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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.09.1928
- Strukturtyp
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- 1928-09-15
- Erscheinungsdatum
- 15.09.1928
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- Deutsch
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x° 216, 15. September 1928. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. d.Dtschn. Buchhanvel. gegen ihn angestrengten Jnjurien-Klage vor und stellte anheim, darüber zu entscheiden. Darauf ward eine Ballotage auf der Börse beschlossen, welche am Montag in der Zahlwoche stattfand und zu der alle die Börse besuchenden Buchhändler eingeladen wurden. Es waren 112—113 Handlungen vertreten und 101 Stimmen erklärten sich dafür, daß keinem Bekenner des mosai schen Gesetzes der Zutritt oder Eintritt zur Buchhändler-Börse gestattet werden sollte. — Noch drei andere jüdische Buchhändler, welche sich zu dieser Messe eingefunden hatten, wurden daher ebenfalls abgewiesen. Bei seiner Rückkunft von Leipzig fand Horvath die Schwie gertochter weit kränker, auf Anrathen des Arztes, Regiments- Arztes Augustin, nahm Sie der freien frischen Luft wegen Woh nung im Vogel'schen Hause vor der Langen Brücke; aber ihr Zustand verschlimmerte sich immer mehr und am 23. Juni ver starb sie. Im nämlichen Jahre am 6. Januar erkaufte Horvath das Haus der Voigt'schen Erben am Wilhelmsplatz Nr. 20 für 3850 Thlr., worauf er sogleich 2300 Thlr. baar bezahlt hat, die übrigen 1550 Thlr. wurden zur I. Hypothek für Madame Pfuel wieder eingetragen. Die Reparaturkosten betrugen 1071 Thlr., wofür der König eine Vergütung von 750 Thlr. bewilligte. — Sehr erfreulich war der Verlags-Absatz für dieses Jahr; denn er betrug über 5000 Thlr. Die Ausgabe stellte sich in Hinsicht des erkauften und ausgebauten Hauses nur 904 Thlr. — Gr. 9 Pfg. höher als die Einnahme, welche Mehrausgabe aber aus der Re servekasse bestritten und bezahlt worden ist. Auch das folgende Jahr 1819 war wieder mit Bau-Unter nehmungen verknüpft. Horvath verließ im März die 3. Etage seines Hauses Wilhelmsplatz Nr. 6, um sie zu einer Miethswoh- nung einzurichten. Eine Küche wurde angelegt und vom Saal durch eine Wand ein Entrse abgetrennt, was mit den sonstigen Reparaturen 152 Thlr. 21 Gr. 6 Pfg. kostete. Sodann ließ er den Stadtrath Radewald aus dem Hause Nr. 20 ausziehen, um die Parterre-Wohnung in Nr. 6 zu be ziehen; er selbst wohnte mit seinem Sohne in der fertigen 3. Etage des Hauses Nr. 20 und nun ward auch die 2. Etage daselbst für 559 Thlr. 10 Gr. reparirt, so daß jetzt beide Häuser in guten baulichen Stand gesetzt waren. Im September verlegte er seine und seines Sohnes Wohnung in die 2. Etage. Als Garcon's leb ten beide übrigens sehr ruhig, sie aßen vom Koch und befanden sich wohl dabei. In Hinsicht des Geschäfts endete dies Jahr sehr befriedigend. Die Beschreibung der König!. Schlösser und Gärten allhier*) wurde wieder herausgegeben und auch sein Lieblings- Verlagsbuch: das Lehrbuch der Naturgeschichte, verbessert durch Herrn Professor Stein in Berlin, 2. Auflage.**) Der Abschluß dieses Jahres gestattete, die im vorhergehenden aus der Hauptkasse vorgeschossenen 904 Thlr. — Gr. 9 Pfg. wie der zurückzunehmen und die Handlung blieb nur noch 85 Thlr. 21 Gr. 6 Pfg. an die Hauptkasse zurückzuzahlen schuldig. Das Jahr 1820 trat Horvath in vollkommener Gesundheit an; allein sein Sohn kränkelte fort, nachdem er im Jahre zuvor Töplitz vergeblich besucht hatte. Endlich entdeckte er dem Vater seine Liebe zu der Schwester seiner verstorbenen Frau und nichts konnte diesem erwünschter und angenehmer sein, als daß des Sohnes Wahl auf dies tugendhafte und sittsame Mädchen ge fallen war; mit Freuden gab er seine Zustimmung und seinen Segen dazu, denn von jeher hatte er dies Kind mit aller Zärt lichkeit und Liebe, als ob er sein Vater wäre, gehalten und ge schätzt und freute sich nun unendlich, demselben eine frohe, sorgen lose Zukunft bereiten zu können. Die eheliche Verbindung mußte *) San-Souci, die Bildergallerie, das neue Schloß und der An tikentempel, erbaut von Friedrich II-, gr. 8., geh. 10 Sgr. Der König!. Neue Garten und das Marmorhaus an dem Heiligen See bei Potsdam, erbaut von Friedrich Wilhelm II. gr. 8. 7^ Sgr. Die Psaueninsel ohnweit Potsdam, von Friedr. Wilhelm III., gr. 8" 5 Sgr. Das Königl. Schloß in der Stadt Potsdam und der Lust garten. gr. 8. 7^ Sgr. **) Lehrbuch der Naturgeschichte für die Jugend, nach Linns'scher Ordnung bearbeitet, 2. vermehrte Auflage, durch C. G. v. Stein; ohne Kupfer, gr. 8. 1820. 25 Sgr. Die Kupfer dazu illuminiert 4 Thlr-, schwarz 2 Thlr. wegen der schweren Erkrankung der Großmutter noch ausgesetzt werden; nachdem Letztere aber am 26. Oktober 1820 gestorben, erfolgte jene noch am 23. November diesselben Jahres im Hause Nr. 20 am Wilhelmsplatz, wo der Vater beide seinem Freunde, dem Prediger Dersge, zuführte und ihn mit wenigen Worten ersuchte, den heiligen Act der Trauung zu vollziehen. — Auch in diesem Jahre fielen die Geschäfte der Handlung ganz zur Freude und Zufriedenheit ihres Besitzers aus. Das Jahr 1821 verging, ein körperliches Leiden abgerechnet, ebenfalls ziemlich gut. Horvath besuchte nochmals die Ostermesse in Leipzig und war auch damit zufrieden. Aber sein in Weißenfels lebender Bruder erkrankte schwer und wünschte ihn noch einmal zu sehen, darauf reiste er dorthin und erregte große Freude; 14 Tage da nach wurde der Leidende erlöst. Durch den Fleiß und die Auf merksamkeit von Horvath's Sohne ging auch in diesem Jahre die Handlung gut und wurde von Gott gesegnet. Gedruckt wurden nur zwei kleine Artikel, aber der Inhaber befand sich dabei wohl. Sehr erfreulich war der Anfang des Jahres 1822, indem König Friedrich Wilhelm HI. die Gnade hatte, Horvath den Druck des Gesangbuches für die Preußische Armee*) aufzu tragen. Er erhielt den Befehl, die Ausgabe des vom Könige selbst eingerichteten Gesangbuches und der Liturgie in 50 000 Exem plaren gegen eine billige Provision zu veranstalten, wozu ihm am 24. Januar 1000 Thlr. Vorschuß durch den General-Major v. Witzleben ausgezahlt wurden, woneben er noch durch den Bischof Eylert die gnädigste Versicherung erhielt, dies Buch solle nach Ablieferung der 50 000 Exemplare sein Eigenthum verblei ben. Horvath veranstaltete sogleich den Druck und übertrug ihn dem Buchdrucker Schade in Berlin, das Heften und Einbinden dagegen dem Buchbinder Trowitzsch daselbst. Am 12. März des selben Jahres änderte der König die Auflage und General v. Witz leben bestellte 120 000 Exemplare, worüber eine neue Berech nung ausgestellt wurde, die mit der Provision des Verlegers 7534 Thlr. betrug. 5V, u. */i- Bogen Kirchenbuch 120 000 Auf lage L Bogen 24 Ballen 3 Ries Druck papier betragen zusammen 129 Ballen G/, Ries Druckpapier, ä 14 Thlr. . . . 1814 Thlr. 18 Sgr., Papier zu 600 Exemplaren auf Schreib papier, 10 auf Velin 34 „ 18 „ 8maliger Satz von 5*/, und Vi- Bogen, ä Bogen 6 Thlr 256 „ — „ 720 000 Bogen Druck (da, der '/« und */i- zwei Formen oder einen ganzen Bogen Druck beträgt) L 1000 Bogen 3 Thlr. . . 2160 „ — „ 3660 Bogen feine, L 100 12 Sgr 18 „ 12 „ Latus --- 4284 Thlr. — Sgr. Provision, 40 000 ü 350, macht auf 120 000 1050 „ — „ Buchbindekosten von 120 000, ä 1000 --- 1 Thlr. 20 Sgr., wegen des blauen Um schlags u. Entschädigung f. d. schwarzen 2200 „ — „ 7534 Thlr. — Sgr. Hierauf hat General v. Witzleben mit Horvath unter dem 14. März durch den Geheimen Kabinetsrath Müller einen Con- tract abgeschlossen, wonach jene 120 000 Exemplare für 7000 Thlr. geliefert werden sollten; am 20. März ward noch bestimmt, daß die feinen Exemplare auf Velin- und die auf Post- Papier besonders bezahlt werden sollten und darüber eine Sepa- rat-Rechnung anzufertigen sei. In jedem Monat waren 15 000 Exemplare fertig zu stellen. Am Grünen Donnerstage 1822 ist dies Mue Kirchenbuch in der hiesigen Garnisonkirche eingeführt worden und im August eben dieses Jahres ließ der König noch 10 000 Exemplare be stellen. Am 1. September 1822 erlitt Horvath einen großen Verlust durch den Tod seiner Enkelin Julie. Schon seit 6—7 Monaten kränkelte sie, im Mai wurde ihr Zustand bedenklich und sie starb an jenem Tage, nachdem Ärzte und Bäder vergeblich benutzt *) Kirchenbuch, nebst einem Katechismus und einer Sammlung biblischer Sprüche und Gebete, zur häuslichen Andacht und Erbauung für die Königlich Preußische Armee. 12. 1823. netto 2>L Sgr. 1023
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