedingen. Bemer kenswert ist, daß diese einheimischen Zeitungen mit Vorliebe einseitig glatte Papiere benutzen, da nur die glatte Seite bedruckt wird. Das Papier braucht man auch für chinesische Lese- und Schulbücher. Es kommt meistens aus Schweden; auch Norwegen und Deutschland liefern einen Teil; es wird kiloweise gehandelt. Das Papier ist fast so dünn wie Seidenpapier und nur so weit geleimt, daß Druckfarbe nicht durch schlägt. Neuestens liefert auch Japan solches Papier, ferner wird es in Shanghai und Hankau hcrgestellt. Kanadische Fabriken konnten bisher so leichtes Papier in der gewünschten Beschaffenheit nicht Her stellen. Auch sonstige Papiere, wie Büchcrstoffe, farbige Papiere fiir Plakate und Straßenzettel, farbig gestrichene Papiere, sowie Kraft- nnd Packpapiere sind stark gefragt. Kleine Mitteilungen Postschcckverkehr mit Danzig. — Am 1. Juni ist mit der Postver waltung des Gebiets der Freien Stadt Danzig der Postscheckverkehr in vollem Umfange aufgenommen. In diesem Verkehr sind zugelasscn Überweisungen von einem Postscheckkonto auf ein anderes Postscheck konto, Einzahlungen mit Zahlkarte und Auszahlungen durch Zahlungs anweisung. Die Bewohner des Deutschen Reiches können ein Konto beim Postscheckamt iu Danzig und die Bewohner des Gebiets der Freien Stadt Danzig ein solches bei einem deutschen Postscheckamt unterhalten. Überweisungen und Zahlungsaufträge mit Zahlkarte oder Zahlungsanweisung nach dem Gebiet der Freien Stadt Danzig werden im einzelnen bis einschließlich 3000 Mark ohne besonderen Nach weis ansgeführt. Bei Überweisungen und Zahlungsaufträgen über höhere Beträge als 3000 Mark sind Inhalt und Zweck des Geschäfts, für das die Zahlung bient, anzugeben und durch Nachweise zu belegen. Handelsfreiheit mit Amerika. — Nach einer Mitteilung des ameri kanischen Staatsdepartements sind, wie die »Leipziger Neuesten Nach richten« melden, alle Einschränkungen des Handels mit den früheren Feinden für sämtliche Bürger der Vereinigten Staaten aufgehoben. Nur dürfe sich der Handel nicht auf jene Besitzungen erstrecken, die im Verlaufe des Krieges sequestriert morden sind. Personalnachrichteii. Gestorben: am 24. Mai nach schlverer Krankheit im Alter von 37 Jahren Herr Alfred Zosel, Leiter des Verlages von Priebatsch's Buch handlung in Breslau, der er seit 1906 angehörte. Ein lie benswürdiger, arbeitsfreudiger Berufsgenosse von reichen Kenntnissen ist mit dem Verstorbenen viel zu früh fernem Beruf und seinem Pflichtenkreis entrissen worden. ^ EprechsM Zusammenschluß gegen die Luxussteuer. Von N. Weihrauch. Die »Antiquitäten-Zeitung« (Verlag von H. Pfisterer, Stuttgart), brachte in ihren beiden letzten Nummern einen sehr gut unterrichtenden Aufsatz von vr. Grünberg »Die Luxusstener im Gewerbebetrieb der Antiquitäten- und Kunsthändler« sowie eine sich daran schließende Aus sprache mehrerer Händler. Alle stimmten überein in der Verurteilung dieses zweckwidrigen und verderblichen Gesetzes, und alle erkannteil, daß nur ein Zusammenschluß aller Beteiligten eine Beeinflussung der Negierung und eine Abänderung des Gesetzes ermöglichen könne. Tatsächlich sind auch schon Bestrebungen im Gange, um alle Verbände der Antiquitäten- und Kunsthändler in einer umfassenden, wenn auch vielleicht losen Vereinigung znsammenzuschließen. Wie aber ein in Leipzig wohnender Antiquar bemerkte, sollten bei dieser Gelegenheit die Buchhändler, von denen wohl nur ein kleiner Teil die Antiquitäten- Zeitung lesen mag, nicht abseits stehen, sondern sich in irgend einer Form am Zusammenschluß beteiligen. Denn nicht nur die Buchanti- quare, sondern auch die Verleger von Kunstblättern und kostbaren Werken, und mit den Verlegern natürlich zugleich die Sortimenter, die sich mit dem Vertrieb solcher Werke befassen — sie alle bekommen den Segen dieses Gesetzes in der einen oder anderen Form zu spüren. Und es ist klar, daß ein Vorgehen der Kunst- und Antiquitätenhändler umso wirksamer sein muß, wenn es von den angesehenen Verbänden des Buchhandels unterstützt wird. Aber bald sollte diese Vereinigung Zustandekommen, und es sollte ihr eine Form gegeben werden, die ihr, auch über das Luxussteuer-Gesetz hinaus, eine dauernde Wirkung sichert. ' 764 ^
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