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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.09.1928
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- 1928-09-15
- Erscheinungsdatum
- 15.09.1928
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- Deutsch
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216, 15. September 1928. Rsdakt-ioireller Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. Der vierte Kongreß der französischen Schriftsteller fand kürzlich in Stratzburg statt. Vertreten waren die großen französischen Schriststellerorganisationen; eröffnet wurde er durch den Rektor der Universität Stratzburg. Uber die elsässische Literatur sprach Herr Wolf, der Sekretär des Komitees, der in seiner Rede besonders die eigenartige Lage der elsässischen Autoren betonte und dem Wunsch Ausdruck verlieh, datz das Elsas; seine zwei Sprachen behalten möge, um die Rolle eines wertvollen Bindegliedes und Vermittlers zwischen Deutschland und Frankreich spielen zu können. Einer der Organisatoren des Kongresses, Herr Camille Schneider, machte be kannt, datz eine elsässische Unterabteilung der »Socists des Ecri- vains de Franc« gegründet worden sei und datz sie schon über fünfzig Mitglieder zähle. Zugleich fand eine »Ausstellung des el sässischen Buches« statt, die übrigens jedes Jahr wiederholt werden soll. Diese Ausstellung gab einen reichen Überblick der von Elsässern über das Elsaß geschriebenen Werke, gleichviel, ob sie in deutscher oder französischer Sprache oder im Dialekt ver saßt sind. Der Zentralvölkcrvcrlag der Sowjetunion wurde im Jahre 1623 in Moskau gegründet und hat bis jetzt 1808 Werke in 54 Sprachen und Dialekten in einer Gesamtauflage von 8 711000 Exemplaren herausgebracht. Die Bllchcrabteilung auf der Ausstellung der Kunst der Völker der Sowjetunion zeigt eine Literatur von mehr als 50 Sprachen und Dialekten. Hierunter befinden sich Literaturen, von denen es vor der Oktoberrevolution nur Anfänge einer Schrift oder noch überhaupt keine Schrift gab. So sieht man hier Fibeln der Mordwinen, Komer, Ojraten, Kalmücken, Chakassen, Jnguscheten, Techetschentschcn und anderer Völkerschaften. Augenblicklich wird an einer Fibel für die Sungusen gearbeitet. Bei den Taten (Bergjuden) ist die Fibel das erste Sowjetbuch. Nach einem Beschluß des Natio nalitätenrates sollen im Laufe der nächsten Jahre die Werke Lenins in allen Sprachen der Sowjetunion erscheinen. Aus Spanien. — Ein Herr Francös schreibt in der Bibliografia Espanola unter der Überschrift: »Fremde Bücher« allerlei über das Verhältnis des ausländischen Buches in Spanien zu den einheimi schen Geisteserzeugnissen. Er beginnt: »Gestern das italienische Buch, heute das deutsche, morgen das portugiesische und vor einiger Zeit das englische Buch. Verdienstlich und anzuerkennen ist diese tüchtige Werbung, in Wirklichkeit ja nur das Werk eines Ausschusses, der sich freudig dafür einsetzte. Sicher ist es wichtig, in Spanien Musterbeispiele von der Verlegertätigkeit anderer Länder zu zeigen. Notwendig, die einheimischen Verleger etwas aus ihrem Schlaf auf zurütteln, dem sie sich nicht nur im Kriege, sondern besonders in den Jahren nachher Hingaben. Dies natürlich mit einigen rühm lichen Ausnahmen, die man aber an den Fingern einer Hand auf zählen kann«. Der spanische Verleger, sagt er dann, ist nicht imstande, mit anderen Verlegern des Auslandes in Wettbewerb zu treten. In Italien, in Frankreich, in Deutschland, alles Länder, die die Quellen ihres Volkstums voll ausnutzen, sieht man in den Auslagen der Buchhändler das italienische, das französische, das deutsche Buch; jedenfalls zeigt man sie in erster Linie, und man zieht sie immer den ausländischen Büchern vor. Der spanische Buchhändler dagegen, auch der spanische Verleger, wendet sich mit Vorliebe den auslän dischen Werken zu, ja stellt sie in den Auslagen an hervorragender Stelle aus. — Er bemerkt dann weiter, daß tausende von geistigen Arbeitern in Spanien darauf warten, auch so behandelt zu werden, wie der spanische Verleger die Ausländer behandelt. Es gibt in Spanien wissenschaftliche Schriftsteller, Fachgelehrte, Geschichts forscher, Wirtschaftsleute, die es mit jedem Fachgenossen des Aus landes aufnehmen könnten, und es gibt gewiß leistungsfähige Ver leger und Buchhändler mit genügender kaufmännischer Erfahrung, die Werke dieser Leute zu verbreiten, aber, meint er, dem steht eine gewisse Gleichgültigkeit und eine gewisse Bequemlichkeit entgegen, von der sich der spanische Buchhändler befreien müsse. Sch. Aus den Vereinigten Staaten. — Schöne Erfolge haben in Amerika die sogenannten Buchkarawanen gehabt, über deren Tätig keit in den letzten Monate» verschiedene längere Aufsätze berichten. Robert und Pauline Sherwood, die später in New Aork, Johnstreet, eine bekannte Buchhandlung eröffneten, waren in; Jahre 1863 die ersten Unternehmer eines BUcherwagens. Damals war es ein wan dernder Eisenbahnwagen, in eine kleine Buchhandlung umgewandelt. Von Chicago aus ging cs auf den Schienen um den ganzen Michi gansee. Auf toten Geleisen wurde an den kleinen Orten für längere oder kürzere Zeit die Wanderbuchhandlung eröffnet. Dann kam die Zeit des Kraftwagens und unternehmende und gleichzeitig aben teuerliche Buchhändler haben sich immer wieder gefunden, Bücher karawanen auszurüsten. Unter diesen zigeunernden Buchhändlern befanden sich häufig Frauen und Studenten und Studentinnen, die so ihre Ferien zubrachten. In den letzten Jahren wurden Sonder kraftwagen für den Zweck gebaut, eine Mischung von Last-, Wohn- und Personenkraftwagen. Mit einigen Handgriffen ist aus dein Wagen ein Buchladen mit lockenden Reihen schöner Bücher herzustellen, mit Sonnensegel, sogar manchmal einigen Sitzgelegenheiten zum Lesen, und das Geschäft kann seinen Anfang nehmen. Ein solcher Wander laden hat die gemalte Überschrift: »The Vagabond Bookshop«. Wen» auch der Reisewagen für entfernte Gegenden gedacht ist, so ist es nicht immer nötig, sehr weit zu fahren. Eine Karawane bewegte sich nur auf altem Kulturboden in den Neu-Englandstaaten, aber trotz dem ausgedehnten amerikanischen Eisenbahnnetz gibt es auch in den alten Siedelstaaten noch genug bahnfernc Gegenden, viel mehr als bei uns, und so hat sich die Fahrt nach Neu-England doch gelohnt. Aber am ergiebigsten erwies sich der Besuch der Sommerlager, der großen Zeltkolonien der Wochenendler, wo nicht nur Familien Kaffee kochen können, sondern wo man sich auch die ganzen, dort sehr langen Ferien mit Kind und Kegel aufhält und wo der Besuch eines Bücherwagens freudig ausgenommen wird. Sch. Eigcnbrödler-Verlag Aktiengesellschaft in Berlin. — Die Aktio näre der Gesellschaft werden zur außerordentlichen Generalversamm lung am Dienstag, 25. September 1828, nachmittags 12)4 Uhr, im Büro des Notars vr. jur. Wangemann, Berlin, Friedrichstr. 63, ein geladen. Tagesordnung: 1. Erhöhung des Aktienkapitals um RM 60 000.— auf RM 150 000.—. 2. Ergänzungswahl zum Auf sichtsrat. 3. Verschiedenes. jDeutscher Neichsanzeiger Nr. 208 vom 6. September 1828.) Verbotene Druckschriften. — Das Reichsgericht, Feriensenat, hat in der Sitzung vom 25. Juli 1828 für Recht erkannt: Alle Exem plare der Nummer 6 der Zeitschrift: »Die Schutzpolizei«, 4. Jahrgang vom Oktober 1627, sowie weiter alle Exemplare der in der Druckerei Peuvag, Druckfiliale Magdeburg, gedruckten Druck schriften: »6 Jahre Grüner, Erlebnisse eines republikanischen Schutzpolizisten«, für deren Verlag und Inhalt der Abgeordnete Hugo Eberlein verantwortlich zeichnet, sowie die zu ihrer Herstel lung bestimmten Platten und Formen sind im Umfang des § 41 Abs. 2 StrGBs. unbrauchbar zu machen. 13 I 38/28. Leipzig, 30. August 1828. Oberreichsanwalt. (Deutsches Kriminalpolizeiblatt Nr. 133 vom 10. September 1828.) Alle Exemplare der Broschüre »Der F i n a n z s u m p f«, VIII. Band und des Flugblattes mit dem Kopf: »Kürzlich erschie nen: Band VIII Der Finanzsumpf, Hinter den Kulissen Deutscher Banken und Privatbankiers«, sind unbrauchbar zu machen. Tgb.-Nr. 480 I ^ 1/27. Berlin, den 7. September 1328. Polizeipräsident, Abt. I 7V (Deutsches Kriminalpolizeiblatt Nr. 134 vom 11. September 1828.) ?ersonalnackrickten. Ehrungen. — Anläßlich der feierlichen Grundsteinlegung des Studiengebäudes des Deutschen Museums in München erhielten den Ehrenring in Gold Herr Hofrat vr. Alfred Ackermann i. Fa. B. G. Teubner in Leipzig und Herr vr. Friedrich Olden- bourg i. Fa. R. Oldenbourg in München. 40jührigcs Dienstjubiläum in der Geschäftsstelle des Börsen- vereins. — Am 15. September ist es Herrn Obersekretär Paul Runge vergönnt, auf ein 40jähriges Wirken im Dienste der Ge schäftsstelle des Börsenvereins zurückzublicken. Wenige Monate nach Errichtung der Geschäftsstelle im Jahre 1888, die an Stelle des vorherigen Zentralbureaus des Börsenvcreins trat, begann Herr- Paul Runge seine Tätigkeit und erledigte die Arbeiten der Vereins verwaltung unter dem damaligen Geschäftsführer gemeinsam mit einem jüngeren Expedienten. Infolge des Wachstums des Börsen vereins und seines Ausgabenkreises vergrößerte sich im Laufe der Jahre die Abteilung Sekretariat, der Herr Obersekretär Paul Runge noch heute als Abteilungsleiter vorsteht. Während dieser vier Jahr zehnte hat Herr Runge vielfach in persönlichem Verkehr mit den Vorstands- und Ausschußmitgliedern gestanden und durch gewissen haftes und zuverlässiges Arbeiten der Geschäftsstelle des Börsen vereins wertvolle Dienste geleistet. Als äußeres Zeichen der An erkennung für sein langes ersprießliches Wirken in der Geschäfts stelle des Börsenvereins überreicht der Vorstand dem Jubilar das Ehrenzeichen des Buchhandels in Silber. Von Herzen wünschen wir Herrn Obersekretär Runge an seinem heutigen Ehrentage, daß ihm Gesundheit und Frische noch lange Jahre erhalten bleiben. 1027
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